25 Jahre ETH durch die Augen einer Engländerin

Herzlichen Glückwunsch, Melanie Müller!

Um Himmelswillen! Bin ich wirklich bereits schon 25 Jahre an der weltrenommierten und mir enorm ans Herz gewachsenen ETH Zürich? Damals wollte ich nur ein Jahr in der Schweiz bleiben und bin doch dann etwas länger aufgehalten worden (British understatement). Auch an der ETH wollte ich nur temporär arbeiten und auch sie liess mich nicht mehr los. Nanu, man kann nicht immer alles planen. „Es chunnt (oft), wie’s (halt) chunnt!“

 

learning by doing and hands on

Die ersten paar Monate an der ETH habe ich am Betriebswirtschaftlichen Institut (BWI) an der Zürichbergstrasse bei Prof. Tschirky verbracht. Damals waren Computer immer noch relativ neu. Es galt „learning by doing“ and „hands on!“ mit GEM, VisiCalc, DOS, Framework, Olivetti & Co. Eine sympathische Australierin namens Robyn Allen, die damals bei den Informatikdiensten arbeitete, warb mich bald vom BWI mit einem verlockendem Angebot ab: „Du, wir haben niemanden mehr, der die Mac-Bestellungen bei uns betreut. Willst Du das machen?“ Ich habe mich in meinen Mac vom ersten Moment an verliebt. Er sprach mein englisches Herz wirklich an. Er war (und ist immer noch) farbiger, „flamboyanter“, intuitiver und ästhetischer als jeder fade und herkömmliche PC (tell me whatever you like!). Auf alle Fälle ist das meine leicht subjektive Meinung zum Thema. Sogar die Mac-Fachzeitschriften am Kiosk liessen meine Taktfrequenz etwas höher schlagen, als ihre glanzlosen DOS-Pendants.

Bei Apple Schweiz mussten wir damals sämtliche Hardware-Bestellungen in einer sog. Sammelbestellung alle paar Monate zusammenfassen. Bei einem verpassten Bestelltermin mussten unsere Benutzer relativ lang auf den nächsten Termin warten. Das Bestellsystem musste dringend überarbeitet werden. Zudem mussten damals sämtliche Bestellungen via die EDMZ in Bern abgewickelt werden, bevor die ETH Zürich endlich autonom wurde. Dies führte ebenfalls zu Verspätungen bei den Auslieferungen. Als mein damaliger Chef, Franz Karli, die ETH im Mai 1989 verliess, übernahm Jörg Heiniger seine Stelle. Das Hardware Bestellwesen wurde über die Jahre hinweg stark verbessert (Autonomie der ETHZ von der EDMZ, engere Zusammenarbeit mit Lieferanten, eigenes Bestellprogramm, Internet, Emails). Wir brachten es so weit, dass wir die Computer oft am gleichen Tag bestellt haben, wie die Informatikanträge bei uns eingetroffen sind, etwas worauf wir stolz waren.

Nach Hardware auch noch Software

Aber am Schluss kam alles doch noch anders. Im Jahre 2000 wurde die PC-Beratung aufgelöst. Danach konnten/mussten alle ETH Institute ihre Hardware selber direkt bestellen, statt über uns zu gehen. Fortan durfte jeder das Rad hundertmal selber neu erfinden. Statt einem Ansprechpartner hatten die Lieferanten neuerdings hunderte davon, was sie sicherlich auch gefreut hat. Wegen einem neuen Job habe ich mich dann intern bei Ralph Curschmann gemeldet. Ich überlegte mir, dass ich nach Hardware auch noch Software einkaufen könnte. Ralph hat mich mit offenen Armen angenommen (gell, Ralph?). Bald stellte ich fest, dass mir die Beschaffung von Software auch sehr lag. Ein Bonus war, dass ich meine Muttersprache mit den ausländischen Firmen gut gebrauchen konnte, natürlich auch beim Support der ausländischen Mitarbeiter und Studenten an der ETH.

Die Zügelkartons wurden oft gepackt

Ich muss ehrlicherweise zugestehen, dass ich den Überblick über die vielen Gruppen und Abteilungen, wo ich über die Jahre angegliedert war, inzwischen beinahe verloren habe. Im letzten Jahr allein war ich Mitglied von drei verschiedenen Abteilungen (ID API, ID SD und heute ID PPF). Viele Stempel habe ich aus rein nostalgischen Gründen aufbewahrt. Da waren die PC-Gruppe, PC-Beratung, Beschaffung, Einkaufsunterstützung, Beschaffungskoordination und Beratung. Geschweige denn all die verschiedenen ETH-Häuser, die ich bewohnt habe (HAW, SOT, SOW, WEP, STB). Ja, es gab einige Umzugstermine. Immer eine gute Gelegenheit die Schränke auszuräumen und gut geordnet neu durchzustarten.

ETH Zürich Highlights

Einige Höhepunkte, die ich dank der ETH Zürich erleben durfte, waren z.B. Steve Jobs live in Cupertino, seine Hoheit der Dalai Lama beim 150 Jahre ETH-Jubiläum im ETH-Hauptgebäude, das 1. Geburtstagsfest vom Apple PowerPC auf dem Schilthorn mit Feuerwerk und gigantischer Geburtstagstorte, um nur ein paar wenige Highlights zu nennen. Der Alltag an der ETH Zürich sieht nicht minder erfreulich aus. Jeden Morgen freue ich mich nach wie vor auf den schönen Anblick meines iMacs, der mich im Büro tagtäglich treu begrüsst. Believe it or not…

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