Herzlichen Glückwunsch, Ralph Curschmann

Wir gratulieren zum 30-jährigen ETH-Jubiläum.

Vom Lizenzmanagement zum SAM

Im Blogbeitrag zu meinem 25jährigen Jubiläum habe ich die Entwicklungen der 25 Jahre Lizenzmanagement aufgezeigt. Natürlich ist die Zeit nicht stehengeblieben, ich feiere mein 30jähriges Jubiläum, und das Lizenzmanagement entwickelte sich weiter zum „SAM“ (Software Asset Management).

Ich möchte in diesem Blog nun erläutern, was „SAM“ ist und was dies für meinen Job bzw. für mich persönlich bedeutet.

Was ist SAM?

SAM kümmert sich um Compliance, Kosten und Transparenz bezüglich der Nutzung der Software-Assets in einer Firma, und den damit verbundenen Risiken. Der Compliance-Aspekt wurde bereits im letzten Blogbeitrag erläutert. Er hat sich bezüglich Risiken insofern akzentuiert, dass nun vermehrt auch Hochschulen von Audits und Lizenzplausibilisierungen seitens der Hersteller betroffen sind. Auch das Thema Softwarepiraterie nimmt mittlerweile einen gewissen Stellenwert ein.

SAM entwickelt für die Behandlung dieser Aspekte neue Prozesse und unterstützt die notwendige Governance. Dieses Thema hat wegen der damit verbundenen Risiken insgesamt eine höhere Management-Attention erfahren.

Technisch gesehen wurde nach der Phase der Virtualisierung das Thema Cloud angegangen, und damit werden nun auch wieder vermehrt Kostenfragen aufgeworfen: SAM hilft dabei, Kosten bei abonnierten Diensten zu identifizieren, zu messen, zu steuern und auch ggf. rückzuverrechnen.

Generell geht es bei SAM neben den Fragen zu Compliance und Kosten vor allem um innerbetriebliche Transparenz: Je genauer eine Organisation ihre Prozesse und Zuständigkeiten und die dort anfallenden Kosten und Risiken kennt, desto agiler wird sie.

Die Verbesserung der Agilität und die Behandlung der o.g. Risiken sind die beiden Hauptgründe für SAM-Aktivitäten.

Der Software-Lifecycle

SAM schafft diese Transparenz indem es den gesamten Lifecycle einer Software begleitet. Dieser wird allgemeinhin in fünf Phasen eingeteilt: In Phase 1 (Portfolio) wird ein Bedarf für ein Produkt bzw. eine Funktionalität eruiert. SAM hilft hier mit, in einer frühen Phase – also noch vor der Beschaffung – die wichtigsten Aspekte beispielsweise bezüglich Nutzungsbedingungen einzubringen, damit später keine „Überraschungen“ entstehen.

In Phase 2 (Einkauf) begleitet SAM den Beschaffungsprozess und sorgt dafür, dass z.B. die optimalen Lizenzmetriken berücksichtigt werden, um möglichst kostengünstig einzukaufen.

In Phase 3 (Deployment) steht SAM den Deployment-Managern beiseite, um eine ordnungsgemässe – d.h. vertragskonforme – Verteilung der Software zu gewährleisten.

In Phase 4 (Nutzung) geht es um die eigentliche Verwendung der lizenzierten Produkte. SAM muss hier darauf einwirken, dass Endbenutzende über die Nutzungsregeln informiert sind und prüft und vermisst diese Nutzung regelmässig. Diese Nutzungsmessungen bzw. Inventarisierungen liefern wertvolle Daten, welche SAM-optimiert dann zentralen wie dezentralen Einheiten verfügbar gemacht werden. Diese veredelten SAM-Daten unterstützen Transparenz und Agilität in der Unternehmung.

In der fünften und letzten Phase (Ersatz/Ausmusterung) geht es darum, das eingesetzte Produkt ausser Betrieb zu nehmen bzw. geeignet zu ersetzen – beispielsweise durch eine neuere Version oder gar ein anderes Produkt. Die Ausserbetriebsetzung muss protokolliert werden und ggf. der Prozess von Phase 1 (Bedarfsermittlung) eingeleitet werden.

Und was bedeutet das für mich?

Für mich persönlich bedeutet das einerseits eine Fokussierung meiner Arbeit auf SAM. Während ich vor 5 Jahren noch stark im Einkaufsprozess (Stichwort Einkaufsunterstützung) oder auch in Teilen des Deployment-Prozesses (Stichwort „IDES“ Softwareverteilung) involviert war, begleite ich diese Prozesse nun als SAM-Manager im Rahmen des Software-Lifecycles. Dies bedeutet für mich persönlich zunächst einmal ein „loslassen“ von bisher ausgeübten Tätigkeiten. Auch organisatorisch bin ich dadurch neu eingereiht worden. Die tiefgreifendste Änderung war aber der notwendige Aufbau des Know-hows für diese intensiven SAM-Tätigkeiten. Ich durfte mir dieses Know-how in und neben der ETH Zürich im Rahmen von diversen Projekten erarbeiten.

Eine Reihe von ETH-Projekten im SAM-Bereich führten und führen nun zu einer Professionalisierung und besseren Strukturierung des „SAMS“ (Software Asset Management Services) an der ETH. Diese Arbeit ist anspruchsvoll aber sehr befriedigend, weil sie einerseits sehr innovativ ist und viele neue Technologien und Prozesse hervorbringt. Andererseits hat diese Tätigkeit für mich nun viele neue Kontakte und Kollaborationen zur Folge. Ich bin deshalb heute um einiges näher bei den Kunden als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war, und der Austausch und die Kommunikation mit diesen „Stakeholdern“ macht mir viel Freude, die Herausforderungen des SAM halten mich auf Trab.

Ralph Curschmann 2020

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