rich and Web 2.0 applications are in perpetual beta state

die reise nach lyon begann mit einem sprint von unserem haus zur bushaltestelle. als dann auch 8 minuten nach der fahrplanmässigen abfahrt noch immer kein bus aufgetaucht war, rief ich meine frau an, damit sie mich zum bahnhof brachte. auf dem weg dorthin sahen wir dann das postauto neben der strasse stehen, es hatte offensichtlich eine panne – das fing ja gut an !

der rest der reise nach lyon verlief dann aber problemlos, auch wenn die SNCF vermutlich die ältesten noch verfügbaren wagen im einsatz hatte und der rücken schon nach 45 minuten fürchterlich schmerzte. im zug traf ich auf erik wilde, einen alten bekannten und ebenfalls treuen besucher der webkonferenzen. lyon empfing uns mit einem wolkenbruchartigen regen, so dass wir beide vom bahnhof so rasch als möglich ins hotel flüchteten ohne irgend etwas von der stadt zu sehen.

auch heute morgen war das wetter trüb, kalt, grau und nass, so dass es mir besonders leicht fiel, im modernen konferenz zentrum den präsentationen zu folgen. am morgen besuchte ich die parallel zur webkonferenz stattfindende W4A-konferenz (Web for all – accessibility). philip ackermann vom frauenhofer institut präsentierte ein interessantes framework, welches es erlaubt, inhalte für personen mit besonderen anforderungen zu modifizieren. das framework ermöglicht im wesentlichen inhalte zu entfernen, neue inhalte zuzufügen oder bestehenden inhalt zu verändern und so dem endgerät, bzw. den fähigkeiten der person anzupassen. auf diese weise können z.b. bilder ausgefiltert werden, wenn der besucher bzw. die besucherin einen braille-reader benutzt. oder bilder können für personen mit einer sehschwäche vergrössert und/oder durch texte ergänzt werden. das frauenhofer institut hat aber auch ein interessantes angebot um websites in bezug auf zugänglichkeit zu pürfen, siehe http://imergo.com/

es folgten zahlreiche vorträge zum thema evaluation der zugänglichkeit. man war sich einig, dass es nach wie vor keine möglichkeit gibt, die barrierefreiheit ausschliesslich automatisch zu überprüfen. um die zugänglichkeit gemäss den W3C accessibility guidlines zu gewährleisten, müssen auch immer manuelle tests durchgeführt werden. unter http://www.w3.org/WAI/ER/tools/ findet man eine liste von accessibility evaluation tools.

eine automatische überprüfung wäre aber sehr wünschenswert, denn diese tests müssen immer wieder und in immer kürzeren abständen gemacht werden. wie eine sprecherin sagte: „rich and Web 2.0 applications are in perpetual beta state“ – was heissen will, diese applikationen werden laufend weiterentwickelt. facebook, youtube, Google usw. werden immer wieder mit neuen eigenschaften und funktionen ausgerüstet, diese sollten auch immer wieder in bezug auf barrierefreiheit überprüft werden. dies gilt natürlich auch für „gewöhnliche“ webauftritte, welche ja üblicherweise ebenfalls laufend ändern.

am nachmittag besuchte ich das HTML 5 tutorial des W3C. es wurden weitere details des neuen standards vorgestellt, der aber nach wie vor nicht verabschiedet ist und entsprechend immer noch experimentellen status hat. vorgestellt wurden zum einen diverse neue input fields, welche javascripts weitgehend unnötig machen – wenn denn einmal alle gängigen browser HTML 5 unterstützen. gezeigt wurde z.b. ein eingabefeld für ein datum, welches verschiedene kalender darstellen kann, ein eingabefeld für email adressen, welches zum einen eingabehilfen anzeigt, zum anderen die adresse of korrekte form überprüft. dann gibt es die möglichkeit, eingabewerte statt als text über einen schieber festzulegen und es gibt die möglichkeit, den standort des browsers abzufragen, was natürlich vorallem bei mobilen geräten sinn macht. dabei kann entweder ein integriertes GPS oder die ortsinformation des telefonanbieters genutzt werden oder aber die person gibt den standort manuell ein. schliesslich wurden diverse erstaunliche anwendungen des neuen canvas-elementes gezeigt, welches nicht nur zum zeichnen verwendet werden kann, sondern z.b. auch zur ausgabe animierter bilder oder videos. die slides findet man unter http://mainline.essi.fr/HTML5slides/index.html aber die demos funktionieren nur mit einem HTML 5-kompatiblen browser wie Google Chrome, Opera oder IE 10 unter Windows 8.

zum ersten mal gehört habe ich hier den begriff „websockets“. dabei geht es um ein neues protokoll, welches auf HTTP aufsetzt und eine bidirektionale verbindung zwischen server und client mit viel geringerem netzwerk-verkehr ermöglicht. websockets sind ein teil des HTML 5 spezifikations-entwurfs, siehe www.websocket.org

zum schluss des langen tages werde ich nun zusammen mit den beiden kollegen der uni zürich überprüfen, ob die französische küche auch in der stadt lyon ihrem hervorragenden ruf gerecht wird …

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