tag 1 an der WWW2011: a11y zum ersten

die diesjährige web-konferenz (www2011) findet ungewohnt früh statt … und auch an einem für mich ungewohnten ort: in hyderabad, indien. während den ersten beiden tagen geht es in „meinem“ track ausschliesslich um a11y.

hyderabad befindet sich im zentrum von südindien, etwa 300 km vom indischen ozean entfernt. tagsüber wird es um diese jahreszeit bis über 30°C, aber im convention center liegt die temperatur – wie bei solchen gebäuden üblich – knapp über dem gefrierpunkt. das gelände um hotel und convention center ist eingezäunt und von security bewacht, die eingänge zum hotel und zum konferenzzentrum sind ausgerüstet mit einem security check wie am flughafen, jedes gepäckstück und jeder gast wird gescannt. zusammen mit erik wilde hatte ich mich am sonntag zu fuss in die nahe stadt gewagt, das war äusserst abenteuerlich.

was ist nun aber a11y ? ich benutze diese schreibweise in analogie zu i18n. i18n steht für „internationalization“ und bedeutet: das wort beginnt mit „i“, dann folgen 18 buchstaben, am ende steht der buchstabe „n“. a11y steht entsprechend für „accessibility“. die web-welt befasst sich schon seit jahren mit diesem thema, für die ETH Zürich ist es seit anfang jahr brandheiss, denn mit dem Web-Relaunch müssen auch wir a11y endlich ernst nehmen. es besteht nicht nur die moralische verpflichtung, einen barrierefreien webauftritt zu haben, sondern wir sind als institution des bundes gesetzlich dazu verpflichtet. der heutige webauftritt erfüllt knapp die minimalsten anforderungen, aber jetzt haben wir die grosse chance, es von anfang an richtig zu machen. daher habe ich die heutigen vorträge mit grosser spannung verfolgt. es ist mir klar geworden, dass a11y in unserer Web-Relaunch arbeitsgruppe noch lange nicht das nötige gewicht hat. es wurde heute wiederholt betont, dass die anforderungen und bedürfnisse bezügliche a11y beim erstellen eines webauftrittes von anfang an einfliessen müssen. das gilt für die struktur, die navigation, das design und die umsetzung. es ist wie bei jedem software-projekt, je später grundsätzliche anpassungen einfliessen, umso teurer kommen sie zu stehen.

interessant waren aber auch die vorträge bezüglich AEA, a11y evaluation assistants. es gibt verschiedene versuche, die anforderungen von a11y mit programmen zu überprüfen. es wurde aber auch immer wieder betont, dass es zur zeit unmöglich ist, die einhaltung der a11y-standards ausschliesslich automatisch zu überprüfen. manuelle evaluationen sind unumgänglich, wobei entsprechende experten nötig sind, um diese prüfungen effizient und verlässlich vorzunehmen. da stellt sich für mich natürlich sofort die frage, ob wir an der ETHZ solche experten haben oder wen wir dafür gewinnen könnten und zu welchem preis ? meiner ansicht nach ist a11y im rahmen des Web-Relaunch projektes nicht nur eine noch weit unterschätzte komponente – sondern auch eine chance für die ETHZ, sich in diesem bereich zu profilieren und für andere institutionen im bildungsbereich massstäbe zu setzen. hoffentlich verpassen wir diese chance nicht …

reto ambühler, www2011 @ hyderabad, indien

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