Durch die Zeiten der Technik

Das 21. Jahrhundert hat so einiges zu bieten – Smartphones, Navigationsgeräte, Glasfaserinternet und vieles mehr. Solche Meilensteine der Technik haben auch die Organisation innerhalb der Informatikdienste erheblich erleichtert. Wissen Sie noch, wie es war, als man brieflich Anträge auf Rechenzeit an der ETH stellen musste? Früher mühsamer Alltag, heute glücklicherweise eine Seltenheit.

Um Unterschiede wie diese wird es sich in diesem Blogpost handeln. Als jemand, der gerade erst das Erwachsenenalter erreicht hat und somit zu den Digital Natives gehört, ist für mich moderne Technik ganz normal. Bei Geschichten aus den vielen Jahren vor meiner Zeit wird mir zum ersten Mal klar, wie wenige Jahre es her ist, dass Technik noch ein Luxus war, den nur wenige geniessen durften. In Gesprächen mit Tilo Steiger (Gruppenleiter Speicher, ID SD), Fabio Consani (Gruppenleiter Portfoliomanagement, ID PPF) und Jürgen Winkelmann (Sektionsleiter Systemdienste, ID SD) bekam ich einen Einblick in die Anfangsperiode der Informatikdienste und die vielen Veränderungen, die es in dieser Zeit im technischen Bereich gab.

Chaos - Wie früher gearbeitet werden musste. Ein Student sitzt vor drei einzelnen Computern.
Chaos – Wie früher gearbeitet werden musste

Dies ist der zweite Teil der ID-Geschichte. Für den ersten Teil, wenn Sie mehr über das ID-Logo erfahren wollen, klicken Sie hier.

Am Anfang war der Computer…

Jeder von uns kennt das typische Bild eines Bürojobs. Eine einzelne Person, alleine inmitten von dutzenden anderen Leuten, acht Stunden am Tag. Der treue Begleiter: ein Computer. Egal wo, der kleine technische Freund ist eine Selbstverständlichkeit im heutigen Büroalltag. Doch so wie es heute ist, war es nicht immer. Was heute oftmals weniger Platz einnimmt als ein Bürostuhl, war früher enorm gross, füllte nicht selten ganze Räume. Zwar gibt es auch heute noch grössere Rechner, allerdings ist die Leistung von denen gigantisch – anders wie früher. Die Computer waren riesig und teuer, doch die Qualität war aus heutiger Sicht mehr schlecht als recht.

Obwohl die älteren Computer an Qualität mangelten, so konnte trotzdem nicht jeder einen Eigenen besitzen. Computer kosteten Tausende von Franken. War man auf einen Rechner angewiesen, musste man Rechenzeit mit einem Formular beantragen. Ein Papierformular! Heutzutage laufen solche allgemeinen Prozesse elektronisch ab. Und Rechenzeit ist ebenfalls kaum mehr notwendig, da die heutigen Bürorechner das meiste selbst können.

Cray und ist ein Supercomputer aus den 80ern. Er kostete damals 10 Millionen Schweizer Franken. Heute ist er von der Leistung her jedem Smartphone unterlegen.
„Ein Artikel aus der NZZ: Die möglicherweise teuerste Sitzbank der Welt findet sich im Gebäude CAB der ETH und heisst Cray. Ein Supercomputer aus den 80ern, Kostenpunkt etwa 10 Millionen Schweizer Franken. Heute ist er von der Leistung her jedem Smartphone unterlegen.“

Und es dreht, dreht, dreht

Ein spannendes Stück von Geschichte in Bezug auf Rechenzeit erzählte mir Tilo Steiger: Wurde der Antrag auf Rechenzeit bewilligt, musste man, um zum Raum mit den Rechnern zu gelangen, zuerst durch ein Drehkreuz. Warum? Die CRAY-Computer kamen von den Amerikanern. Diese wollten den Russen so kurze Zeit nach dem Kalten Krieg den Zugriff darauf verwehren. Würden nun doch Informationen an die Russen gelangen, so hätten die Amerikaner kontrollieren können, wer sich zu welchem Zeitpunkt im Raum aufgehalten hatte.

Die Schweiz inmitten eines Konflikts von zwei Weltmächten? Das hört man selten. Und die ID war live dabei!

ETH-Konto-Antrag VAX: "Antrag auf Rechenzeit", 1991
ETH-Konto-Antrag VAX: „Antrag auf Rechenzeit“, 1991

Millennium-Bug

Dass jeder einen einzelnen Antrag auf Rechenzeit stellen musste, führte zu einer Flut von Bürokratie. Warum kontrollierte man nicht einfach jede Person bevor sie in den Computer-Raum geht à la Flughafen? Schneller, zeiteffizienter und weniger Papierkram, dachte ich mir.

Für viele mag das wohl sehr unschuldig wirken, dass ich dachte, so würde es klappen. Tilo Steiger belehrte mich eines Besseren. Eine gute Begründung zur Benutzung der Computer war nötig, da ein grosser Mangel an Ressourcen herrschte.

Vor allem in der virtuellen Welt, in der jetzt alles unendlich scheint, sah es vor 30 Jahren noch ganz anders aus. Speicherplatz war ein rares Gut, das mit Sorgfalt gebraucht werden musste. So wurden zum Beispiel Codes so kurz wie möglich gehalten, denn bereits dies benötigte wertvollen Speicher. Die Jahreszahl wurde dabei stets auf die letzten zwei Zahlen abgekürzt, was schliesslich auch der Auslöser war für ein Ereignis, an welches sich jeder erinnern kann, der bereits damals mit Technik arbeitete: Der Millennium-Bug. Betriebssysteme, die von 97, 98, 99 auf 00 umschalteten, hielten das Jahr 2000 für das Jahr 1900. Dies führte zu falschen Sortierungen, Fehlinterpretationen von Daten und vielen weiteren Problemen. Auch die Informatikdienste wurden mit dem Millennium-Bug konfrontiert. Aus diesem Grund mussten jegliche Codes und vieles mehr gepatcht werden, bevor das Jahr 2000 die Technik erreichte. Dutzende waren in diese Prozesse involviert, weshalb es für viele auch noch eine sehr lebhafte Erinnerung ist und zeigt, was IT alles kann.

Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Millennium-Bug?

Schreiben Sie uns Ihren Kommentar wie Sie den speziellen Jahreswechsel erlebt haben.

ITSM

Dies war ein kurzer Einblick in die Geschichte der modernen Technik. Und so gern wir alle Änderungen auflisten würden, der Artikel würde kein Ende mehr nehmen. Doch ein Hauptprotagonist wurde noch nicht erwähnt. In einem separaten Post wird es noch einen Einblick in diese wichtige Änderung geben – ITSM. Seid gespannt!

More / ID-Geschichte

Wer weiss etwas?

Zu einem späteren Zeitpunkt möchte ich mich noch gerne an einen Post zum Rechenzentrum wagen. Wer etwas Spannendes darüber weiss oder jemanden kennt, kann sich gerne bei mir melden!

Kontakt

  • Sabine Hoffmann, ID PR & Kommunikation, Informatikdienste
  • Text von Kaja Walter, ID PR & Kommunikation

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1 comment on «Durch die Zeiten der Technik»

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