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Pilot am D-INFK: Blended Learning Kurs “Didactic Basics for Student Teaching Assistants”

Als wichtiger Bestandteil von innovativer Lehre an der ETH Zürich, haben sich Online-Lernangebote in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Vor allem der Ansatz des Blended Learning sowie das Konzept des Flipped Classroom, mit der Verknüpfung von Online-Selbstlernphasen und kooperativem Präsenzlernen gewinnen immer mehr an Bedeutung. 

Die didaktische Ausbildung für studentische Lehrassistierende an der ETH Zürich nimmt diesen Trend auf und setzt ihn zielgruppenorientiert um: Daher befindet sich das Kursangebot derzeit im Wandel – aus einer klassischen Präsenzveranstaltung soll zukünftig ein Blended Learning Kursangebot für alle Hilfsassistierenden mit Lehraufgaben entstehen. 

Zur didaktischen Ausbildung von Hilfsassistierenden bietet das LET seit vielen Jahren entsprechende Kurse an, bei denen das Lernen zu ca. 80% in Präsenz und ca. 20% des Lernens online stattfindet. Da die didaktischen Kurse für Lehrassistierenden immer besser besucht werden und die Skalierung der Präsenzkurse eine natürliche Grenze hat, wurde vor einiger Zeit mit der Konzeptplanung eines Blended Formats begonnen. Nach eigenen Videoproduktionen und mehrmaligen Feedbackschleifen mit ehemaligen Lehrassistierenden konnte ein erster Pilot im Sommer 2019 fertiggestellt und im HS 2019 für die Hilfsassistierenden am D-INFK angeboten werden. Für die erste Durchführung entschieden wir uns, Präsenzkurs und Onlinekurs parallel anzubieten und die Studierenden selbst aussuchen zu lassen, welches Format sie bevorzugen: Für den neuen Blended Learning Kurs am D-INFK registrierten sich 88 Teilnehmende, während am “klassischen” Präsenzkurs lediglich 16 Studierende teilnahmen. Bereits an dieser Verteilung beim Pilotkurs wird deutlich, dass die Lehrassistierenden ein flexibles Format bevorzugen, wie wir dies mit dem neuen Blended Learning Kurs “Didactic Basics for Student Teaching Assistants” anbieten. Bei dem neuen Kurskonzept ist das Verhältnis zwischen Online- und Präsenzlernen genau umgekehrt zum bisherigen Konzept: ca. 80% des Lernens findet nun online anhand von Lernvideos und anderen Online-Lernmaterialien statt, während der Transfer des Gelernten in einem Präsenztermin umgesetzt wird und weiterhin Peer Hospitationen (gegenseitige Unterrichtsbesuche) stattfinden, die zusammen ca. 20% des Gesamtaufwands für die Teilnehmenden ausmachen.

Die Online-Lernumgebung in Moodle stand den angemeldeten Teilnehmenden zum Beginn des Herbstsemester 2019 zur Verfügung und begann mit einer dreiwöchigen Startphase, um den unterschiedlichen Anstellungszeitpunkten von Hilfsassistierenden gerecht werden zu können. Nach dieser Ankunftsphase wurden dann im wöchentlichen Rhythmus die vier Kapitel des Online-Kurses veröffentlicht.

Die vier Kapitel des Onlinekurses beinhalten die folgenden didaktischen Themengebiete: 

  • Getting started with your course planning
  • Presentation and communication in class 
  • Activating students in class
  • Feedback & Assessment 

Im ersten Teil des Kurses reflektierten die Teilnehmenden ihre Rolle als Hilfsassistierende und erstellten einen Plan für eine Übungsstunde mit den dazugehörenden Lernzielen. Die Basis für die Erreichung der jeweilige Kompetenzstufe in den Kapiteln wurde durch vom LET produzierte Videos und mit den Videos verknüpften Aufgabenstellungen geschaffen.  Mit Ausnahme vom dritten Kapitel enthält jedes Kapitel 1-3 Videos, welche wichtige Inputs zu den jeweiligen Hauptthemen geben. Am Ende von jedem Kapitel gab es zudem eine Reflexionsaufgabe, die eine individuelle Rückschau der Hilfsassistierenden auf Ihre wichtigsten Erkenntnisse ermöglicht und mit der eine Konsolidierung des Wissens erreicht werden soll.  

Nach Abschluss der vierwöchigen Onlinephase fanden mehrere Transferworkshops in Form von Mittagsveranstaltungen in Kleingruppen mit jeweils 20-23 Personen statt. An diesen Präsenzterminen hatten die Hilfsassistierenden die Möglichkeit, die Lerninhalte aus der Onlinephase zu vertiefen und mit Peers sowie den Kursleitenden zu diskutieren. Zudem wurden am Präsenztermin Tandems für die Peer-Hospitation gebildet, deren Ergebnisse wiederum online präsentiert und diskutiert werden.

Bei den Transferworkshops wurden die Lerninhalte aus dem Onlinekurs mit eigenen Erfahrungen in der Lehre verglichen und gegenseitiges Feedback zu individuellen Lösungsansätzen der Aufgabenstellungen, wie z.B. dem Lesson Plan für eine Übungsstunde gegeben. Zum Abschluss des Onlinekurses wurde eine finale Reflexionsaufgabe gestellt, um den Hilfsassistierenden die Möglichkeit zu geben, ihre neue Sicht auf das Lehren und Lernen in Übungen in eigene Worte zu fassen, diese mit der vorhergehenden Sichtweise zu vergleichen und den Kurs in seiner Gesamtheit nochmals Revue passieren zu lassen. 

Insgesamt beinhaltet der Onlinekurs zehn schriftliche Leistungsnachweise, welche von den Teilnehmenden arbeitet und eingereicht werden müssen. Zusätzlich gehören die beiden Onlinebefragungen am Anfang und am Ende der Kurses, die Teilnahme am Transferevent und die Peer-Hospitation ebenfalls zu den Pflichtaufgaben des Kurses. Die Deadline für die Abgabe aller Leistungsnachweise steht noch bevor. Aus diesem Grund ist noch keine Aussage darüber möglich, über wie viele Lehrassistierenden den Onlinekurs erfolgreich bestanden haben. 

Die grosse Herausforderung bei der Erstellung eines Onlinekurses ist die Vorausplanung. Der gesamte Kurs sowie sämtliche Materialien und Abläufe müssen vor Kursbeginn vollständig feststehen. Aufgaben und Leistungsnachweise sollten von Anfang an klar definiert sein, damit die Teilnehmenden den Arbeitsaufwand einschätzen können. Eine weitere wichtige Überlegung ist die der Kommunikation zwischen Kursleitenden und Teilnehmenden: Wie soll die Kommunikation erfolgen? Innerhalb von welchem Zeitraum können die Teilnehmenden mit einer Rückmeldung rechnen? Wie bewerkstelligen wir die Rückmeldungen bei einer Vielzahl an Teilnehmenden? Klar festgesetzte Regelungen sind notwendig, um den reibungslosen Ablauf des Blended Learning Kurses zu gewährleisten. Zusammengefasst muss eine klare Struktur, vordefinierte Prozesse und eine sorgfältige Vorausplanung gegeben sein, um einen Onlinekurs erfolgreich durchführen zu können. 

Anhand des positiven Feedbacks der Teilnehmenden sehen wir in Blended Learning Kursen eine neue Perspektive für didaktische Kursangebote an der ETH Zürich. Zudem haben wir festgestellt, dass der Onlinekurs hinsichtlich Ablauf und Struktur noch weiterentwickelt und ausgebaut werden muss. Beispielsweise haben sich die teilnehmenden Studierenden gewünscht, dass gewisse Inhalte des Kurses bereits zu einem früheren Zeitpunkt freigeschaltet werden sollen, damit die Teilnehmenden diese bereits für ihre erste Übungsstunde als Lehrassistierenden einsetzen können. Die stärkere Orientierung an der Lehrpraxis der Teilnehmenden steht daher ganz oben auf unserer Agenda für die Weiterentwicklung des hybriden (Verknüpfung von Online- und Präsenzlernen) Kursangebots.

Ausblick

Für das Frühjahrssemester 2020 ist geplant, den Blended Learning Kurs für Hilfsassistierende aus anderen Departementen anzubieten. Inhaltlich soll die Transferveranstaltung verlängert werden, um ein Microteaching (Simulation von Unterrichtssituationen) einbauen zu können und den Kurs damit noch praxis- und transferorientierter gestalten zu können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung des Onlinekurses ist die Produktion von weiteren Videos zu verschiedenen Themen der Hochschullehre. Dabei setzen wir den Akzent auf realitätsnahe Inhalte, in denen didaktische Themen anhand von realen Unterrichtssituationen erklärt werden. Didaktische Themen sollen daher auch zukünftig weder durch Animationsvideos noch durch idealisierte oder nachgespielte Unterrichtssequenzen thematisiert werden, sondern anhand von realen Situationen aus unterschiedlichen Übungen und Lehrveranstaltungen. Diese realitätsnahe Form von Lernvideos findet sich bislang eher selten, da es nicht einfach ist, die komplexen sozialen Interaktionen im Unterricht zu extrahieren und aufzuzeigen. Unserer Erfahrung nach haben jedoch die realen Unterrichtssituationen einen stärkeren Lerneffekt als nachgespielte Szenen. Und die Rückmeldungen der Studierenden bestätigen diese Überlegung, weshalb wir überzeugt sind, dass sich der Aufwand für diese Art von selbstproduzierten Videos aus pädagogisch-didaktischen Gründen langfristig auszahlen wird.


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Flipped learning helps evaluation of health delivery systems

When it comes to medical device and health services development, it is essential to conduct a rigorous analysis and propose fitting solutions. These should cover the specific situations that impact the user and the country’s system within which they are delivered. This not only requires knowledge in medical device evaluation and regulation, but also “soft” skills such as empathy. In order to maximise opportunities for his students to develop these competences, Prof. Dr. Walter Karlen flipped his class so that his students could practice the skills he intends for them to learn. The course in question is called Appropriate Health System Design, an elective course open to all master students of ETH.

What triggered this approach?

Comprehensive analysis and human centred design are very important competences in Dr. Karlen’s field. Encouraged and informed by what he learned in the didactic course Teaching at ETH: Committed and skilled, he adjusted his course design to become almost entirely flipped.

What exactly did he do?

Students work in groups to work their way through the challenges he sets for them every week. Readings assigned as homework prepare students to solve problems together during class time, while he is there to advise and support them. Using the principles learned during the didactic course, he ensures that he consolidates the results of their group activities and are shared in an online book so all students can benefit. This also means he can provide feedback on their progress towards the learning objectives.

Students attempt to improve existing devices (such as a standard asthma inhaler or an x-ray machine) or systems within which these devices are delivered. They do this according to the unique needs of fictional personas they collectively developed in the first weeks of the course. Then, they develop prototypes and evaluate them for appropriateness. They present their results in a final graded poster presentation to their peers and a panel of experts.

What were the results?

The response of the students has been very positive. They complimented the interactive course design and rated the course highly in the most recent evaluation. “I believe the students are inspired more. They will certainly remember this course next time they see a medical device. Even though adjusting the course plan has taken time, the effort was well worth it.”

 

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