Das Bonusgeheimnis | Martin Suter

Perfektes Buch für das Züri-Tram. Immer drei Seiten ergeben eine kleine Geschichte mit einer kleinen Pointe. Alles ist dem Thema Krise und Upper Business Career Class gewidmet. Viel Spass bei den Managergehälter-Geschichten. Sie sind zwar witzig, jedoch etwas erschöpflich nach 3/4 des Buches.

M | MM | MMM | Minchia

Stell Dir vor, Du arbeitest bei Migros.

Stell Dir vor, Du hast eine Cumuls Card.

Stell Dir vor, Du hast eine M-Card-Maestro (Gold).

Stell Dir vor, Dein Konto ist bei der Migrosbank.

Stell Dir vor, Du telefonierst mit einer M-Budget prepayed Card.

Stell Dir vor, Du isst über Mittag im Migros Restaurant.

Stell Dir vor, Du tankst dein M-Budget Mobility Auto an einer Migrol Tankstelle.

Stell Dir vor, Du nimmst einen französisch Kurs an der Migros Club Schule.

Stell Dir vor, Du erlebst Deine Erlebnisse im Milandia Park am Greiffensee.

Stell Dir vor, Du trainierst in einem der Fitness Parks von der Migros.

Stell Dir vor, Du kauftst Dein Heizöl bei Migrol.

Stell Dir vor, Du gehst ins Hamam der Migros im Fitness Park.

Stell Dir vor, Du liest die Zeitung, die Mirgros Magazin heisst.

Stell Dir vor, Du gehst am Sonntag in das Migros Museum.

Stell Dir vor, Du gehst ins Theater welches vom Migros Kulturproduzenten ist.

Stell Dir vor, Du hast die Newsletter der Mbudget Party abonniert.

Stell Dir vor, Du nimmst an der M-Budget Mobile SMS Competition teil.

Stell Dir vor, Du organisiert Deine Geburtstagsparty mit dem Migros Partyservice.

Stell Dir vor, Du buchst Deine Ferien bei Mirgos ferien.

Stell Dir vor, Du entwickelst Deine Ferienfotos bei der Migros.

Stell Dir vor, Du machst an der online Erziehungsumfrage der Migros mit.

Stell Dir vor, Du schaust fern und ein Migros Werbespot läuft.

Stell Dir vor, Du hast putzereinweisse Socken an, die Du in der Migros gekauft hast.

Ich wünsche LIDL einen guten Start in der Schweiz.

Bankgeheimnis

Es gehört abgeschafft. Ganz einfach. Ganz klar. Hier ein bisschen Geschichte, entnommen aus dem Tagesanzeiger. Ansonsten geht es hier zum Beweis.

  • Am Ursprung des Schweizerischen Bankgeheimnisses stand eine Verhaftung in Paris: Die Polizei nimmt 1932 zwei hohe Vertreter der Basler Handelsbank fest und beschlagnahmt Verzeichnisse von französischen Kunden
  • Die Reaktion auf den Vorfall: Das Schweizer Parlament erlässt 1934 das Bankengesetz ohne Gegenstimme
  • Seither profitierten immer wieder auch Potentaten von der Verschwiegenheit der Schweizer Bankiers, so auch Hitlers Vize-Kanzler Franz von Papen.
  • Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg. Für das Bankgeheimnis bedeutete es eine Kehrtwende. Gemeinsam machten die Alliierten Druck.
  • Im Washingtoner Abkommen 1946 verpflichtet sich die Schweiz zur Zusammenarbeit mit den USA. Bundesrat Ernst Nobs spricht im Bundeshaus über den Vertrag mit den Alliierten
  • Nationalratspräsident Robert Grimm (1881-1958, SP) analysierte den Deal: «Macht stand gegen Recht und Recht gegen Macht.
  • Bundesrat Max Petitpierre (links im Bild bei einem Staatsbesuch mit Fürst Rainier von Monaco und seiner Ehefrau Grace Kelly) stellte pragmatisch fest: «Wir brauchen Freunde in der Welt. Donquijotismus können wir uns nicht leisten.
  • Der erste grosse Skandal: Die Geheimpolizei von Spaniens Diktator Franco entdeckt 1958 eine Liste mit Konten von Landsleuten bei Schweizer Banken. Die Kunden werden verhaftet und gefoltert.
  • Im selben Jahr beschuldigt Washington die Schweiz der Kollaboration mit der UdSSR. 1962 lenkt Bern ein: Die Meldepflicht für herrenlose Vermögen aus dem Zweiten Weltkrieg wird eingeführt.
  • Der New Yorker Staatsanwalt Robert Morgenthau bezeichnet in den 1960er Jahren die Schweiz als ein Eldorado für die amerikanische Mafia.
  • Auch Präsident Richard Nixon übte zunehmend Druck auf das Bankgeheimnis aus.
  • Mitte der 1980er Jahre fliegt die Pizza-Connection auf. New Yorker Mafiosi hatten Drogengeld bei Schweizer Banken gewaschen. Mafiaboss Gaetano Badalamenti erhält eine lebenslange Haftstrafe.
  • Bundesrat Roger Bonvin verteidigte bereits Ende der 1960er-Jahre das Bankgeheimnis. Er betonte, dass gerade die ausländischen Übertreibungen den Mythos des Bankgeheimnisses geschafft haben.
  • Die bösen Kunden: Diktator Ferdinand Marcos von den Philippinen.
  • Der zairische Präsident Mobutu Sese Seko hatte ebenfalls sein Sparbüchlein in der Schweiz.
  • Der nigerianische Präsident General Sani Abacha eröffnete ebenso sein Konto in der Schweiz.
  • Heute betonen die Schweizer Banken, dass sie keine Potentatengelder mehr annähmen. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung stand stets hinter dem Bankgeheimnis. Der Finanzplatzpatriotismus leidet erst mit der heutigen Krise.
  • Die Film- und Buchindustrie trug zusätzlich zum Mythos bei. Selbst James Bond stiess auf die unüberwindbare schweizerische Mauer des Schweigens.
  • Mitte der 1990er Jahre gerät der Bankenplatz erneut unter Druck aus den USA: Die Schweiz muss weitere Listen von nachrichtenlosen Konten aus der Zeit des Nationalsozialismus publizieren.
  • Verbale Kraftausdrücke der Regierung: Bundesrat Willi Ritschard bezeichnete das Bankgeheiminis als «unantastbar wie eine Klosterfrau».
  • Für Bundesrat Kaspar Villiger ist das Bankgeheimnis nicht verhandelbar.
  • Noch 2008 befindet Bundesrat Merz, dass sich die Gegner am Bankgeheimnis die Zähne ausbeissen würden.