{"id":8524,"date":"2014-05-16T10:26:43","date_gmt":"2014-05-16T08:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=8524"},"modified":"2014-05-16T16:45:40","modified_gmt":"2014-05-16T14:45:40","slug":"profis-am-werk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2014\/05\/16\/profis-am-werk\/","title":{"rendered":"PROFIS am Werk"},"content":{"rendered":"<p>\u00abFrau\/Herr \u2026 h\u00e4lt am \u2026 seine Antrittsvorlesung als ordentliche\/r Professor\/in an der ETH Z\u00fcrich zum Thema &#8230;\u00bb.<!--more--> So kann man es auf der ETH-Homepage lesen. Was f\u00fcr eine Vorarbeit und Vorlaufzeit n\u00f6tig ist, bis die Professorin oder der Professor das Amt an der ETH antritt, wissen die wenigsten. Personen, die es genau wissen, sind Katharina Hagenauer und Sonja Schl\u00e4pfer vom <a href=\"http:\/\/www.facultyaffairs.ethz.ch\/\" target=\"_blank\">Stab Professuren<\/a>. Der Stab Professuren ist im Auftrag des Pr\u00e4sidenten der ETH Z\u00fcrich verantwortlich f\u00fcr die professoralen Gesch\u00e4fte und insbesondere f\u00fcr die Betreuung von Professorinnen und Professoren im Zusammenhang mit ihrer Berufung an die ETH Z\u00fcrich und ihrer anschliessenden Amtszeit.<\/p>\n<h2>Stab Professuren \u2013 Professurenplanung<\/h2>\n<p>Die Professur \u2013 verstanden wird darunter die Professorin\/der Professor und ihr\/sein Team \u2013 ist eine wichtige strategische Gr\u00f6sse an der ETH. Viele Ressourcen \u2013 unter anderem die finanziellen und r\u00e4umlichen \u2013 sind direkt an die Professur gebunden. \u00dcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Professuren m\u00f6glichst genau Bescheid zu wissen, ist deshalb entscheidend f\u00fcr die Planung in vielen Bereichen der ETH. Die Grundlage dazu bildet die \u00abProfessurenplanung\u00bb. Sie kann als Sammlung aller bestehenden und zuk\u00fcnftigen Professuren-Life-Cycles verstanden werden, die jeweils von der Aufnahme einer Professur in die offizielle Planung, \u00fcber die Ausschreibung, das Berufungsverfahren, die \u00dcbersiedlung des Professors nach Z\u00fcrich, die Integration der Familie und die Vorbereitung des Amtsantritts bis zur Aufnahme der T\u00e4tigkeit reichen und schliesslich mit dem R\u00fccktritt enden. Damit verbunden ist in jedem Einzelfall der konkrete Bedarf an Ressourcen \u2013 finanziellen, r\u00e4umlichen, infrastrukturellen, personellen etc. Der Stab Professuren sorgt in den verschiedenen mit der Berufung verbundenen Prozessen daf\u00fcr, dass diese Aspekte richtig in die Wege geleitet werden und die relevanten Informationen im entscheidenden Zeitpunkt den Weg zu den zust\u00e4ndigen Stellen in den Verwaltungsbereichen bei Schulleitung und Departementen finden. Ein Beispiel daf\u00fcr sind die Grundfinanzierungsbudgets der Departemente, die aufgrund ein- oder austretender Professorinnen und Professoren Ver\u00e4nderungen erfahren. Ebenso wird der Fl\u00e4chenbedarf durch diese Fluktuationen beeinflusst. Angesichts der aktuellen Raumknappheit insbesondere an hochinstallierten R\u00e4umen wie Labors oder Reinr\u00e4umen ist dies zurzeit ein besonders anspruchsvolles Thema.<\/p>\n<p>In der Folge kann man sich unter der Professurenplanung auch ein Mengenger\u00fcst der Professuren \u00fcber einen bestimmten strategisch relevanten zuk\u00fcnftigen Zeitraum vorstellen. Bisher war dieses Mengenger\u00fcst in einer umfangreichen und komplexen Excel-Datei abgebildet, die im Lauf der Zeit mit zahlreichen Features wie automatische Budgetberechnungen oder statistische Auswertungen ausgestattet wurde. Diese Tabelle war eine wertvolle Grundlage f\u00fcr die Planungsaktivit\u00e4ten an der ETH. Aber sie hatte einen grossen Nachteil. Sie hing von der Betreuung und vom Wissen weniger Personen ab, war nicht geeignet f\u00fcr Mehrfachnutzung und damit auch nicht f\u00fcr den Gebrauch in anderen Einheiten. Kurz: Eine neue L\u00f6sung musste her \u2013 so befand es auch die Schulleitung und beauftragte Ende 2011 eine Arbeitsgruppe mit der Ausarbeitung eines Fachkonzepts.<\/p>\n<h2>Abteilung Software Services<\/h2>\n<p>Die L\u00f6sung fand sich einige Zeit sp\u00e4ter ETH-intern, n\u00e4mlich beim Team Software Project Services (Abteilung <a href=\"http:\/\/www.id.ethz.ch\/about\/sections\/sws\" target=\"_blank\">ID SWS<\/a>) der Informatikdienste. Die Leistungen des Teams umfassen u. a. die informationstechnische Begleitung respektive, mit entsprechenden Vereinbarungen, die Abwicklung von softwarebezogenen Projekten f\u00fcr die Schulleitung sowie f\u00fcr die Einheiten in der departementalen Organisation und den Zentralen Organen. Die Kernkompetenz der ID SWS liegt in der SW-Systemarchitektur, der Systemintegration, der Applikations- und Schnittstellenentwicklung sowie der Durchf\u00fchrung von IT-Projekten.<\/p>\n<h2>Alle Partner an einem Tisch<\/h2>\n<p>Das Projekt \u00abExcel-Abl\u00f6sung\u00bb ist seit Ende M\u00e4rz 2014 mit einer massgeschneiderten L\u00f6sung unter dem Namen PROFIS (<b>PROF<\/b>essuren<b>I<\/b>nformations<b>S<\/b>ystem) im produktiven Betrieb. Ein Interview mit den Projekt-Beteiligten lag nahe: Katharina Hagenauer, Stab Professuren, Sonja Schl\u00e4pfer, Stab Professuren, Dr. Giorgio Broggi, Abteilungsleiter ID Software Services (ID SWS) und Andreas Jost, Gruppenleiter SW Project Services (ID SWS). Das Interview hat Sabine Hoffmann, ID Marketing &amp; Kommunikation, gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/IMG_0671_PROFIS_kurz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8622\" alt=\"IMG_0671_PROFIS_kurz\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/IMG_0671_PROFIS_kurz-300x189.jpg\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/IMG_0671_PROFIS_kurz-300x189.jpg 300w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/IMG_0671_PROFIS_kurz-1024x645.jpg 1024w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/IMG_0671_PROFIS_kurz.jpg 1958w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><i>Das PROFIS-Team feiert den gelungenen produktiven Start in PROFIS-Shirts. Von links: Katharina Hagenauer, Andreas Jost, Markus Kreuzer, Sonja Schl\u00e4pfer und Claudia Farnung. <\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Interview<\/h2>\n<p><em>Hoffmann: Was f\u00fcr Arten von Professuren gibt es an der ETH Z\u00fcrich?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: Die ETH Z\u00fcrich unterscheidet grunds\u00e4tzlich zwischen den unbefristeten Vollprofessuren \u2013 d. h. die ordentlichen und ausserordentlichen Professuren \u2013 und den zeitlich befristeten Assistenzprofessuren (mit oder ohne tenure track).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Der Stab Professuren k\u00fcmmert sich um die Professorinnen und Professoren der ETH Z\u00fcrich. Von wie vielen sprechen wir?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: An der ETH sind zurzeit knapp 500 Voll- und Assistenzprofessorinnen t\u00e4tig; der Trend ist klar steigend. Die Zahl der f\u00fcr die Planung relevanten Professuren ist aber nat\u00fcrlich deutlich h\u00f6her. Was interessiert, sind die zuk\u00fcnftigen Antritte und R\u00fccktritte und die Ver\u00e4nderungen im Infrastruktur- und im Mittelbedarf, die damit verbunden sind. Im neuen Tool \u00abPROFIS\u00bb hatten wir in der Datenbank zum Zeitpunkt des Go Live 1148 Professuren erfasst. Die Zahl umfasst auch inaktive Professuren, also solche, welche die ETH bereits verlassen haben, aus Altersgr\u00fcnden, oder, bei den Assistenzprofessuren, aus Karrieregr\u00fcnden. PROFIS deckt die Vergangenheit bis ins Jahr 2004 zur\u00fcck ab, was den Vorteil hat, dass auch Auswertungen zur Entwicklung \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Und dies alles wurde vor dem PROFIS-Zeitalter mit einer Excel-Tabelle bew\u00e4ltigt? War die Abl\u00f6sung eine Challenge?<\/em><\/p>\n<p>Jost: Auf den ersten Blick schien das Vorhaben ein einfaches Unterfangen zu sein, weil es galt, die Datenhaltung in einer Excel-Tabelle zu ersetzen. Es hat sich dann aber gezeigt, dass diese Datei ziemlich umfangreich und komplex aufgebaut ist. Die Pflege der unz\u00e4hligen Spalten und Formeln war f\u00fcr nicht eingeweihte Benutzer fast nicht m\u00f6glich, denn in der Reihenfolge der Felder innerhalb der einzelnen Formeln war zus\u00e4tzlich eine nicht unmittelbar erkennbare Semantik codiert. Es hat sich auch schnell herausgestellt, dass die Unterst\u00fctzung der Prozesse rund um die Excel-Tabelle den eigentlichen Inhalt des neuen Systems darstellten. Ich denke schon, dass Excel an seine Grenzen getrieben wurde. Es gab da auch den passenden Spruch: \u00abDie Frau Hagenauer darf nicht unters Tram kommen, da sie ist die einzige ist, die diese Excel-Tabelle versteht\u00bb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: F\u00e4llt dir dazu eine bestimmte Begebenheit ein?<\/em><\/p>\n<p>Jost: Die erste Pr\u00e4sentation der abzul\u00f6senden Excel-Liste hinterliess bei mir und Markus Kreuzer, dem Entwickler von PROFIS, einen bleibenden Eindruck. Im Beamer-Licht des abgedunkelten Sitzungsraums wurde uns damals schnell klar, dass das Design der neuen Systemlandschaft eine Herausforderung darstellt. In den w\u00f6chentlichen Projektmeetings, die dann folgten, wurde auch zunehmend klarer, dass es eine Vielzahl Prozesse gab, die mit dem neuen System zu unterst\u00fctzen waren. Wir hatten den Umfang anf\u00e4nglich untersch\u00e4tzt, weil wir von der Vorstellung einer einfachen Excel-Datei ausgegangen waren.<\/p>\n<p>Hagenauer: Das heisst, man wollte PROFIS auf die bestehenden und gelebten Prozessen abstimmen und hat die Chance genutzt, die neue Applikation auf deren optimale Unterst\u00fctzung auszulegen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Von welchen zeitlichen Aufwand reden wir? Was wurde alles erstellt?<\/em><\/p>\n<p>Jost: Der Aufwand der Informatikdienste betr\u00e4gt rund 2400 Arbeitsstunden. Wir haben hierzu als Basis vier verschiedene Dokumente erstellt: Die Produktspezifikation umfasst 143 Seiten und die Implementierungsspezifikation z\u00e4hlt 461 Seiten. Ferner wurden ein Migrationskonzept f\u00fcr die Daten\u00fcbernahme mit 46 Seiten und eine Testspezifikation von 61 Seiten erarbeitet. Alleine die Excel-Tabelle in die Datenbank zu \u00fcbernehmen und mit den notwendigen Informationen anzureichern, war ein eigenes, kleines Projekt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Musste man alles manuell machen oder konnte man Teilgebiete automatisiert \u00fcbernehmen?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: Ihr sprecht von der Migration? Wir haben das ja geschickt gemacht! Wir haben einfach wieder Excels produziert. <i>Lacht!<\/i> Wir haben die urspr\u00fcngliche Excel-Datei genommen und noch ein paar weitere dazu erfasst und dann alles in die Datenbank geladen &#8211; so vom Prinzip her. Das hatte den grossen Vorteil, dass wir zu keinem Zeitpunkt zweispurig fahren mussten. In der Phase der Migration waren unsere Migrationstabellen gleichzeitig das aktive Professurenplanungstool.<\/p>\n<p>Schl\u00e4pfer: Aber damit ein automatisierter Datenimport m\u00f6glich war, mussten wir die ganze Information, welche in der besagten Excel-Datei und einigen weiteren Dateien enthalten war, auseinander nehmen und teilweise neu respektive anders aufbereiten.<\/p>\n<p>Jost (mit Blick auf die beiden Kolleginnen vom Stab Professuren): Es waren \u00abfleissige Ameisen\u00bb am Werken, die die fehlenden Datenl\u00f6cher in vielen Stunden Arbeit gestopft haben. Ich spreche meine Anerkennung f\u00fcr das Geleistete aus. Es ging ja auch darum, zus\u00e4tzlichen Detaillierungsgrad der bestehenden Daten f\u00fcr das neue System bereit zu stellen.<\/p>\n<p>Hagenauer: Die urspr\u00fcngliche Vorstellung, es w\u00fcrden viele Leute unterst\u00fctzend helfen, \u00fcbrigens auch beim Testen und bei der Qualit\u00e4tssicherung der Datenerfassung, liess sich leider nicht umsetzen. Weil das Fachgebiet sehr spezifisch ist und bei der Daten\u00fcbernahme auch mit vertraulichen Daten gearbeitet wurde, haben Sonja und ich einen grossen Teil der Projekt- und Migrationsarbeit selber erledigt \u2013 so nebenher halt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wie lange seid ihr mit der Professurenplanung betraut?<\/em><\/p>\n<p>Schl\u00e4pfer: Ich habe vor gut eineinhalb Jahren begonnen, mich mit der Professurenplanung auseinanderzusetzen und habe mich in das damalige Exceldokument von Katharina eingearbeitet. Seit der Einf\u00fchrung von PROFIS ist die Applikation zu einem zentralen Arbeitswerkzeug f\u00fcr die Arbeiten rund um die Professurenplanung geworden.<\/p>\n<p>Hagenauer: Die Professurenplanung begleitet mich \u2013 oder ich sie, wie man\u2019s nimmt \u2013 wohl schon seit bald 15 Jahren, als ich noch im Stab des damaligen Vizepr\u00e4sidenten f\u00fcr Planung und Logistik arbeitete. Die erste Version der besagten Excel-Tabelle, die ich auf meinem Computer gefunden habe, stammt von 2004 \u2013 sie hat also gerade noch ihr zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um erreicht&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wie muss man sich die verschiedenen Etappen des Projekts vorstellen?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: Es war ein Startschuss in Raten. Nach der Vorbereitungsphase, an der Mitarbeitende aus verschiedenen Schulleitungsbereichen beteiligt waren und in der es darum ging, die Bed\u00fcrfnisse zu formulieren, hat die Schulleitung die Mittel zur Ausarbeitung eines konkreten Anforderungskatalogs bewilligt. So war es m\u00f6glich, f\u00fcr die weiteren Arbeiten die Business-Analystin Claudia Farnung zu gewinnen <i>(Anmerkung: Farnung GmbH Business-Analyse, Workflow Management).<\/i> Sie wusste, wie es zu machen war, wir wussten, was zu machen war. Eine ideale Kombination, aus der dann die 143 Seiten starke Produktspezifikation entstanden ist. Diese bildete die Grundlage f\u00fcr die Definition der konkreten Systemarchitektur und die Bewilligung des Realisierungsprojekts durch die Schulleitung. Dann startete die intensive und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Stab Professuren und der ID SWS. Dank dem Entwickler Markus Kreuzer und unter der kritischen Begleitung und fachkundigen Unterst\u00fctzung von Andy Jost konnte die neue Applikation innert Jahresfrist auf die Beine gestellt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: H\u00e4tte es ein Standardtool gegeben, das man h\u00e4tte kaufen und parametrisieren k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p>Broggi: Nein, absolut nicht. Die Professurenplanung ist eine ETH-spezifische Prozesslandschaft und bedarf einer massgeschneiterten IT-Unterst\u00fctzung. Die IT-Umgebung, die wir implementiert haben, ist ebenso eine offene Landschaft, in ihrer momentanen Zusammensetzung bestehend aus einer Datenbank und einem Backoffice-Client in SAP PowerBuilder-Technologie. F\u00fcr einen n\u00e4chsten Release ist vorgesehen, auf der ETH<i>IS<\/i>-Plattform Auswertungen anzubieten, die auf die Bed\u00fcrfnisse der Nutzer abgestimmt sind. Ebenso sollten Schnittstellen zu den relevanten, bestehenden Informationssystemen entstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Gibt es Schnittstellen zu bestehenden ID- oder ETH Applikationen?<\/em><\/p>\n<p>Broggi: PROFIS unterst\u00fctzt die Professurenplanung. Die personen- und anstellungsbezogenen Daten betreffend die Professorinnen und Professoren werden in anderen bereits bestehenden Systemen bewirtschaftet, und zwar im <i>Faculty Recruiting Tool<\/i> (Berufungsprozess), im Lehrbetriebs-Managementsystem (<i>Sempro<\/i>, Lehrt\u00e4tigkeit), im SAP (Modul HRC, Anstellungsdaten, und FI\/CO, Finanzdaten). Wie schon gesagt, PROFIS wurde vom Anfang an als Umgebung, also nicht als Applikation konzipiert. Die Daten liegen in einer relationalen Datenbank vor und k\u00f6nnen beliebig extrahiert und ausgewertet werden. Sie sind weder gebunden noch eingegrenzt. Der mit PowerBuilder erstellte Backoffice-Client ist ein Tool, das als Werkzeug vom Stab Professuren eingesetzt wird, um Daten zu verwalten und Prozesse effektiv zu steuern. Die technische Umsetzung der Datenhaltung hingegen konnte optimal in die bestehende Datenbank des OIS-Systems integriert werden. Das ist auch f\u00fcr die Zukunft die beste Nachhaltigkeits-Garantie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wer nutzt die Applikation \u00abPROFIS\u00bb?<\/em><\/p>\n<p>Broggi: Die Applikation ist in dieser ersten Etappe ein Backoffice-Client f\u00fcr den Stab Professuren und eine Informationsquelle f\u00fcr Angeh\u00f6rige des Schulleitungsbereichs, insbesondere f\u00fcr alle diejenigen Bereiche, die mit planerischen Fragestellungen zu tun haben.<\/p>\n<p>Hagenauer: Die Applikation unterst\u00fctzt die Verwendung durch verschiedene Benutzergruppen. Entsprechend ist PROFIS auch \u00fcber die entsprechenden Zugriffsberechtigungen steuerbar. Es gibt grunds\u00e4tzlich zwei unterschiedliche Kategorien von Nutzern, solche, die PROFIS bewirtschaften und f\u00fcr die Prozessteuerung nutzen und solche, die Einsicht haben in die Information, die f\u00fcr ihre Zwecke wichtig sind \u2013 und nat\u00fcrlich eine Kombination von beidem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wie viel Vorarbeit muss geleistet werden bis ein Professor sein Amt antreten kann und wie funktioniert die Unterst\u00fctzung durch PROFIS?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: Ich erkl\u00e4re das am Beispiel einer neuen Professur, die ein neues Fachgebiet abdecken soll und deren Planung von einem Departement in Angriff genommen wird. Sobald wir Kenntnis haben von einer solchen Planungsoption, erfassen wir die Professur in PROFIS. Aber das heisst noch nicht, dass man drei Wochen sp\u00e4ter zur Schulleitung gehen und sagen kann: \u00abWir schreiben jetzt die Professur aus\u00bb. Dazwischen stehen mehrere Konkretisierungsschritte. Die Professur muss in die Planung der Schulleitung aufgenommen werden. Das ist der eigentliche Strategiecheck. Danach kommen die pr\u00e4sidiale Freigabe zur Ausschreibung \u2013 also zur Publikation der offenen Professorenstelle in den Fachmedien \u2013 durch den Pr\u00e4sidenten und die Er\u00f6ffnung des Berufungsverfahrens. Wenn dann eine Spitzenkandidatin oder ein Spitzenkandidat feststeht, f\u00fchrt der Pr\u00e4sident die sog. Berufungsverhandlungen. Sind sie erfolgreich, erh\u00e4lt die Kandidatin bzw. der Kandidat eine Berufungsofferte. Man sieht an diesen Prozessschritten, dass der Verpflichtungsgrad laufend zunimmt. Ist die Berufungsofferte einmal aus dem Haus, liegt der Entscheid beim Kandidaten \u2013 und zuletzt beim ETH-Rat, der auf Grund der Annahme der Berufungsofferte die Ernennung ausspricht. In PROFIS ist jeweils ersichtlich, in welchem Status sich eine Professur befindet \u2013 von der Planungsoption bis zur definitiven Ernennung. W\u00e4hrend des ganzen Prozesses werden in PROFIS die Angaben zu den Ressourcen aktualisiert. Auf diese Weise hat man zu jedem Zeitpunkt eine relativ genaue Vorstellung dar\u00fcber, mit welchen Verpflichtungen mit welcher Wahrscheinlichkeit in der Zukunft zu rechnen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wie lange dauert die Durchschnittsphase von der Idee bis jemand seine Antrittsvorstellung h\u00e4lt?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: Das ist schwer zu sagen. Allein von der Idee bis zur Aufnahme in die Planung k\u00f6nnen gut und gern ein paar Jahre vergehen. Es kann aber auch ganz schnell gehen \u2013 je nach den Umst\u00e4nden, dem strategischen Impacts der Professur und den finanziellen und infrastrukturellen Erfordernissen. F\u00fcr die Dauer zwischen der Freigabe zur Ausschreibung und der Ernennung rechnen wir mit einem Durchschnitt von 1.5 Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wie ist der Name \u00abPROFIS\u00bb (\u00abPROFIS \u2013 <b>PROF<\/b>essuren<b>I<\/b>nformations<b>S<\/b>ystem\u00bb) entstanden?<\/em><\/p>\n<p>Hagenauer: Der Arbeitstitel lautete pragmatisch SPP, f\u00fcr <span style=\"text-decoration: underline\">S<\/span>ystem <span style=\"text-decoration: underline\">P<\/span>rofessuren-<span style=\"text-decoration: underline\">P<\/span>lanung. Mein Namensfavorit war \u00abProfeth\u00bb, also der Zusammenzug aus \u00abProfessur\u00bb und \u00abETH\u00bb, in Anlehnung an die Propheten der antiken Kulturen. Man hat mich dann davon \u00fcberzeugt, dass das Bild der Weissagung unpassend ist f\u00fcr die Planung an einer technischen Hochschule. Der Vorschlag PROFIS \u2013 der mit der Assoziation der Professionalit\u00e4t dem Selbstverst\u00e4ndnis der ETH besser entspricht \u2013 stiess dann weitherum auf positive Resonanz, am Schluss auch bei mir\u2026 <i>Lacht!<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hoffmann: Wie geht es weiter?<\/em><\/p>\n<p>Broggi: Die Reise geht auf etlichen verschiedenen Gleisen weiter. Im Sommer entsteht das Prozess- und Benutzer-Handbuch. Das Dokument wird nicht nur die Bedienung der Applikation unterst\u00fctzen, sondern vielmehr die Datensemantik im Kontext der relevanten Planungsschritte f\u00fcr \u00abnicht Eingeweihte\u00bb erl\u00e4utern. Dank diesem Dokument werden die Nutzerinnen und Nutzer dieses Clients (also die schon erw\u00e4hnten Mitarbeitenden der St\u00e4be und Infrastrukturbereiche) die Informationen aus dem Client im richtigen Prozesskontext verstehen und nutzen k\u00f6nnen. Es gibt aber auch einen weiteren Nutzerkreis, ausserhalb der zentralen Organe. F\u00fcr diese User soll die PROFIS-Landschaft erweitert werden. Schon vorgesehen ist die Erstellung von Reports in SAP-Technologie f\u00fcr das ETH<em>IS<\/em>-Portal. Ein sinnvoller Schritt ist auch die Integration von PROFIS mit den bestehenden Systemen, die Professorendaten bewirtschaften, insbesondere mit SAP und dem Lehrbetriebssystem. Es sollen Schnittstellen realisiert werden, die den Datenaustausch im Rahmen eines globalen Master-Slave Konzept technisch unterst\u00fctzen. Auch f\u00fcr die funktionale Weiterentwicklung des Clients gibt es eine Planung, \u00fcber welche sich jedoch am besten Frau Hagenauer \u00e4ussern soll\u2026.<\/p>\n<p>Hagenauer: Also da heisst mein Credo ebenfalls \u00abPROFIS Release 2\u00bb. Wir haben im Release 1 das Hauptaugenmerk darauf gelegt, die komplexe Datenstruktur richtig und mit Bezug auf die beteiligten Prozesse abzubilden. Das ist das Maximum, was mit den vorhandenen Mitteln und in der vorhandenen Zeit m\u00f6glich war. Zu kurz gekommen sind dabei die anspruchsgruppenspezifischen Features, welche in der Produktspezifikation aufgef\u00fchrt sind. Massgeblich f\u00fcr die funktionale Weiterentwicklung sind somit die Bed\u00fcrfnisse des erweiterten Nutzerkreises in den Schulleitungs- und Infrastrukturbereichen. Ich denke da zum Beispiel an die Zust\u00e4ndigen f\u00fcr das Bauen, die Infrastrukturen, die Finanzen und das Controlling oder die Strategische Planung. Ihre Bed\u00fcrfnisse werden die unmittelbare Weiterentwicklung von PROFIS pr\u00e4gen. Und nicht zuletzt haben wir selber im Verlauf der Arbeiten an PROFIS die eine oder andere pr\u00fcfenswerte z\u00fcndende Idee gehabt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8620\" aria-describedby=\"caption-attachment-8620\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/PROFIS_Login.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8620\" alt=\"Login-Maske PROFIS\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/PROFIS_Login-300x270.png\" width=\"300\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/PROFIS_Login-300x270.png 300w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/05\/PROFIS_Login.png 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8620\" class=\"wp-caption-text\">Login-Maske PROFIS<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Funktion und Bedeutung des PROFessurenInformationsSystems er\u00f6rtern in einem Interview Katharina Hagenauer, Sonja Schl\u00e4pfer, Andy Jost und Dr. Giorgio Broggi.<\/p>\n","protected":false},"author":838,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,1181,1177,898],"tags":[141848,141850,141863,141844,141843,141849,104270,46822,141845,141846,141847],"class_list":["post-8524","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","category-passwort-applikationen","category-software-arbeitsplatze","category-support","tag-applikationentwicklung","tag-it-projekte-eth","tag-professureninformationssystem","tag-professurenplanung","tag-profis","tag-schnittstellenentwicklung","tag-software-project-services","tag-software-services","tag-software-bezogene-projekte","tag-sw-systemarchitektur","tag-systemintegration"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/users\/838"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8524"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8524\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}