Studierende setzen Initiative für die Lehre an der ETH um.

Im Oktober 2019 hat die Lehrkommission zum ersten Mal eine studentische Studiengangsinitiative positiv beurteilt und die Rektorin hat die Initiative in der Folge bewilligt. Diese Initiative heisst ROSE* und wurde von Studierenden über ein Jahr lang bearbeitet und setzt ihre Vision für mehr Integration und Interdisziplinarität in der Lehre um. Dieser Erfolg soll gefeiert werden! Wir haben uns mit den verantwortlichen Studierenden Medea Fux, Patrick Althaus und Adrian Süess unterhalten. 

*ROSE bedeutet Revolution OSTEM Education

Three faces of students look at the camera. First a blond white woman with glasses and a white flower in her hair, next a young white man with a serious look on his face, next a young white man with glasses who is smiling.
Medea Fux, Adrian Süess und Patrick Althaus.
Die drei Hauptpersonen

Was ist ROSE?

ROSE ist ein Lehrprojekt von Studierenden für Studierende. Das Ziel ist es, eine neue Lehrveranstaltung einzuführen, in der Studierende in interdisziplinären Gruppen (jede Person kommt aus einem anderen Studiengang) während einem Semester an einem Projekt arbeiten. Viele Konzepte sind an die ETH Woche angelehnt, mit dem Unterschied, dass ROSE über ein Semester verteilt stattfindet und dass ROSE in die Curricula der Bachelorstudiengänge an der ETH integriert werden soll. 

Was hat euch dazu bewegt dieses Projekt zu starten?

An der ETH erlernen Studierende viel wertvolles Wissen und Können, jedoch sind wir der Meinung, dass insbesondere überfachliche Kompetenzen bisher zu wenig vermittelt werden. Hierzu gehört z.B. die Zusammenarbeit in einem diversen Team, Kommunikation und gemeinsame Entscheidungsfindung, Selbstreflexion und die Fähigkeit Kritik zu erhalten und zu geben. Es gibt an der ETH bereits einige extracurriculäre Angebote, die solche Fähigkeiten fördern. Jedoch möchten wir alle Studierenden erreichen und nicht nur diejenigen, die es noch schaffen, zusätzlich zu ihrem Studium solche Veranstaltungen zu besuchen. 

Wie verliefen die Gespräche an der ETH?

ROSE ist auf die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teilen der ETH angewiesen, dies gilt insbesondere für die verschiedenen Departemente. In vielen Bereichen, besonders in der Lehre, arbeiten die Departemente sehr unabhängig voneinander und jede interdepartementale Zusammenarbeit ist mit einem hohen Koordinations- und Kommunikationsaufwand verbunden. Dies hat uns im bisherigen Prozess immer begleitet, und wir möchten auch etwas dazu beitragen, solches Zusammenarbeiten generell zu vereinfachen. 

Eine weitere Herausforderung war oft die Kommunikation über unser Projekt. Unter dem Begriff ‘Interdisziplinarität’ verstehen gefühlt alle etwas anderes und so sieht es auch mit anderen Begriffen wie ‘überfachliche Kompetenzen’, ‘Projektarbeit’, ’studentisches Projekt’ usw. aus. Eine gemeinsame Sprache zu finden ist wichtig und hier begrüssen wir sehr die Einführung des ETH Competence Framework, auf welches wir uns auch in ROSE stützen. 

Welche positiven Erfahrungen habt ihr während dem Prozess gemacht?

Es gibt an der ETH viele Personen die sich für eine Weiterentwicklung der Lehre einsetzen und einsetzen wollen und die auch bereit dazu sind Studierendenprojekte zu unterstützen. Generell erhielten wir oft positive Rückmeldungen dazu, dass das Projekt direkt von Studierenden kommt. 

Was wünscht ihr würden Dozierende anders machen?

Wir wünschen uns, dass häufiger Erkenntnisse der Lehrforschung und Erfahrungen von Lehrexpert*Innen direkt von den Dozierenden in den Unterricht aufgenommen werden. Wir denken, dass es hier noch viel Potential gibt, welches bei erhöhter Zusammenarbeit verschiedener Personen genutzt werden kann. 

Was würdet ihr gerne anderen Studierenden sagen, die auch Ideen haben?

Falls ihr coole Ideen habt, wie man Dinge an der ETH verändern könnte, ob im Kleinen oder im Grossen, zögert nicht die irgendwo einzubringen. Dies könnt ihr z.B. über euren Fachverein oder den VSETH tun, oder ihr informiert euch über die verschiedenen Möglichkeiten an der ETH Projekte vorzuschlagen. Wichtig ist dabei aber nicht zu vergessen, dass häufig nicht die Idee an sich wertvoll ist, sondern die konkrete Umsetzung davon. Beispiel ROSE: wir finden unsere Idee ist nicht sehr innovativ, der Grund für den bisherigen Erfolg liegt wohl mehr darin, dass wir ein Konzept erarbeitet haben, das zeigt, dass ROSE theoretisch umsetzbar ist. Ab nächstem Jahr geht es dann los mit der praktischen Umsetzung davon. 

Wenn Sie mehr über ROSE erfahren wollen können Sie über diese Emailaddresse Kontakt mit der Projektgruppe aufnehmen.

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