{"id":72,"date":"2008-10-09T14:31:33","date_gmt":"2008-10-09T12:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/2008\/10\/09\/spiel-und-spass-mit-lizenzservern\/"},"modified":"2008-10-09T15:07:15","modified_gmt":"2008-10-09T13:07:15","slug":"spiel-und-spass-mit-lizenzservern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2008\/10\/09\/spiel-und-spass-mit-lizenzservern\/","title":{"rendered":"Spiel und Spass mit Lizenzservern"},"content":{"rendered":"<p>Hersteller von teurer technisch-wissenschaftlicher Software \u00fcberlassen das Lizenzmanagement beim Kunden aus Angst vor unkontrollierter Piraterie gerne dedizierten Lizenzservern. Das hat durchaus auch f\u00fcr den Kunden Vorteile, bedeutet in der Praxis aber \u00fcblicherweise viel H\u00e4nderingen und Haareraufen beim Betreiber der Lizenzserver.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWenn Sie schon mit einem Lizenzserver in Kontakt gekommen sind, dann vermutlich, als Sie ein IDES-Produkt bestellten, das als <em>Netzwerkversion<\/em> gekennzeichnet war. Bei der Installation mussten Sie entsprechend einen der Lizenzserver, die von den Informatikdiensten betrieben werden, eintragen. Auf dem Heimweg im Zug stellten Sie dann verwundert fest, dass sich die Software nicht mehr starten liess.<\/p>\n<p>Das lag nat\u00fcrlich an der fehlenden Netzverbindung. Die Applikation bezieht beim Starten \u00fcber das Netz eine Lizenz vom Lizenzserver und gibt sie nach dem Beenden wieder zur\u00fcck. Reisst w\u00e4hrend der Arbeit die Verbindung zum Lizenzserver ab, stellt die Software ihren Dienst ein. (Die Ausnahme bilden Produkte, die ein so genanntes <em>License Borrowing<\/em> zulassen. Damit kann eine Lizenz f\u00fcr eine bestimmte Zeit fest ausgecheckt werden.)<\/p>\n<p>Dieser Nachteil wird durch den Vorteil wettgemacht, dass sich viele Benutzer eine eingeschr\u00e4nkte Anzahl Lizenzen teilen k\u00f6nnen, so lange nie alle Benutzer gleichzeitig mit der Software arbeiten. Da dies praktisch nicht vorkommt, k\u00f6nnen zum Beispiel 100 Benutzer die Applikation installieren und benutzen, obwohl nur 30 Lizenzen auf dem Lizenzserver zur Verf\u00fcgung stehen. Das spart Geld, und deshalb sind Netzwerklizenzen auf IDES normalerweise g\u00fcnstiger (oder vielfach kostenlos) als Node-Lizenzen (fest einer Maschine zugewiesene Lizenzen) des gleichen Produkts.<\/p>\n<p>Steigt die Anzahl Benutzer eines Produkts, kann es vorkommen, dass alle Lizenzen ausgecheckt sind, wenn Sie die Applikation benutzen wollen. Dann bricht der Startvorgang mit der entsprechenden Fehlermeldung ab. Falls das passiert, reicht es meistens, zehn Minuten sp\u00e4ter erneut zu probieren, um eine Lizenz zu erhalten. Kommt es \u00f6fters vor, sind wir \u00fcber eine Meldung an <em>lizenz@id.ethz.ch<\/em> froh, damit wir pr\u00fcfen k\u00f6nnen, ob die Lizenzen aufgestockt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass es manchmal zu Verz\u00f6gerungen kommt, wenn es einen Versionswechsel bei Programmen auf IDES gibt, die einen Lizenzserver benutzen. Das liegt daran, dass Softwarefirmen mit der Komplexit\u00e4t ihrer Lizenzservermechanismen nicht nur uns, sondern auch sich selbst gerne das Leben schwer machen. Da haben wir schon die originellsten Sachen erlebt.<\/p>\n<p>Ein absoluter Klassiker ist das falsche oder nicht funktionsf\u00e4hige Serverlizenzfile, das uns der Lieferant \u2013 normalerweise versp\u00e4tet \u2013 zuschickt. Dann wird auch gerne von einer Version zur anderen die Abw\u00e4rtskompatibilit\u00e4t gekappt. Das f\u00fchrt dazu, dass wir die neue Lizenz auf einem anderen Server aufsetzen m\u00fcssen, damit die Benutzer vorheriger Versionen nicht pl\u00f6tzlich im Regen stehen.<\/p>\n<p>Sehr beliebt ist das pl\u00f6tzliche \u00c4ndern der Systemanforderungen f\u00fcr den Server. Gestern lief die Lizenz noch unter Windows Server 2003, heute wird Windows Server 2008 zwingend vorausgesetzt. Oder noch besser: W\u00e4hrend vieler Jahre servierte ein Solaris-Server klaglos die Lizenzen eines Produkts und dann entschliesst sich der Hersteller Solaris ohne Vorwarnung nicht mehr als Lizenzserverbetriebssystem zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Vor dem Aufkommen virtueller Server war es durchaus m\u00f6glich, dass wir zuerst einen neuen Server anschaffen und aufsetzen mussten, bevor wir die aktuellste Version einer Software auf IDES anbieten konnten. Mit dem Einsatz von virtuellen Lizenzservern hat sich die Situation etwas entsch\u00e4rft, aber wir k\u00f6nnen nach wie vor darauf vertrauen, dass sich die Softwarefirmen das eine oder andere neue Schmankerl ausdenken, um uns ins Rotieren zu bringen.<\/p>\n<p>Wenn es also mal wieder etwas l\u00e4nger dauert, bis die neue Version einer Software auf IDES auftaucht, dann kann es durchaus sein, dass wir gerade vor dem 500-seitigen Handbuch einer neuen Lizenzserversoftware br\u00fcten und \u00fcberraschend feststellen, dass keiner der existierenden Lizenzserver die Systemvoraussetzungen erf\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hersteller von teurer technisch-wissenschaftlicher Software \u00fcberlassen das Lizenzmanagement beim Kunden aus Angst vor unkontrollierter Piraterie gerne dedizierten Lizenzservern. 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