Eidgenössisches Trachtenfest 2010 – ein Grossanlass des Schweizer Brauchtums

Vom 4. bis 6. Juni 2010 fand in Schwyz das Eidgenössische Trachtenfest statt. Zu diesem Anlass von nationaler Bedeutung erwarteten die Organisatoren rund 8000 Trachtenleute und 60 000 Besucherinnen und Besucher. Damit wurde die Kleinstadt in unmittelbarer Nähe der massiven Berggipfel für drei Tage zum Zentrum des schweizerischen Brauchtums. Über 400 verschiedene Frauen- und Männertrachten erlaubten dem informierten Betrachter Aufschlüsse über Herkunft der Trägerinnen und Träger. Am Fest waren fast ausschliesslich die prächtigen Festtagstrachten – häufig mit charakteristischen Kopfbedeckungen und speziellem Silberschmuck – zu sehen. Die Trachtenleute gelten allgemein als traditionsbewusste und liebenswürdige Mitmenschen und ihr Stolz gilt der Herstellung der auf historischen Vorlagen basierenden Kostüme, der Verbundenheit mit der vielfältigen Volksmusik und dem Volkstanz.

The Flag.

Ihre gemeinsamen Feste werden begleitet durch rustikale Bräuche wie beispielsweise das „Chlefelen“, ein rhythmisches Geräusch, das an spanischen Kastagnetten erinnert oder durch ein Geläute mit Schellen, einer Art Kuhglocken.

Das Festgelände wies eine grosse Zahl von Zelten mit einem reichen Gastronomie- und Musikangebot, sowie viele kleine Holzhütten mit traditionellen Verkaufsangeboten auf. Eltern mit Kindern hatten die Möglichkeit, sich mit ihre Sprösslinge in einem speziellen Familien- und Jugendangebot zu betätigen.

Proud.

Die Abendunterhaltungen wurden teilweise in Direktsendungen des Schweizer Radios und des Fernsehens übertragen. Die Öffnungszeiten der Zelte erlaubten ein gemütliches Zusammensein bis in die frühen Morgenstunden. Für den Zutritt zum Festgelände mit seinem originellen Rundkurs – dem sogenannten „Trachtenweg“ – sowie dem Eintritt in die Zelte war der Kauf des Festabzeichens im Betrag von 15 Franken notwendig (Kinder bis und mit 6 Jahre erhalten gratis Zutritt).

Family.

Höhepunkt des Festanlasses bildete der farbenprächtige Umzug vom Sonntag, den 6. Juni 2010. Um 14.00 Uhr startete ein Defilee von Trachtengruppen aus allen Kantonen der Schweiz, teilweise begleitet mit Wagen und Tieren. Die einzelnen Gruppen warem ersichtlich in einem ausführlichen Festführer, der im Festgelände wie auch bei den Parkplätzen erworben werden konnte.

Bankgeheimnis

Es gehört abgeschafft. Ganz einfach. Ganz klar. Hier ein bisschen Geschichte, entnommen aus dem Tagesanzeiger. Ansonsten geht es hier zum Beweis.

  • Am Ursprung des Schweizerischen Bankgeheimnisses stand eine Verhaftung in Paris: Die Polizei nimmt 1932 zwei hohe Vertreter der Basler Handelsbank fest und beschlagnahmt Verzeichnisse von französischen Kunden
  • Die Reaktion auf den Vorfall: Das Schweizer Parlament erlässt 1934 das Bankengesetz ohne Gegenstimme
  • Seither profitierten immer wieder auch Potentaten von der Verschwiegenheit der Schweizer Bankiers, so auch Hitlers Vize-Kanzler Franz von Papen.
  • Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg. Für das Bankgeheimnis bedeutete es eine Kehrtwende. Gemeinsam machten die Alliierten Druck.
  • Im Washingtoner Abkommen 1946 verpflichtet sich die Schweiz zur Zusammenarbeit mit den USA. Bundesrat Ernst Nobs spricht im Bundeshaus über den Vertrag mit den Alliierten
  • Nationalratspräsident Robert Grimm (1881-1958, SP) analysierte den Deal: «Macht stand gegen Recht und Recht gegen Macht.
  • Bundesrat Max Petitpierre (links im Bild bei einem Staatsbesuch mit Fürst Rainier von Monaco und seiner Ehefrau Grace Kelly) stellte pragmatisch fest: «Wir brauchen Freunde in der Welt. Donquijotismus können wir uns nicht leisten.
  • Der erste grosse Skandal: Die Geheimpolizei von Spaniens Diktator Franco entdeckt 1958 eine Liste mit Konten von Landsleuten bei Schweizer Banken. Die Kunden werden verhaftet und gefoltert.
  • Im selben Jahr beschuldigt Washington die Schweiz der Kollaboration mit der UdSSR. 1962 lenkt Bern ein: Die Meldepflicht für herrenlose Vermögen aus dem Zweiten Weltkrieg wird eingeführt.
  • Der New Yorker Staatsanwalt Robert Morgenthau bezeichnet in den 1960er Jahren die Schweiz als ein Eldorado für die amerikanische Mafia.
  • Auch Präsident Richard Nixon übte zunehmend Druck auf das Bankgeheimnis aus.
  • Mitte der 1980er Jahre fliegt die Pizza-Connection auf. New Yorker Mafiosi hatten Drogengeld bei Schweizer Banken gewaschen. Mafiaboss Gaetano Badalamenti erhält eine lebenslange Haftstrafe.
  • Bundesrat Roger Bonvin verteidigte bereits Ende der 1960er-Jahre das Bankgeheimnis. Er betonte, dass gerade die ausländischen Übertreibungen den Mythos des Bankgeheimnisses geschafft haben.
  • Die bösen Kunden: Diktator Ferdinand Marcos von den Philippinen.
  • Der zairische Präsident Mobutu Sese Seko hatte ebenfalls sein Sparbüchlein in der Schweiz.
  • Der nigerianische Präsident General Sani Abacha eröffnete ebenso sein Konto in der Schweiz.
  • Heute betonen die Schweizer Banken, dass sie keine Potentatengelder mehr annähmen. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung stand stets hinter dem Bankgeheimnis. Der Finanzplatzpatriotismus leidet erst mit der heutigen Krise.
  • Die Film- und Buchindustrie trug zusätzlich zum Mythos bei. Selbst James Bond stiess auf die unüberwindbare schweizerische Mauer des Schweigens.
  • Mitte der 1990er Jahre gerät der Bankenplatz erneut unter Druck aus den USA: Die Schweiz muss weitere Listen von nachrichtenlosen Konten aus der Zeit des Nationalsozialismus publizieren.
  • Verbale Kraftausdrücke der Regierung: Bundesrat Willi Ritschard bezeichnete das Bankgeheiminis als «unantastbar wie eine Klosterfrau».
  • Für Bundesrat Kaspar Villiger ist das Bankgeheimnis nicht verhandelbar.
  • Noch 2008 befindet Bundesrat Merz, dass sich die Gegner am Bankgeheimnis die Zähne ausbeissen würden.