ETH-Klimablog - Klimawissen - Glossar

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Welternährung: «Ein nahrhafter Denkanstoss» (17.10.13)
Klimaforschung: «Klimaforschung im Dialog» (4.10.13)
Klimaforschung: «Emissionen verpflichten uns langfristig» (27.9.13)
Energieforschung: «Der Asket unter den Motoren» (12.9.13 )

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Abkürzungen, Akronyme, Einheiten

Kursive Wörter im Text sind im Glossar erklärt.

Quelle

Das folgende Glossar ist zusammengestellt aus den Glossaren von IPCC Klimaänderung 2007 Synthesebericht und IPCC Klimaänderung 2007 Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger.

A

Abfackeln

Das Verbrennen von brennbaren Abgasen und flüchtigen Flüssigkeiten in der Aussenluft über einen Kamin an Ölquellen oder Ölbohranlagen sowie in Raffinerien, Chemiefabriken oder Deponien.

Abfluss

Der Teil von Niederschlägen, der nicht verdunstet und nicht transpiriert wird, sondern über die Erdoberfläche fliesst und so in Wasserkörper zurückkehrt. Siehe Wasserkreislauf.

Abrupte Klimaänderung

Die Nicht-Linearität des Klimasystems kann zu abrupter Klimaänderung führen, manchmal auch schnelle Klimaänderung, abrupte Ereignisse oder sogar Überraschungen genannt. Der Begriff abrupt bezieht sich oft darauf, dass etwas schneller abläuft als mit der für den verantwortlichen Antrieb typischen Geschwindigkeit. Es müssen jedoch nicht alle abrupten Klimaänderungen äusserlich angetrieben sein. Einige der als möglich angesehenen abrupten Ereignisse schliessen eine dramatische Umorganisation der thermohalinen Zirkulation, eine schnelle Gletscherschmelze, massives Abschmelzen von Permafrost oder Anstiege in der Bodenatmung mit ein, was zu schnellen Änderungen im Kohlenstoffkreislauf führen würde. Andere können als Folge eines starken, sich schnell verändernden Antriebs eines nicht-linearen Systems wahrlich unerwartet auftreten.

Absorption, Streuung und Emission von Strahlung

Elektromagnetische Strahlung kann mit Materie, sei sie in Form von Atomen und Molekülen eines Gases (z.B. die Gase in der Atmosphäre) oder in Form von partikulärer Materie, fest oder flüssig (z.B. Aerosole), auf vielfältige Weise wechselwirken. Materie selbst emittiert Strahlung gemäss ihrer Zusammensetzung und Temperatur. Strahlung kann durch Materie absorbiert werden, wodurch die absorbierte Energie übertragen oder re-emittiert werden kann. Schliesslich kann Strahlung als Folge ihrer Wechselwirkung mit Materie auch von ihrer ursprünglichen Bahn abgelenkt (gestreut) werden.

Activities Implemented Jointly (AIJ)

Pilotphase für Joint Implementation, wie in Artikel 4.2(a) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) definiert, die Projektaktivitäten zwischen Industrienationen (und ihren Unternehmen) sowie zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern (und deren Unternehmen) gestattet. AIJ soll es den Parteien der UNFCCC ermöglichen, Erfahrungen in gemeinsam umgesetzten Projekten zu sammeln. Es gibt keine Anerkennung für AIJ während der Pilotphase. Eine Entscheidung hängt von der Zukunft der AIJ-Projekte ab und davon, wie sie in Beziehung zu den Kyoto-Mechanismen stehen. Als eine einfache Form von handelbaren Zertifikaten stellen AIJ und andere marktkonforme Systeme potenzielle Mechanismen zur Anregung zusätzlicher Ressourcenflüsse für die Emissionsminderung dar. Siehe auch Clean Development Mechanism und Emissionshandel.

Aerosole

Feste oder flüssige Partikel in der Luft mit einer typischen Grösse zwischen 0,01 und 10 μm, die mindestens ein paar Stunden in der Atmosphäre bleiben. Aerosole können entweder natürlichen oder anthropogenen Ursprungs sein. Sie können das Klima auf verschiedene Arten beeinflussen: Direkt durch Streuung und Absorption der Strahlung, und indirekt als Kondensationskerne für die Wolkenbildung oder durch die Veränderung der optischen Eigenschaften und der Lebensdauer von Wolken.

Aggregierte Auswirkungen

Die gesamten, über Sektoren und/oder Regionen integrierten Auswirkungen. Für die Aggregation von Auswirkungen benötigt man Kenntnisse (oder Annahmen) über die relativen Bedeutungen von Auswirkungen in verschiedenen Sektoren und Regionen. Ein Mass für aggregierte Auswirkungen wäre z.B. die Gesamtzahl an betroffenen Menschen oder die wirtschaftlichen Gesamtkosten.

Akklimatisierung

Die physiologische Anpassung an klimatische Schwankungen.

Albedo

Der Anteil der Sonnenstrahlung, der an einer Oberfläche oder an einem Körper reflektiert wird, oft in Prozent angegeben. Schneebedeckte Oberflächen haben eine hohe Albedo; die Albedo von Böden reicht von hoch bis niedrig; pflanzenbedeckte Oberflächen und Ozeane haben eine niedrige Albedo. Die Albedo der Erde variiert hauptsächlich wegen unterschiedlicher Bewölkung, Schnee-, Eis- oder Laubbedeckung und Landnutzungsänderungen.

Albedo-Rückkopplung

Eine Klimarückkopplung mit Veränderungen in der Albedo der Erde. Sie bezieht sich normalerweise auf Veränderungen in der Kryosphäre, deren Albedo viel höher (~0,8) als die durchschnittliche planetare Albedo (~0,3) ist. Man erwartet, dass die Kryosphäre unter einem sich erwärmendem Klima schrumpfen, die Gesamtalbedo der Erde abnehmen und mehr Sonnenenergie absorbiert würde, wodurch die Erde noch weiter erwärmt würde.

Algenblüte

Explosive Vermehrung von Algen in einem See, Fluss oder Ozean.

Allgemeines Zirkulationsmodell (GCM)

Siehe Klimamodell.

Alpin

Die biogeographische Zone aus Hängen über der Baumgrenze, die durch die Anwesenheit von rosettenbildenden krautigen Pflanzen und niedrigen, langsam wachsenden buschigen Gehölzen charakterisiert ist.

Annex I-Länder

Die Gruppe von Ländern, die im Anhang I (wie 1998 ergänzt) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) aufgeführt ist und alle OECD-Staaten des Jahres 1990 sowie Transformationsländer umfasst. In Artikel 4.2(a) und 4.2(b) der Konvention verpflichten sich die Annex I-Länder ausdrücklich, bis zum Jahr 2000 individuell oder gemeinsam zum Niveau ihrer Treibhausgasemissionen von 1990 zurückzukehren. Die anderen Länder werden automatisch als Nicht-Annex I-Länder bezeichnet. Eine Liste der Annex I-Länder ist unter http://unfccc.int zu finden.

Annex II-Länder

Die Gruppe von Ländern, die im Anhang II des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) aufgeführt ist und alle OECD-Staaten des Jahres 1990 umfasst. In Artikel 4.2(g) der Konvention wird von diesen Ländern erwartet, dass sie finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um Entwicklungsländern bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu unterstützen, wie z.B. bei der Erstellung der nationalen Berichte. Annex II-Länder sollen auch den Transfer umwelterträglicher Technologien in Entwicklungsländer fördern. Eine Liste der Annex II-Länder ist unter http://unfccc.int zu finden.

Annex B-Länder

Gruppe von Ländern, die im Anhang B des Kyoto-Protokolls aufgeführt sind und die sich über ein Ziel ihrer Treibhausgasemissionen geeinigt haben, inklusive aller Annex I-Länder (wie 1998 ergänzt) ausser der Türkei und Weissrussland. Eine Liste der Annex I-Länder ist unter http://unfccc.int zu finden. Siehe Kyoto-Protokoll.

Annular Modes

Bevorzugte Änderungsmuster der atmosphärischen Zirkulation, welche den Änderungen der zonal gemittelten Westströmung in den mittleren Breiten entspricht. Der Northern Annular Mode ist stark mit der Nordatlantischen Oszillation korreliert. Der „Southern Annular Mode“ tritt in der Südhemisphäre auf. Die Veränderungen der Westströmung in den mittleren Breiten ist auch als „zonale Strömungsschwingung“ bekannt und durch einen „zonalen Index“ definiert.

Anpassung

Initiativen und Massnahmen, um die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung zu verringern. Es können verschiedene Arten von Anpassungen unterschieden werden, darunter vorausschauende und reaktive, private und öffentliche, autonome und geplante Anpassung. Beispiele sind unter anderem die Erhöhung von Fluss- und Küstendeichen, der Einsatz von Pflanzen, die besser mit Temperaturschocks umgehen können, anstelle von empfindlichen, usw.

Anpassungsfähigkeit

Die Gesamtheit der Fähigkeiten, Ressourcen und Institutionen eines Landes oder einer Region, um wirksame Massnahmen zur Anpassung umzusetzen.

Anpassungskosten

Kosten der Planung, Vorbereitung, Ermöglichung und Umsetzung von Anpassungsmassnahmen, einschliesslich Transitionskosten.

Anpassungsvorteile

Die vermiedenen Schadenskosten oder die anfallenden Gewinne als Folge der Verabschiedung und Umsetzung von Anpassungsmassnahmen.

Antriebe

Siehe Äussere Antriebe.

Anthropogen

Vom Menschen verursacht oder produzierte.

Anthropogene Emissionen

Emissionen von Treibhausgasen, deren Vorläufern und Aerosolen, die mit menschlichen Aktivitäten in Verbindung stehen. Hierzu zählen die Verbrennung fossiler Brennstoffe, Rodung, Landnutzungsänderungen, Viehherden, Düngung usw.

Aquakultur

Gelenkte Kultivierung von Wasserpflanzen oder -tieren, wie Lachs oder Schalentiere, die zu Ertragszwecken gehalten werden.

Äquivalente Kohlendioxid (CO₂)-Konzentration

Die Konzentration von Kohlendioxid, welche den gleichen Strahlungsantrieb wie eine vorgegebene Mischung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen verursachen würde. Siehe auch CO₂-Äquivalent.

Arides Gebiet

Ein Landgebiet mit geringem Niederschlag, wobei gering im Allgemeinen als <250 mm Niederschlag pro Jahr angesehen wird.

Atmosphäre

Die gasförmige Hülle, welche die Erde umgibt. Die trockene Atmosphäre besteht fast gänzlich aus Stickstoff (78,1 Volumenprozent) und Sauerstoff (20,9 Volumenprozent), zusammen mit einer Anzahl von Spurengasen wie Argon (0,93 Volumenprozent), Helium und strahlungsaktiven Treibhausgasen wie Kohlendioxid (0,035 Volumenprozent) und Ozon. Zusätzlich enthält die Atmosphäre das Treibhausgas Wasserdampf, dessen Menge stark schwankt, aber typischerweise bei 1 Volumenprozent liegt. Die Atmosphäre enthält auch Wolken und Aerosole.

Aufforstung

Pflanzung von Wäldern auf Land, das mindestens 50 Jahre lang nicht bewaldet war. Eine Diskussion der Begriffe Wald und verwandter Begriffe wie (Wieder-)Aufforstung und Entwaldung ist im IPCC-Bericht zur Landnutzung, Landnutzungsänderung und Waldwirtschaft (Land Use, Land-Use Change and Forestry, IPCC, 2000, >hier) gegeben. Siehe auch den IPCC-Bericht “Definitions and Methodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types” (IPCC, 2003, >hier).

Aufnahme

Die Zugabe eines Stoffes von Belang in einen Speicher. Die Aufnahme von kohlenstoffhaltigen Substanzen, insbesondere Kohlendioxid, wird im Englischen oft mit (Kohlenstoff-)Sequestration bezeichnet.

Äussere Antriebe

Äussere Antriebe beziehen sich auf eine Antriebskraft ausserhalb des Klimasystems, die eine Änderung im Klimasystem verursacht. Vulkanausbrüche, solare Schwankungen sowie anthropogene Änderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre und Landnutzungsänderungen sind äussere Antriebe.

Aussterben

Das vollständige Verschwinden einer ganzen biologischen Art.

Auswirkungen von Klimaänderungen

Die Auswirkungen der Klimaänderung auf natürliche und menschliche Systeme. Je nach Einbeziehung von Anpassung, kann zwischen potenziellen und verbleibenden Auswirkungen unterschieden werden:

  • Potenzielle Auswirkungen: alle Auswirkungen, die bei einer projizierten Klimaänderung auftreten könnten, ohne Berücksichtigung von Anpassung.
  • Verbleibende Auswirkungen: die Auswirkungen einer Klimaänderung, die nach Anpassung noch auftreten würden.

Siehe auch aggregierte Auswirkungen; wirtschaftliche Auswirkungen und nichtwirtschaftliche Auswirkungen.

B

Bassin/Becken

Das Wassereinzugsgebiet von Bächen, Flüssen oder Seen.

Baumringe

In einem Querschnitt eines Stammes einer Holzpflanze sichtbare konzentrische Ringe von Sekundärholz. Der Unterschied zwischen dem dichten kleinzelligen Holz der einen Saison und dem breitzelligen frühen Holz des darauffolgenden Frühjahrs erlaubt die Bestimmung des Alters des Baumes. Die Breite und Dichte der Ringe kann mit Klimaparametern wie Temperatur und Niederschlag in Verbindung gebracht werden.

Benchmark (Bezugsgrösse für den Leistungsvergleich)

Eine messbare Variable, die als Bezugsgrösse oder Referenzwert bei der Leistungsbeurteilung einer Organisation herangezogen wird. Benchmarks können aus internationaler Erfahrung, aus anderen Organisationen oder aus rechtlichen Anforderungen bezogen werden und werden oft genutzt, um Leistungsänderungen über die Zeit abzuschätzen.

Bewertung der Auswirkungen von Klimaänderungen

Der Vorgang der Identifizierung und monetärer und/oder nicht-monetärer Bewertung der Auswirkungen von Klimaänderung auf natürliche und menschliche Systeme.

Bioenergie

Aus Biomasse gewonnene Energie.

Biofilter

Biofilter sind Filter, die biologisches Material nutzen, um Verunreinigungen zu filtern oder chemisch umzuwandeln, wie z.B. die Oxidation von Methan zu CO₂.

Biologische Vielfalt

Die gesamte Variabilität aller Lebewesen und Ökosysteme auf vielfältigen räumlichen Ebenen (von Genen zu gesamten Biomen).

Biom

Ein wesentliches und charakteristisches regionales Element der Biosphäre, das üblicherweise aus mehreren Ökosystemen (z.B. Wäldern, Flüssen, Teichen, Sümpfen innerhalb einer Region mit bestimmtem Klima), besteht. Biome sind durch typische Pflanzen- und Tiergemeinschaften charakterisiert.

Biomasse

Die gesamte Masse an lebenden Organismen in einem bestimmten Gebiet oder Volumen; neuerdings wird totes Pflanzenmaterial oft als tote Biomasse mit ein geschlossen. Die Menge an Biomasse wird als Trockengewicht oder als Energie-, Kohlenstoff- oder Stickstoffgehalt angegeben.

Biosphäre (terrestrische und marine)

Der Teil des Systems Erde, der alle Ökosysteme und lebenden Organismen in der Atmosphäre, auf dem Land (terrestrische Biosphäre) oder im Meer (marine Biosphäre) umfasst, inklusive daraus entstandenem toten organischen Material wie Laubfall, organische Bodenmasse und ozeanischem Detritus.

Biotreibstoff

Aus organischem Material oder brennbaren Pflanzenölen hergestellter Brennstoff. Beispiele sind u.a. Alkohol, Schwarzlauge aus der Papierherstellung, Holz und Sojaöl.

Bodentemperatur

Die Temperatur des Untergrunds nahe der Oberfläche (oft innerhalb der obersten 10 cm).

Bohrlochtemperatur

Bohrlochtemperaturen werden in Bohrlöchern in zig bis hunderten von Metern Tiefe im Erdinneren gemessen. Tiefenprofile der Bohrlochtemperatur werden im Allgemeinen genutzt, um daraus zeitliche Schwankungen der Oberflächentemperatur über Jahrhunderte hinweg abzuleiten.

Borealer Wald

Kiefern-, Tannen-, Fichten- und Lärchenwälder, die sich von der Ostküste Kanadas nach Westen hin bis nach Alaska und weiter von Sibirien nach Westen hin über ganz Russland in die europäische Ebene erstrecken.

Bottom-up-Modelle

Bottom-up-Modelle bilden die Wirklichkeit ab, indem sie Charakteristika bestimmter Aktivitäten und Abläufe aggregieren, wobei technologische, technische und kostentechnische Details mit einbezogen werden. Siehe auch Top-down-Modelle.

Brennstoffsubstitution

Im Allgemeinen der Einsatz von Brennstoff A anstelle von Brennstoff B. Im Rahmen von Klimaänderungsdiskussionen wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Brennstoff A einen niedrigeren Kohlenstoffgehalt als Brennstoff B hat, z.B. Erdgas statt Kohle.

Brennstoffzelle

Eine Brennstoffzelle erzeugt aus der kontrollierten elektrochemischen Reaktion zwischen Wasserstoff oder einem anderen Treibstoff und Sauerstoff auf direkte und kontinuierliche Art Strom. Mit Wasserstoff als Treibstoff emittiert sie lediglich Wasser und Wärme (kein Kohlendioxid), und die Wärme kann nutzbar gemacht werden. Siehe Kraft-Wärme-Kopplung.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Der monetäre Wert aller Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Landes produziert werden.

C

Clean Development Mechanism (CDM)

Der CDM wird in Artikel 12 des Kyoto-Protokolls definiert und verfolgt zwei Ziele: 1) Unterstützung der Parteien, die in Annex I nicht enthalten sind, damit diese eine nachhaltige Entwicklung verfolgen und zur Erfüllung der Konventionsziele beitragen können; 2) Unterstützung der in Anhang I enthaltenen Parteien, damit diese ihre quantifizierten Emissionsbeschränkungen und -reduktionen erfüllen können, zu denen sie sich verpflichtet haben. Zertifizierte Emissionsreduktionen von CDM-Projekten, die in Nicht-Annex-I-Ländern durchgeführt werden und Treibhausgasemissionen einschränken oder reduzieren, können, falls sie von den durch die Vertragsstaatenkonferenz (COP) eingesetzten Organen zertifiziert worden sind, dem Investor (Staatsverwaltung oder Industrie) aus Annex B-Ländern angerechnet werden. Ein Teil des Erlöses aus solchen zertifizierten Projektaktivitäten wird genutzt, um Verwaltungskosten zu decken und um von der Klimaänderung besonders bedrohte Entwicklungsländer bei der Deckung der Anpassungskosten zu unterstützen.

CO₂-Äquivalent: Emissionen und Konzentrationen

Treibhausgase unterscheiden sich hinsichtlich ihres erwärmenden Einflusses (Strahlungsantrieb) auf das globale Klimasystem aufgrund ihrer unterschiedlichen Strahlungseigenschaften und Lebensdauern in der Atmosphäre. Diese erwärmenden Einflüsse können durch eine gemeinsame Masseinheit auf der Basis des Strahlungsantriebs von CO₂ ausgedrückt werden.

  • CO₂-äquivalente Emission ist die Menge an CO₂-Emission, die über einen bestimmten Zeitraum den selben, über die Zeit integrierten, Strahlungsantrieb erzeugen würde wie eine emittierte Menge eines langlebigen Treibhausgases oder einer Mischung von Treibhausgasen. Die äquivalente CO₂-Emission wird ermittelt, indem die Emission eines Treibhausgases mit seinem globalen Erwärmungspotenzial (GWP) für den festgelegten Zeitraum multipliziert wird. Für eine Mischung von Treibhausgasen wird sie ermittelt, indem die äquivalenten CO₂-Emissionen für jedes einzelne Gas addiert werden. Äquivalente CO₂-Emission stellt einen Standard und eine nützliche Masseinheit für den Vergleich von Emissionen unterschiedlicher Treibhausgase dar, bedeutet jedoch nicht die gleichen Reaktionen bezüglich einer Klimaänderung (siehe IPCC, 2007, WGI 2.10, >hier).
  • CO₂-äquivalente Konzentration ist die Konzentration an CO₂, die den gleichen Betrag an Strahlungsantrieb erzeugen würde wie eine bestimme Mischung aus CO₂ und anderen strahlungswirksamen Bestandteilen.

CO₂-Düngung

Siehe Kohlendioxiddüngung.

D

Deponie

Müllhalde, auf der fester Müll unter, auf oder über Bodenniveau gelagert wird. Beschränkt auf angelegte Gelände mit Abdeckmaterialien, kontrollierter Platzierung des Mülls und Behandlung von Flüssigkeiten und Gasen. Dies schliesst unkontrollierte Müllablagerungen aus.

Diskontierung (Abzinsung)

Eine mathematische Operation, die Geld- (oder andere) Mengen, die zu verschiedenen Zeitpunkten (Jahren) erhalten oder ausgegeben wurden, vergleichbar macht. Der Operator nutzt eine feste oder möglicherweise eine von Jahr zu Jahr variierende Diskontrate (>0), die zukünftige Werte heute weniger wertvoll erscheinen lässt. In einem deskriptiven Diskontierungsansatz akzeptiert man die Diskontraten, die Menschen (Anleger und Investoren) tatsächlich in ihren tagtäglichen Entscheidungen anwenden (private Diskontrate). In einem präskriptiven Diskontierungsansatz (ethisch oder normativ) wird die Diskontrate aus gesellschaftlicher Sicht festgelegt, z.B. auf der Grundlage einer ethischen Einschätzung der Interessen zukünftiger Generationen (soziale Diskontrate).

Diskontrate

Siehe Diskontierung.

Dürre

In allgemeinen Worten ist eine Dürre eine „verlängerte Abwesenheit von oder ein markanter Mangel an Niederschlägen“, ein „Mangel, der zu Wasserknappheit für gewisse Aktivitäten oder gewisse Gruppen führt“, oder ein „Zeitabschnitt von ausserordentlich trockenem Wetter, der lange genug anhält, so dass der Niederschlagsmangel ein ernsthaftes hydrologisches Ungleichgewicht verursacht“ (Heim, 2002). Dürre wurde auf verschiedene Arten definiert. Landwirtschaftliche Dürren bezieht sich auf Feuchtigkeitsdefizite ungefähr im obersten Meter des Bodens (die Wurzelzone), der die Nutzpflanzen beeinflusst; meteorologische Dürren sind hauptsächlich anhaltende Niederschlagsdefizite und hydrologische Dürren beziehen sich auf unterdurchschnittliche Abflüsse, See- oder Grundwasserspiegel. Eine Megadürre ist eine sich lange hinziehende und verbreitete Dürre, die viel länger als normal dauert, üblicherweise ein Jahrzehnt oder mehr.

Durchfluss

Wasserfluss innerhalb eines Flussbettes, z.B. in Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) ausgedrückt.

Dynamischer Eisabfluss

Eisabfluss von Eisschilden oder Eiskappen, der durch die Dynamik des Eisschildes oder der Eiskappe (z.B. in Form von Gletscherbewegung, Eisströmen und kalbenden Eisbergen) hervorgerufen wird und nicht durch Schmelze oder Abfluss von Wasser.

E

Einspeisevergütung

Der Preis pro Stromeinheit, den ein Kraftwerk oder Stromlieferant für verteilte oder erneuerbare Energie zahlen muss, die von anderen Erzeugern ins Netz eingespeist wurde. Die Vergütungsrate wird von einer öffentlichen Behörde festgelegt.

(Fluss-)Einzugsgebiet/Bassin/Becken

Ein Gebiet, das Regenwasser sammelt und abführt.

Eisbohrkern

Ein aus einem Gletscher oder Eisschild gebohrter Zylinder aus Eis.

Eiskappe

Eine kuppelförmige Eismasse, die normalerweise ein Hochland bedeckt, und die ein beträchtlich kleineres Ausmass hat als ein Eisschild.

Eisschild

Eine Landeismasse, die genügend mächtig ist, um den grössten Teil der Topographie des darunterliegenden Gesteinsuntergrundes zu überdecken, so dass ihre Form hauptsächlich durch ihre innere Dynamik bestimmt ist (dem Eisstrom durch innerliche Verformung und/oder Gleiten auf dem Untergrund). Ein Eisschild fliesst von einem hohen Zentralplateau mit geringer durchschnittlicher Oberflächenneigung nach aussen. Die Ränder fallen normalerweise steiler ab, und das meiste Eis wird durch schnell fliessende Eisströme oder Ausfluss-Gletscher abgesetzt, in manchen Fällen ins Meer oder in Schelfeis, das auf dem Meer schwimmt. Es gibt nur drei grosse Eisschilde in der modernen Welt — einen auf Grönland und zwei in der Antarktis, den Ost- bzw. Westantarktischen Eisschild, getrennt durch die Transantarktischen Berge. Während der Eiszeiten gab es weitere Eisschilde.

Eiszeit

Eine Eiszeit oder glaziale Zeitspanne ist durch eine langfristige Reduktion der Temperatur des Erdklimas charakterisiert, die zu einem Wachstum der kontinentalen Eisschilder und der Gebirgsgletscher (Vergletscherung) führt.

El Nińo-Southern Oscillation (ENSO)

Der Begriff El Niño wurde ursprünglich verwendet, um eine Warmwasserströmung zu beschreiben, die regelmässig entlang der Küste von Ecuador und Peru fliesst und dabei die lokale Fischerei beeinträchtigt. Inzwischen bezeichnet er eine beckenweite Erwärmung des tropischen Pazifiks östlich der Datumsgrenze. Dieser ozeanische Vorgang steht in Verbindung mit einer Fluktuation in einem tropischen und subtropischen Oberflächendrucksystem auf globaler Ebene, die „Southern Oscillation“ genannt wird. Dieses gekoppelte Atmosphären-Ozean-Phänomen, das vorzugsweise in Zeiträumen von zwei bis sieben Jahren auftritt, ist weithin bekannt als „El Niño-Southern Oscillation“, oder ENSO. Es wird oft über die Differenz der Oberflächendruckanomalie zwischen Darwin und Tahiti und über die Meeresoberflächentemperaturen im Zentral- und Ostäquatorial-Pazifik gemessen. Während eines ENSO-Ereignisses werden die vorherrschenden Passatwinde schwächer, wodurch der Auftrieb des Tiefenwassers reduziert und Meeresströmungen geändert werden, so dass die Meeresoberflächentemperaturen ansteigen und die Passatwinde weiter geschwächt werden. Dieses Ereignis hat grosse Auswirkungen auf die Wind-, Meeresoberflächentemperatur– und Niederschlagsmuster im tropischen Pazifik. Durch globale Telekonnektionsprozesse hat es klimatische Auswirkungen in der gesamten Pazifikregion und in vielen anderen Teilen der Welt. Die Kaltphase von ENSO heisst La Niña.

Emissionshandel

Ein marktkonformer Ansatz zur Erreichung von klimapolitischen Zielen. Er besteht darin, dass diejenigen Parteien, die ihre Treibhausgasemissionen unter das vorgeschriebene Niveau senken, ihre überschüssigen Rechte auf Emissionen nutzen oder mit ihnen handeln können, um Emissionen aus einer anderen Quelle im In- oder Ausland auszugleichen. Im Allgemeinen kann der Handel innerhalb eines Unternehmens, eines Landes oder international erfolgen. Der zweite Sachstandsbericht des IPCC (IPCC SAR, Climate Change 1995, >hier) hat die Konvention übernommen, den Begriff “Lizenzen” für Binnen- und “Quoten” für internationale Handelssysteme zu verwenden. Emissionshandel ist in Artikel 17 des Kyoto-Protokolls als ein System handelbarer Quoten definiert, das auf den zugeteilten Emissionsmengen basiert, die aus den Emissionsminderungs– und Beschränkungsverpflichtungen errechnet wurden, wie sie in Annex B des Protokolls aufgeführt sind.

Emissionsminderung

Technologiewandel und -ersatz, die den Ressourceneinsatz und die Emissionen pro Ausgabeeinheit verringern. Obwohl einige gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologischen Massnahmen einen Emissionsrückgang erzeugen würden, ist mit Minderung im Zusammenhang mit Klimaänderung die Umsetzung von Politiken für die Treibhausgasemissionsminderung und die Stärkung von Senken gemeint.

Emissionsminderungskapazität

Die Fähigkeit eines Landes, die Emissionen anthropogener Treibhausgase zu reduzieren oder natürliche Senken zu stärken, wobei sich Fähigkeit auf Fertigkeiten, Kompetenzen, die Angepasstheit und Leistungen bezieht, die ein Land erlangt hat. Diese Fähigkeit hängt von Technologie, Institutionen, Wohlstand, Gerechtigkeit, Infrastruktur und Information ab. Die Emissionsminderungskapazität ist im Entwicklungspfad eines Landes hin zu Nachhaltigkeit verwurzelt.

Emissionsminderungspotenzial

Im Zusammenhang mit Klimaschutz ist das Emissionsminderungspotenzial das Ausmass an Emissionsminderung, das mit der Zeit erreicht werden könnte, aber noch nicht erreicht ist.

  • Das Marktpotenzial ist das auf der Anlastung privater Kosten und Diskontraten basierende Emissionsminderungspotenzial, das unter prognostizierten Marktbedingungen, einschliesslich der zurzeit vorhandenen Politiken und Massnahmen, erwartet werden kann. Dabei wird berücksichtigt, dass Hemmnisse die tatsächliche Umsetzung begrenzen. Private Kosten und Diskontraten spiegeln die Perspektive privater Verbraucher und Unternehmen wieder.
  • Das wirtschaftliche Potenzial ist das Emissionsminderungspotenzial, das eine Anlastung sozialer Kosten, Gewinne und Diskontraten mit einbezieht, unter der Annahme, dass die Effizienz des Marktes durch Politiken und Massnahmen verbessert wird und dass Hemmnisse abgebaut werden.
  • Untersuchungen des Marktpotenzials können genutzt werden, um Politiker über das Emissionsminderungspotenzial bei derzeitigen Politiken und Hemmnissen zu informieren, während Untersuchungen des wirtschaftlichen Potenzials zeigen, was erreicht werden könnte, wenn angemessene neue und zusätzliche Politiken eingesetzt würden, um Hemmnisse abzubauen und soziale Kosten und Gewinne mit einzubeziehen. Das wirtschaftliche Potenzial ist daher im Allgemeinen grösser als das Marktpotenzial.
  • Das technische Potenzial ist das Ausmass, zu dem Treibhausgasemissionen vermindert oder die Energieeffizienz gesteigert werden können, indem eine neue, bereits demonstrierte Technologie oder Praxis angewendet wird. Es wird nicht ausdrücklich auf Kosten Bezug genommen, aber die Annahme von „praktischen Einschränkungen“ kann implizite wirtschaftliche Überlegungen mit einbeziehen.

Emissionsszenario

Eine plausible Darstellung der zukünftigen Entwicklung der Emissionen von Substanzen, die möglicherweise strahlungswirksam sind (z.B. Treibhausgase, Aerosole), basierend auf einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen über die zugrundeliegenden Kräfte (wie demographische und sozioökonomische Entwicklung oder Technologiewandel) und deren Schlüsselbeziehungen. Von Emissionsszenarien abgeleitete Konzentrationsszenarien werden als Vorgabe für die Berechnung von Klimaprojektionen mit Klimamodellen eingesetzt. IPCC (1992, >hier) präsentierte eine Reihe von Emissionsszenarien, die als Basis für die Klimaprojektionen in IPCC (1995, >hier) dienten. Diese Emissionsszenarien werden als die IS92-Szenarien bezeichnet. Im IPCC-Sonderbericht zu Emissionsszenarien (Nakičenovič und Swart, 2000, >hier) wurden neue Emissionsszenarien — die sogenannten SRES-Szenarien — veröffentlicht. Für die Bedeutung einiger mit diesen Szenarien verbundener Begriffe, siehe SRES-Szenarien.

Emissionstrajektorie

Eine projizierte zeitliche Entwicklung der Emission eines Treibhausgases oder einer Gruppe von Treibhausgasen, Aerosolen und Vorlauferstoffen von Treibhausgasen.

Emissionszertifikat

Ein Emissionszertifikat stellt eine nicht-übertragbare oder handelbare Genehmigung für die Emission einer bestimmten Menge einer Substanz dar, die einer juristischen Person (Firma oder anderem Emittenten) durch eine Regierung zugewiesen wird. Ein handelbares Zertifikat ist ein wirtschaftliches Instrument, im Rahmen dessen die Rechte zum Ausstoss von Verschmutzung – in diesem Fall einer Menge an Treibhausgasemissionen – über einen entweder freien oder geregelten Zertifikatsmarkt ausgetauscht werden können.

Endemisch

Bedeutet, auf eine örtliche Lage oder eine Region eingeschränkt oder für eine örtliche Lage oder Region eigentümlich. Im Hinblick auf die menschliche Gesundheit kann sich endemisch auf eine Krankheit oder einen Erreger beziehen, die/der vorhanden oder üblicherweise ständig in einer Population oder in einem geographischen Gebiet verbreitet ist.

Energie

Die gelieferte Menge an Arbeit oder Wärme. Energie wird in eine Vielzahl von Arten unterteilt und wird für den Menschen nutzbar wenn sie von einem Ort zum anderen fliest oder von einer Art in die andere umgewandelt wird.

  • Primärenergie (auch als Energiequellen bezeichnet) ist die Energie, die in natürlichen Ressourcen (z.B. Kohle, Rohöl, Erdgas, Uran) enthalten ist und keinerlei Umwandlung durch den Menschen erfahren hat. Diese Primärenergie muss umgewandelt und transportiert werden, um zu nutzbarer Energie (z.B. Licht) zu werden.
  • Erneuerbare Energie wird aus den anhaltenden oder sich wiederholenden Energieströmen in der Natur gewonnen und schliesst sowohl kohlendioxidfreie Technologien wie Solarenergie, Wasserkraft, Wind, Gezeiten und Wellen und Erdwärme als auch kohlendioxidneutrale Technologien wie Biomasse
  • Graue Energie ist die Energie, die für die Herstellung eines Materials (z.B. veredelte Metalle oder Baustoffe) verbraucht wird, wobei der Energieverbrauch in der Produktionsstatte (nullte Ordnung), der Energieverbrauch für die Herstellung der Materialien, die in der Produktionsstatte verwendet werden (erste Ordnung), usw. mit einbezogen werden.

Energiebilanz

Die Differenz zwischen der gesamten einfallenden und abgestrahlten Energie im Klimasystem. Wenn diese Bilanz positiv ist, tritt Erwärmung auf; wenn sie negativ ist, erfolgt Abkühlung. Über die gesamte Erde und über einen längeren Zeitraum gemittelt muss diese Bilanz null sein. Weil das Klimasystem praktisch die gesamte Energie von der Sonne erhält, impliziert diese Nullbilanz, dass global gesehen die Menge der einfallenden Sonnenstrahlung im Schnitt gleich der Summe der reflektierten Sonnenstrahlung und der vom Klimasystem ausgesandten thermischen Infrarotstrahlung sein muss. Eine Störung dieses globalen Strahlungsgleichgewichts, sei sie anthropogen oder natürlich verursacht, wird Strahlungsantrieb genannt.

Energiedienstleistungsunternehmen

Ein Unternehmen, das Endverbrauchern Energiedienstleistungen anbietet und zu erreichende Energieersparnisse garantiert, indem diese direkt an die Vergütung gekoppelt werden, sowie den Betrieb des Energiesystems finanziert oder bei Suche nach Finanzierung hilft, und eine fortwährende Rolle in der Überwachung von Ersparnissen über den Finanzierungszeitraum beibehält.

Energieeffizienz

Das Verhältnis von Energieertrag zu Energieeinsatz in einem System, einem Umwandlungsprozess oder einer Aktivität.

Energieintensität

Energieintensität ist das Verhältnis von Energieverbrauch zu wirtschaftlicher oder physikalischer Produktionsleistung. Auf nationaler Ebene stellt die Energieintensität das Verhältnis des gesamten nationalen Primär- oder Endenergieverbrauchs zum Bruttoinlandsprodukt dar. Auf der Ebene einzelner Vorgänge können auch physikalische Grössen im Nenner verwendet werden, z.B. Liter Treibstoff/Fahrzeugkilometer.

Energiesicherheit

Die verschiedenen Sicherheitsmassnahmen, die ein bestimmtes Land oder die Weltgemeinschaft als Ganzes treffen muss, um eine angemessene Energieversorgung aufrecht zu erhalten.

Entwaldung

Umwandlung von Wald in unbewaldetes Gebiet. Eine Diskussion des Begriffes Wald und verwandter Begriffe wie (Wieder-)Aufforstung und Entwaldung ist im IPCC-Bericht „Land Use, Land-Use Change and Forestry“ (IPCC, 2000, >hier) gegeben. Siehe auch den Bericht „Definitions and Methodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types” (IPCC, 2003, >hier).

Entwicklungspfad

Eine Entwicklung auf der Grundlage einer Anordnung von technologischen, wirtschaftlichen, sozialen, institutionellen, kulturellen und biophysikalischen Eigenschaften, die die Wechselwirkungen zwischen natürlichen und menschlichen Systemen über die Zeit in einem bestimmten Massstab bestimmen, einschliesslich der Produktions- und Verbrauchsmuster in allen Ländern. Alternative Entwicklungspfade beziehen sich auf andere mögliche Entwicklungstrajektorien, wobei die Fortsetzung derzeitiger Trends nur einen unter vielen Pfaden darstellt.

Erdoberflächentemperatur

Siehe globale Erdoberflächentemperatur, Meeresoberflächentemperatur.

Erkennung und Zuordnung

Das Klima ändert sich ständig auf allen Zeitskalen. Die Erkennung einer Klimaänderung ist das Verfahren, mit dem aufgezeigt wird, dass sich das Klima in einem bestimmten statistischen Sinn geändert hat, ohne einen Grund für diese Änderung zu nennen. Die Zuordnung von Gründen für die Klimaänderung ist das Verfahren der Bestimmung der wahrscheinlichsten Gründe für die erkannten Änderungen auf einem bestimmten Vertrauensniveau.

Erfüllung

Erfüllung beschreibt, ob und in welchem Ausmass sich Länder an die Bedingungen eines Abkommens halten. Erfüllung hängt von der Umsetzung der angeordneten Politiken ab und davon, ob den Politiken entsprechende Massnahmen folgen. Erfüllung ist das Mass, in dem die Akteure, auf deren Verhalten das Abkommen abzielt, lokale Regierungen, Konzerne, Organisationen oder Einzelpersonen, sich an die Umsetzungsverpflichtungen halten. Siehe auch Umsetzung.

Erosion

Der Prozess des Entfernens und des Transports von Boden und Gestein durch Verwitterung, Massenabnutzung und unter Einwirkung von Fliessgewässern, Gletschern, Wellen, Wind und Grundwasser.

Evapotranspiration

Die kombinierten Vorgänge von Wasserverdunstung von der Erdoberfläche und pflanzlicher Transpiration.

Externe Effekte

Externe Effekte entstehen aus menschlicher Aktivität, wenn die für die Aktivität Verantwortlichen die Folgen der Aktivität auf die Herstellungs- und Verbrauchsmöglichkeiten anderer nicht vollständig in Rechnung ziehen und kein Ausgleich für diese Folgen besteht. Sind die Folgen negativ, spricht man von externen Kosten, sind sie positiv, von externen Gewinnen.

Extremes Wetterereignis

Ein Ereignis, das an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Jahreszeit selten ist. Die Definitionen für “selten” variieren, aber ein extremes Wetterereignis wäre normalerweise so selten wie oder seltener als das 10 oder 90 Prozent Perzentil der beobachteten Wahrscheinlichkeitsverteilung. Per Definition kann die Charakteristik von so genanntem Extremwetter absolut gesehen von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Einzelne Extremereignisse können nicht einfach und direkt der anthropogenen Klimaänderung zugeordnet werden, da immer eine begrenzte Chance besteht, dass das betreffende Ereignis natürlicherweise hätte auftreten können. Wenn ein Muster von extremem Wetter über eine bestimmte Zeitspanne, z.B. eine Jahreszeit, bestehen bleibt, kann es als “extremes Klimaereignis” klassifiziert werden, vor allem wenn es ein Mittel bzw. eine Summe aufweist, die seinerseits bzw. ihrerseits extrem ist (z.B. eine Dürre oder Starkniederschlag während einer ganzen Saison).

F

F-Gase

Dieser Begriff bezieht sich auf folgende Gruppen von Gasen, die im Kyoto-Protokoll behandelt sind: Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKWs), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKWs) und Schwefelhexafluorid.

FKWs (vollständig substituierte Fluor-Kohlenstoffverbindungen)

Gehören zu den sechs Treibhausgasen, deren Ausstoss laut dem Kyoto-Protokoll gemindert werden soll. Es sind Nebenprodukte aus der Aluminiumschmelzung und Urananreicherung. Darüber hinaus ersetzen sie FCKWs bei der Herstellung von Halbleitern. Das globale Erwärmungspotenzial von FKWs beträgt 6500–9200.

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs)

Siehe Halogenkohlenwasserstoffe.

Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKWs)

Eines der sechs Treibhausgase oder Treibhausgasgruppen, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls eingeschränkt werden. Sie werden kommerziell als Ersatzstoff für FCKWs hergestellt. H-FKWs werden oft in Kühlgeräten und in der Halbleiterherstellung eingesetzt. Siehe Halogenkohlenwasserstoffe.

Fossile Brennstoffe

Kohlenstoffbasierte Brennstoffe aus fossilen Kohlenwasserstoffablagerungen, einschliesslich Kohle, Torf, Öl und Erdgas.

Fossile Brennstoff-Emissionen

Emissionen von Treibhausgasen (insbesondere Kohlendioxid), die aus der Verbrennung von Brennstoffen aus fossilen Kohlenstofflagerstätten, einschliesslich Kohle, Erdöl und Erdgas stammen.

Freiwilliges Abkommen

Ein Abkommen zwischen einer Regierungsbehörde und einer oder mehreren privaten Parteien, um Umweltziele zu erreichen oder die Umweltverträglichkeit über die Erfüllung von vorgeschriebenen Verpflichtungen hinaus zu steigern. Nicht alle freiwilligen Abkommen sind wirklich freiwillig; einige beinhalten Belohnungen und/oder Strafen in Verbindung mit dem Beitritt oder der Erfüllung von Verpflichtungen.

Freiwilliges Handeln

Informelle Programme, Selbstverpflichtungen und Erklärungen, bei denen die Parteien (einzelne Unternehmen oder Unternehmensgruppen), die der Aktion beitreten, ihre eigenen Ziele setzen und oft selbst überwachen und Bericht erstatten.

G

Gefrorener Untergrund

Boden oder Gestein, in welchem das Porenwasser teilweise oder ganz gefroren ist (Van Everdingen, 1998). Gefrorener Untergrund schliesst Permafrost ein. Untergrund, der jährlich gefriert und wieder auftaut, wird saisonal gefrorener Untergrund genannt.

Gelegenheiten

Umstände zur Verringerung der Diskrepanz zwischen Marktpotenzial einer beliebigen Technologie oder Praktik und dem wirtschaftlichen oder technischen Potenzial.

Geoengineering/Geotechnik

Technologische Bemühungen zur Stabilisierung des Klimasystems durch direkten Eingriff in den Energiehaushalt der Erde zur Minderung der globalen Erwärmung.

Gesamte Sonneneinstrahlung

Die Menge an Sonnenstrahlung, die ausserhalb der Erdatmosphäre in mittlerer Entfernung der Erde zur Sonne auf einer zur einfallenden Strahlung senkrecht stehenden Fläche auftrifft. Verlässliche Messungen der Sonnenstrahlung können nur im Weltraum gemacht werden und eine genaue Aufzeichnung reicht nur bis 1978 zurück. Der allgemein anerkannte Wert beträgt 1,368 Watt pro Quadratmeter (W/m²) mit einer Genauigkeit von etwa 0,2 Prozent. Schwankungen um ein paar Zehntel Prozent sind üblich, normalerweise hängen sie mit dem Durchzug von Sonnenflecken über die Sonnenscheibe zusammen. Die Schwankung der gesamten Sonneneinstrahlung über den Sonnenzyklus liegt in der Grössenordnung von 0,1 Prozent.

Gesamtwirtschaftliche Kosten

Diese Kosten werden üblicherweise als Änderungen im Bruttoinlandsprodukt oder im Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gemessen, oder als Verlust an Wohlstand oder Konsum.

Gletscher

Eine Landeismasse, die unter dem Einfluss der Schwerkraft bergab fliesst (durch innere Umformung und/oder Gleiten auf dem Untergrund) und durch internen Druck und Reibung auf dem Untergrund und an den Seiten eingegrenzt ist. Ein Gletscher wird durch die Akkumulation von Schnee in höheren Lagen genährt; dies wird durch das Abschmelzen in den tieferen Lagen oder durch das Abbrechen ins Meer wieder ausgeglichen. Siehe Massenbilanz.

Gletschersee

Ein aus dem Schmelzwasser eines Gletschers gebildeter See, der sich entweder vor dem Gletscher (proglazialer See), auf der Gletscheroberfläche (supraglazialer See), im Gletscherinneren (englazialer See) oder im Gletscherbett (subglazialer See) befindet.

Globale Erdoberflächentemperatur

Die globale Erdoberflächentemperatur ist eine Schätzung der globalen mittleren Lufttemperatur an der Erdoberfläche. Für die Berechnung von Änderungen über die Zeit werden allerdings nur Anomalien, d.h. Abweichungen von klimatologischen Mittelwerten, verwendet. Diese werden üblicherweise als flächengewichteter globaler Durchschnitt der Temperaturanomalien an der Meeresoberfläche und der Anomalien der Lufttemperatur über der Landoberfläche berechnet.

Globales Erwärmungspotenzial (GWP)

Ein auf den Strahlungseigenschaften von gut durchmischten Treibhausgasen beruhender Index, der den über einen gewählten Zeithorizont integrierten Strahlungsantrieb einer Masseeinheit eines bestimmten gut durchmischten Treibhausgases in der heutigen Atmosphäre im Vergleich zu demjenigen von Kohlendioxid angibt. Das GWP repräsentiert den kombinierten Effekt der unterschiedlichen Zeitdauer, für welche diese Gase in der Atmosphäre verbleiben, und des relativen Wirkungsgrades bei der Absorption der abgehenden thermischen Infrarotstrahlung. Das Kyoto-Protokoll beruht auf GWPs von Impuls-Emissionen über einen Zeitraum von 100 Jahren.

Grad des wissenschaftlichen Verständnisses (GDWV)

Dies ist ein Index auf einer fünfstufigen Skala (hoch, mittel, mittel-niedrig, niedrig und sehr niedrig), der dazu dient, den Grad des wissenschaftlichen Verständnisses der Strahlungsantriebs-Kräfte, welche die Klimaänderung beeinflussen, zu charakterisieren. Für jede Kraft beschreibt der Index eine subjektive Einschätzung der Anhaltspunkte zu den physikalisch-chemischen Mechanismen, die den Antrieb bestimmen, und zum Konsens bezüglich der quantitativen Abschätzung und deren Unsicherheiten.

H

Halogenkohlenwasserstoffe

Ein Sammelbegriff für die Gruppe von teilweise halogenisierten organischen Substanzen, einschliesslich Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) und Hydrofluorchlorkohlenwasserstoffe (H-FCKWs), sowie perfluorierter Kohlenwasserstoffe (FKWs), Halone, Methylchlorid, Methylbromid, etc. Viele der Halogenkohlenwasserstoffe haben ein hohes globales Erwärmungspotential. Die chlor- und bromhaltigen Halogenkohlenwasserstoffe sind auch am Abbau der Ozonschicht beteiligt.

Handelbares Zertifikat

Ein handelbares Zertifikat ist ein wirtschaftliches Instrument, im Rahmen dessen die Rechte zum Ausstoss von Verschmutzung – in diesem Fall einer Menge an Treibhausgasemissionen – über einen entweder freien oder geregelten Zertifikatsmarkt ausgetauscht werden können. Ein Emissionszertifikat stellt eine nichtübertragbare oder handelbare Genehmigung für die Emission einer bestimmten Menge einer Substanz dar, die einer juristischen Person (Firma oder anderem Emittenten) durch eine Regierung zugewiesen wird.

Hemmnis

Jegliches Hindernis bei der Erreichung eines Ziels oder beim Ausschöpfen des Anpassungs– oder Minderungspotenzials, das durch eine politische Strategie, durch ein Programm oder durch eine Massnahme überwunden oder abgeschwächt werden kann. Der Abbau von Hemmnissen umfasst die direkte Korrektur von Marktfehlern oder die Verringerung von Transaktionskosten im öffentlichen und privaten Sektor, z.B. indem die institutionelle Kapazität verbessert, Risiko und Unsicherheit vermindert, Markttransaktionen erleichtert und regulierende Massnahmen umgesetzt werden.

Hybridfahrzeuge

Jedes Fahrzeug, das zwei Antriebe nutzt, insbesondere ein Fahrzeug, das einen internen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor kombiniert.

Hydrofluorchlorkohlenwasserstoffe (H-FCKWs)

Siehe Halogenkohlenwasserstoffe.

Hydrologische Systeme

Siehe Wasserkreislauf.

Hydrosphäre

Der Teil des Klimasystems, der flüssiges Oberflächen- und unterirdisches Wasser umfasst, wie z.B. Ozeane, Meere, Flüsse, Süsswasserseen, Grundwasser, etc.

I

Indigene Völker

Es existiert keine international anerkannte Definition von indigenen Völkern. Unter anderem werden folgende gemeinsame Merkmale oft im internationalen Recht und durch Behörden der Vereinten Nationen angewendet, um indigene Völker zu charakterisieren: Ansässigkeit in geographisch begrenzten, traditionellen Wohngebieten und ererbten Territorien sowie Bindung an deren natürliche Ressourcen; Erhalt kultureller und sozialer Identitäten sowie sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und politischer Institutionen getrennt von den vorherrschenden Gesellschaften und Kulturen; Abstammung von Bevölkerungsgruppen, die meist bereits vor der Schaffung moderner Staaten oder Territorien sowie aktueller Grenzen in bestimmten Gebieten ansässig waren; und Selbstwahrnehmung als Teil einer bestimmten indigenen kulturellen Gruppe sowie der Wunsch, diese kulturelle Identität zu wahren.

Industrielle Revolution

Eine Zeitspanne raschen industriellen Wachstums mit weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen, welche in Grossbritannien in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts begann und sich später auf andere Länder einschliesslich der USA ausbreitete. Die Erfindung der Dampfmaschine war ein wichtiger Auslöser dieser Entwicklung. Die industrielle Revolution markiert den Beginn eines starken Anstiegs im Verbrauch fossiler Brennstoffe und in der Emission insbesondere von fossilem Kohlendioxid. Die Ausdrücke vorindustriell und industriell beziehen sich in diesem Bericht – etwas willkürlich – auf die Zeit vor bzw. nach 1750.

Induzierter Technologiewandel

Siehe Technologiewandel.

Infektionskrankheit

Jegliche Krankheit, die durch mikrobielle Wirkstoffe hervorgerufen wird und die von einer Person auf die andere oder von Tieren auf Menschen übertragbar ist. Dies kann durch direkten physischen Kontakt, durch die Handhabung von Gegenständen, der infektiöse Organismen aufgenommen hat, durch einen Krankheitsträger, über verseuchtes Wasser oder durch die Verbreitung von infizierten Tröpfchen, die in die Luft gehustet oder ausgeatmet wurden, geschehen.

Infrastruktur

Die Grundausstattung, Einrichtungen, produzierende Unternehmen, Installationen und Dienstleistungen, die für die Entwicklung, den Betrieb und das Wachstum einer Organisation, Stadt oder Nation erforderlich sind.

Integrale Energiekonzepte für Gebäude

Optimierung von Ausrichtung und Form von Gebäuden und Einsatz von Hochleistungshüllen, um Heiz- und Kühllasten zu minimieren. Passive Techniken zur Kontrolle von Wärmetransfer, Lüftung und Tageslichtzugang verringern die Energielasten weiter. Effiziente mechanische Systeme, die angemessen bemessen und geregelt werden, behandeln die übrigen Lasten. Integrale Energiekonzepte verlangen einen iterativen Entwurfsprozess, der alle grösseren Interessensgruppen von den Gebäudenutzern bis zu den Lieferanten der Ausrüstung mit einbezieht, und kann 30 bis 75 Prozent Energieersparnis in neuen Häusern zu geringen oder gar keinen zusätzlichen Investitionskosten erbringen.

Integrierte Bewertung

Eine Analysemethode, die Ergebnisse und Modelle aus Physik, Biologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und die Interaktionen zwischen diesen Komponenten in einem konsistenten Rahmen kombiniert, um den Zustand und die Folgen von Umweltveränderungen sowie der politischen Reaktionen darauf zu bewerten. Modelle, die für solche Analysen verwendet werden, heissen „Integrated Assessment-Modelle“.

Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM)

Das vorherrschende Konzept für Wasserwirtschaft, das jedoch nicht eindeutig definiert worden ist. IWRM basiert auf vier Prinzipien, die von der „International Conference on Water and the Environment“ in Dublin 1992 formuliert wurden: 1) Süsswasser ist eine begrenzte und verwundbare Ressource, die für den Erhalt von Leben, Entwicklung und der Umwelt unentbehrlich ist; 2) Wassergewinnung und -wirtschaft sollten auf einem partizipatorischen Ansatz beruhen und Nutzer, Planer und politische Entscheidungsträger auf allen Ebenen mit einbeziehen; 3) Frauen spielen in der Bereitstellung, der Bewirtschaftung und dem Schutz von Wasser eine zentrale Rolle; 4) Wasser hat in allen seinen miteinander konkurrierenden Nutzungsarten einen wirtschaftlichen Wert und sollte als wirtschaftliches Gut angesehen werden.

Intelligente Zähler

In diesem Bericht ist mit dem Begriff „intelligenter Zähler“ die Anwendung von Informationstechnologie in Gebäuden gemeint, um die effektive Nutzung von Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Strom zu regeln. Sie benötigt eine effektive Überwachung von Parametern wie Temperatur, Konvektion, Feuchtigkeit usw. mit angemessenen Kontrollmessungen (smart metering).

J

Joint Implementation (JI)

Ein marktkonformer Umsetzungsmechanismus, der in Artikel 6 des Kyoto-Protokolls definiert wird. Er erlaubt Annex I-Ländern oder Unternehmen aus diesen Ländern, Projekte zur Emissionsminderung oder zum Ausbau von Senken gemeinsam umzusetzen und die Emissionsminderungseinheiten („Emissions Reduction Units“) zu teilen. JI-Aktivitäten sind auch in Artikel 4.2(a) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) erlaubt. Siehe auch Kyoto-Mechanismen; Activities Implemented Jointly.

K

Kapazitätsaufbau

Im Zusammenhang mit Klimaänderung stellt Kapazitätsaufbau die Entwicklung von technischen und institutionellen Fähigkeiten in Entwicklungs- und Transformationsländern dar. Dies dient dazu, ihre Teilnahme an allen Aspekten der Anpassung an, Minderung von und Forschung über Klimaänderung sowie an der Umsetzung der Kyoto-Mechanismen usw. zu ermöglichen.

Kaufkraftparität (KKP)

Die Kaufkraft einer Währung wird über einen Waren- und Dienstleistungskorb ausgedrückt, der mit einem bestimmten Betrag im eigenen Land erworben werden kann. Der internationale Vergleich von z.B. Bruttoinlandsprodukten (BIP) verschiedener Länder kann besser auf Basis der Kaufkraft von Währungen als auf der von aktuellen Wechselkursen durchgeführt werden. Auf der Basis von KKP wird oft das pro-Kopf-BIP in Industrienationen geringer und das pro-Kopf-BIP in Entwicklungsländern höher eingeschätzt.

Klima

Klima im engeren Sinn ist normalerweise definiert als das durchschnittliche Wetter, oder genauer als die statistische Beschreibung des Wetters in Form von Durchschnittswerten und der Variabilität relevanter Grössen über eine Zeitspanne, die im Bereich von Monaten bis hin zu Tausenden oder Millionen von Jahren liegen kann. Der klassische, von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) definierte Zeitraum sind 30 Jahre. Die relevanten Grössen sind meistens Oberflächenvariablen, wie Temperatur, Niederschlag und Wind. Klima im weiteren Sinn ist der Zustand des Klimasystems, einschliesslich einer statistischen Beschreibung. In verschiedenen Kapiteln dieses Berichts werden auch andere Mittelungszeiträume, z.B. Zeiträume von 20 Jahren, verwendet.

Klimaänderung

Klimaänderung bezieht sich auf jede Änderung des Klimas im Verlauf der Zeit, die aufgrund einer Änderung im Mittelwert oder im Schwankungsbereich seiner Eigenschaften identifiziert werden kann (z.B. mit Hilfe von statistischen Tests), und die über einen längeren Zeitraum von typischerweise Jahrzehnten oder noch länger andauert. Klimaänderung kann durch interne natürliche Schwankungen oder durch äussere Antriebe oder durch andauernde anthropogene Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre oder der Landnutzung zustande kommen. Es ist zu beachten, dass das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) im Artikel 1 Klimaänderung definiert als “Änderungen des Klimas, die unmittelbar oder mittelbar auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen sind, welche die Zusammensetzung der Erdatmosphäre verändern, und die zu den über vergleichbare Zeiträume beobachteten natürlichen Klimaschwankungen hinzukommen.” Das UNFCCC unterscheidet also zwischen Klimaänderung verursacht durch die Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivitäten und Klimavariabilität aufgrund natürlicher Ursachen. Siehe auch Klimavariabilität; Erkennung und Zuordnung.

Klima-Kohlenstoffkreislauf-Kopplung

Zukünftige, durch Emissionen von Treibhausgasen in die Atmosphäre hervorgerufene Klimaänderungen werden sich auf den globalen Kohlenstoffkreislauf auswirken. Änderungen im globalen Kohlenstoffkreislauf wiederum werden den in der Atmosphäre verbleibenden Anteil an anthropogenen Treibhausgasen beeinflussen und dadurch die atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen, die zu weiteren Klimaänderungen führen. Diese Rückkopplung wird KlimaKohlenstoffkreislauf-Kopplung genannt. Die erste Generation gekoppelter KlimaKohlenstoffkreislauf-Modelle liefert Hinweise darauf, dass die weltweite Erwärmung den Anteil des anthropogenen CO₂, der in der Atmosphäre verbleibt, erhöhen wird.

Klimamodell

Eine numerische Darstellung des Klimasystems, die auf den physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften seiner Bestandteile und ihren Wechselwirkungen und Rückkopplungsprozessen basiert und alle oder einige seiner bekannten Eigenschaften berücksichtigt. Das Klimasystem kann von Modellen unterschiedlicher Komplexität dargestellt werden, d.h. für jeden Bestandteil oder eine Kombination von Bestandteilen kann ein Modellspektrum oder eine Modellhierarchie bestimmt werden, die sich in Aspekten unterscheidet wie der Anzahl der räumlichen Dimensionen, dem Ausmass, in welchem physikalische, chemische oder biologische Prozesse explizit dargestellt werden, oder bis zu welchem Grad empirische Parametrisierungen verwendet werden. Gekoppelte allgemeine Atmosphären-Ozean-Zirkulationsmodelle (AOGCM) bieten eine Darstellung des Klimasystems, die sich nahe am umfassendsten Ende des derzeit vorhandenen Spektrums befindet. Es gibt eine Entwicklung in Richtung noch komplexerer Modelle mit interaktiver Chemie und Biologie (siehe IPCC, 2007, WGI Kapitel 8, >hier). Klimamodelle werden als Forschungsinstrument verwendet, um das Klima zu untersuchen und zu simulieren, aber auch für operationelle Zwecke, einschliesslich monatlicher, saisonaler und jahresübergreifender Klimaprognosen.

Klimaprognose

Eine Klimaprognose ist das Resultat eines Versuchs, eine Schätzung der effektiven Entwicklung des Klimas in der Zukunft vorzunehmen, z.B. auf saisonaler, jahresübergreifender oder längerfristiger Zeitskala. Weil die zukünftige Entwicklung des Klimasystems stark von den Ausgangsbedingungen abhängen kann, bestehen solche Prognosen in der Regel aus Wahrscheinlichkeitsangaben. Siehe auch Klimaprojektion, Klimaszenario.

Klimaprojektion

Eine Projektion der Reaktion des Klimasystems auf Emissions– oder Konzentrationsszenarien von Treibhausgasen, Aerosolen oder Strahlungsantriebs-Szenarien, häufig auf Klimamodellsimulationen basierend. Klimaprojektionen werden von Klimaprognosen unterschieden, um zu betonen, dass Klimaprojektionen von den verwendeten Emissions-/Konzentrations- bzw. Strahlungsantriebs-Szenarien abhängen, die auf Annahmen z.B. über zukünftige gesellschaftliche und technologische Entwicklungen beruhen, die nur eventuell verwirklicht werden und deshalb mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind.

Klimarahmenkonvention

Siehe Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) .

Klimarückkopplung

Ein Wechselwirkungs-Mechanismus zwischen Prozessen im Klimasystem wird Klimarückkopplung genannt, wenn die Wirkung eines ersten Prozesses Veränderungen in einem zweiten Prozess auslöst, welcher wiederum den ersten Prozess beeinflusst. Eine positive Rückkopplung verstärkt den ursprünglichen Prozess, eine negative Rückkopplung schwächt ihn ab.

Klimasensitivität

In den Berichten des IPCC bezieht sich die Gleichgewichts-Klimasensitivität auf die Gleichgewichtsänderung der globalen mittleren Erdoberflächentemperatur als Folge einer Verdoppelung der atmosphärischen CO₂-Äquivalent-Konzentration. Aufgrund von rechenbedingten Einschränkungen wird die Gleichgewichts-Klimasensitivität in einem Klimamodell gewöhnlich abgeschätzt, indem ein atmosphärisches allgemeines Zirkulationsmodell mit einem Mischungsschicht-Ozeanmodell gekoppelt wird, da die Gleichgewichts-Klimasensitivität hauptsächlich durch atmosphärische Prozesse bestimmt wird. Effiziente Modelle können mit einem dynamischen Ozean bis zum Gleichgewicht betrieben werden. Die Übergangsreaktion des Klimasystems ist die über einen 20-Jahres-Zeitraum gemittelte Änderung der globalen Erdoberflächentemperatur, zentriert auf den Zeitpunkt der Verdopplung des atmosphärischen Kohlendioxids, d.h. in einem Experiment mit einem globalen gekoppelten Klimamodell mit einem Anstieg des CO₂-Äquivalents um ein Prozent pro Jahr im Jahr 70. Sie ist ein Mass für die Stärke und Geschwindigkeit der Reaktion der Erdoberflächentemperatur auf den Antrieb durch Treibhausgase.

Klimasystem

Das Klimasystem ist ein höchst komplexes System, das aus fünf Hauptbestandteilen besteht: der Atmosphäre, der Hydrosphäre, der Kryosphäre, der Landoberfläche und der Biosphäre sowie den Wechselbeziehungen zwischen diesen Bestandteilen. Das Klimasystem verändert sich über die Zeit unter dem Einfluss seiner eigenen inneren Dynamik und durch äussere Antriebe wie Vulkanausbrüche, solare Schwankungen und anthropogene Einflüsse wie die Änderung der Zusammensetzung der Atmosphäre und der Landnutzung.

Klimaszenario

Eine plausible und häufig vereinfachte Beschreibung des zukünftigen Klimas, die auf einer in sich konsistenten Reihe klimatologischer Beziehungen beruht und ausdrücklich für die Verwendung bei der Untersuchung der potenziellen Auswirkungen anthropogenen Klimawandels erstellt wurde. Es dient häufig als Input in Wirkungsmodelle. Klimaprojektionen dienen oft als Rohmaterial für die Erstellung von Klimaszenarien, aber Klimaszenarien benötigen normalerweise zusätzliche Informationen z.B. über das beobachtete derzeitige Klima. Ein Klimaänderungsszenario ist die Differenz zwischen einem Klimaszenario und dem derzeitigen Klima.

Klimavariabilität

Klimavariabilität bezieht sich auf Schwankungen des mittleren Zustandes und anderer statistischer Grössen (wie Standardabweichungen, Vorkommen von Extremerscheinungen, etc.) des Klimas auf allen zeitlichen und räumlichen Skalen, die über einzelne Wetterereignisse hinausgehen. Die Variabilität kann durch natürliche interne Prozesse innerhalb des Klimasystems (interne Variabilität) oder durch natürliche oder anthropogene äussere Einflüsse (externe Variabilität) begründet sein. Siehe auch Klimaänderung.

Klimaverschiebung

Eine abrupte Verschiebung oder ein Sprung in den Durchschnittswerten, die eine Veränderung im Klimaregime anzeigen (siehe Muster der Klimavariabilität). Am meisten in Verbindung mit der Klimaverschiebung 1976/1977 verwendet, die einer Veränderung im Verhalten der El Niño-Southern Oscillation (ENSO) entsprechen zu scheint.

Kohlendioxid (CO₂)

Ein natürlich vorkommendes Gas, auch ein Nebenprodukt aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe aus fossilen Kohlenstofflagerstätten , wie z.B. Öl, Gas und Kohle, sowie der Verbrennung von Biomasse und von Landnutzungsänderungen und anderen industriellen Prozessen. Es ist das wichtigste anthropogene Treibhausgas, das die Strahlungsbilanz der Erde beeinflusst. Es ist das “Bezugsgas”, gegenüber welchem die anderen Treibhausgase gemessen werden, und hat deshalb ein globales Erwärmungspotential) (GWP) von 1.

Kohlendioxidabtrennung und -speicherung (CCS)

Verfahren, bestehend aus der Abtrennung von Kohlendioxid aus industriellen und energiebedingten Quellen, dem Transport zu einer Lagerstätte und der langfristigen Isolation von der Atmosphäre.

Kohlendioxid- (CO₂)-Düngung

Verstärktes Pflanzenwachstum als Folge einer gestiegenen atmosphärischen Kohlendioxid– (CO₂)-Konzentration. Abhängig von ihrem Photosynthesemechanismus sind bestimmte Pflanzentypen empfindlicher gegenüber Veränderungen der atmosphärischen CO₂-Konzentration.

Kohlendioxidintensität

Die Menge an Kohlendioxid-Emissionen pro BIP-Einheit.

Kohlendioxid-Leckage

Der Teil an Emissionsminderungen in Annex B-Ländern, der durch einen Anstieg der Emissionen in Ländern ohne Reduktionsverpflichtung über ihre Referenzniveaus hinaus aufgewogen werden könnte. Dies kann geschehen durch 1) Verlagerung energieintensiver Produktion in Regionen ohne Reduktionsverpflichtung; 2) verstärkte Nutzung fossiler Brennstoffe in diesen Regionen aufgrund eines durch die niedrigere Nachfrage erzeugten Rückgangs der internationalen Öl- und Gaspreise; und 3) Einkommensänderungen (und dadurch Änderungen der Energienachfrage) aufgrund besserer Handelsbedingungen.

Kohlendioxidpreis

Der Preis, der für die Emission einer metrischen Tonne an Kohlendioxid in die Atmosphäre gezahlt werden muss (an eine öffentliche Behörde als Steuersatz oder an einer Börse für Emissionszertifikate). In den Modellen und in diesem Bericht wird der Kohlendioxidpreis als die sozialen Kosten zur Vermeidung einer zusätzlichen Einheit an CO₂-Äquivalent-Emission definiert. In einigen Modellen wird er durch den Schattenpreis einer zusätzlich emittierten Einheit CO₂ wiedergegeben, in anderen durch den Kohlendioxidsteuersatz oder den Preis von Emissionszertifikaten. Er wurde in diesem Bericht auch als Mindestsatz für die Grenzkosten der Emissionsbekämpfung bei der Bewertung von wirtschaftlichen Emissionsminderungspotenzialen herangezogen.

Kohlenstoffkreislauf

Der Begriff beschreibt den Kohlenstofffluss (in verschiedenen Formen, z.B. als Kohlendioxid) durch die Atmosphäre, das Meer, die terrestrische Biosphäre und die Lithosphäre.

Kohlenstoffsequestration

Siehe Aufnahme.

Koralle

Der Begriff Koralle hat mehrere Bedeutungen, ist aber üblicherweise ein gebräuchlicher Name für die Ordnung der Scleractinia, deren Mitglieder über ein hartes Kalkskelett verfügen und bei denen riffbildende und nicht-riffbildende sowie Kalt- und Warmwasserkorallen unterschieden werden können. Siehe Korallenbleiche; Korallenriffe.

Korallenbleiche

Das Erblassen der Farbe, das eintritt, wenn eine Koralle ihren symbiotischen, energiespendenden Organismus verliert.

Korallenriffe

Felsartige Kalkstrukturen, die von Korallen entlang von Meeresküsten (Riffe in Randzonen) oder auf flachen Unterwasserbänken oder Felsbänken (Wallriffe, Atolle) geschaffen werden und in tropischen und subtropischen Ozeanen am deutlichsten zu sehen sind.

Kosten

Der Verbrauch von Ressourcen wie Arbeitszeit, Kapital, Material, Brennstoffen usw. als Folge einer Handlung. In den Wirtschaftswissenschaften werden alle Ressourcen anhand ihrer Gelegenheitskosten bewertet, die den Wert des wertvollsten anderweitigen Gebrauchs der Ressourcen darstellen. Kosten werden auf verschiedene Arten und unter einer Vielzahl an Annahmen, die ihren Betrag beeinflussen, definiert. Kostenarten sind unter anderem: Verwaltungskosten, Schadenskosten (für Ökosysteme, Völker und Wirtschaftssysteme aufgrund negativer Auswirkungen der Klimaänderung, und Umsetzungskosten der Änderung bestehender Gesetze und Regelungen, Anstrengungen zum Kapazitätsaufbau, Information, (Aus)bildung, usw. Private Kosten werden von Einzelpersonen, Unternehmen oder privaten Organisationen getragen, die die Handlung durchführen, wohingegen soziale Kosten auch die externen Kosten für Umwelt und Gesellschaft als Ganzes mit einschliessen. Negative Kosten sind Gewinne. Kosten minus Gewinne ergeben Nettokosten.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die (zusätzliche) Nutzung der Abwärme aus thermischer Stromerzeugung. Wärme kann beispielweise aus Kondensationswärme von Dampfturbinen oder aus den heissen Abgasen von Gasturbinen für industrielle Prozesse, Gebäudebeheizung oder allgemein die Fernwärmeversorgung gewonnen werden.

Kryosphäre

Der Teil des Klimasystems, der Schnee, Eis und gefrorenen Untergrund (einschliesslich Permafrost) ober- und unterhalb der Erd- und Meeresoberfläche umfasst. Siehe auch Gletscher; Eisschild.

Kyoto-Mechanismen (auch Flexibilitätsmechanismen)

Auf Marktprinzipien beruhende Wirtschaftsmechanismen, die Parteien des Kyoto-Protokolls nutzen können, um die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Erfordernisse bezüglich der Minderung von Treibhausgasemissionen zu verringern. Dazu zählen Joint Implementation (Artikel 6), Clean Development Mechanism (Artikel 12) und der Emissionshandel (Artikel 17).

Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) wurde 1997 an der dritten Vertragsstaatenkonferenz (COP) zum UNFCCC in Kyoto, Japan, angenommen. Es enthält rechtlich bindende Verpflichtungen in Ergänzung zu denjenigen im UNFCCC. Länder, die in Annex B des Protokolls aufgeführt sind (die meisten OECD-Staaten und Transformationsländer), vereinbarten eine Reduktion ihrer anthropogenen Treibhausgas-Emissionen (Kohlendioxid, Methan, Lachgas, Schwefelhexafluorid, Fluorkohlenwasserstoffe und Perfluorkohlenstoffe) um mindestens 5 Prozent unter den Stand von 1990 innerhalb des Verpflichtungszeitraums von 2008 bis 2012. Das Kyoto-Protokoll trat am 16. Februar 2005 in Kraft.

L

Lachgas (N2O)

Eines der sechs Treibhausgase, die unter dem Kyoto-Protokoll zu mindern sind. Die grösste anthropogene Quelle von Lachgas ist die Landwirtschaft (Bodenbewirtschaftung und tierische Dünger), es kommen aber auch wichtige Beiträge aus der Abwasserbehandlung, der Verbrennung fossiler Brennstoffe und chemischen Industrieprozessen. Lachgas wird auch natürlich von einer grossen Bandbreite an biologischen Quellen in Böden und Wasser produziert, insbesondere durch mikrobielle Aktivität in tropischen Regenwäldern.

Landnutzung und Landnutzungsänderung

Landnutzung bezieht sich auf die Gesamtheit der Vorkehrungen, Aktivitäten und Investitionen, die in einem bestimmten Landbedeckungstyp vorgenommen werden (eine Reihe menschlicher Aktivitäten). Der Begriff Landnutzung wird auch im Sinne des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwecks, für den Land bewirtschaftet wird (z.B. Weidewirtschaft, Holznutzung, Naturschutz), verwendet. Landnutzungsänderung bezieht sich auf eine Änderung in der Nutzung oder Bewirtschaftung des Landes durch den Menschen, die zu Bodenbedeckungsänderungen führen kann. Bodenbedeckungs- und Landnutzungsänderungen können Auswirkungen auf die Oberflächen-Albedo, Evapotranspiration, Quellen und Senken von Treibhausgasen oder auf andere Eigenschaften des Klimasystems haben und können deshalb einen Strahlungsantrieb und/oder andere Einflüsse auf das lokale oder globale Klima bewirken. Siehe auch den IPCC-Sonderbericht “IPCC Special Report on Land Use, Land Use Change, and Forestry” (IPCC, 2000, >hier).

Learning by Doing

Während Forscher und Firmen mit einem neuen technologischen Prozess vertraut werden oder durch ausgeweitete Produktion Erfahrungen sammeln, können sie Wege zur Verbesserung von Prozessen und zur Kostenreduzierung entdecken. „Learning by Doing“ ist eine Art erfahrungsbasierter Technologiewandel.

Letzte Zwischeneiszeit

Siehe Zwischeneiszeiten.

Lithosphäre

Ein Teil des Klimasystems, der die oberste Schicht der Erdkruste, sowohl auf Kontinenten als auch unter dem Ozean, umfasst und alles Krustengestein und den kalten, meist elastischen Teil des obersten Erdmantels einschliesst. Vulkanaktivität wird nicht als Teil des Klimasystems betrachtet, obwohl sie Teil der Lithosphäre ist, sondern als äusserer Antrieb betrachtet.

Lock in-Effekt

Technologien, die einen grossen Marktanteil besitzen, werden aufgrund von Faktoren wie gesunkenen Investitionskosten, damit verbundener Infrastrukturentwicklung, der Nutzung komplementärer Technologien und damit verbundenen gesellschaftlichen und institutionellen Gewohnheiten und Strukturen auch weiterhin genutzt.

M

Malaria

Endemische oder epidemische Parasitenkrankheit, die durch Arten der Gattung Plasmodium (Protozoa) hervorgerufen und auf Menschen durch Mücken der Gattung Anopheles übertragen wird. Sie erzeugt hohe Fieberschübe und systemische Störungen. Weltweit sind etwa 300 Millionen Menschen an Malaria erkrankt, jährlich sterben etwa 2 Millionen Menschen daran.

Markthemmnisse

Im Kontext von Klimaschutz sind dies Bedingungen, die die Verbreitung von kosteneffektiven Technologien oder Praktiken, die Treibhausgasemissionen verringern würden, ver- oder behindern.

Marktpotenzial

Siehe Emissionsminderungspotenzial.

Marktverzerrungen und Marktunvollkommenheiten

In der Praxis werden Märkte immer Verzerrungen und Unvollkommenheiten ausweisen, wie z.B. den Mangel an Information, verzerrte Preissignale, Mangel an Wettbewerb und/oder institutionelles Versagen bezüglich der Regulierung, unangemessene Beschreibung von Eigentumsrechten, verzerrende fiskalische Systeme und eingeschränkte Finanzmärkte.

Marktwechselkurs

Der Kurs, zu dem Landeswährungen ausgetauscht werden. Die meisten Wirtschaftssysteme veröffentlichen solche Kurse täglich. Sie werden mit geringen Differenzen an allen Börsen angewandt. In einigen Entwicklungsländern können signifikante Unterschiede zwischen offiziellen und Schwarzmarktkursen bestehen, und der Marktwechselkurs ist schwierig festzulegen.

Marktwirtschaftliche Auswirkungen

Auswirkungen, die monetär ausgedrückt werden können und direkt das Bruttoinlandsprodukt beeinflussen – z.B. Preisänderungen bei landwirtschaftlichen Materialien und/oder Erzeugnissen. Siehe auch Nicht-marktwirtschaftliche Auswirkungen.

Marktwirtschaftliche Nettogewinne

Der Klimawandel, insbesondere moderate Klimaänderungen, wird wahrscheinlich positive und negative Auswirkungen auf marktbasierte Sektoren haben. Dies ist jedoch sowohl von der Geschwindigkeit als auch dem Ausmass der Klimaänderung abhängig und es bestehen signifikante Unterschieden zwischen verschiedenen Sektoren und Regionen. Die Summe der positiven und negativen marktbasierten Gewinne und Kosten, die über alle Sektoren und alle Regionen für einen bestimmten Zeitraum aufaddiert wurden, heissen marktwirtschaftliche Nettogewinne. Marktwirtschaftliche Nettogewinne schliessen jegliche nichtmarktwirtschaftlichen Auswirkungen aus.

Massenbilanz (von Gletschern, Eiskappen oder Eisschilden)

Die Differenz zwischen dem Massenzufluss zu einem Eiskörper (Akkumulation) und dem Massenverlust (Abschmelzung, Abbruch von Eisbergen). Zu Massenbilanzausdrücken zählen unter anderem die folgenden:

  • spezifische Massenbilanz: der Netto-Massenverlust oder -gewinn über einen hydrologischen Zyklus an einem Punkt auf der Oberfläche des Gletschers.
  • Gesamtmassenbilanz (eines Gletschers): Die spezifische Massenbilanz räumlich über die ganze Gletscherfläche integriert; der gesamte Massenverlust oder -gewinn über einen hydrologischen Zyklus.
  • Mittlere spezifische Massenbilanz: Die Gesamtmassenbilanz pro Flächeneinheit des Gletschers. Falls „Oberfläche“ spezifiziert ist (spezifische Oberflächenmassenbilanz, etc.), sind Beiträge des Eisflusses nicht mit einbezogen; andernfalls schliessen Massenbilanzen die Beiträge von Eisfluss und Eisbergabbrüchen ein. Die spezifische Oberflächenmassenbilanz ist an der Akkumulationsfläche positiv und an der Abschmelzfläche negativ.

Massnahmen

Massnahmen sind Technologien, Verfahren und Praktiken, die Treibhausgasemissionen oder deren Wirkungen unter die erwarteten zukünftigen Niveaus senken. Beispiele für Massnahmen sind Technologien für erneuerbare Energien, Müllvermeidungsverfahren und Praktiken für den öffentlichen Pendlerverkehr, usw. Siehe auch Politiken.

Meereis

Jegliche Form von im Meer vorkommendem Eis, das durch Gefrieren von Meerwasser entstanden ist. Meereis kann aus einzelnen Stücken bestehen (Eisschollen), durch Wind und Strömungen über das Meer getrieben werden (Packeis) oder als bewegungslose Platte an die Küste angelagert sein (Schelfeis). Meereis, das weniger als ein Jahr alt ist, wird einjähriges Eis genannt, mehrjähriges Eis ist Meereis, das mindestens eine sommerliche Schmelzsaison überlebt hat.

Meereisbiom

Das von allen marinen, im oder auf dem treibenden Meereis (gefrorenem Meerwasser) der Polarmeere lebenden Organismen gebildete Biom.

Meeresspiegeländerung /-anstieg

Der Meeresspiegel kann sich sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene ändern, und zwar aufgrund von 1) Änderungen der Form der Ozeanbecken, 2) Änderungen der gesamten Wassermasse und 3) Änderungen der Dichte des Wassers. Zu den Faktoren, die unter globaler Erwärmung zu einem Meeresspiegelanstieg führen, zählen sowohl Zunahmen der gesamten Wassermasse durch das Abschmelzen von Schnee und Eis an Land, als auch Veränderungen der Wasserdichte durch einen Anstieg der Meerwassertemperaturen und Änderungen im Salzgehalt. Ein relativer Meeresspiegelanstieg tritt auf, wenn sich der Meeresspiegel relativ zum Land lokal erhöht, z.B. durch Meeresanhebung und/oder Absenkung des Landniveaus. Siehe auch Mittlerer Meeresspiegel; Thermische Ausdehnung.

Meeresoberflächentemperatur

Die Meeresoberflächentemperatur ist die kalorische Mitteltemperatur in den obersten paar Metern des Ozeans und wird von Schiffen, Bojen und Fischloggern gemessen. Die Schiffsmessungen wechselten in den 1940er Jahren von Messungen von Wasserproben in Kübeln in den meisten Fällen auf Proben von Maschinenansaugwasser. Satellitenmessungen der „Hauttemperatur“ (die oberste, einen Bruchteil eines Millimeters dicke Schicht) im Infrarotbereich oder ungefähr des obersten Zentimeters im Mikrowellenbereich werden auch verwendet, aber müssen abgeglichen werden, um mit der kalorischen Mitteltemperatur verglichen werden zu können.

Menschliches System

Jegliches System, in dem menschliche Organisationen eine Hauptrolle spielen. Oft, aber nicht immer ist der Begriff gleichbedeutend mit Gesellschaft oder Gesellschaftssystem, z.B. Landwirtschaftssystem, politischem System, technologischem System, Wirtschaftssystem; all dies sind menschliche Systeme im Sinne des Vierten Sachstandsberichts (IPCC AR4: Climate Change 2007, >hier).

Meridionale Umwälzzirkulation (MOC)

Meridionale (Nord-Süd) Umwälzströmung im Ozean, die durch die zonale (Ost-West) Summe des Massentransports in Tiefenoder Dichteschichten quantifiziert wird. Im Nordatlantik ausserhalb der subtropischen Regionen wird die MOC (welche im Prinzip eine messbare Grösse ist) häufig als Thermohaline Zirkulation (THC) bezeichnet, die eine begriffliche Interpretation darstellt. Es ist zu berücksichtigen, dass die MOC auch seichtere, windgetriebene Umwälzzellen beinhalten kann, wie sie in oberen Ozeanschichten in den Tropen und Subtropen vorkommen, in welchen warmes (leichteres) polwärts fliessendes Wasser in etwas dichteres Wasser umgewandelt wird und in tieferen Schichten äquatorwärts zurückfliesst.

Methan (CH4)

Methan ist eines der sechs Treibhausgase, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls bekämpft werden. Es ist der Hauptbestandteil von Erdgas und steht in Zusammenhang mit allen kohlenwasserstoffbasierten Treibstoffen, Tierzucht und Landwirtschaft. Kohleflöz-Methan ist das Gas in Kohlebändern.

Methanoxidationsschicht (biocover)

Biologisch aktive Schichten, die auf Deponien aufgebracht werden, um Methan zu CO₂ zu oxidieren.

Methanrückgewinnung

Methanemissionen, z.B. aus Öl- oder Gasquellen, Kohleflözen, Torfmooren, Gaspipelines, Deponien oder von anaeroben Organismen, können aufgefangen und als Brennstoff oder zu einem anderen wirtschaftlichen Zweck genutzt werden (z.B. als chemisches Ausgangsprodukt).

Metrik

Ein konsistentes Masssystem über eine Eigenschaft eines Objekts oder Aktivität, die auf andere Weise schwer zu quantifizieren ist.

Millennium Entwicklungsziele

Ein Satz von zeitgebundenen und messbaren Zielen in der Bekämpfung von Armut, Hunger, Krankheit, Analphabetismus, Diskriminierung von Frauen und Umweltzerstörung, die auf dem UN-Millenniumsgipfel im Jahr 2000 beschlossen wurden.

Mittlerer Meeresspiegel

Der mittlere Meeresspiegel ist normalerweise definiert als der durchschnittliche relative Meeresspiegel über einen bestimmten Zeitraum wie einen Monat oder ein Jahr – lang genug, um vorübergehende Schwankungen wie Wellen oder Tidenhub heraus zu mitteln. Der relative Meeresspiegel ist der Meeresspiegel, der von einem Pegel gegenüber dem Land, an das das Meer angrenzt, gemessen wird. Siehe Meeresspiegeländerung/ -anstieg.

Modell

Siehe Klimamodell; Bottom-up-Modelle; Top-down-Modelle.

Modellhierarchie

Siehe Klimamodell.

Möglichkeiten der Materialeffizienz

In diesem Bericht sind dies Möglichkeiten zur TreibhausgasEmissionsminderung durch die Verringerung der Menge an Material, das für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung benötigt wird.

Monsun

Ein Monsun ist eine tropische und subtropische saisonale Umkehrung sowohl der Oberflächenwinde als auch der damit verbundenen Niederschläge, die durch unterschiedliche Aufheizung der kontinentalen Landmasse und des angrenzenden Ozeans hervorgerufen wird. Monsunregen treten hauptsächlich über Land im Sommer auf.

Montreal-Protokoll

Das Montreal-Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, wurde 1987 in Montreal angenommen und in London (1990), Kopenhagen (1992), Wien (1995), Montreal (1997), und Beijing (1999) laufend angepasst und ergänzt. Es kontrolliert den Verbrauch und die Produktion von chlor- und bromhaltigen Chemikalien, die das stratosphärische Ozon zerstören, wie FCKWs, Methyl-Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff und viele andere.

Morbidität

Auftrittshäufigkeit einer Krankheit oder anderen Gesundheitsstörung innerhalb einer Bevölkerung, wobei altersspezifische Morbiditätsraten berücksichtigt werden. Morbiditätsindikatoren sind z.B. das Auftreten/Überhandnehmen chronischer Erkrankungen, Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten, Hausarztkonsultationen, Krankheitstage (d.h. Tage, an denen nicht zur Arbeit gegangen wird) und das Vorherrschen von Symptomen.

Mortalität

Häufigkeit von Todesfällen innerhalb einer Bevölkerung; die Berechnung der Mortalität berücksichtigt altersspezifische Sterberaten und kann so Angaben über die Lebenserwartung und das Mass an vorzeitigen Todesfällen machen.

Multi-Gas

Ausser CO₂ werden auch die anderen Treibhausgase (Methan, Lachgase und fluorierte Gase) mit einbezogen, z.B. bei der Erreichung von Emissionsminderungen (Multi-Gas-Reduzierung) oder Konzentrationsstabilisierungen (Multi-Gas-Stabilisierung).

Muster der Klimavariabilität

Natürliche Variabilität des Klimasystems, insbesondere in saisonalen oder längeren Zeitrahmen, tritt meistens in bevorzugten räumlichen Mustern und Zeiträumen auf, durch die dynamischen Charakteristika der Atmosphärenzirkulation und durch Interaktion mit der Land- und der Meeresoberfläche. Solche Muster werden oft Regimes, Modi oder Fernverbindungen genannt. Beispiele sind die Nordatlantik-Oszillation (NAO), das Pazifik-Nordamerikanische Muster (PNA), die El Niño-Southern Oscillation (ENSO), der Northern Annular Mode (NAM; früher Arktische Oszillation, AO, genannt) und der Southern Annular Mode (SAM; früher Antarktische Osziallation, AAO, genannt). Viele der bekannten Modi der Klimavariabilität werden im Vierten IPCC-Sachstandsbericht in Abschnitt 3.6 des Berichts der Arbeitsgruppe I behandelt (>hier).

N

Nachfrageseitiges Management

Massnahmen und Programme, um die Nachfrage nach Gütern und/oder Dienstleistungen zu beeinflussen. Im Energiesektor zielt nachfrageseitiges Management auf die Senkung der Nachfrage nach Strom und Energiequellen ab. Nachfrageseitiges Management hilft bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Nachhaltige Entwicklung

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung wurde in der „World Conservation Strategy“ (IUCN 1980) eingeführt und entsprang dem Konzept einer nachhaltigen Gesellschaft und der Bewirtschaftung erneuerbarer Ressourcen. Es wurde 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) und 1992 von der Rio-Konferenz verabschiedet als ein Änderungsprozess, in dem die Ausbeutung von Ressourcen, die Richtung von Investitionen, die Ausrichtung der technologischen Entwicklung und institutioneller Wandel alle miteinander in Einklang stehen und sowohl das heutige als auch das zukünftige Potenzial, menschliche Bedürfnisse und Hoffnungen zu befriedigen, verstärken. Nachhaltige Entwicklung vereinigt die politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und die Umweltdimension.

Nachrüstung

Nachrüstung bedeutet den Einbau neuer oder modifizierter Teile oder Ausrüstung, oder die Umsetzung struktureller Veränderungen an bestehender Infrastruktur, die zum Zeitpunkt der Errichtung entweder nicht verfügbar waren oder nicht für notwendig befunden wurden. Der Zweck einer Nachrüstung im Zusammenhang mit Klimaänderung ist es im Allgemeinen, sicherzustellen, dass bestehende Infrastruktur neue Konstruktionsvorgaben erfüllt, die unter veränderten Klimabedingungen notwendig werden können.

Nachteilfreie Politik (-Option/-Potenzial)

Solche Politik würde gesellschaftlichen Nettonutzen erzeugen, unabhängig davon, ob Klimaänderung im Zusammenhang mit anthropogenen Treibhausgasemissionen stattfindet oder nicht. Als nachteilfreie Optionen zur Treibhausgas-Emissionsminderung werden Optionen bezeichnet, deren Nutzen (wie z.B. verminderte Energiekosten und geringere Emission von lokalen/regionalen Schadstoffen) den Kosten für die Gesellschaft gleichkommen oder sie übersteigen, zusätzlich zum Nutzen durch vermiedene Klimaänderung.

Nahrungsmittelsicherheit

Eine Situation, die dann gegeben ist, wenn Menschen einen gesicherten Zugang zu ausreichenden Mengen an unversehrten und nahrhaften Lebensmitteln haben, um normal wachsen, sich entwickeln und aktiv und gesund leben zu können. Unsicherheit in der Nahrungsmittelversorgung kann durch Nichtverfügbarkeit von Lebensmitteln, unzureichende Kaufkraft, unangemessene Verteilung oder unsachgemässe Verwendung von Lebensmitteln auf Ebene der Haushalte eintreten.

Nicht-Annex I-Länder/-Parteien

Länder, welche die UNFCCC unterzeichnet haben oder ihr beigetreten sind, aber nicht in Annex I aufgeführt sind.

Nicht-marktwirtschaftliche Auswirkungen

Auswirkungen auf Ökosysteme oder das menschliche Wohlergehen, die jedoch nicht einfach monetär ausgedrückt werden können, z.B. ein erhöhtes Risiko vorzeitigen Todes oder Anstiege der Zahl an von Hunger bedrohten Menschen. Siehe auch marktwirtschaftliche Auswirkungen.

Nichtregierungsorganisation (NGO)

Gemeinnützige Gruppe oder Verein, die/der ausserhalb der institutionalisierten politischen Strukturen organisiert ist, um bestimmte gesellschaftliche und/oder Umweltziele zu erreichen oder um bestimmten Interessensgruppen zu dienen (Quelle >hier).

Nordatlantische Oszillation (NAO)

Die Nordatlantische Oszillation besteht aus entgegengesetzten Schwankungen des barometrischen Drucks bei Island und bei den Azoren. Sie entspricht deshalb den Schwankungen in der Stärke der Hauptwestwindströmung über den Atlantik nach Europa, und damit den Schwankungen in den darin eingebetteten Tiefdruckgebieten mit den dazugehörenden Frontalsystemen.

Northern Annular Mode (NAM)

Die winterlichen Schwankungen in der Ausprägung eines durch tiefen Bodendruck in der Arktis und starke Westwinde in den mittleren Breiten charakterisierten Musters. Der NAM ist durch den nördlichen Polarwirbel mit der Stratosphäre verbunden. Er ist stark mit der Nordatlantischen Oszillation korreliert.

O

Oberflächentemperatur

Siehe Globale Erdoberflächentemperatur.

Ökosystem

Ein System von lebenden Organismen, die miteinander und mit ihrer physischen Umwelt interagieren. Die Definition der Grenzen eines Ökosystems variiert je nach Schwerpunkt der Untersuchung. Deshalb kann das Ausmass eines Ökosystems von sehr kleinräumig bis weltumspannend sein.

Ölsand und Ölschiefer

Lose Sande, Sandsteine und Schiefer, die bituminöses Material enthalten, das abgebaut und in einen flüssigen Brennstoff umgewandelt werden kann.

Ozon (O3)

Ozon, die triatomische Form von Sauerstoff, ist ein gasförmiger Bestandteil der Atmosphäre. In der Troposphäre wird es sowohl natürlich als auch durch photochemische Reaktionen unter Einbezug von Gasen, die von menschlichen Aktivitäten herrühren, gebildet (“Smog”). Troposphärisches Ozon wirkt als Treibhausgas. In der Stratosphäre wird Ozon durch das Zusammenwirken von solarer Ultraviolettstrahlung und molekularem Sauerstoff (O2) gebildet. Stratosphärisches Ozon spielt eine entscheidende Rolle in der stratosphärischen Strahlungsbilanz. Seine Konzentration ist in der Ozonschicht am höchsten.

Ozonschicht

Die Stratosphäre enthält eine Schicht, in der die Ozonkonzentration am grössten ist, die sogenannte Ozonschicht. Die Schicht erstreckt sich von etwa 12 bis 40 km Höhe über der Erdoberfläche. Die Ozonkonzentration erreicht zwischen etwa 20 und 25 km Höhe ein Maximum. Diese Schicht wird aufgrund menschlicher Emissionen von Chlor- und Bromverbindungen abgebaut. Jedes Jahr findet während des Frühlings auf der Südhalbkugel über der Antarktis ein sehr starker Abbau der Ozonschicht statt, der durch die anthropogenen Emissionen von Chlor- und Bromverbindungen in Kombination mit den spezifischen meteorologischen Verhältnissen in dieser Region verursacht wird. Dieses Phänomen wird Ozonloch genannt. Siehe auch Montreal-Protokoll.

P

Paläoklima

Das Klima in Zeiten vor der Entwicklung von Messinstrumenten, einschliesslich historischer und geologischer Zeiträume, für die nur ProxyKlimadatenreihen verfügbar sind.

Passive Solararchitektur

Strukturelle Entwurfs- und Bautechnologien, die es einem Gebäude ermöglichen, ohne mechanische Hilfsmittel Sonnenenergie für Heizung, Kühlung und Beleuchtung zu nutzen.

Pegel

Eine Vorrichtung an einer Küstenstelle (und an einigen Stellen in der Tiefsee), die laufend die Höhe des Meeres in Bezug auf das angrenzende Land misst. Gemittelt über die Zeit ergibt der so aufgezeichnete Meeresspiegel die beobachtete Änderung des relativen Meeresspiegels über Jahrhunderte. Siehe Meeresspiegeländerung/-anstieg.

Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW)

Gehören zu den sechs Treibhausgasen, deren Ausstoss laut dem Kyoto-Protokoll gemindert werden soll. Es sind Nebenprodukte aus der Aluminiumschmelzung und Urananreicherung. Darüber hinaus ersetzen sie FCKWs bei der Herstellung von Halbleitern.

Permafrost

Untergrund (Boden oder Fels einschliesslich Eis und organischen Materials), der über mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre bei oder unter 0°C bleibt. (Van Everdingen, 1998). Siehe auch gefrorener Untergrund.

Perzentil

Ein Perzentil ist ein Wert auf einer Skala von Null bis Hundert, der den Prozentsatz an Datensatzwerten angibt, der gleich oder niedriger als er selbst ist. Das Perzentil wird oft genutzt um die Extremwerte einer Verteilung abzuschätzen. So kann z.B. das 90. (10.) Perzentil verwendet werden, um die Schwelle für die oberen (unteren) Extremwerte zu bezeichnen.

Phänologie

Die Phänologie befasst sich mit den periodisch wiederkehrenden Naturerscheinungen in biologischen Systemen (z.B. Entwicklungsphasen, Migration) und deren Beziehung zu Klima– und saisonalen Veränderungen.

Photosynthese

Der Vorgang, über den grüne Pflanzen, Algen und einige Bakterien Kohlendioxid aus der Luft (oder Bikarbonat aus dem Wasser) aufnehmen, um Kohlenhydrate zu bilden. Es gibt mehrere Photosynthesepfade mit unterschiedlichen Reaktionen auf atmosphärische Kohlendioxidkonzentrationen. Siehe Kohlendioxiddüngung.

pH-Wert

Der pH-Wert ist ein dimensionsloses Mass des Säuregehalts von Wasser (oder einer Lösung). Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7. Saure Lösungen haben einen pH-Wert unter 7 und basische Lösungen haben einen pH-Wert über 7. Der pH-Wert wird auf einer logarithmischen Skala gemessen. Daher entspricht eine pH-Wert-Abnahme um 1 Einheit einer 10-fachen Zunahme des Säuregehalts.

Plankton

In den oberen Schichten aquatischer Systeme lebende Mikroorganismen. Es wird unterschieden zwischen Phytoplankton, das für die Energieversorgung von Photosynthese abhängig ist, und Zooplankton, das sich von Phytoplankton ernährt.

Politiken

Im Sprachgebrauch des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) werden Politiken von Regierungen ausgeführt und/oder veranlasst – oft in Verbindung mit inländischen Unternehmen und der Industrie oder mit dem Ausland – um Emissionsminderungs– und Anpassungsmassnahmen zu beschleunigen. Beispiele für Politiken sind Kohlendioxid– oder Energiesteuern, Treibstoffeffizienzstandards für Automobile usw. Gemeinsame und koordinierte oder harmonisierte Politiken sind Politiken, die von verschiedenen Parteien gemeinsam verabschiedet wurden. Siehe auch Massnahmen.

Portfolio

Ein kohärenter Satz an einer Vielzahl von Massnahmen und/oder Technologien, die politische Entscheidungsträger zur Erreichung ernannter politischer Ziele verwenden können. Indem man die Auswahl an Massnahmen und Technologien erweitert, können unterschiedlichere Ereignisse und Unsicherheiten behandelt werden.

Positive Nebeneffekte

Der Nutzen von Massnahmen, die gleichzeitig aus unterschiedlichen Gründen umgesetzt werden, wobei anerkannt wird, dass die meisten Massnahmen, die zur Treibhausgasminderung entworfen wurden, andere, oft mindestens so wichtige Begründungen haben (z.B. im Zusammenhang mit Zielen in Entwicklung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit). Der Begriff „Nebeneffekt“ wird auch in einem allgemeineren Sinn verwendet, um sowohl die positiven als auch die negativen Seiten des Nutzens abzudecken.

Post-SRES (-Szenarien)

Referenz- und Emissionsminderungsszenarien, die nach der Fertigstellung des IPCC-Sonderberichts zu Emissionsszenarien (SRES; Nakičenovič und Swart, 2000, >hier), also nach dem Jahr 2000, veröffentlicht wurden.

Potenzial

Im Zusammenhang mit Klimaänderung stellt ein Potenzial den Betrag an Verminderung der Klimaänderung oder an Anpassung dar, der mit der Zeit verwirklicht werden könnte, es aber noch nicht ist. Es werden fünf Potenzialebenen unterschieden: Markt-, gesteigertes Markt-, wirtschaftliches, technisches und physikalisches Potenzial.

  • Marktpotenzial gibt den Betrag an Treibhausgas-Emissionsminderung an, der unter vorhergesagten Marktbedingungen einschliesslich der Politiken und Massnahmen, die aktuell vorhanden sind, erwartet werden kann. Es beruht auf privaten Einheitskosten und Diskontraten, wie sie im Bezugsjahr erscheinen und wie sie sich bei Abwesenheit jeglicher zusätzlicher Politiken und Massnahmen wahrscheinlich ändern werden.
  • Wirtschaftliches Potenzial wird in den meisten Untersuchungen als der Betrag an Treibhausgas-Emissionsminderung benutzt, der bei einem bestimmten Kohlendioxidpreis kosteneffektiv ist, basierend auf sozialer Kostenbemessung und Diskontraten, einschliesslich Energieersparnisse, aber ohne die meisten externen Effekte. Theoretisch ist es als das Potenzial für kosteneffektive Treibhausgas-Emissionsminderung definiert, wenn nicht vom Markt bestimmte soziale Kosten und Gewinne mit den Marktkosten und -gewinnen bei der Bewertung von Optionen für bestimmte Kohlendioxidpreisniveaus mit einbezogen werden (wie sie von Klimaschutzmassnahmen beeinflusst werden), und wenn soziale Diskontraten anstelle von privaten herangezogen werden. Dies schliesst externe Effekte mit ein, z.B. nicht vom Markt bestimmte Kosten und Gewinne wie positive Nebeneffekte für die Umwelt.
  • Technisches Potenzial: Der Betrag, um den Treibhausgasemissionen gemindert oder Energieeffizienz gesteigert werden kann, indem man eine bereits demonstrierte Technologie oder Praxis umsetzt. Auf Kosten wird nicht ausdrücklich hingewiesen, aber die Annahme von „praktischen Einschränkungen“ mag implizite wirtschaftliche Überlegungen mit einbeziehen.
  • Physikalisches Potenzial: die theoretische (thermodynamische) und manchmal in Realität eher unwahrscheinliche obere Grenze für die Verminderung der Klimaänderung.

Prognose

Siehe Klimaprognose; Klimaprojektion; Projektion.

Projektion

Eine mögliche zukünftige Entwicklung einer einzelnen Grösse oder einer Reihe von Grössen, oft mit Hilfe eines Modells berechnet. Projektionen werden von Prognosen unterschieden, um hervorzuheben, dass sie Annahmen beinhalten, z.B. betreffend künftiger sozioökonomischer und technologischer Entwicklungen, die vielleicht realisiert werden, vielleicht aber auch nicht, und dass sie deshalb wesentlichen Unsicherheiten unterworfen sind. Siehe auch Klimaprojektion und Klimaprognose.

Proxy

Ein Proxy-Klimaindikator ist eine lokale Datenreihe, die unter Anwendung physikalischer und biophysikalischer Prinzipien interpretiert wird, um gewisse Kombinationen von klimabezogenen Veränderungen in der Vergangenheit aufzuzeigen. Klimabezogene Daten, die mit dieser Methode hergeleitet wurden, werden als Proxydaten bezeichnet. Beispiele von Proxydaten sind: Pollenanalysen, Baumringe, Eigenschaften von Korallen und verschiedene aus Eisbohrkernen abgeleitete Daten.

Q

Quelle

Quelle bezieht sich meist auf jegliche Prozesse, Aktivitäten oder Mechanismen, die ein Treibhausgas ein Aerosol oder einen Vorläufer eines Treibhausgases oder eines Aerosols in die Atmosphäre freisetzen. Quelle kann z.B. auch eine Energiequelle bezeichnen.

R

Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC)

Die Konvention wurde am 9. Mai 1992 in New York verabschiedet und am Weltgipfel von 1992 in Rio de Janeiro von über 150 Ländern und der Europäischen Gemeinschaft unterschrieben. Ihr ultimatives Ziel ist die “ Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau, das gefährliche anthropogene Beeinträchtigungen des Klimasystems verhindert”. Es umfasst Verpflichtungserklärungen aller Parteien. Unter der Konvention zielen die in Annex I enthaltenen Länder (alle OECD- und Transformationsländer) darauf ab, die Treibhausgasemissionen, die nicht vom Montreal-Protokoll geregelt werden, bis zum Jahr 2000 auf das Niveau von 1990 zurückzuführen. Die Konvention ist im März 1994 in Kraft getreten. Siehe auch Kyoto-Protokoll.

Räumliche und zeitliche Skalen

Das Klima kann in einem weiten Spektrum von räumlichen und zeitlichen Skalen schwanken. Räumliche Skalen können von lokal (weniger als 100.000 km²) über regional (100.000 bis 10 Mio. km²) bis zu kontinental (10 bis 100 Mio. km²) variieren. Zeiträume variieren von saisonal bis zu geologisch (Hunderte von Millionen Jahren).

Reaktion des Klimasystems

Siehe Klimasensitivität.

Referenzwert oder -szenario

Bezugsgrösse für messbare Grössen, an der ein alternatives Ergebnis gemessen werden kann, z.B. die Verwendung eines Szenarios ohne Intervention als Referenz für die Analyse von Interventionsszenarien.

Region

Eine Region ist ein durch spezifische geographische und klimatologische Strukturen charakterisiertes Gebiet. Das Klima einer Region wird durch regionale und lokale Antriebskräfte beeinflusst, wie Topographie, Landnutzungseigenschaften, Seen, etc. sowie Einflüsse aus anderen Regionen.

Rekonstruktion

Die Verwendung von Klimaindikatoren für die Bestimmung des (im Allgemeinen vergangenen) Klimas.

Resilienz

Die Fähigkeit eines Sozial- oder Ökosystems, Störungen aufzunehmen und gleichzeitig dieselbe Grundstruktur und Funktionsweisen, die Kapazität zur Selbstorganisation sowie die Kapazität, sich an Stress und Veränderungen anzupassen, zu bewahren.

Rückkopplung

Siehe Klimarückkopplung.

Russ (‚soot’)

Partikel, die während der Abschreckung von Gasen am äusseren Rand von Flammen von organischen Dämpfen entstehen; sie bestehen vor allem aus Kohlenstoff, mit kleineren Mengen von Sauerstoff und Wasserstoff in Form von Karboxyl und Phenolgruppen und weisen eine unvollständige Graphitstruktur auf. Siehe auch Schwarzer Russ.

S

Salzwasserintrusion

Verdrängung von Süsswasser an der Oberfläche oder von Grundwasser durch das Vordringen von Salzwasser aufgrund seiner höheren Dichte. Dies tritt normalerweise in Küstengebieten und Flussmündungen auf, wenn sich der Einfluss vom Land her verringert (z.B. entweder durch verringerte Abflussmengen und die damit verbundene geringere Grundwasserversorgung oder durch exzessive Wasserentnahme aus einem Aquifer), oder wenn der Einfluss vom Meer her zunimmt (z.B. relativer Meeresspiegelanstieg).

Saisonal gefrorener Untergrund

Siehe gefrorener Untergrund.

Schneedecke

Eine saisonale Anhäufung von langsam schmelzendem Schnee.

Schwarzer Russ (‚black carbon’)

Partikel in der Atmosphäre, die aus unverbranntem Kohlenstoff, Holzkohle und/oder möglicherweise lichtabsorbierendem, nicht-brennbarem organischem Material bestehen. Russ ist Materie, die aufgrund der Messungen von Lichtabsorption und chemischer Reaktivität und/oder thermischer Stabilität untersuchungsbedingt definiert wird.

Schwefelhexafluorid (SF6)

Eines der sechs Treibhausgase, die unter dem Kyoto-Protokoll zu bekämpfen sind. Es wird grösstenteils in der Schwerindustrie verwendet, um Hochspannungsanlagen zu isolieren und um die Herstellung von Kabelkühlungen und Halbleitern zu unterstützen.

Senke

Alle Prozesse, Aktivitäten oder Mechanismen, die ein Treibhausgas, ein Aerosol oder einen Vorläufer eines Treibhausgases oder eines Aerosols aus der Atmosphäre entfernen.

Sensitivität

Sensitivität ist der Grad, zu dem ein System durch Klimavariabilität oder Klimaveränderung beeinflusst wird, sei es negativ oder positiv. Die Wirkung kann direkt sein (z.B. eine Veränderung des Ernteertrags als Reaktion auf eine Veränderung des Durchschnitts, der Bandbreite oder der Variabilität der Temperatur) oder indirekt (z.B. Schäden, die durch eine zunehmende Häufigkeit an Küstenüberflutungen aufgrund des Meeresspiegelanstiegs verursacht werden). Dieses Konzept der Sensitivität darf nicht mit der Klimasensitivität verwechselt werden, die oben separat definiert wurde.

Singularität

Ein Merkmal, das ein Phänomen oder einen Aspekt von anderen unterscheidet; etwas einzigartiges, anderes, besonderes, seltenes oder unübliches.

Solarer Zyklus (“11-Jahres-Zyklus”)

Eine quasi-stationäre Schwingung der Sonnenaktivität mit wechselnder Amplitude und einer Wiederkehrperiode von 9 bis 13 Jahren.

Sonnenaktivität

Die Sonne weist Zeiträume von hoher Aktivität auf, die sich in der Anzahl der Sonnenflecken wie auch in der Abstrahlung, in der magnetischen Aktivität und in der Emission von hochenergetischen Partikeln ausdrücken. Diese Variationen finden auf Zeitskalen von Millionen von Jahren bis zu Minuten statt.

Sonnenstrahlung

Von der Sonne ausgestrahlte elektromagnetische Strahlung. Sie wird auch als Kurzwellenstrahlung bezeichnet. Sonnenstrahlung weist eine bestimmte Spannbreite von Wellenlängen (Spektrum) auf, die von der Temperatur der Sonne abhängig sind. Sie ist in den sichtbaren Wellenlängen am stärksten. Siehe auch Thermische Infrarotstrahlung; gesamte Sonneneinstrahlung.

SRES-Szenarien

SRES-Szenarien sind Emissionsszenarien, die von Nakičenovič und Swart (Emissions Scenarios, IPCC 2000, >hier) entwickelt wurden und die, neben anderen, als Basis für die Klimaprojektionen im Vierten Sachstandsbericht (IPCC AR4, Climate Change 2007, >hier) verwendet wurden. Folgende Begriffe sind für ein besseres Verständnis der Struktur und des Gebrauchs der SRES-Szenarien wichtig:

  • Szenarienfamilie: Szenarien, die von einer ähnlichen demographischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und den technologischen Wandel betreffenden Modellgeschichte ausgehen. Das SRES-Szenarienset umfasst vier Szenarienfamilien: A1, A2, B1 und B2.
  • Illustratives Szenario: Ein Szenario, das eine der sechs Szenariengruppen, die in der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger von Nakičenovič und Swart (2000) aufgeführt sind, veranschaulicht. Sie schliessen vier revidierte Musterszenarien für die Szenariengruppen A1B, A2, B1, B2 sowie zwei zusätzliche Szenarien für die Gruppen A1FI und A1T mit ein. Alle Szenariengruppen sind gleich stichhaltig.
  • Musterszenarien: Ein Szenario, das ursprünglich als Entwurf auf der SRES-Website veröffentlicht war, um eine gegebene Szenarienfamilie zu repräsentieren. Die Auswahl der Musterszenarien basierte auf Eigenschaften von spezifischen Modellen und darauf, welche der ursprünglichen Quantifizierungen die Modellgeschichte am besten widerspiegelte. Musterszenarien sind nicht wahrscheinlicher als andere Szenarien, aber das SRES-Autorenteam erachtet sie als geeignet, um eine bestimmte Modellgeschichte zu veranschaulichen. Sie sind in revidierter Form in Nakičenovič et al. (2000) enthalten. Diese Szenarien wurden den strengsten Prüfungen unterzogen, sowohl vom Autorenteam wie auch durch den offenen SRES-Prozess. Auch für die anderen zwei Szenariengruppen wurden zur Veranschaulichung Szenarien ausgewählt.
  • Modellgeschichte: Eine erzählende Beschreibung eines Szenarios (oder einer Szenarienfamilie), die dessen Haupteigenschaften und die Zusammenhänge zwischen den Haupteinflussfaktoren und deren Entwicklungsdynamik hervorhebt.

Stabilisierung

Das Konstanthalten der atmosphärischen Konzentrationen eines oder mehrerer Treibhausgase (z.B. Kohlendioxids) oder einer CO₂-äquivalenten Sammlung an Treibhausgasen. Stabilisierungsanalysen oder –szenarien behandeln die Stabilisierung von Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre.

Städtische Wärmeinsel

Die relative Wärme einer Stadt im Vergleich mit dem umliegenden ländlichen Gebiet, verbunden mit Änderungen im Abfluss, Auswirkungen der Betonwüste auf die Wärmespeicherung, Veränderungen der Oberflächen-Albedo, Änderungen der Verschmutzung und der Aerosole, usw.

Stakeholder / Interessenvertreter

Eine Person oder Organisation, die ein legitimes Interesse an einem Projekt oder einer Einheit hat, oder die durch eine bestimmte Handlung oder Politik betroffen wäre.

Standards

Regelsatz, der die Leistung und Anwendung eines Produkts regelt oder definiert (z.B. Qualität, Abmessungen, Eigenschaften, Testmethoden und Anwendungsbestimmungen). Produkt-, Technologie– oder Leistungsstandards stellen Minimalanforderungen an die betroffenen Produkte oder Technologien. Standards erlegen Minderungen von Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit der Herstellung oder der Nutzung des Produkts und/oder Anwendung der Technologie auf.

Steuer

Eine Kohlendioxidsteuer (oder Kohlenstoffsteuer) ist eine Abgabe auf den Kohlenstoffgehalt fossiler Brennstoffe. Da praktisch sämtlicher Kohlenstoff in fossilen Brennstoffen im Endeffekt als Kohlendioxid abgegeben wird, ist die Kohlendioxidsteuer äquivalent zu einer Emissionssteuer auf jede Einheit CO₂-äquivalenter Emissionen. Eine Energiesteuer – eine Abgabe auf den Energiegehalt von Brennstoffen – verringert die Nachfrage nach Energie und mindert so die Kohlendioxidemissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe. Eine Ökosteuer ist der Absicht gewidmet, menschliches Verhalten zu beeinflussen (insbesondere wirtschaftliches Verhalten), um eine umweltgerechte Entwicklung einzuschlagen. Eine internationale Kohlendioxid-/Emissions-/Energiesteuer ist eine Steuer, die durch eine internationale Instanz auf bestimmte Quellen in teilnehmenden Ländern erhoben wird. Eine harmonisierte Steuer verpflichtet teilnehmende Länder, eine Steuer zu einem gemeinsamen Satz auf die gleichen Quellen zu erheben. Eine Steuergutschrift ist die Verringerung einer Steuer, um den Erwerb eines Produkts oder die Investition darin anzuregen, z.B. Treibhausgas-Emissionsminderungstechnologien. Eine Kohlendioxidabgabe entspricht der Kohlendioxidsteuer.

Störungssystem

Häufigkeit, Intensität und Art von Störungen wie Brände, Vermehrung von Insekten und Schädlingen, Überschwemmungen und Dürren.

Strahlungsantrieb

Der Strahlungsantrieb ist die Veränderung in der vertikalen Nettoeinstrahlung (Einstrahlung minus Ausstrahlung; ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter, W/m²) an der Tropopause aufgrund einer Veränderung eines äusseren Antriebs der Klimaänderung, wie z.B. eine Veränderung in der Konzentration von Kohlendioxid oder in der Sonneneinstrahlung. Der Strahlungsantrieb wird berechnet, indem alle troposphärischen Eigenschaften auf ihren ungestörten Werten konstant gehalten werden und nachdem sich die stratosphärischen Temperaturen, sofern verändert, an das strahlungsdynamische Gleichgewicht angepasst haben. Der Strahlungsantrieb wird als unverzögert bezeichnet, wenn keine Veränderung in den stratosphärischen Temperaturen beobachtet wird. Für die Zielsetzung dieses Berichtes wurde der Strahlungsantrieb weiter definiert als die Veränderung im Vergleich zum Jahr 1750 und bezieht sich, sofern nicht anders vermerkt, auf den global und jährlich gemittelten Wert.

Stratosphäre

Ausgeprägt geschichtete Zone der Atmosphäre oberhalb der Troposphäre zwischen ca. 10 und 50 km über der Erdoberfläche (die Untergrenze variiert zwischen durchschnittlich 9 km Höhe in hohen Breitengraden und 16 km in den Tropen).

Strukturwandel

Änderungen z.B. des relativen Anteils des industriellen, landwirtschaftlichen oder Dienstleistungssektors am Bruttoinlandsprodukt einer Wirtschaft, oder allgemeiner Systemänderungen, bei denen einige Bestandteile entweder ausgetauscht oder möglicherweise durch andere ersetzt werden.

Sturmflut

Der vorrübergehende Anstieg des Meeresspiegels an einer bestimmten Stelle aufgrund extremer meteorologischer Bedingungen (tiefem Luftdruck und/oder starker Winde). Die Sturmflut ist definiert als der Betrag, um den der Meeresspiegel den zu dem Zeitpunkt und an dem Ort erwarteten Tidenhub überschreitet.

Subvention

Direkte Regierungszahlung oder Steuerermässigung an eine private Partei für die Umsetzung einer Praxis, welche die Regierung unterstützen möchte. Die Minderung von Treibhausgasemissionen wird angeregt durch die Senkung bestehender Subventionen, die eine steigernde Wirkung auf Emissionen haben (z.B. Subventionen auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen) oder durch die Bereitstellung von Subventionen für Praktiken, die Emissionen mindern oder Senken stärken (z.B. für die Wärmeisolation von Gebäuden oder das Pflanzen von Bäumen).

Szenario

Eine plausible und häufig vereinfachte Beschreibung davon, wie die Zukunft sich gestalten könnte, basierend auf einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen über die treibenden Kräfte und wichtigsten Zusammenhänge. Szenarien können von Projektionen abgeleitet sein, beruhen aber oft auf zusätzlichen Informationen aus anderen Quellen, manchmal kombiniert mit einer Modellgeschichte. Siehe auch Emissionsszenarien; Klimaszenarien; SRES-Szenarien.

T

Technologie

Die praktische Anwendung von Wissen, um bestimmte Aufgaben zu erledigen, die sowohl technische Erzeugnisse (Hardware, Ausrüstung) als auch (soziale) Information („Software“, Fachwissen über die Herstellung und Nutzung der Erzeugnisse) heranzieht.

Technologietransfer

Der Austausch von Wissen, Hardware und der damit verbundenen Software, Geld und Waren unter Interessensgruppen, der zur Verbreitung von Anpassungs– oder Emissionsminderungstechnologie führt. Der Begriff umfasst sowohl die Verbreitung von Technologien als auch technologische Zusammenarbeit zwischen und innerhalb von Ländern.

Technologiewandel

Meistens als technologische Verbesserung verstanden, d.h. mehr oder bessere Waren und Dienstleistungen können aus einer bestimmten Menge an Ressourcen geliefert werden (Produktionsfaktoren). Wirtschaftliche Modelle unterscheiden autonomen (exogenen), endogenen und induzierten Technologiewandel.

  • Autonomer (exogener) Technologiewandel wird von ausserhalb des Modells auferlegt, üblicherweise als Entwicklung über die Zeit, welche die Energienachfrage oder das weltweite Produktionswachstum beeinflusst.
  • Endogener Technologiewandel ist das Ergebnis von wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des Modells, d.h. die Wahl der Technologie ist im Modell mit einbezogen und beeinflusst die Energienachfrage und/oder das Wirtschaftswachstum.
  • Induzierter Technologiewandel unterstellt endogenen Technologiewandel, fügt jedoch weitere Änderungen hinzu, die durch Politiken und Massnahmen induziert wurden, wie z.B. Kohlendioxidsteuern, die F&E-Anstrengungen auslösen.

Temperaturtagesgang

Die Differenz zwischen dem Maximum und dem Minimum während einer 24-Stunden-Periode.

Thermische Ausdehnung

Im Zusammenhang mit dem Meeresspiegelanstieg bedeutet dies eine Volumenzunahme (und Dichteabnahme) aufgrund der Erwärmung des Wassers. Eine Erwärmung des Meeres führt zu einer Ausdehnung des Meervolumens und dadurch zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Siehe Meeresspiegeländerung.

Thermische Infrarotstrahlung

Von der Erdoberfläche, der Atmosphäre und von Wolken abgegebene Strahlung. Sie ist auch als terrestrische oder langwellige Strahlung bekannt und muss von der Nahinfrarotstrahlung, die Teil des solaren Spektrums ist, unterschieden werden. Infrarotstrahlung hat im Allgemeinen ein charakteristisches Spektrum von Wellenlängen, die länger sind als die Wellenlängen der roten Farbe im sichtbaren Bereich des Spektrums. Das Spektrum der thermischen Infrarotstrahlung unterscheidet sich deutlich von der kurzwelligen oder Sonnenstrahlung aufgrund des Temperaturunterschiedes zwischen der Sonne und dem Erde/Atmosphären-System.

Top-down-Modelle

Modelle, die gesamtwirtschaftliche Theorie, ökonometrische und Optimierungstechniken anwenden, um wirtschaftliche Variablen zu aggregieren. Indem sie historische Daten über Konsum, Preise, Einkommen und Faktorenkosten nutzen, bewerten Top-down-Modelle die endgültige Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sowie nach Versorgung durch die Hauptsektoren wie den Energie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Industriesektor. Einige Top-down-Modelle beziehen technologische Daten mit ein und verringern dadurch die Diskrepanz zu Bottom-up-Modellen.

Trägheit

Im Zusammenhang mit Emissionsminderung bezieht sich Trägheit auf die Schwierigkeit von Änderungen, die sich aus den bestehenden Bedingungen in der Gesellschaft ergibt, z.B. physischem, von Menschenhand erzeugtem Kapital, natürlichem Kapital und gesellschaftlichem nicht-physischem Kapital, einschliesslich Institutionen, Vorschriften und Normen. Bestehende Strukturen schränken Gesellschaften ein und erschweren den Wandel. Im Zusammenhang mit dem Klimasystem bezieht sich Trägheit auf die Verzögerung der Klimaänderung nach dem Auftreten eines äusseren Antriebs, und auf das Andauern einer Klimaänderung selbst nachdem der äussere Antrieb stabilisiert wurde.

Transformationsländer

Länder, deren Wirtschaftssysteme von Plan- auf Marktwirtschaft umgestellt werden.

Treibhauseffekt

Treibhausgase absorbieren thermische Infrarotstrahlung, die von der Erdoberfläche, von der Atmosphäre selbst durch die gleichen Gase und durch Wolken ausgestrahlt wird. Atmosphärische Strahlung wird auf alle Seiten emittiert, einschliesslich nach unten zur Erdoberfläche hin. Auf diese Weise fangen die Treibhausgase Wärme im Oberflächen-Troposphären-System ein. Dies wird Treibhauseffekt genannt. Die thermische Infrarotstrahlung in der Troposphäre hängt stark von der Temperatur der Atmosphäre in der Höhe ab, in der sie ausgestrahlt wird. In der Troposphäre nimmt die Temperatur allgemein mit der Höhe ab. Tatsächlich stammt die in den Weltraum ausgestrahlte Infrarotstrahlung aus einer Höhe mit einer Temperatur von durchschnittlich -19 °C, im Gleichgewicht mit der einfallenden Netto-Sonnenstrahlung, während die Erdoberfläche auf einer viel höheren Temperatur von durchschnittlich 14 °C gehalten wird. Eine Zunahme der Treibhausgaskonzentration führt zu einer zunehmenden Undurchlässigkeit der Atmosphäre für Infrarot und somit zu einer Abstrahlung in den Weltraum aus grösserer Höhe bei tieferer Temperatur. Dies verursacht einen Strahlungsantrieb, der zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes führt, dem so genannten erhöhten Treibhauseffekt.

Treibhausgas (THG)

Treibhausgase sind diejenigen gasförmigen Bestandteile in der Atmosphäre, sowohl natürlichen wie anthropogenen Ursprungs, welche die Strahlung in spezifischen Wellenlängen innerhalb des Spektrums der thermischen Infrarotstrahlung absorbieren und wieder ausstrahlen, die von der Erdoberfläche, der Atmosphäre selbst und von Wolken abgestrahlt wird. Diese Eigenschaft verursacht den Treibhauseffekt. Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO₂), Lachgas (N2O), Methan (CH4) und Ozon (O3) sind die Haupttreibhausgase in der Erdatmosphäre. Ausserdem gibt es eine Vielzahl ausschliesslich menschengemachter Treibhausgase in der Atmosphäre, wie die Halogenkohlenwasserstoffe und andere chlor- und bromhaltige Substanzen, die im Montreal-Protokoll behandelt werden. Neben CO₂, N2O, und CH4 befasst sich das Kyoto-Protokoll mit den Treibhausgasen Schwefelhexafluorid (SF6), Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKWs) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKWs).

Trend

Der Begriff Trend bezeichnet im vierten Sachstansbericht (IPCC AR4, Climate Change 2007, >hier) eine im Allgemeinen über die Zeit konstante Änderung des Wertes einer Variable.

Tropopause

Grenze zwischen der Troposphäre und der Stratosphäre.

Troposphäre

Der unterste Teil der Atmosphäre, von der Erdoberfläche bis ca. 10 km Höhe in den mittleren Breitengraden (mit einer Spannbreite von durchschnittlich 9 km in den hohen Breitengraden und 16 km in den Tropen), wo Wolken und Wetterphänomene auftreten. In der Troposphäre nimmt die Temperatur mit der Höhe normalerweise ab.

U

Umsetzung

Umsetzung beschreibt die Handlungen, die unternommen werden, um Verpflichtungen im Rahmen eines Vertrags zu erfüllen, und umfassen rechtliche und effektive Phasen.

  • Rechtliche Umsetzung bezieht sich auf die Gesetzgebung, Vorschriften und Gerichtsbeschlüsse, einschliesslich anderer Handlungen wie z.B. Bemühungen von Regierungen um Fortschritte bei der Umsetzung internationaler Abkommen in nationales Recht und Politik.
  • Effektive Umsetzung braucht Massnahmen und Programme, die Änderungen im Verhalten und in den Entscheidungen der Zielgruppen hervorrufen. Zielgruppen ergreifen dann effektive Massnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Klimaänderung. Siehe auch Erfüllung.

Umweltwirksamkeit

Das Ausmass, zu dem eine Politik, Massnahme oder ein Instrument einen bestimmten, einen entscheidenden oder einen erwünschten Umwelteffekt erzielt.

Unsicherheit

Ein Ausdruck für das Ausmass, in dem ein Wert ungewiss ist (z.B. der zukünftige Zustand des Klimasystems). Unsicherheit entsteht durch einen Mangel an Information oder durch Meinungsverschiedenheiten darüber, was bekannt ist oder überhaupt bekannt sein kann. Unsicherheit kann viele Quellen haben, von bezifferbaren Fehlern in Daten bis hin zu mehrdeutig formulierten Konzepten und Terminologien oder unsicheren Projektionen über menschliches Verhalten. Unsicherheit kann deshalb entweder quantitativ angegeben werden, z.B. durch eine Auswahl von berechneten Werten aus verschiedenen Modellen, oder durch qualitative Aussagen, die das Urteil eines Expertenteams wiedergeben (siehe Moss und Schneider, 2000; Manning et al., 2004). Siehe auch Wahrscheinlichkeit; Vertrauen.

V

Vektor

Ein Organismus, z.B. ein Insekt, der einen Krankheitserreger von einem Wirt zum anderen überträgt.

Verdunstung

Der Prozess des Übergangs vom flüssigen in den gasförmigen Zustand.

Verminderung (der Klimaänderung)

Technologiewandel und -ersatz, die den Ressourceneinsatz und die Emissionen pro Ausgabeeinheit verringern. Obwohl einige gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologischen Politiken einen Emissionsrückgang erzeugen würden, ist mit Verminderung im Zusammenhang mit Klimaänderung die Umsetzung von Politiken für die Treibhausgas-Emissionsminderung und die Stärkung von Senken gemeint.

Versalzung

Die Akkumulation von Salzen in Böden.

Versauerung der Ozeane

Ein Rückgang des pH-Werts von Meerwasser aufgrund der Aufnahme von anthropogenem Kohlendioxid.

Verstädterung/Urbanisation

Die Umwandlung von Land aus dem natürlichen Zustand oder einem bewirtschafteten natürlichen Zustand (wie in der Landwirtschaft) in Städte. Dieser Prozess wird durch eine Netto-Wanderung von ländlichen in urbane Gebiete angetrieben, durch die ein zunehmender Anteil der Bevölkerung eines jeden Landes oder jeder Region in Siedlungen leben wird, die als urbane Zentren bezeichnet werden.

Vertrauen

Im vierten Sachstandsbericht (IPCC AR4: Climate Change 2997, >hier) wird zur Darstellung des Ausmasses an Vertrauen in die Richtigkeit eines Ergebnisses eine Standardterminologie verwendet, die wie folgt definiert wurde:

Terminologie: Grad des Vertrauens in die Richtigkeit

sehr hohes Vertrauen in mindestens 9 von 10 Fällen korrekt
hohes Vertrauen in etwa 8 von 10 Fällen korrekt
mittleres Vertrauen in etwa 5 von 10 Fällen korrekt
geringes Vertrauen in etwa 2 von 10 Fällen korrekt
sehr geringes Vertrauen in weniger als 1 von 10 Fällen korrekt

.

Siehe auch Wahrscheinlichkeit; Unsicherheit.

Verwundbarkeit/Vulnerabilität

Verwundbarkeit ist das Mass, zu dem ein System gegenüber nachteiligen Auswirkungen der Klimaänderung, einschliesslich Klimavariabilität und Extremwerte, anfällig ist und nicht damit umgehen kann. Verwundbarkeit ist eine Funktion der Art, des Ausmasses und der Geschwindigkeit der Klimaänderung und -schwankung, der ein System ausgesetzt ist, seiner Sensitivität und seiner Anpassungskapazität.

Vorbildfunktion der öffentlichen Hand

Einkauf und Beschaffung von energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen durch die Regierung. Regierungsbehörden sind für ein grosses Spektrum an Einrichtungen und Dienstleistungen verantwortlich, die Energie verbrauchen, wie z.B. Regierungsgebäude, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Die Regierung selbst ist oft der grösste Energieverbraucher und der grösste Käufer an Energie verbrauchenden Anlagen eines Landes. Indirekte positive Auswirkungen gibt es, wenn Regierungen effektiv als Marktführer agieren. Erstens kann die Kaufkraft der Regierung Nachfrage nach energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen erzeugen oder ausweiten. Zweitens können sichtbare Energiesparmassnahmen durch die Regierung als Beispiel für andere dienen.

Vorhersage

Projiziertes Ergebnis aus wohlbekannten physikalischen, technologischen, wirtschaftlichen, sozialen Verhaltens- usw. Mustern.

vorindustriell

Das Zeitalter vor der industriellen Revolution des späten achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts, nach welcher der Verbrauch an fossilen Brennstoffen für die Mechanisierung zu steigen begann.

Vorläufersubstanzen

Atmosphärische Bestandteile, die selbst keine Treibhausgase oder Aerosole sind, aber eine Auswirkung auf die Treibhausgas– oder Aerosolkonzentrationen haben, indem sie an physikalischen oder chemischen Prozessen teilnehmen, die deren Auf- oder Abbauraten bestimmen.

(Gleichzeitig auftretende) Vorteile

Die Vorteile von aus verschiedenen Gründen gleichzeitig umgesetzten Massnahmen. Dabei wird deutlich, dass den meisten für Emissionsminderung entwickelten Politiken andere, oft mindestens genauso wichtige Prinzipien zugrundeliegen (z.B. im Hinblick auf Entwicklung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit).

W

Wahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses, einer Auswirkung oder eines Ergebnisses, wird, sofern sie wahrscheinlichkeits-theoretisch abgeschätzt werden kann, in IPCC-Berichten mit Standardbezeichnungen ausgedrückt, die wie folgt definiert sind:

Terminologie: Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses/einer Auswirkung

praktisch sicher >99% Eintrittswahrscheinlichkeit
sehr wahrscheinlich >90% Wahrscheinlichkeit
wahrscheinlich >66% Wahrscheinlichkeit
wahrscheinlicher als nicht >50% Wahrscheinlichkeit
etwa so wahrscheinlich wie nicht 33% bis 66% Wahrscheinlichkeit
unwahrscheinlich <33% Wahrscheinlichkeit
sehr unwahrscheinlich <10% Wahrscheinlichkeit
aussergewöhnlich unwahrscheinlich <1% Wahrscheinlichkeit

.

Siehe auch Vertrauen; Unsicherheit.

Wald

Ein durch Bäume beherrschter Vegetationstyp. Es werden in der ganzen Welt viele Definitionen des Begriffes Wald verwendet, die grosse Unterschiede in biogeophysikalischen Bedingungen, sozialer Struktur und Wirtschaft wiederspiegeln. Unter dem Kyoto-Protokoll gelten besondere Kriterien. Eine Diskussion des Begriffes Wald und verwandter Begriffe wie (Wieder-)Aufforstung und Entwaldung ist im IPCC-Bericht „Land Use, Land-Use Change and Forestry“ (IPCC, 2000, >hier) gegeben. Siehe auch den Bericht „Definitions and Methodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types” (IPCC, 2003, >hier).

Wasserkreislauf / hydrologischer Kreislauf

Der Kreislauf, in dem Wasser aus Ozeanen und von der Landoberfläche verdunstet, in atmosphärischer Zirkulation als Wasserdampf über die Erde transportiert wird, zu Wolken kondensiert, wieder als Regen oder Schnee niederschlägt, durch Bäume und Vegetation aufgenommen wird, auf der Oberfläche abfliesst, in Böden versickert, Grundwasser erneuert, in Flüsse abfliesst und schliesslich in die Ozeane fliesst, von wo aus es am Ende wieder verdunstet. Die verschiedenen, am Wasserkreislauf beteiligten Systeme werden üblicherweise als hydrologische Systeme bezeichnet.

Wasserstress

In einem Land herrscht Wasserstress, wenn der verfügbare Trinkwasservorrat im Verhältnis zur Wasserentnahme ein wichtiges Hemmnis für die Entwicklung darstellt. Bei der Bewertung auf globaler Ebene werden Becken mit Wasserstress oft so definiert, dass sie eine Wasserverfügbarkeit von weniger als 1000 m³/Jahr und Kopf haben (basierend auf dem langfristigen Mittel des Abflusses). Entnahmen von mehr als 20 Prozent der erneuerbaren Wasservorräte wurden ebenfalls als Indikatoren für Wasserstress herangezogen. Eine Feldfrucht gilt als wassergestresst, wenn das verfügbare Bodenwasser, und damit die tatsächliche Evapotranspiration, geringer ist, als die potenzielle Evaporation verlangt.

Wasserverbrauch

Menge an entnommenem Wasser, das während seiner Nutzung (durch Verdunstung und Güterherstellung) unwiederbringlich verloren geht. Der Wasserverbrauch ist gleich der Wasserentnahme minus Rückfluss.

Wiederaufforstung

Pflanzung von Wäldern auf Land, das früher bewaldet war aber in eine andere Nutzung umgewandelt wurde. Eine Diskussion der Begriffe Wald und verwandter Begriffe wie (Wieder-)Aufforstung und Entwaldung ist im IPCC-Bericht zur Landnutzung, Landnutzungsänderung und Waldwirtschaft (Land Use, Land Use Change and Forestry; IPCC, 2000, >hier) gegeben. Siehe auch den IPCC-Bericht “Definitions and ethodological Options to Inventory Emissions from Direct Human-induced Degradation of Forests and Devegetation of Other Vegetation Types” (IPCC, 2003, >hier).

Wirtschaftliches Emissionsminderungspotenzial

Siehe Emissionsminderungspotenzial.

Wolkenrückkopplung

Eine Klimarückkopplung, die Änderungen jeglicher Eigenschaften von Wolken als Reaktion auf andere atmosphärische Änderungen zur Folge hat. Das Verständnis von Wolkenrückkopplungen und die Bestimmung von Ausmass und Vorzeichen erfordert das Verständnis, wie eine Änderung des Klimas das Spektrum der Wolkenarten, Wolkenhöhe und -Bedeckungsgrad und die Strahlungseigenschaften der Wolken beeinflussen könnte, sowie eine Einschätzung der Auswirkungen dieser Änderungen auf den Strahlungshaushalt der Erde. Zurzeit verbleiben Wolkenrückkopplungen als die grösste Unsicherheitsquelle bei Schätzungen der Klimasensitivität. Siehe auch Strahlungsantrieb.

Wüstenbildung

Degradation in ariden, semi-ariden und trockenen sub-feuchten Gebieten, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird, u.a. durch klimatische Schwankungen und menschliche Aktivitäten. Darüber hinaus definiert die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung der Vereinten Nationen (United Nations Convention to Combat Desertification; UNCCD) Landdegradation mit Reduktion oder Verlust von ariden, semi-ariden und trockenen sub-feuchten Gebieten, sowie biologischer oder wirtschaftlicher Produktivität und Komplexität von nicht bewässerten Kulturflächen, bewässerten Kulturflächen oder Gebirgsketten, Weideland, Wäldern oder Waldländern durch Landnutzungen oder durch einen Prozess oder eine Prozesskombinationen, einschliesslich jener, die in Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten und Siedlungsmustern ablaufen, wie z.B. 1) Bodenerosion, die durch Wind und/oder Wasser eintritt; 2) Verschlechterung der physischen, chemischen und biologischen oder wirtschaftlichen Bodeneigenschaften; und 3) langfristige Verluste natürlicher Vegetation.

Z

Ziele und Zeitpläne

Ein Ziel ist die Reduktion von Treibhausgasen um einen bestimmten Prozentsatz, ausgehend von einem Referenzniveau (z.B. “unter das Niveau von 1990”), die bis zu einem bestimmten Datum oder innerhalb einer Zeitspanne erreicht werden muss (z.B. 2008 bis 2012). Die Europäische Union ist im Rahmen des Kyoto-Protokolls übereingekommen, ihre Treibhausgasemissionen bis zur Verpflichtungsphase 2008 bis 2012 um 8 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Die Ziele und Zeitpläne sind Obergrenzen für die Gesamtmenge von Treibhausgasemissionen, die ein Land oder eine Region innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausstossen darf.

Zooplankton

Siehe Plankton.

Zugbahnen von Stürmen

Ursprünglich bezog sich der Begriff auf die Zugbahnen einzelner zyklonischer Wettersysteme, aber heute wird er oft allgemein für die Region verwendet, wo die Hauptzugbahnen von aussertropischen Störungen als Abfolge von Hoch- (antizyklonal) und Tiefdruckgebieten (zyklonal) auftreten.

Zuordnung

Siehe Erkennung und Zuordnung.

Zwischeneiszeiten

Die Warmperioden zwischen den Eiszeit-Vergletscherungen. Die letzte Zwischeneiszeit dauerte ungefähr von 129.000 bis 116.000 Jahren vor heute und wird als Letzte Zwischeneiszeit bezeichnet.

Abkürzungen, Akronyme, Einheiten

AOGCM Allgemeines Atmosphären-Ozean-Zirkulationsmodell (Atmosphere Ocean General Circulation Model)
AR4 Vierter Sachstandsbericht des IPCC, 2007 (Fourth Assessment Report)
BIP Bruttoinlandsprodukt
C Kohlenstoff
CCS Kohlendioxidabtrennung und -speicherung (Carbon Capture and Storage)
CDM Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism)
CH4 Methan
CO2 Kohlendioxid
CO2-Äq. Kohlendioxidäquivalent
EMIC Erdsystemmodell mittlerer Komplexität (Earth System Model of Intermediate Complexity)
FAQ häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions)
FDI ausländische Direktinvestitionen
FE&D Forschung, Entwicklung und Demonstration
FCKW Fluorchlorkohlenwasserstoff
FKW Fluorkohlenwasserstoff
°C Grad Celsius
GDWV Grad des wissenschaftlichen Verständnisses
GEF globale Umweltfazilität (Global Environment Facility)
Gt Gigatonne (1 Milliarde Tonnen)
GWP globales Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential)
H-FCKW teilhalogenierter Fluorchlorkohlenwasserstoff
H-FKW teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoff
IPCC Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderung (Intergovernmental Panel on Climate Change)
KKP Kaufkraftparität
LULUCF Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (Land Use, Land Use Change, and Forestry)
MOC Meridionale Umwälzungsströmung (Meridional Overturning Circulation)
N2O Lachgas
ODS ozonabbauende Substanzen (Ozone Depleting Substances)
pH pondus Hydrogenii (Mass für saure bzw. basische Wirkung einer wässrigen Lösung)
ppb Teile pro Milliarde
ppm Teile pro Million
SA Strahlungsantrieb
SAR Zweiter Sachstandsbericht des IPCC, 1995 (Second Assessment Report)
SF6 Schwefelhexafluorid
SPM Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (Summary for Policymakers)
SRCCS Sonderbericht über Kohlendioxidabtrennung und -speicherung (IPCC Special Report: Carbon Dioxide Capture and Storage, 2005)
SRES Sonderbericht zu Emissionsszenarien (IPCC Special Report: Emission Scenarios, 2000)
SROC Sonderbericht über den Schutz der Ozonschicht und des globalen Klimasystems (IPCC Special Report: Safeguarding the Ozone Layer and the Global Climate System, 2005)
TAR Dritter Sachstandsbericht des IPCC, 2001 (Third Assessment Report)
THG Treibhausgas
TPES gesamte Primärenergieversorgung (Total Primary Energy Supply)
TS Technische Zusammenfassung (Technical Summary)
UNFCCC Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework Convention on Climate Change)
WG Arbeitsgruppe des IPCC (Working Group)
W/m² Watt pro Quadratmeter
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