{"id":9745,"date":"2015-09-24T15:15:37","date_gmt":"2015-09-24T13:15:37","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=9745"},"modified":"2015-09-24T15:15:37","modified_gmt":"2015-09-24T13:15:37","slug":"20-jahre-eth-jubilaum-thomas-schler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2015\/09\/24\/20-jahre-eth-jubilaum-thomas-schler\/","title":{"rendered":"20 Jahre ETH Jubil\u00e4um Thomas Schler"},"content":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchjahr 1995 war mein Studium der Geophysik kaum ein Jahr beendet.<!--more--> Ich war beim Geophysikalischen Institut der TU Karlsruhe (heute KIT) befristet zu 50 % angestellt und besch\u00e4ftigte mich mit theoretischen Vorarbeiten zu tomographischen Untersuchungen der Karpatenregion in Rum\u00e4nien mithilfe Daten lokaler Erdbeben. Praktische Erfahrungen dazu hatte ich zuvor w\u00e4hrend meiner Diplomarbeit zu tomographischen Untersuchungen der oberen Erdkruste des S\u00fcdschwarzwaldes erworben. Mein damaliger Chef kam eines Tages zu mir und sprach einige S\u00e4tze, die in der Folge meinem beruflichen Leben eine unerwartet neue Richtung geben sollten. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) in Z\u00fcrich suchte dringend einen Seismologen, der im Bereich der globalen \u00dcberwachung unterirdischer Kernexplosionen arbeiten sollte. Die Stelle war befristet aber zu 100 % zu besetzen. Ob ich interessiert sei, fragte er mich.<\/p>\n<p>Nach zwei Tagen intensiver \u00dcberlegungen stellte ich meine Bewerbungsunterlagen zusammen und bewarb mich. Ein Vorstellungsgespr\u00e4ch und etwa zwei Wochen sp\u00e4ter war das Angebot in meinen H\u00e4nden. Was folgte, war eines der interessantesten Aufgabenbereiche, die ich mir vorstellen konnte. In einem kleinen Team hochkar\u00e4tiger Seismologen war ich mit im Boot. Meine Kernaufgaben waren die t\u00e4gliche Auswertung von Erdbebendaten, die mit dem seismologischen Beobachtungsnetz des SED gewonnen werden, die Mitarbeit im seismologischen 7&#215;24 h Pikettdienst, die Programmierung n\u00fctzlicher Tools zu Metadaten seismologischer Beobachtungsstationen, die Berechnung systematischer Fehler aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Referenzellipsoide bei Berechnungen von geographischen Koordinaten in der Schweiz und vieles mehr.<\/p>\n<p>Vom ersten Tag an neu f\u00fcr mich war, dass ich eine eigene HP-UX Workstation hatte; mit Root-Passwort. Eine HP-UX Workstation hatte ich auch am Geophysikalischen Institut in Karlsruhe zur Verf\u00fcgung, die war aber administriert gewesen und wurde von mehreren Personen genutzt. Mein damaliger Chef am SED erkl\u00e4rte mir zu meiner &#8222;eigenen&#8220; HP-UX Workstation: F\u00fcr den Geophysiker ist der Computer das wichtigste Werkzeug. Und dieses Werkzeug muss er in allen Belangen beherrschen k\u00f6nnen. Ein schlagendes Argument, das bei mir im positiven Sinne sofort sass.<\/p>\n<h2>UNIX-Systeme<\/h2>\n<p>Freude am Umgang mit UNIX-Systemen hatte ich schon im Studium entwickelt, und schnell war ich ein gefragter HP-UX-Spezialist. Am Ende war ich nicht mehr als Seismologe sondern als Systemspezialist und Datenbankentwickler am SED angestellt gewesen. Ich betreute ein HP-UX cluster-System, einzelne HP-UX Workstations, ein (aus heutiger Sicht bescheidenes) Massenspeichersystem mit optischen Wechselplatten und entwickelte unter Oracle eine seismologische Datenbank.<\/p>\n<h2>Backup-Service<\/h2>\n<p>Backups erstellte ich manuell auf DAT Tapes, die beschriftet wurden und in einem feuerfesten Safe verschwanden. Das machte ich so lange, bis ich von einem zentralen Backup Service erfuhr, der von den Informatikdiensten Netbackup genannt wurde. Nach zwei Sitzungen mit Jan Rozkosny wurde die gesamte HP-UX-Umgebung und sogar das Massenspeichersystem remote per Netbackup gesichert. Dieser Backup-Service war bereits damals ein 1A-Service.<\/p>\n<h2>Vom SED zur ID<\/h2>\n<p>Beim SED wurde ich von Jahr zu Jahr angestellt. Nach neun Jahren gab es keine M\u00f6glichkeit der Verl\u00e4ngerung mehr, so dass ich mich anderweitig umsehen musste. Ich erhielt die Chance, eine Stelle bei den Informatikdiensten im Bereich Netbackup anzunehmen. Das war meine Wunschstelle gewesen und ich freute mich, im Umfeld der ETH wiederum eine der interessantesten Aufgaben \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>NAS-Service<\/h2>\n<p>Die Netbackup-Umgebung war bereits ein sehr gut etablierter zentraler IT-Service. Neu war der NAS-Service hinzugekommen. Gesamthaft konnten wir unseren Kunden aus einer Appliance heraus etwa 20 TB NAS-Speicher anbieten. Backup und NAS wurde von einer Gruppe bestehend aus vier Personen betreut. Der SAN-Bereich, der vorwiegend f\u00fcr ID-interne Kunden gedacht ist, wurde von einer Person betreut. Das Wachstum war allerdings rasant. Etwa drei Jahre sp\u00e4ter hatten wir bereits zwei produktive NAS Appliances, die wir selbstverst\u00e4ndlich auf beide Standorte, ETH-Zentrum und ETH-H\u00f6nggerberg, verteilt hatten. Eine dritte NAS Appliance erhielten wir vom Hersteller als Leihger\u00e4t, um damit am Beta-Testprogramm teilnehmen zu k\u00f6nnen. Das war ein enormer Vorteil, konnten wir doch jeweils den neuesten NAS Code bereits viele Wochen vor dessen offiziellem Release ausgiebigst kennenlernen und testen.<\/p>\n<p>Personell wuchsen wir auch, sodass wir die Bereiche Backup und NAS voneinander trennen konnten. Heute besteht die NAS-Gruppe aus f\u00fcnf Personen. Vier weitere Personen bilden die Backup-Gruppe und zwei Personen die SAN-Gruppe.<\/p>\n<h2>Rasanter Anstieg<\/h2>\n<p>Von 20 TB NAS in 2004 sind wir inzwischen auf \u00fcber 2 PB angewachsen. Diese verteilen sich auf vier produktive NAS Appliances zweier Hersteller. Je zwei NAS Appliances verschiedener Hersteller sind an zwei verschiedenen Standorten untergebracht.<\/p>\n<p>Zu meinen Hauptaufgaben z\u00e4hlt die Betreuung aller NAS-Systeme. Die Funktionalit\u00e4t der NAS-Systeme muss \u00fcberwacht werden. Kommt es zu Problemen, dann melden sich die NAS-Systeme in den meisten F\u00e4llen in Form von automatischen E-Mails von selbst oder \u00f6ffnen eine Call Home-Verbindung zum Support des Herstellers. In einem solchen Fall muss schnell gehandelt werden, um entscheiden zu k\u00f6nnen, ob das gemeldete Problem demn\u00e4chst die NAS-Produktion beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte oder nicht. Entsprechend schnell muss die Probleml\u00f6sung erfolgen.<\/p>\n<h2>NAS-Kunden<\/h2>\n<p>Da wir einen NAS-Service anbieten, gibt es logischerweise auch jene, die unseren NAS-Service nutzen. Typischerweise greifen unsere NAS-Kunden \u00fcber das CIFS- oder das NFS-Protokoll auf das NAS zu. Das Anforderungsprofil an den NAS-Service ist sehr hoch und breit gef\u00e4chert. Alle ben\u00f6tigen den permanenten und st\u00f6rungsfreien Datenzugriff. Viele ben\u00f6tigen viel Kapazit\u00e4t, andere haben den Anspruch, sehr schnellen Zugriff auf ihre Daten im NAS zu haben. Die Daten m\u00fcssen sicher aufgehoben sein. Die logische Sicherheit wird \u00fcber die Protokollfunktionen und die Netzwerksicherheit (NET) gew\u00e4hrleistet. Die physikalische Sicherheit wird \u00fcber die Verwendung von RAID-Konfigurationen, Snapshot-Funktionalit\u00e4ten und die Verwendung unseres zentralen backup-Service zur Sicherung aller NAS-Daten auf B\u00e4nder gew\u00e4hrleistet. Zudem stehen die NAS Appliances in abgeschlossenen und nur kontrolliert zug\u00e4nglichen Computerr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Ab und an muss die NAS-Software aller NAS Appliances wieder einmal auf den neuesten Stand gebracht werden. Damit werden dem Hersteller bekannte Fehler korrigiert oder die Datensicherheit durch Schliessen von bekanntgewordenen Sicherheitsl\u00fccken erh\u00f6ht oder neue und sinnvolle Funktionalit\u00e4ten implementiert. Leider kann ein NAS Code upgrade nicht v\u00f6llig unterbrechungsfrei erfolgen. Unsere NAS-Kunden werden daher rechtzeitig im Vorfeld \u00fcber einen bevorstehenden NAS Code Upgrade informiert, damit sie sich in ihrer Arbeitsweise darauf einstellen k\u00f6nnen. Meine Aufgabe ist es hierbei, jeden NAS Code so vorzubereiten, dass alle Systemkomponenten auch zum Zeitpunkt des NAS Code Upgrade fehlerfrei laufen. Ich kontaktiere den Hersteller-Support, arbeite mit ihm gemeinsam alle Pre Upgrade Checks durch und vereinbare den Termin, an dem der NAS Code upgrade durchgef\u00fchrt werden soll. Gemeinsam mit dem Support f\u00fchre ich den NAS Code Upgrade durch, der einige Stunden lang dauern kann, was v\u00f6llig normal ist. Jeweils gegen Mitternacht sollte der ganze &#8222;Zauber&#8220; in der Regel vorbei sein. Manchmal treten aber auch w\u00e4hrend des laufenden NAS Code upgrade unvorhergesehene Probleme auf, die dann noch ein paar zus\u00e4tzliche Stunden Arbeit bis in den fr\u00fchen Morgen hinein bedeuten k\u00f6nnen. Bislang waren wir aber stets in der Lage, unseren NAS-Kunden rechtzeitig vor Beginn der \u00fcblichen B\u00fcrozeiten den NAS-Service wie gewohnt bereitzustellen.<\/p>\n<p>Geht einmal seitens unserer NAS-Kunden etwas schief oder bestehen Fragen oder Anforderungen zu zus\u00e4tzlichem Service, verwenden unsere Kunden das Ticket-System zur Kontaktaufnahme zu uns. Wir bearbeiten im Team alle Kundenanfragen, die \u00fcber das Ticket-System an uns herangetragen werden.<\/p>\n<p>Kein System lebt ewig und in der IT schon mal gar nicht. Im Laufe des Jahres 2016 wird entschieden werden, welche(s) Nachfolgesystem(e) unsere bestehenden NAS-Systeme abl\u00f6sen werden\/wird. Gemeinsam im Team werden wir Nutzungskonzept, Bereitstellung der neuen NAS-Systeme und die Datenmigrationsphase planen und realisieren. Das Nachfolgesystem muss installiert und konfiguriert werden. Es muss eine Zeit lang parallel gemeinsam mit dem jetzigen NAS-System betrieben werden, damit wir den gesamten Datenbestand im laufenden Betrieb migrieren k\u00f6nnen. Unsere NAS-Kunden sollen von den Datenmigrationsprozessen m\u00f6glichst wenig mitbekommen, damit sie in ihrer Arbeit m\u00f6glichst nicht behindert werden. Das Ziel ist selbstverst\u00e4ndlich, den bis anhin gewohnt guten NAS-Service auf hohem Niveau beizubehalten, wenn nicht zu verbessern.<\/p>\n<p>Wegen meines 20-j\u00e4hrigen Dienstjubil\u00e4ums an der ETH ist dieser Text f\u00fcr meinen Geschmack zu sehr ich-bezogen, aber es scheint wohl kaum anders zu gehen, wenn man gebeten wird, anl\u00e4sslich eines solchen Jubil\u00e4ums von sich selbst zu berichten. Es ist aber v\u00f6llig klar, dass wir im Team arbeiten. Ohne die sehr gute Arbeit jedes einzelnen von uns, w\u00e4re es mir gar nicht m\u00f6glich, selbst sehr gute Leistung zu bringen. Ich bedanke mich bei allen Teams Tilo Steigers und J\u00fcrgen Winkelmanns und ihnen selbst f\u00fcr die hervorragende Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Thomas Schler<br \/>\nSeptember, 2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2015\/09\/Thomas_Schler2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9747\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2015\/09\/Thomas_Schler2-200x300.jpg\" alt=\"Thomas_Schler2\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2015\/09\/Thomas_Schler2-200x300.jpg 200w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2015\/09\/Thomas_Schler2.jpg 426w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch Thomas Schler, Speicher, ID SD, zum Jubil\u00e4um.<\/p>\n","protected":false},"author":838,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,1181,1177,890,898,1178],"tags":[104248,46782],"class_list":["post-9745","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","category-passwort-applikationen","category-software-arbeitsplatze","category-speicher","category-support","category-wissenschaftl-rechnen","tag-eth-jubilaum","tag-jubilaum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9745","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/users\/838"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9745"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9745\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9745"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9745"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9745"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}