Die Erdbeere der Zukunft

Ein Bericht von Romina Persano, M4c, Kantonsschule Limmattal

Bild: Andrii Podilnyk
Bild: Andrii Podilnyk

Nach einigen kalten Frühlingswochen begrüsste uns der Sommer mit Sonnenschein, was unausweichlich Sonnenbrände zur Folge hatte. Neben der Möglichkeit, ohne Winterjacke nach draussen zu gehen, geniessen wir hier auch immer die Erdbeerzeit. Schon von klein auf waren die roten Früchte für mich ein Muss. Man findet sie aber momentan nicht nur in der Migros oder im Coop, sondern auch in unseren temporären Gewächshäusern neben der Schule. Für das Projekt «Klimagarten 2085» wurden verschiedene Pflanzen ausgewählt. Darunter sind einige bekannte Nahrungsmittel des Menschen, wie auch die Erdbeere. Einige Früchte können schon unter den grünen Blättern gesichtet werden. Dabei bemerkt man aber vor allem eines: Die Erdbeerpflanzen in den Beeten, welche sich draussen befinden, sehen grösser und mit mehr Blättern bekleidet aus. Obwohl auch die meisten dieser Pflanzen in den Gewächshäusern auf einem guten Weg sind, jemanden mit Erdbeeren zu beglücken, sehen jene der Aussenanlage von blossem Auge am erfolgreichsten aus. Viel daraus schliessen kann man momentan noch nicht, aber bald werden wir sehen, ob die Pflanzen des Gewächshauses mit ihrer Grösse noch aufholen können.

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Neues vom Klimagarten von der KS Unterstrass

Ein Bericht von Annika, Sila und Lou aus der Klasse 150c

KS Unterstrass, Gewächshäuser

Das Einpflanzen

Wir haben die Pflanzen am 7.05. 2019 eingepflanzt. Bevor wir jedoch die Pflanzen gesetzt haben, haben wir die Erde präpariert und in die vorgesehenen Ikea-Säcke getan. Zuerst wurde der Boden mit Blähton ausgefüllt, den wir mit Flies eingefasst haben. Danach haben wir eine Packung Kokosfasererde in den Sack gegeben und mit normaler Erde überdeckt. Das Ganze wurde gut durchmischt und am Ende noch mit einer dünnen Schicht Komposterde überdeckt. Danach kamen wir zum Einpflanzen. Jeder hat seine Pflanzen in vier verschiedene Säcke gegeben. Als wir mit dem Setzen fertig waren wurden alle Säcke auf die zwei Gewächshäuser verteilt.

15.05.-17.05.2019

Der Temperaturunterschied ist beim Betreten der Häuser deutlich spürbar und auch gewisse Pflanzen spüren es. Zum Beispiel der Apfelminze hat es etwas zu schaffen gemacht, im 3.5 Grad wärmeren ist sie halb ausgetrocknet im sechs Grad wärmeren ist sie jedoch ganz ausgetrocknet. Sonst lässt sich noch nicht viel erkennen.

Bereits zwei Tage später erkennt man langsam kleine Unterschiede. Bei den Gurken zum Beispiel merkt man einen Unterschied. Die einen im kälteren sehen gut aus, die in dem wärmeren haben jedoch ausgetrocknete Ränder und sehen etwas angeschlagen aus. Im Gegensatz zu dem Gurken scheint es den Erdbeeren (egal, in welchem der beiden Häuser) gut zu gehen, bei beiden sind Blüten zu erkennen und zum Teil ein Ansatz von potenziellen Früchten

20.05.2019 – 22.05.2019

Wir haben Buchen gepflanzt da sie unsere Heimischen Laubbäume sind und wir sehen wollten wie sie auf die wärme reagieren. Nun ich weiss nicht ob es vom Pflanzen kommt – eher unwahrscheinlich- oder ob es einfach an der Wärme liegt, denn beide haben braune Blätter und die die im wärmeren Haus steht, hat sogar einen ganzen Ast mit ausgetrockneten Blättern.

Nun haben einige Pflanzen schon begonnen zu knospen. Der Kopfsalat hat in beiden Gewächshäusern angefangen stark zu wachsen. Auch die Apfelmelissen sind zufrieden. Sie sind tüchtig am spriessen. Die Buchen haben etwas Probleme denn sie sind weiter am «vertrocknen».

24.05.2019 – 28.05.2019

Jetzt sieht man Ergebnisse. Die Gurken sind bereits voll im Blust. Sie habe schon viele kleine Gurken gebildet. Auch die Erdbeeren sind zum Teil schon reif, so dass man sie essen könnte. Eine weitere Pflanze die auch schon Fruchte trägt ist die Sojapflanze.

Alles ist am Wachsen und Reifen. Auch die Tomaten haben jetzt ausgeschlagen. Es spielt ihnen nicht so eine Rolle, in welchem Gewächshaus. Man kann zwar noch keine Tomaten erkennen jedoch haben sie angefangen Blüten zu bilden.

Pflanzenbestand 14.06.2019

Unser Gewächshaus wuchert jetzt schon richtig. Die Pflanzen sind grün und viele geben sogar Früchte.

Pflanzen wie Cherrytomaten und Kurbise wachsen sehr gut in beiden Gewächshäuser. Die Wärme macht den Cherrytomaten nichts aus. Im Haus, dass um 6° C wärmer ist, sind die Cherrytomaten reifer als im Haus, indem es nur 3° C wärmer ist. Den vielen Erdbeeren scheint es im wärmeren Haus auch besser zu gehen. Die Pflanze ist grösser und die Früchte sind schwerer. Den Gurken geht es im wärmeren Haus weniger gut als im kühleren. Die Ernte bei wenig Wasser und +6° C ist als einzige Ernte bei den Gurken noch nicht gekommen. Bei +3° C geht es den Gurken sehr gut. Sie geben grosse Gurken.

Hier sieht man die neusten Fotos der beiden Gewächshäuser. Einen grossen Unterschied kann man hier per Auge nicht erkennen. Vielen Pflanzen scheint die Temperaturveränderung nicht all zu viel auszumachen. Die Pflanzen die aber ein Problem mit der Wärme haben sind deutlich erkennbar. Sie sind eingegangen, wachsern schon seit Wochen nicht mehr und blühen nicht.


Kritik
In den letzten paar Wochen gab es Tage an denen es sehr warm wurde. An diesen Tagen war es nicht möglich nochmal um 6° C zu erwärmen also wissen wir es nicht genau wie sich die Pflanzen gefuhlt hätten wenn es so warm wurde.

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Zwei mysteriöse Gartenhäuser sind bei uns aufgetaucht

Joshua Ruoss, Klasse M6a, berichtet vom Klimagarten der Kantonsschule Limmattal.

Vor der Kantonsschule Limmattal stehen zwei mysteriöse Gartenhäuser. Eines ist transparent, in das andere sieht man nicht hinein. In beiden Gartenhäusern hat es je eine spezielle Maschine. Weiter gibt es noch in jedem Gartenhaus zwei Beete, aus welchen Pflanzen hervorspriessen. Neben diesen zwei Konstrukten befinden sich zwei weitere Beete in einer natürlichen Umgebung, von denen eines überdacht ist. Klingt kompliziert, doch eigentlich ist es recht simpel.

Dies alles ist Teil des Projektes „Klimagarten 2085“. Diese mysteriösen Maschinen sind Heizungen, mit denen das eine Gewächshaus künstlich um +6.5 Grad Celsius über der Schweizer Durchschnittstemperatur erwärmt wird und das andere um +3 Grad Celsius. Das Ziel des Projektes ist, herauszufinden, wie sich die Flora in der Schweiz im Jahr 2085 zusammensetzt. Das Gewächshaus, welches eine durchschnittliche höhere Temperatur von +6.5 Grad Celsius hat, simuliert die Situation im Jahre 2085, wenn wir nichts gegen die Erwärmung der Erde unternehmen. Das zweite Gewächshaus simuliert auch die Situation im Jahre 2085, wenn wir aber per sofort die Treibhausgasemissionen halbieren. Diese Szenarien stammen von Meteo-Schweiz und Forschern der ETH Zürich. Weiter gibt es noch Pflanzen unter natürlichen Bedingungen. Diese sollten als Vergleich zur jetzigen Situation dienen. Auch wird die Wassermenge in jedem Szenario zweimal verschieden dosiert, mit der Annahme, dass es in Zukunft trockenere Sommer gibt.

Mittlerweilen wächst in allen Beeten etwas. Doch was genau aus dem Boden kommt, kann ich als Laie noch nicht bestimmen, ausser wenn ich den Anbauplan dazu nehmen würde. Unterschiede zwischen den einzelnen Beeten sind noch sehr marginal. Für mich ist noch keine Tendenz erkennbar. Doch bleiben wir mal gespannt, wie sich die Pflanzen entwickeln werden.

Romina Persano, Klasse M4c, schreibt ergänzend:

Der schon lange angekündigte Klimagarten steht nun endlich aufgebaut vor unserem Schulhaus. Mit seinen zwei Gewächshäusern zieht er schnell die erwünschte Aufmerksamkeit auf sich. Während einige Pflanzen draussen bei unseren alltäglichen Temperaturen verweilen, wird die Luft bei den Pflanzen im Gewächshaus erwärmt. Dies merkt man sofort, wenn man eines der durchsichtigen Häuser betritt. Obwohl wir Menschen an kalten Frühlingstagen diese Temperaturen manchmal bevorzugen würden, soll dieses Projekt zu einer gegensätzlichen Einstellung aufrufen. Die Samen wurden eingepflanzt und die jungen Pflänzchen der zuerst eingepflanzten Kartoffeln sind schon zu sehen. Bereits nach dieser kurzen Zeit sieht man, wie sich eines unserer Grundnahrungsmittel entwickelt. Grosse Unterschiede sieht man bei den Pflanzen in den erwärmten Gewächshäusern noch nicht. Wie sich diese Sprösslinge weiter mit den neuen Umweltbedingungen entwickeln, wird man schon bald feststellen können.


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Die Treibhäuser sind in Schiers eingerichtet

Die Schülerinnen und Schüler des Schwerpunktfachs Biologie haben am letzten Dienstag 14.5. die Treibhäuser eingerichtet. Die Südostschweiz war mit Radio und Zeitung anwesend und dokumentierten den Start des Projekts!

Zur Zeit wachsen 21 Pflanzenarten unter fünf verschiedenen Bedingungen. Das Treibhaus +6.5°C mit konstant 30°C simuliert die vorhergesagte durchschnittliche Sommertemperatur im Jahr 2085 wenn keine Emissionskontrollen vorgenommen werden. Dort werden die einen Pflanzen fünfmal die Woche gegossen, die anderen müssen mit trockeneren Bedingungen leben und erhalten nur dreimal die Woche Wasser. Gleiches gilt auch für das Treibhaus +3°C mit konstant 26.5°C. Die Pflanzen im Aussenbeet müssen mit dem akutellen Wetter zurecht kommen. Dies entspricht zur Zeit nicht wirklich dem langjährigen Schnitt, also dem eigentlichen Klima.

Ab diesem Freitag werden einige Pflanzenarten in Beiträgen vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren die klimatischen Vorlieben der Pflanzen und machen Prognosen, wie sie unter den verschiedenen Bedingungen funktionieren werden. Daneben haben sie den Auftrag, das tatsächliche Wachstum zu dokumentieren. 

Der Klimagarten 2085 in Schiers bietet sich vor allem auch für Schulklassen an. Einerseits können Klimaszenarien erlebt werden. Andererseits können viele Nutzpflanzen bestimmt werden. Denn die Pflanzen sind nur im Aussenbeet angeschrieben. In den Treibhäusern weisen sie lediglich Nummern auf! Welche Nummer welcher Art entspricht, kann in diesem Beitrag nachgelesen werden.

Auch andere Besuchende sind willkommen! Die Treibhäuser können frei besichtigt werden. Bitte schliessen Sie immer die Türen – auch wenn sie etwas klemmen!

Weitere Informationen und detailliertere Berichte finden Sie auf dem Schulblog von Schiers.

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Botanischer Monodruck

Bericht über den Workshop für Familien in Rapperswil

Bild: Juanita Schläpfer

Dr. Juanita Schläpfer vom Zurich-Basel Plant Science Center und Dennis Hansen, ein Ökologe von der Universität Zürich, haben am 10. Mai im Rahmen der Klimagartenausstellung an der HSR Rapperswil den Workshop “Botanischer Monodruck” durchgeführt. Familien mit Kindern und Interessierte hatten die Gelegenheit, mit verschiedenen Holzschnitten Pflanzen und Tiere herzustellen. Ein perfektes Geschenk für den darauffolgenden Muttertag.

Der nächste Workshop findet am 17. Mai 2019 statt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf den den Holzschnitten waren Original-Tierzeichnungen von Conrad Gessner (Schweizer Botaniker, Zoologe und Arzt 1516-1565) abgebildet.

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Kantonsschule Limmattal startet Klima-Projekt

Aktueller Beitrag in der Limmattaler Zeitung von Michelle Panza

Aufbau Gewächshaus Limmattal
Bild: Severin Bigler

Mit Beeten in Gewächshäusern wollen Schüler und Lehrer den Erwärmungs-Effekt untersuchen.

Die Biologie-Fachschaft und die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Limmattal haben am Mittwoch, 10. April die Gewächshäuser tatkräftig aufgebaut. Das Projekt wird von der Biologielehrerin Ingrid Wenk Siefert und Paul Muller, Lehrer für Wirtschaft und Recht, koordiniert und geleitet. Gemeinsam mit ihren Klassen werden sie das Experiment begleiten und im Unterricht thematisieren. Die Daten aus den zwei unterschiedlich temperierten und bewässerten Gewächshäusern werden im Verlauf des Experiments ausgewertet. «Mit diesem Projekt können wir die Auswirkungen der Klimaerwärmung veranschaulichen – wir sehen nicht nur Zahlen, wie sonst immer» sagt die 17-Jährige Schülerin Nina Barandun.

Den ganzen Beitrag finden Sie hier


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Neueröffnung in Rapperswil

Dr. Juanita Schläpfer (PSC) und Viola Thiel (HSR) Foto: Adriana Ortiz Cardozo

Ab dem 1. April ist der Klimagarten in Rapperswil für zwei Monate geöffnet. Mehrere Schulen haben sich schon angemeldet. «Und die Studenten sind Feuer und Flamme», sagt Viola Thiel, die den Klimagarten an der HSR betreut. Sie bringt auch die Sicht der Landschaftsarchitektur ein.

Das interaktive Experiment lädt das Publikum ein, Klimaszenarien selbst zu erleben und mehr über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzen, Landschaften und Städte in der Schweiz zu erfahren. Der Klimagarten besteht aus zwei Gewächshäusern. Eines ist auf 28 Grad geheizt, das entspricht gemäss aktueller Forschung der durchschnittlichen Sommertemperatur im Jahr 2085, wenn der Ausstoss von CO2 stark reduziert wird. Also drei Grad mehr als heute. Das andere Gewächshaus wird auf 31 Grad geheizt. Das wäre das Szenario, wenn die Schweiz so weiterfahren würde wie bis jetzt. Zudem erhält jeweils eine Hälfte von jedem Gewächshaus 30 Prozent weniger Wasser. In beiden Gewächshäusern sind dieselben Pflanzen angebaut. So zum Beispiel Korn, Kartoffeln oder Soja. Die Besucher der öffentlichen Ausstellung können über zwei Monate beobachten, was im heissen Klima wächst und was nicht. «So sehen die Besucher, welche Pflanzen die Klimaverlierer und welche die Klimagewinner sind», so Schläpfer. Zu letzteren gehört zum Beispiel Soja, was in Zukunft eine stärker genutzte Pflanze in der Schweiz werden könnte.

Im Rahmen des Klimagartens finden verschiedene Führungen statt. Es gibt auch Angebote für Schulklassen und Kinder. Erleben Sie zum Beispiel einen Rundgang durch den Klimagarten 2085 zusammen mit Dr. Juanita Schläpfer vom Zurich-Basel Plant Science Center. Das ganze Programm finden Sie unter hier

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Climate Garden @ swissnex San Francisco

Take a look at the ETH Zurich Global Ambassadors Blog which we just wrote. It reflects on the collaboration with swissnex San Francisco and what was special about setting up a Climate  Garden in the Bay Area.

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Klimagarten Bern berichtet

Der Blog zum Klimagarten Experiment Bern von Alejandro Koella, Praktikant BOGA

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Schlussbericht Botanischer Garten

Nach 5 Monaten ist das Projekt Klimagarten 2085 am Ende. Nach vielen spannenden Gesprächen und Eindrücken, ist die Zeit zu kommen, ein Fazit zu ziehen.

Das Stück Wiese, welches in die Gewächshäuser transplantiert wurde, sieht in beiden Gewächshäusern relativ gut aus. Man sieht Unterschiede in der Grösse der Blätter der verschiedenen Pflanzen, ansonsten hat sich aber weder die Zusammensetzung noch der Ertrag signifikant geändert. Um eine Veränderung der Wiese zu sehen, müsste das Projekt über mehrere Jahre laufen.

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Der Weizen hat unter allen drei Bedingungen relativ lange gebraucht bis er Ähren geschoben hat. In der zweiten Saisonhälfte hatte der Weizen draussen mit Rost-Pilz zu kämpfen, weshalb er am Ende des Projektes nicht so viele gesunde Ähren hat. Im 2 Grad wärmeren Gewächshaus sieht der Weizen gut aus. Mit 30 % weniger Wasser sieht man aber, dass er schon deutlich mehr braune Blätter hat.

Bei 4 Grad wärmer als der Durchschnitt zeigen sich bereits deutliche Stress-Merkmale. Sowohl mir normal viel Wasser, als auch mit 30% weniger Wasser sind die Weizenpflanzen braun und trocken. Deutliche Unterschiede zu den Pflanzen Draussen und im andern Gewächshaus zeigen sich im Ertrag der Ähren. Sie sin deutlich kleiner geblieben und auch die Anzahl ist geringer.

Der Gartensalat wuchs in den beiden Gewächshäusern deutlich schneller als draussen, benötigte aber deutlich mehr Wasser.

Der Emmer ist in den Gewächshäusern zu Beginn des Projektes sehr schnell hochgeschossen. Er wirkte sehr unstabil im Vergleich zu draussen. Die Unterschiede im Ertrag sind nicht mehr sichtbar, da die meisten Körner des Emmers von Mäusen gefressen wurden.

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Links: +2° Normal Wasser, Rechts: +2° -30% Wasser

Vergleicht man die Zuckerrübe von draussen mit der Zuckerrübe im zwei Grad wärmeren Gewächshaus, sieht man, dass die Blätter drinnen viel weniger gross und saftig sind. Auch sieht man einen deutlichen Effekt des Wassers. 30% weniger Wasser führen zu etwa halb so grossen Durchmessern der Rüben wie bei normal viel Wasser.

4 Grad wärmer führen zu noch kleineren Blättern. Der Unterschied der Durchmessergrössen, zurückzuführen auf die unterschiedliche Menge der Bewässerung, ist nicht mehr sichtbar.

Die Intensiv Wiese wuchs in beiden Gewächshäusern relativ gut. Bei 30% weniger Wasser sind in beiden Gewächshäusern einige trockene Halme zu sehen.

Bei der Kartoffel zeigten sich zu Beginn grosse Unterschiede im Wachstum des Krautes. So wuchs im zwei Grad wärmeren Gewächshaus das Kraut schon schneller als draussen. Im 4 Grad wärmeren Gewächshaus war noch eine deutlich schnelleres Wachstum zu verzeichnen. Bald brauchten sie schon eine Halterung, welche die Pflanze aufrecht hielt, während sie draussen immer noch buschig und knackig grün schienen. Diese Unstabilität der Kartoffelpflanzen in den Gewächshäusern, hätte draussen zu grossen Ertragseinbussen geführt, da der Wind das Kraut umgelegt hätte.

Der Abreifprozess, das Vertrocknen des Krautes, begann im 4°C wärmeren Gewächshaus etwas früher als im 2°C wärmeren, wobei es bei diesem noch vor dem draussen einsetzte. Der Ertrag der Kartoffeln war im 2°C wärmeren Gewächshaus bei 30% weniger Wasser am besten (ca. 3kg). Mit 2.5kg waren die Kartoffeln bei normaler Bewässerung etwas mehr durch die Kraut und Knollenfäule gezeichnet. Im 4° wärmeren Gewächshaus hatten die beiden Kartoffelbeete einen ähnlichen Ertrag, nämlich 2.3kg bei 30% weniger Wasser und 2.7kg bei normaler Bewässerung. Draussen waren die Kartoffeln durch den starken Regen im Frühjahr gezeichnet und hatten daher mit 2.4 kg einen ähnlichen Ertrag wie das 4° wärmere Gewächshaus.

DSC_0667Sonnenblume zeigte vor allem zu Beginn des Projektes deutliche Unterschiede. So war das Wachstum durch die Temperatur positiv beeinflusst. Zudem konnte man auch den Einfluss der Bewässerung sehen. So waren die Stengeldurchmesser der Sonnenblume ungefähr doppelt so gross bei normaler Bewässerung. Durch das schnelle Wachstum waren die ersten Sonnenblumen in den Gewächshäusern bereits im Mai reif und es wurden neue nach gepflanzt. In der zweiten Saisonhälfte waren die Sonnenblumen durch Spinnmilben befallen, was den Vergleich schwierig macht, da sie dadurch in ihrem Wachstum eingeschränkt waren.

Soja wächst ebenfalls besser in den beiden Gewächshäusern, als draussen. Im 4°C wärmeren sind die Triebe etwa doppelt so lange wie draussen und es wurden mehr Bohnen zur Reife gebracht.

Der Mais ist ebenfalls positiv durch den Temperaturanstieg beeinflusst. Durch sein schnelleres Wachstum konnten mehrere Generationen im Gewächshaus zu Reife gebracht werden, während draussen nur die erste Maispflanze zur Reife gebracht wurde. Im Gewächshaus musste er nachgepflanzt werden, da er bereits ausgereift war vor Ende des Projektes.

Abschliessend kann man sagen, dass es Gewinner und Verlierer geben wird. Zu den Gewinnern zählen sicherlich der Soja, aber auch die Sonnenblume und Mais. Grosse Errtragseinbussen werden der Weizen und der Emmer haben. Auch die Zuckerrübe wird mit zunehmender Erwärmung weniger gut wachsen. Das Projekt zeigt uns, dass im Jahre 2085 sehr wahrscheinlich andere Pflanzen bei uns wachsen werden als bisher.

Von Olivia Wassmer, Klimagarten Betreuerin

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