Twitter | Wie Wo Was? | Adieu facebook

Eigentlich bin ich erstaunt, dass Twittern in der Schweiz noch kein Durchbruch geschafft hat. Manchmal tun mir die Konservativen Schweizer fest leid. Sie facebooken wie gestört und regen sich dabei noch auf. Logo. Das ist typisch. Immer murren: “Weist Du, facebook scheisst mich an.” Also warum also bist Du noch dabei, respektive nicht bei Twitter?

Vorzüge von Twitter gegenüber facebook:

1

Im facebook musst Du Intimitäten teilen, die Du nicht immer zu teilen bereit ist. Andere haben grossen Einfluss darauf, und der soziale Druck steigt wehement und unkontrolliert. Das ist bei Twitter nicht der Fall.

2

Twitter ist konziser, bedingt durch die Beschränkung auf 140 Zeichen.

3

Der beste zu personalisierende News-Ticker ist z.Z. Twitter. Vorallem, wenn Du systematisch vorgehst und das ist möglich, weil das Handling sehr kinderleicht ist. RSS Feeds (alte Nachrichtenticker) werden der Vergangeheit angehören. “Staying up to date” mit Twitter wird schon fast zur Last, weil es zu faszinierend ist. Nicht alle Vorzüge sind Vorteile… besonders nicht, wenn alle 2 Sekunden ein SMS brimmelt. Lass Dir von Tweetdeck helfen.

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Die nördliche Welt ist ein Dorf geworden und so hast Du es noch nicht gesehen: http://twittervision.com/.

Experimente zeigen die Vorteile der Abschaffung des Bankgeheimnisses

Im Februar, da habe ich am Vortrag “Humanity’s Footprint: Momentum, Impact and our Global Environment” von Walter Dodds (Division of Biology, Kansas State University, USA) am Freitagsseminar der Eawag ein interessantes Experiment kennengelernt. Das Expertiment, welches von den Wissenschaftern Flatt Killingback und Jonas Bieri, einem schweizer Populations-Biologen und Programmierer, auprobiert wurde, zeigte erstaunliches (siehe auch ScienceDaily “How Cooperation Can Evolve In A Cheater’s World” vom Juni 29, 2006). Aber alles erst mal der Reihe nach:

Ein Spielleiter gibt zu Beginn jedem Spieler ein und derselbe Geldbetrag. Jeder Spieler kann nun in einer öffentlichen Lotterie Geld investieren, welche darauf den Gesamteinsatz aller Teilnehmer verdoppelt und diesen gleichmässig, unabhängig des individuellen Einsatzes, unter den Teilnehmern ausschüttet. Der Ausgang eines Spieles ist der folgende: Wenn alle Spieler viel einsetzen gewinnen alle viel Geld. Wenn alle Spieler geizen, bekommen alle nur wenig Geld. So weit – so gut. Wenn jetzt aber einer ausschert und geizt, wobei alle übrigen Spieler viel Geld in die Lotterie speisen, wird eben dieser mit seinem mikro Einsatz am meisten belohnt. Fazit: Wer bei diesem Spiel schummelt, wird ergo belohnt und verfolgt sozusagen eine “Überlebensstrategie”. Bist Du sicher?

Und jetzt kommts. Mittels Computer wurde eine Gesellschaft mit eben diesem Game simuliert. Die Spieler wurden in Gruppen eingeteilt, wobei jeder Spieler eine vordefinierte Neigung zum investieren/schummeln aufwies. Die nächste Generation wurde im relativen Verhältnis zum Reichtum der parentalen Generation generiert. Schummeleigenschaften wurden weitervererbt, wobei Zufallsmutationen in Bezug auf die, mal positiv ausgedrückt, Investierfreudigkeit berücksichtigt wurden. Letztendlich wurden die Gruppen neu durchmischt (Migration). Wer überlebt in diesem Modell? Nach über 100’000 Generationen waren es die kooperativen Bürger, welche überlebten und sich stabil im Verlauf der Zeit hielten.

Was nun hat das mit dem Bankgeheimnis zu tun – mag man sich fragen. Ich finde es gehört abgeschafft. Alle sollen nach den gleichen Regeln spielen. Und die wenigen, die schummeln, sollen endlich begreiffen, dass sie nicht überlebensfähig sind.

DasGeheimnis‘ der modellierten Gesellschaft, in welcher die Redlichen dominieren, so in etwa der oben beschriebene ScienceDaily Artikel, liegt in der Grösse der gebildeten Gruppen.

Ist es nicht schön, dass was die Menschheit schon lange auf latente Art und Weise eingesehen hat und  im Volksmund mit dem gängigen Spruch “Lügen haben kurze Beine” veredeutlicht, nun experimentell bestätigt werden kann?