{"id":9910,"date":"2016-03-01T14:17:44","date_gmt":"2016-03-01T13:17:44","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=9910"},"modified":"2016-03-01T14:21:11","modified_gmt":"2016-03-01T13:21:11","slug":"kontakt-uber-mittag-besucht-die-entomologischen-sammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2016\/03\/01\/kontakt-uber-mittag-besucht-die-entomologischen-sammlung\/","title":{"rendered":"Kontakt \u00fcber Mittag besucht die Entomologischen Sammlung"},"content":{"rendered":"<p>Kontakt \u00fcber Mittag trifft auf Killer-Bienen, Zombie-Wespen und als Eulen getarnte Falter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/Deckblatt_Entomologische_Sammlung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9911\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/Deckblatt_Entomologische_Sammlung-212x300.jpg\" alt=\"Deckblatt_Entomologische_Sammlung\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/Deckblatt_Entomologische_Sammlung-212x300.jpg 212w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/Deckblatt_Entomologische_Sammlung.jpg 596w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Mehr als Wissenschaft und \u00abmore than honey\u00bb<\/h2>\n<p>Es summt mir noch im Ohr: \u00abLieber Roboter oder was sich bewegt.\u00bb Nun stehe ich hier und mich strahlen diese Augen an. Begeisterung und Faszination pur von Dr. Michael Greeff. Aber nicht nur ich sondern 15 andere Mitgerissene lauschen seinen Worten \u00fcber Killer-Bienen, Zombie-Wespen oder als Eulen getarnte Falter. Sammeln scheint Leidenschaft.<\/p>\n<p>Wir befinden uns in der Entomologischen Sammlung der ETH Z\u00fcrich. Sie geh\u00f6rt mit rund zwei Millionen Belegen zu den gr\u00f6ssten wissenschaftlichen Insektensammlungen der Schweiz. Es ist eine der \u00e4ltesten &#8211; vielleicht die \u00e4lteste Sammlung der ETH \u00fcberhaupt. Ihr Bestand geht auf eine fast 200-j\u00e4hrige Sammelt\u00e4tigkeit zahlreicher Naturforscherinnen und Naturforscher zur\u00fcck. Sie lebt von Schenkungen auch von Sammlern wie Heinrich Escher-Zollikofer, dem Vater von Alfred Escher. Aber nicht nur er &#8211; auch viele Adlige und wohlhabende B\u00fcrger haben damals Naturforschung als Zeitvertreib betrieben. Die Entomologie als eigene Wissenschaft ist im 18. Jahrhundert entstanden. Insektensammlungen als Dokumentations- und Vergleichs-M\u00f6glichkeit bilden eine wichtige Grundlage, um wissenschaftlich zu arbeiten. Bedeutende Biologen, wie der Evolutionsbiologe Charles Darwin, sind leidenschaftliche \u00abK\u00e4fersammler\u00bb gewesen. Heutzutage ist das Sammeln nicht mehr den Reichen vorbehalten. Viele begeisterte Hobby- und Profisammler fr\u00f6nen der Leidenschaft. Ob organisiert in der Entomologischen Gesellschaft Z\u00fcrich oder ganz privat: Schenkungen an die Sammlung sind oft verbunden mit Geldspenden, alten Dokumenten und Briefwechsel, was, wie und wo gesammelt wurde. Ohne diese Angaben w\u00e4re das Insekt fast wertlos. Denn nur die Schriftst\u00fccke beantworten Fragen f\u00fcr die wissenschaftliche Forschung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02028.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9915\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02028-300x225.jpg\" alt=\"DSC02028\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02028-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02028-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>T\u00f6ten, um zu erhalten<\/h2>\n<p>Dumpfes Holz scharrt beim Aufziehen der K\u00e4sten. Wir sind tiefer gewandert und befinden uns im Kellerraum. Der Ort, an dem die filigranen Tierchen lagern. Alle Insekten werden genadelt. Manche haben einen so festen Panzer, dass man dazu einen elektrischen Bohrer ben\u00f6tigt. Zuerst aber mit Chemikalien get\u00f6tet und dann bei minus 20 Grad zwei Wochen in die Gefriertruhe gesteckt. \u00abDieses gezielte T\u00f6ten stellt in der Regel keine Bedrohung der gesammelten Arten dar\u00bb, so der Biologe Greeff. \u00abAuch wenn es nicht so scheint, es ist im Gegenteil eine wichtige Datenquelle f\u00fcr die Erhaltung der Tiere.\u00bb Viel mehr Insekten sterben an der Windschutzscheibe, beim Starten eines Flugzeugs oder in Lampen.<\/p>\n<h2>Vielfalt der Natur dokumentieren<\/h2>\n<p>Es ist ganz ruhig. H\u00f6ren tut man wieder nur das knarrende Holz beim Zuschieben der K\u00e4sten. Da liegen sie nun: genadelt, aufgereiht und mit Namen versehen. Die Best\u00e4nde umfassen ungef\u00e4hr zwei Millionen Belege in 6000 Insektenk\u00e4sten, darunter mehr als 5000 Typus-Belege. Alle neuen Arten, die erstmalig beschrieben werden, sind als Typus erfasst. Sie bilden die zentrale Grundlage. Will man eine neue Art beschreiben, so werden diese mit Typen verglichen. Durch sie wird das systematische Einordnen und Benennen von Insekten weiterentwickelt. Was Libellen-, Wanzenarten und Hautfl\u00fcgler angeht, ist die Sammlung an der ETH f\u00fcr die Schweiz repr\u00e4sentativ. Ungef\u00e4hr 6300 K\u00e4ferarten liegen vor. Das sind 80 %, der in der Schweiz vorkommenden K\u00e4fer. Klick, klick &#8211; h\u00f6re ich Kameras bei besonders ausgefallenen Spezies. Wie die Riesen-Schmetterlinge aus fernen L\u00e4ndern, einige mit Schlangenk\u00f6pfen andere mit Eulenaugen getarnt. Maulwurfsgrillen, Heuschrecken und Wanzen in allen Gr\u00f6ssen. Man m\u00f6chte sie lieber nicht lebendig sehen.<\/p>\n<h2>More than honey<\/h2>\n<p>Der Dokumentarfilm \u00abMore than Honey\u00bb widmet sich dem weltweiten Bienensterben. Er zeigt, dass mehr als ein Drittel unserer Nahrungsmittel ohne Best\u00e4uben der Bienen nicht wachsen w\u00fcrde. Apiformes so der wissenschaftliche Name der Bienen, Ordnung: Hautfl\u00fcgler. Die Bienen sind auch in der Entomologischen Sammlung gut vertreten. Der letzte Kurator hat sich auf Wildbienen spezialisiert und viele ETH-Absolventen forschen heute mit Bienen. Insekten reagieren schnell auf Landschaftsver\u00e4nderungen. Deshalb ist die Vielfalt der Insektenfauna, die auf einem Gebiet gefunden wird, ein guter Indikator, um eine Landschaft zu sch\u00fctzen. Hierzu werden Insektengruppen untersucht, die besonders empfindlich auf Ver\u00e4nderungen reagieren. Neben Bienen sind dies auch Schmetterlinge. Schon als Raupen haben sie besondere Anspr\u00fcche an die Nahrung. Schmetterlinge bilden eine einmalige Grundlage f\u00fcr die Erforschung des Klimawandels. Die Vernichtung nat\u00fcrlicher Lebensr\u00e4ume schreitet voran. Viele der heutigen Arten werden bereits ausgestorben sein bevor sie wissenschaftlich erfasst wurden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02049.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9914\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02049-225x300.jpg\" alt=\"DSC02049\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02049-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02049-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>\u00d6ffentliche F\u00fchrungen sind spannend<\/h2>\n<p>Seit 2011 organisiert Sabine Hoffmann f\u00fcr die Informatikdienste der ETH Z\u00fcrich einen Anlass, der sich \u00abKontakt \u00fcber Mittag\u00bb nennt. Mitarbeitende der Informatikdienste besuchen durch \u00abKontakt \u00fcber Mittag\u00bb spannende Pers\u00f6nlichkeiten, interessante Forschungsgebiete und faszinierende Bereiche der ETH Z\u00fcrich. Mit 15, der mehr als 200 Mitarbeitenden, bestaunen wir heute wie vielf\u00e4ltig die ETH-Landschaft ist. Eine Begeisterte schw\u00e4rmt: \u00abIch bin total \u00fcberw\u00e4ltig. Ehrlich, ich k\u00f6nnte Stunden hier verbringen.\u00bb Aber auch andere Stimmen h\u00f6rt man: \u00abDer Besuch war wieder sehr beeindruckend. Man erh\u00e4lt nicht nur Einblicke in die unterschiedlichen hochinteressanten Bereiche der ETH, sondern kann auch seinen Horizont erweitern.\u00bb Sammeln ist Leidenschaft pur. Es bewegt &#8211; auch ohne Roboter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02038.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9917\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02038-225x300.jpg\" alt=\"DSC02038\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02038-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2016\/02\/DSC02038-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Kontakt \u00fcber Mittag<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www1.ethz.ch\/id\/about\/activities\/kontakt\" target=\"_blank\">Mehr zum Anlass<\/a> \u00abKontakt \u00fcber Mittag\u00bb, der Idee dahinter und wo die Informatikdienste seit 2011 waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontakt \u00fcber Mittag trifft auf Killer-Bienen, Zombie-Wespen und als Eulen getarnte Falter.<\/p>\n","protected":false},"author":838,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1175,1179,1176,25,1181,1177,890,898,1178],"tags":[179834,179835,46798],"class_list":["post-9910","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommunikation","category-mail-web","category-multimedia-drucken","category-news","category-passwort-applikationen","category-software-arbeitsplatze","category-speicher","category-support","category-wissenschaftl-rechnen","tag-entomologische-sammlung","tag-entomologische-sammlung-der-eth-zurich","tag-kontakt-uber-mittag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/users\/838"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9910"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9910\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}