Die Ausschaffungsinitiative und ihr Stammtisch / 7 Gründe gegen die Ausschaffungsinitiative / Franz Hohler’s Gegenvorschlag / Flurin Jecker’s Speach / Blick’s Artikel zu einem notorischen Kleinkriminellen

Reaktionen im Facebook

(SR) Me sött sich schäme: Jede zweiti Schwizer bekundet Müeh, en doppleti Verneinig nöd falsch zverstah… und desshalb staht jetzt i de Verfassig sozsäge schwarz uf wiis gschribe, dass mir (1) zwei verschideni Gsetz für alli Mänsche i de Schwiz händ (wi intelligänt isch dänn das?), und dass mir darum (2) massiv gäges internazionale Völkerrächt verstossed (und wi gäil isch dänn das?)! Hirnibicker!

(DG) et (BA) aiment cela.

(RK) Warum wurde dann die Initiative nicht für ungültig erklärt?!? Deine zweite Aussage macht somit keinen Sinn…

(SR) Musch halt echly Ziitig läse… http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Direkte-Demokratie-darf-nicht-ins-Chaos-fuehren-/story/27872490 .

(RK) Somit sagst du, dass weder das Parlament noch der Bundesrat eine Ahnung hat? Die haben nämlich die Initiative geprüft….

(SR) Lieber RK, zur Ahnung des gepflegten Umganges der Leute im Parlament: “Ein Säich nach em andere…” (Ich empfinde es als eine “Absolute Diffamierung der amtierenden Bundesrätin.”!)

http://www.youtube.com/watch?v=nndOOAe95SI

(TH) ich bin weiter der Meinung, dass das Argument, vor dem Gesetz sollen alle gleich sein, auf sehr wackligen Füssen steht. Ausländer werden an verschiedenen Orten im Gesetz nicht gleichbehandelt wie Schweizer und am der einen oder anderen Stelle macht es durchaus Sinn. Ich finde es auch in Ordnung, dass Ausländer ausgeschafft werden können, aber eben unter völkerechtilich, menschenrechtlich, etc. konformen Bedingungen. Analysen zur Abstimmung: http://ezamot.blogspot.com/ klickbar…

(PW) ei SR. was regsch di denn au so uf? Jede und jedi wo sich a eusi Urgsetz haltet, het jo nüt z’befürchte und alli andere tja….

(SR) Ciao PW., ja sorry, mir jaggz de Nuggi use. Natürlich häsch Du rächt, dass, wer sich nöd strafbar macht, nöd bestraft wird…, aber was d’NZZ us em Usland verlutet:

“(sda/afp/dpa) Mit «irritierend» und «knallhart» beschreiben deutsche und …österreichische Zeitungskommentatoren die Annahme der Ausschaffungsinitiative in der Schweiz. Sie setzen auf den Europäischen Gerichtshof und die EU, um darauf zu reagieren.
«Das Signal der Schweizer ruft nach einer Antwort», heisst es etwa im Kommentar der «Süddeutschen Zeitung». Denn die Schweizer glaubten, sich «leichten Herzens über Abkommen mit der EU und internationale Konventionen hinwegsetzen zu können». […]

Bitte bis zum Schluss läse? Da: http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/ausschaffungsinitiative_auslandspresse_1.8502991.html) sötti glaubs bestätige, was ich genau mäine. Und wänn’s zu de Kündigunge vo de Bilaterale chunnt, dänn wotti dänn xeh, öb d’SVP immer na so super-schlaui äigenüzigi Idee hät…

(PW) hihihi has gläse, glaub die sind eifach e bitz niidisch das d’Schwiiz sich getraut so z’ rede, bi am Wocheänd grad in Östriich gsi, die wette lieber gescht wie morn zur EU us….und vellicht hilfts, dass alii wieder echli Respekt vor andere und anderne ehrne Sache bechömme. Wünsch dir ganz e schöne Tag und gniess die herrlichi Winterlandschaft!

(TH) ähm ja genau, sowas schafft vertrauen und respekt, mehr repression härtere strafen. ich finde man sollte endlich den bambusstab wieder einführen, als es den noch gab (früher), hatten die schüler ja viel mehr respekt, vor den lehrern…

(SR) T., da mus ich Dir aso bipflichte! D’Schüler von früener (aso äifach die, wo nöd gflüchted, abschobe, usegrüert worde sind oders äifach eso überläbt händ) sind underdesse sehr sehrwahrschiinli allizäme im SVP Vorstand… Das chönnti doch so äiniges erkläre, was mich natürli sehr beruhigt. Gäll, i de Winterzyt isch äim scho wöhler… (http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Eine-Frau-will-das-Rad-der-Zeit-zurueckdrehen–und-erntet-Applaus/story/12964979)

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(AL) why do i even bother to vote?

(LS) cause you believe in democracy….

(AL) yeah but i always lose:-(

(LH) Das dänk ich au immer. Ich finds würklich erschreckend die Entwicklige in letzter Ziit. Huere Buurevolk, ächt! Vor allem de krassi Grabe zwüsched de Romandie und de Düütschschwiiz. Wenn d’Romandie würd sälbstständig werde, würd ich sofort det ane zieh. Ich würd sogar französisch lerne:-)

(FS) me too:(

(FMA) It’s like me voting Democrat in Texas…you just gotta keep trying!

(LB) You bother because you’re not a moron. The other 53% who were like you as well not to lazy to let others decide what is wrong or what is right (i.e. About “our values”) are afraid. You are not – that might be one of the reasons I like you. Now we need to find a way to get rid of their Paranoia… How?

(AL) what can be done???

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(DR) passeport en rab

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(SV) innovative schweiz: die drängendsten probleme der menschheit (minarette, kriminelle ausländer) sind jetzt endlich gelöst…

(AO) aime ça.

(FH) oo ich denk die svp hat noch viele neue, umsetzungswerte ideen die sie auf euch loslassen wird – traurig traurig

(AR) nein, da ist ja noch das problem der ungenügenden loyalität der ausländer und der immer noch zu grossen zuwanderung…

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(DG) hat in Zürich gerade 4000 friedliche Menschen an einer Spontandemo gegen die Schweizer Apartheid gesehen. Die Onlineportale waren wohl mal wieder woanders: Alle abschalten. Uns versammeln: Lasst uns friedlich wütig und mutig sein.

(KA) et 6 autres aiment cela,

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(LP) JUGOS USE!!

(FS) et 3 autres aiment cela.

(LS) schwiiz du hueresohn, lohn mich frei! Hilfe, hilfe, ich chan mich nöd uusbürgere – be idie scheisse inegebohre. Bruns Loch, stinkt nach bschütti und isch heil wies rütli – heil rütli!

(GC) ‎@LS darfsch gern gah. Ich vermiss dich ned.

(TD) Bisch du ned en jugo?

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(CB) Danke an alle die Nein gesagt haben zur Ausschaffungs-Initiative. Die Kirche, der Staat und die Links-Parteien, welche die Führsprecher die Schwachen sein sollten, haben im Abstimmungskampf einmal mehr versagt.

2 personnes aiment ça.

(MH) Tja, Politik ist am Ende eine Frage des Geldes. Hat diese Abstimmung einmal mehr bewiesen…

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(KA) ungebremste talfahrt….

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(MK) Swiss passport for sale…

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(RB) schämt sich für die schweizer und schweizerinnen, mal wieder.

3 personnes aiment ça.

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(SM) et (MS) aiment Ich schäme mich für das Resultat der Ausschaffungsinitiative.

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(CA) märci vielmol once again switzerland

(JP) aime ça.

(MB) fühlst dich willkommen bei uns, gell?

(VH) Gerne geschehen, aber wieso? Gehst Du weg?

(DS) si

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(LH) switzerland: europe’s heart of darkness – once again

2 personnes aiment ça.

(DG) Die Ignoranz der SP? 2xNein war das einzig richtige!

(LH) stimmt, D.

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(NA) A ceux qui ont accepté l’initiative: Vous croyez donner du pouvoir à qui en votant de la sorte? Faut pas se leurrer mes lapins, l’UDC n’en a rien à cirer de la Suisse ni de son peuple.

3 personnes aiment ça.

(NA) Ce qui l’intéresse, c’est de gagner du pouvoir politique en utilisant tous les coups populistes permis. Et le peuple de suivre comme un troupeau de moutons effarouchés. Soit c’est de la stupidité crasse (force est alors de constater que la moyenne n’est pas brillante)… soit c’est du fachisme. J’aime mieux ne pas savoir. Vous me faites honte.

4 personnes aiment cela.

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(RH) sein Kommentar zur Abstimmung würde ja sowieso nichts ändern.

(MN) ich würd ihn trotzdem gerne hören…

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(SK) vilech würds gwüsse mönsche guettue mal nid numd d svp plakat a zluege sondern o mal die heftli wos ide abstimmigscouvert het dürezläse… aber äbe.. die volksverdummung schreitet unaufhaltsam voran

3 personnes aiment cela.

(RL)  Word!

(SR) Es isch halt eifacher amne Buur us em Toggeburg u amne Zürcher Milliardär nachezlafere als sälber mal ds Hirni iizschalte (falls überhoupt eis vorhande isch).

(RL) U r some sensible people!

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(DG) «Volkswille respektieren»? Ein Ausflügler kommentiert.
«Volkswille»? Ein Kommentar zum Ausschaffungs-Ja | extrembideluet
“Gestern wurde abgestimmt. Den Gegnern der Ausschaffungsinitiative ist es nun geboten, die Entscheidung zunächst schweigend zu akzeptieren. Diese Parole wurde zumindest letztes Jahr nach der Minarett-Initiative deutlich ausgegeben. Das sei, so wurde uns etliche Male gesagt, schliesslich das Wesen der  […] ”

(IS) et (KA) aiment cela.

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(SM) was für ein wochenstart:
1. oh nein
http://derstandard.at/1289608984464/1926-2010-Nackte-Kanone-Star-Leslie-Nielsen-tot
2. oh nein oh nein
http://derstandard.at/1289608945319/Mehrheit-klar-fuer-Abschiebungshaerten

(IK) Vielleicht sollten wir uns das mit dem verbrecherischen Masterplan also doch noch mal überlegen, damit wir nicht in unser Menschenrechte verachtendes Heimatland abgeschoben werden?

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(LP) lueged ned ume de Jugo gaht ume…
(MB) aime ça.
(MK) ‎… oder : dra di ned um der jugo geht um
1 personne aime cela.

(ST)
All work and no play makes Jack a dull boy

1 personne aime cela

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(RC) Il est temps pour moi de revendiquer mes origines Algériennes.. pas le choix<

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7 Gründe gegen die Ausschaffungsinitiative

  1. Juristisch gesehen, ist der Initiativtext unsorgfältig redigiert. Man hat willkürlich und zufällig Delikte aufgeführt. Man hätte aber nach der Schwere der Straftat vorgehen müssen.
  2. Die Ausschaffungsinitiative verstösst massiv gegen das Völkerrecht, in erster Linie gegen das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU. Bisher gehörte es zum Schweizer Selbstverständnis, dass man Verträge einhält.
  3. Der Initiativtext wurde von der SVP bewusst offengehalten, damit das Parlament nach der Abstimmung den Delikte-Katalog vervollständigen kann. Da es um eine Verfassungsänderung geht, ist das fahrlässig. Das Parlament kann den Initiativtext im Nachhinein nicht ohne Weiteres korrigieren. Wenn in der Initiative steht, dass Einbruchdiebstahl ein Ausschaffungsgrund ist, ist das verbindlich. Das Gleiche gilt für den missbräuchlichen Bezug von Sozialleistungen.
  4. Es ist  falsch, die Verfassung als Fechtboden zu missbrauchen, um Propagandaschlachten zu schlagen.
  5. Bei einer Annahme der Initiative ist es denkbar, dass die EU das Freizügigkeitsabkommen kündigt. Damit würden auch die anderen bilateralen Verträge von 1999 hinfällig. Auch die indirekten Folgen könnten gravierend sein. Die EU und einzelne Mitgliedsstaaten dürften in Zukunft nicht mehr bereit sein, der Schweiz entgegenzukommen. Daher würden die schwierigen Beziehungen zur EU zusätzlich belastet.
  6. Die Initiative spielt mit der Angst.
  7. Wie ein Land mit den Grund- und Menschenrechten umgeht, ist schicksalsentscheidend.

Die 7 Gründe sind verknappt entnommen aus dem Tagi Interview mit
Prof. Dr.iur. Dr.rer.publ.h.c., LL.M. (Cambridge) Daniel Thürer: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Direkte-Demokratie-darf-nicht-ins-Chaos-fuehren-/story/27872490

Franz Hohler’s Gegenvorschlag

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
Art. 121 Abs. 3-5 (neu)

I
3     Im Wissen darum, dass ohne sie

  1. weder Häuser, Strassen noch Tunnels gebaut würden,
  2. weder Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Hotels und
    Restaurants betrieben würden,
  3. weder Abfall, Reinigung, Verkehr und Informatik bewältigt würden,

bedankt sich die Eidgenossenschaft bei allen Ausländerinnen und Ausländern, die hier arbeiten. Sie gibt ihrer Freude darüber Ausdruck, dass sie mit ihrer Tätigkeit das Leben in unserm Lande ermöglichen und heisst sie als Teilnehmer dieses Lebens willkommen.
4    Sie hofft, dass es ihnen gelingt, sich mit den hiesigen Gebräuchen vertraut zu machen, ohne dass sie ihre Herkunft verleugnen müssen.
5     Sollten sie straffällig werden, unterliegen sie denselben gesetzlichen Bestimmungen wie die Schweizer Bürgerinnen und Bürger.
II
Übergangsbestimmungen:
Dieser Gegenvorschlag bedarf nicht der Volksabstimmung. Er tritt für jedermann vom Moment an in Kraft, da er dessen Richtigkeit erkannt hat.


Komisch ist, dass die Befürworter der Ausschaffungsinitiative sich selbst immer wieder widersprechen müssen. Besonders in Bezug auf die Umsetzung scheint es, dass bis jetzt nur die SVP ganz alleine weiss, wie das  gehen soll. Was ist die Problematik? Was ist die richtige Frage? Schlau es bei der Zürcher Kantonalbank nach: ZKB: Immigration 2010. Herr D. Binswanger, vielen Dank für 1. den ZKB-Tip und 2. Ihren lesenswerten Tagesanzeiger Magazin Artikel vom 13.11.10: Die Ausländerpolitik der Zukunft.

Flurin Jecker’s Speach

Es ist mir nun eine grosse Ehre, Flurin Jecker auf diesem Blog präsentieren zu dürfen:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=d4KaD3NH6QA[/youtube]

Via: http://www.youtube.com/user/Pwnz0000r

Blick’s Artikel zu einem notorischen Kleinkriminellen

Anbei aus http://www.blick.ch/news/schweiz/zentralschweiz/serbe-muss-nach-27-jahren-raus-160319 vom Dienstag 9 November 2010. Der Artikel kommt zum Schluss, dass die Initiative nichts and der momentanen Praxis ändert (siehe unten das Zitat der Rechtsprofessorin Martina Caroni).

Luzerner schaffen notorischen Kleinkriminellen aus

Serbe muss nach 27 Jahren raus

LUZERN – Serbe A.J. (51) muss die Schweiz verlassen. Obwohl er seit 27 Jahren hier wohnt und Kinder hat. Schwere Delikte hat er zwar nicht begangen – dafür viele.

Seit 1983 lebt der 51-jährige Serbe in der Schweiz. Jetzt hat das Bundesgericht entschieden: Er muss raus. Zurück nach Serbien. Obwohl er hier Kinder hat und die Schweiz seine Heimat geworden ist.

Als 24-jähriger Basketballtrainer beginnt der Serbe A.J. in Luzern. Nur ein Jahr dauert es, bis er eine Frau fürs Leben findet. Er heiratet sie und erhält eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung. Zwischenzeitlich arbeitet er als Taxifahrer oder als Geschäftsführer einer Videothek.

Viele Delikte

Doch A.J. kommt ab 1990 immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt: Er wird wegen Hehlerei, unzüchtiger Veröffentlichungen, unerlaubten Waffenbesitzes und Sachbeschädigungen straffällig.

Ausserdem laufen bis 2006 insgesamt 30 Betreibungen gegen ihn, Verlustscheine in der Höhe von 165´000 Franken werden ausgestellt.

Trotzdem wird seine Aufenthaltsbewilligung immer wieder verlängert. Grund: Der ursprünglich mit einer Schweizerin verheiratete, in der Zwischenzeit aber geschiedene Mann lebte schon lange in der Schweiz und hatte zwei Töchter hier.

Doch nun hat das Bundesamt für Migration interveniert. Auch dass A. J. den Entscheid bis vor Bundesgericht zog, half ihm nichts mehr.

Initiative hätte nichts geändert

Laut der Rechtsprofessorin Martina Caroni wäre er mit der Ausschaffungsinitiative nicht früher ausgeschafft worden. Die verlange dies nur bei schwereren Delikten. «Schon eher mit der Annahme des Gegenvorschlags», sagt sie der «Neuen Luzerner Zeitung». Bei diesem zähle unter anderem die Konbination der Freiheitsstrafen.

Serbe A.J. wird das Urteil akzeptieren. Er sagt der Zeitung traurig: «Die Schweiz ist mein Zuhause.»                        num

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