Educational spaces: Lernen an und von der TU Delft

Learning oder Educational spaces sind im akademischen Kontext Räume, die speziell für die Lehre und das Lernen ausgestattet sind.

An der ETH Zürich sind das derzeit 71 Hörsäle und 121 Seminarräume, die von den Multimedia Services technisch ausgestattet werden. Ein Besuch der TU Delft offenbarte, dass in diesem Bereich konzeptionell und organisatorisch Verbesserungen nötig sind, um den sich wandelnden Anforderungen von Seiten der Lehrenden und der Studierenden gerecht zu werden.

Innovative Lehre verlangt neue Räume

Die Lehre und das Lernen verändern sich auch an der ETH Zürich auf Basis didaktischer Impulse einerseits, technischer Innovationen andererseits: Während die Ablösung der Hellraumprojektion durch den Beamer ebenso zu Letzteren gehört wie die Verfügbarkeit mobiler Geräte auf Seiten der Studierenden, sind Diskussionen in Kleingruppen, der «flipped classroom» oder das kollaborative Arbeiten didaktische Konzepte, die Lernqualität und -ergebnisse verbessern sollen. Die Realisierung solcher Konzepte benötigt in der Regel eine Infrastruktur, die über den Einbau oder die Nutzung von Geräten hinausgeht und eine geeignete Möblierung, räumliche Ausstattung und bauliche Massnahmen verlangt: Wenn etwa der «flipped classroom» im Hörsaal Diskussionen und Gruppenarbeit verlangt, dann wird das durch die Anlage des Hörsaals erschwert, in der die Studierenden bei vorhandener Bestuhlung keine Gruppen bilden können, weil passende Sitzgelegenheiten, Arbeitsfläche und (Steh-)Platz fehlen.

Best practice: TU Delft

CC by nc sa (Delft University of Technology)

Dass es anders geht, haben uns kürzlich die Kollegen der TU Delft gezeigt, die mit ihrem «Cookbook Education Spaces» (http://homepage.tudelft.nl/9c41c/Cookbook_Education_Spaces_v2_0.pdf) schon vor längerer Zeit unser Interesse geweckt hatten: Dieses enthält eine Liste definierter Hörsaaltypen, die für ihrerseits definierte oder auch flexible Lehr- und Lernszenarien geplant und realisiert werden. Dabei ist der Schlüssel zum Erfolg weniger das Kochbuch selbst als die Kooperation, die darin ihren Ausdruck findet: Die für die Lehr- und Lernräume zuständige Gruppe bündelt Know-how und Kompetenzen aus den Bereichen A/V, IT und Immobilien und stimmt sich eng mit den für die didaktische Entwicklung zuständigen Stellen ab, wobei sich alle gemeinsam als Dienstleister gegenüber den Lehrenden und den Studierenden (!) verstehen. Und für die es demzufolge eine Selbstverständlichkeit ist, Dozierende bei (Um-)Bau und Ausstattung der Hörsäle zu Rate zu ziehen und Studierende über die geeignete Hörsaalbestuhlung abstimmen zu lassen. Insgesamt ein sehr eindrückliches Setup, dem die ETH Zürich nicht zuletzt in dem Masse nacheifern sollte, da Educational Spaces (nicht nur) auch an unseren «Peer Universities» Thema sind (https://www.educationspace.cam.ac.uk/, http://web.mit.edu/edtech/themes/learningspaces.html,
https://www.learningenvironments.unsw.edu.au/ ) und von Dozierenden und Studierenden an einer führenden Hochschule erwartet werden (dürfen).

Kontakt

Armin Brunner, Sektionsleiter, ID Multimedia Services (ID MMS)


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