{"id":8202,"date":"2014-04-01T15:36:26","date_gmt":"2014-04-01T13:36:26","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=8202"},"modified":"2014-04-01T15:36:26","modified_gmt":"2014-04-01T13:36:26","slug":"20-jahre-www-ra-ethz-ch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2014\/04\/01\/20-jahre-www-ra-ethz-ch\/","title":{"rendered":"20 Jahre www.ra.ethz.ch"},"content":{"rendered":"<p>Meine Beziehung zur ETH Z\u00fcrich wurde etwa vier Jahre vor meinem ersten Arbeitstag am Rand des Grand Canyon eingef\u00e4delt.<!--more--> Wir trafen auf unserer Hochzeitsreise auf ein deutsches, in der Schweiz wohnhaftes Ehepaar, kamen ins Gespr\u00e4ch und wurden Freunde. Ende 1993 erz\u00e4hlte mir Torsten, dass sein Kollege J\u00fcrgen Winkelmann jemanden f\u00fcr die Betreuung der VMS-Rechner suche, ob das nicht etwas w\u00e4re f\u00fcr mich? Ich arbeitete zu dieser Zeit als Systemadministrator im Schulungszentrum der Firma Digital Equipment Corporation (DEC), wo sich langsam aber sicher der Untergang des einst so glanzvollen Computerherstellers abzeichnete. Da ich nicht nur ganz gut mit VMS-Systemen umgehen konnte, sondern vor allem weil ich bereits mit dem charismatischen Systemadministrator an der ETH Z\u00fcrich bekannt war, empfing mich J\u00fcrgen mit offenen Armen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/02\/MG_4074_insIDe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8206\" alt=\"_MG_4074_insIDe\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/02\/MG_4074_insIDe-200x300.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/02\/MG_4074_insIDe-200x300.jpg 200w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/files\/2014\/02\/MG_4074_insIDe-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Wechsel zur ETH Z\u00fcrich<\/h2>\n<p>So begann ich im M\u00e4rz 1994 meine Arbeit als Systemadministrator bei den Informatikdiensten mit der Aufgabe, die Kunden von VMS nach Unix zu migrieren. Wir konnten das Management davon \u00fcberzeugen, dass wir erst einmal die VMS-Umgebung konsolidieren sollten und so durfte ich bald den leistungsf\u00e4higsten OpenVMS-Cluster der ETH Z\u00fcrich betreuen. Wir hatten auch eine &#8211; allerdings deutlich kleinere &#8211; Unix-Maschine beschafft, aber die treuen VMS-Kunden waren von einer Migration nach Unix nicht gerade angetan. Kurz nach dem Jahrtausendwechsel ging die VMS-\u00c4ra bei der ID dann zu Ende, aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich l\u00e4ngst neue Aufgaben \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Das Jahr 1994 war n\u00e4mlich ein \u00e4usserst ereignisreiches, es brachte f\u00fcr mich viel mehr als nur den Wechsel zur ETH Z\u00fcrich. Ich war von Anfang an auch in das Projekt &#8222;EZINFO&#8220; involviert. Dieses wurde von Franz Kuster geleitet und hatte den Zweck, den interessierten Studierenden Zugang zu E-Mail und anderen Diensten zu erm\u00f6glichen. Zu dieser Zeit waren E-Mail, FTP, Gopher usw. noch den Spezialisten vorenthalten, den Begriff &#8222;Internet&#8220; kannte kaum jemand. An einer EZINFO-Sitzung meinte ein Student, am CERN w\u00fcrde etwas ganz neues in Sachen Kommunikation entstehen, wir sollten uns das doch unbedingt ansehen. Und so wurde ich im April 1994 Zeuge von einem Ereignis, das man wohl als Urknall des &#8222;World Wide Web&#8220; bezeichnen darf: die erste WWW-Konferenz der Geschichte! Diese drei Tage haben mein Berufsleben so nachhaltig ver\u00e4ndert, wie kaum ein anderes Ereignis (siehe <a href=\"http:\/\/www94.web.cern.ch\/WWW94\/\" target=\"_blank\">www94.web.cern.ch\/WWW94\/<\/a>). Das Jahr 1994 wurde dann im August noch durch die Geburt unserer Tochter gekr\u00f6nt, zusammen mit unserem dreij\u00e4hrigen Sohn Daniel waren wir nun schon zu viert. Vervollst\u00e4ndigt wurde unsere Familie drei Jahre sp\u00e4ter mit der Geburt von Mathias &#8211; mitten auf dem Schaffhauserplatz in unserem Wagen auf der Fahrt ins Spital, aber das ist eine andere Geschichte \u2026<\/p>\n<h2>Vom Systemadministrator zum Webmaster<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend ich mich haupts\u00e4chlich noch um die VMS-Systeme k\u00fcmmerte, nahm die Bedeutung meiner Funktion als Webmaster immer mehr zu und per 1. Oktober 1997 wurde ich zum ersten vollamtlichen Webmaster der ETH Z\u00fcrich. Schon bald zeigte sich, dass die Pflege eines Webauftrittes nicht in erster Linie eine technische, sondern eine Aufgabe des Marketings ist. W\u00e4hrend ich mich als technischer Webmaster haupts\u00e4chlich der Pflege der Hardware und Software annahm, wurde die Gestaltung und die Erstellung des Inhaltes von der Abteilung f\u00fcr \u00f4ffentlichkeitsarbeit und Aussenbeziehung, sp\u00e4ter Corporate Communication und heute Hochschulkommunikation, \u00fcbernommen. Das WebOffice &#8211; eine Arbeitsgruppe mit Personen aus den Informatikdiensten und von Corporate Communication &#8211; war aus meiner Sicht eine geniale Institution, auch wenn diese Meinung von gewissen Vorgesetzten nicht wirklich geteilt wurde (siehe <a href=\"http:\/\/www.weboffice.ethz.ch\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.weboffice.ethz.ch\/<\/a>).<\/p>\n<p>Eine zus\u00e4tzliche Bereicherung zu meiner Arbeit waren die Besuche der Web-Konferenzen. Seit 1994 findet jedes Jahr eine solche statt und ich habe sie bis 2012 jedes Mal besucht. Anfangs fanden die Konferenzen abwechslungsweise in Europa und den USA statt, sp\u00e4ter kamen auch Austragungsorte in Australien und Asien dazu, so dass ich in den vergangen 20 Jahren vier Kontinente besucht habe. Im Dezember 1995 war es in Boston nicht nur bitterkalt, dort begann auch die Kommerzialisierung des Webs. Zum ersten Mal sah ich ein Taxi mit einer URL als Werbeaufschrift! W\u00e4hrend gewisse Kreise diese Kommerzialisierung ablehnten und das Web akademisch &#8222;sauber&#8220; halten wollten, gab es auch weitsichtigere Stimmen, welche meinten, dass der kommende Boom dieses Mediums eine Infrastruktur erfordere, welche ohne kommerzielle Unternehmen nicht realisierbar sei. Ein Jahr sp\u00e4ter entbrannte in Paris der &#8222;Browser-Krieg&#8220;, Netscape gegen Internet Explorer. Anfangs waren die Konferenzen sehr technisch, sp\u00e4ter kamen immer mehr wissenschaftliche und auch soziale Abhandlungen dazu &#8211; das Web wurde je l\u00e4nger je mehr zu einem Bestandteil des t\u00e4glichen Lebens.<\/p>\n<h2>Von Z\u00fcrich in die USA<\/h2>\n<p>Ich habe die ETH Z\u00fcrich stets als flexible und grossz\u00fcgige Arbeitgeberin erlebt. Ein besonderer H\u00f6hepunkt meiner Karriere war das Sabbatical im Sommer 2002. Zuerst besuchte ich in Begleitung meiner Familie die Web-Konferenz auf Hawaii, danach verbrachten wir drei Monate an der University of California in San Diego (UCSD). W\u00e4hrend dieser Zeit konnte ich einerseits neue Erfahrungen im Umgang mit Webservern sammeln, zum andern durfte ich erleben, was es heisst, auf einem &#8222;richtigen&#8220; Campus zu leben. Die Stimmung auf dem riesigen Gel\u00e4nde der UCSD empfand ich als einmalig, was f\u00fcr ein Gegensatz zur verzettelten ETH Z\u00fcrich! Der H\u00f6nggerberg mag zwar ein gewisses &#8222;Campus-Feeling&#8220; geben, dem ETH Zentrum fehlt dieses leider sehr (<a href=\"http:\/\/www.ra.ethz.ch\/sabbatical2002\/\" target=\"_blank\">www.ra.ethz.ch\/sabbatical2002\/<\/a>).<\/p>\n<p>Inzwischen ist das Web weitgehend etabliert, was wir als &#8222;traditionelles Webhosting&#8220; bezeichnen, ist zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden. Dies bedeutet allerdings keineswegs, dass mein Job zur Routine geworden w\u00e4re. Immer neue, Web-basierte Dienstleistungen kommen dazu und bestehende werden erweitert. Dazu geh\u00f6rt unter anderem SharePoint, ein Werkzeug, welches wir zwar schon seit vielen Jahren anbieten, sich an der ETH Z\u00fcrich aber erst in letzter Zeit wirklich ernsthaft durchzusetzen beginnt.<\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr meinen Job scheint mir, dass es Aufgaben gibt, die mich zwar schon seit langem begleiten, sich aber immer wieder drastisch \u00e4ndern. Dazu geh\u00f6rt die Web-Suche: Angefangen hatte es mit AltaVista, ein Produkt \u00e4hnlich revolution\u00e4r wie viel sp\u00e4ter Google, aber vom Hersteller zu stiefm\u00fctterlich behandelt, so dass es irgendwann fast \u00fcber Nacht wieder vom Markt verschwand. Die Firma Eurospider in Z\u00fcrich versuchte sich ebenfalls im Search-Business und so betrieben wir erst parallel zu AltaVista und sp\u00e4ter dann ausschliesslich eine Eurospider-Installation als Suchmaschine f\u00fcr&#8217;s ETH-Web. Als dann Google das Zepter \u00fcbernahm, verzichtete die ETH Z\u00fcrich jahrelang auf eine eigene Suchmaschine, doch mit dem Web Relaunch wurde wieder eine eigene Suchmaschine in Betrieb genommen, deren Betreuung erneut zu meinem Aufgabenbereich geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Mein Steckenpferd an der ETH Z\u00fcrich ist die Verwaltung des Webarchivs (<a href=\"http:\/\/www.webarchiv.ethz.ch\" target=\"_blank\">www.webarchiv.ethz.ch<\/a>). Von manchen wohl als eher unn\u00f6tig betrachtet, liegt mir die Erhaltung fr\u00fcherer Webauftritte sehr am Herzen. Angespornt vom grossen Vorbild, dem Internet Archive (archive.org), versuche ich, Websites im Originalzustand und m\u00f6glichst funktionst\u00fcchtig zu erhalten. Insbesondere bei einem Technologiewechsel, wie beispielsweise beim Archivieren einer im WCMS gehosteten Site als statische Website, ist das oft mit beachtlichem Aufwand verbunden. Als Webseiten-Restaurator gilt es fehlende Bilder zu beschaffen, gebrochene Links zu korrigieren und in manchen F\u00e4llen m\u00fcssen auch Scripts angepasst werden, damit sie in der aktuellen Umgebung funktionieren.<\/p>\n<p>In der Freizeit bin ich am liebsten zusammen mit meiner Frau in unserem \u00fcber 30 Jahre alten VW Bus unterwegs, vorzugsweise in n\u00f6rdlichen Breitengraden, entsprechende Reiseberichte findet man auf unserer privaten Website (<a href=\"http:\/\/www.ambuehler.ch\" target=\"_blank\">www.ambuehler.ch<\/a>).<\/p>\n<p>F\u00fcr die erf\u00fcllte und \u00e4usserst interessante Zeit, die ich bis jetzt an der ETH Z\u00fcrich verbringen durfte, danke ich all jenen, die dazu beigetragen haben, ganz besonders aber J\u00fcrgen, Peter und Roland sowie Markus, der w\u00e4hrend meinen Abwesenheiten stets klaglos meine Stellvertretung \u00fcbernimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch, Reto Amb\u00fchler, zum 20-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um.<\/p>\n","protected":false},"author":838,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1179,25,1181,1177,890,898],"tags":[46782],"class_list":["post-8202","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mail-web","category-news","category-passwort-applikationen","category-software-arbeitsplatze","category-speicher","category-support","tag-jubilaum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/users\/838"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8202"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8202\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}