IT Lehrlabor – «IT Berufslehre an der ETH» – pimped up, Episode 2

Dies ist der zweite Teil von dem Rückblick. Den ersten noch nicht gelesen? Klicken Sie hier.

Das frisch gegründete IT Lehrlabor lag zuerst in Peter Kesslers Verantwortung, doch eigene Mitarbeitende, die stets vor Ort sein konnten, wurden dringend gebraucht. So begann die Suche nach einer passenden Team-Ergänzung – und sie trug Früchte. Ab Februar 2017 übernahm Marc Winkler die Gesamtverantwortung und Leitung der Ausbildungsstelle. Mitte 2019 kam als Unterstützung Martin Schneider dazu[1].

Marc Winkler (links) und Martin Schneider (rechts)
Marc Winkler (links) und Martin Schneider (rechts)

Nun hatte das Lehrlabor alles und war endlich eigenständig und komplett einsatzbereit. Doch was hat sich nun geändert zu der Situation vorher? Was macht das IT Lehrlabor so besonders? Da Fabio Consani nach der Gründung kaum noch mit dem Projekt zu tun hatte, wendete ich mich an jemanden, der mir brandaktuelle Informationen geben kann: Meine Neugier führte mich zu Marc Winkler. Vor Ort konnte ich mir gleich ein eigenes Bild machen. In einem Gebäude einige Meter abseits vom Zentrum der ETH Hönggerberg, eingerichtet in Kleinbüros, können sowohl Mitarbeitende als auch Lernende ihre Arbeit in Ruhe erledigen, die Atmosphäre erinnert mehr an eine kleine Wohnung als an einen Arbeitsplatz. Ausgestattet mit Küche, einer grossen Terrasse mit Aussicht auf die Stadt und einem sehr offen gestalteten Aufenthaltsraum, bietet das IT Lehrlabor einen optimalen Platz für die angehenden Informatikerinnen und Informatiker. Hier konnten sich die Lernenden auch endlich mühelos untereinander austauschen und sich so auch mit Problemen an Gleichaltrige wenden. Das Team hat ganze Arbeit geleistet und unter der Führung von Marc gedeiht das Lehrlabor kontinuierlich und verbessert sich von Tag zu Tag. 

2016: Die Informatiklernenden richten sich in den neuen Büros ein
2016: Die Informatiklernenden richten sich in den neuen Büros ein

Doch wie funktioniert nun das Ganze? 

Die Ausbildungsstätte ist vergleichbar mit einer Werft, sagt Marc. Die Werft baut die Schiffe und übergibt sie dann dem Auftragsgeber. Was danach passiert, haben sie nicht mehr in der Hand. Ähnlich dem Lehrlabor-Konzept: Sie bieten den Lernenden einen Ausbildungsplatz, danach schicken sie sie in die weite Welt. Während ihrer Zeit im Lehrlabor verfügen sie stets über Hilfe, die sie beanspruchen können.

Die meisten Lernenden sind nur ein Jahr im IT Lehrlabor, danach sind sie ganz normal alleine oder zu zweit einer Lehrmeisterin bzw. einem Lehrmeister unterstellt. Scheint simpel, und doch liegt genau hier die Innovation der neuen Ausbildungsstätte: Die noch sehr jungen Teenager können sich innert einem Jahr stressfrei langsam an den Alltag einer erwerbstätigen Person gewöhnen, sodass sie die folgenden drei Jahre mit mehr Selbstsicherheit und Eigenständigkeit ihre Arbeit erledigen können. Dies ist eine gewaltige Entlastung sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden und dass dies möglich ist, verdankt die ETH einzig und allein diesem kleinen Team, welches sich so stark für die Sache eingesetzt hat.

Doch das IT Lehrlabor setzt sich noch anderweitig ein. In den vergangenen Monaten engagierte sich Marc Winkler ebenfalls bei der EFZ-Umorientierung. Diese möchte, dass Informatiker/innen nur noch eine kurze Grundausbildung geniessen. Danach sollen sie ähnlich einem Studium eine eigene Zusammenstellung ihrer Schwerpunkte mit Hilfe von Modulen treffen können. So kann jede und jeder angehende Informatiker/in sich distinguieren und seinen Marktwert durch mehr spezifisches Fachwissen steigern. 

Zusätzlich ist das IT Lehrlabor auch an den Informatiktagen und dem Zukunftstag an der ETH aktiv und begeistert jährlich Dutzende von Kindern und Jugendlichen auf spielerische Weise für technische Fachrichtungen.

2018: Die Lernenden programmieren mit Primarschülern ein Spiel. Wer von ihnen wohl in die Fussstapfen unserer fleissigen Helfer tritt?
2018: Die Lernenden programmieren mit Primarschülern ein Spiel. Wer von ihnen wohl in die Fussstapfen unserer fleissigen Helfer tritt?

Das Lehrlabor scheint ein voller Erfolg aus Mitarbeitenden-Sicht. Wie steht es um die Lernenden?

Michel Gröbli (Angehender Systemtechniker, ID PPF), schliesst seine Lehre voraussichtlich im Sommer 2020 ab und gehörte zu den ersten, die im IT Lehrlabor ihre Ausbildung begonnen haben. Im Gegensatz zu anderen Lernenden, verbrachte er nicht nur das erste Jahr dort, sondern auch seine letzten 1.5 Jahre mit Marc Winkler als Berufsbildner. Man könnte schon fast sagen, er wuchs mit dem Lehrlabor zusammen auf. Was sich über die Zeit im Labor geändert hat? «Struktur», antwortet Michel. Wo er früher einiges seiner verfügbaren Zeit «abgesessen» hat, ist er nun in einem sehr geregelten Arbeitstag angelangt, mit vielen Aufgaben zum Bewältigen. Man merkt, dass sich sowohl Infrastruktur als auch Lehrplan immer mehr weiterentwickelt haben. Seine Lehrzeit war sehr ausgeglichen; praxisnahe, aber auch genug Theorie, um sein Wissen zu vertiefen. Bereit auf seinen bevorstehenden Beginn komplett in der Arbeitswelt fühlt er sich auf jeden Fall.

2016: Der erste Jahrgang, welcher im Lehrlabor ausgebildet wurde. Dieses Jahr machen sie ihren Abschluss
2016: Der erste Jahrgang, welcher im Lehrlabor ausgebildet wurde. Dieses Jahr machen sie ihren Abschluss. Wir gratulieren!

Das IT Lehrlabor ist ein voller Erfolg und wird die ETH auch noch viele weitere Jahre in ihrer Mission unterstützen: jungen, technikinteressierten Menschen eine gute Fundierung für ihren Eintritt in die Erwachsenenwelt bieten. 

Text von Kaja Walter, PR & Kommunikation der Informatikdienste

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ID- & ETH-Geschichte


[1] Peter Kessler: «Im Projekt-Team waren wir überzeugt, ein super Konzept erstellt zu haben und nun hatten wir auch noch die besten Leute für die Lernenden-Betreuung und Ausbildung gefunden.»

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