{"id":4632,"date":"2012-04-20T16:56:36","date_gmt":"2012-04-20T14:56:36","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=4632"},"modified":"2012-04-20T16:56:36","modified_gmt":"2012-04-20T14:56:36","slug":"cul-de-sac-this-is-the-end","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2012\/04\/20\/cul-de-sac-this-is-the-end\/","title":{"rendered":"cul-de-sac &#8211; this is the end !"},"content":{"rendered":"<p>heute war schon wieder der letzte tag der Web-konferenz \u2013 f\u00fcr mich ein ganz besonderer tag.<!--more--><\/p>\n<p>begonnen hatte der heutige tag mit der keynote von bernard stiegler, direktor des IRI (Innovation and Research Institute) am georges pompidou center in paris. es war ein \u00e4usserst schwieriger einstieg. ich hatte grosse m\u00fche, sein fran\u00e7englisch zu verstehen und selbst als ich seine pr\u00e4sentation auf dem Web fand, hatte ich schlicht keinen plan wovon er sprach und was er uns mitteilen wollte. seine pr\u00e4sentation ist zu finden unter <a href=\"http:\/\/www2012.wwwconference.org\/documents\/Stiegler-www2012-keynote.pdf\">http:\/\/www2012.wwwconference.org\/documents\/Stiegler-www2012-keynote.pdf<\/a> &#8211; vielleicht hat jemand interesse, dies zu lesen und mir zu erkl\u00e4ren. grunds\u00e4tzlich finde ich es spannend und bereichernd, ab und zu \u00fcber dinge zu philosophieren, aber im vorliegenden fall war ich offensichtlich hoffnungslos \u00fcberfordert.eines habe ich jedoch mitbekommen: es ist offensichtlich besonders kool, als philosoph ab und zu einen deutschen begriff zu verwenden, so hatte seine pr\u00e4sentation den titel \u00d4\u00c7\u00d7aufkl\u00e4rung\u201e \u2013 ein wort, welches im deutschen eine ganz besondere bedeutung habe &#8230;<\/p>\n<p>noch vor dem mittagessen besuchte ich eine session zum thema webscience \u2013 ebenfalls ein ziemlich umstrittenes thema. es gibt leute, die sich schwer damit tun, wenn sich ein fachbereich selbst zur wissenschaft ernennt. grunds\u00e4tzlich scheint es mir richtig, wenn man die eigenen ideen und taten gelegentlich in frage stellt und sich neu orientiert. ob es dazu eine eigene wissenschaftliche disziplin braucht, scheint mir aber eine berechtigte frage. unter dem titel \u00d4\u00c7\u00d7social computation and social machines\u201e wurden einmal mehr die auswirkungen des Web auf die gesellschaft diskutiert. interessant fand ich, dass fast alle untersuchungen im bereich soziale netzwerke daten aus facebook beziehen um anschliessend dar\u00fcber zu philosophieren, dass man ein neues \u00d4\u00c7\u00d7facebook\u201e mit viel besseren m\u00f6glichkeiten brauche. es erinnert mich an das spannungsfeld zwischen HTML und RDF: ersteres hatte sehr simple angefangen und wurde deshalb zu einem riesigen erfolg. dann war pl\u00f6tzliches alles zu unstrukturiert und man wollte ein semantic web und RDF. doch auch nach 20 jahren ist RDF einer minderheit vorbehalten, weil es einfach zu komplex ist f\u00fcr die breite masse. aus dem gleichen grund wird auch ein hochstrukturiertes und mit tausend funktionen ausger\u00fcstetes neues facebook nicht funktionieren. \u00d4\u00c7\u00d7gef\u00e4llt mir\u201e bzw. \u00d4\u00c7\u00d7gef\u00e4llt mir nicht\u201e \u2013 mehr braucht und will ein grossteil der menschheit meines erachtens nicht &#8230;<\/p>\n<p>nach dem wie immer reichhaltigen mittagessen gab es noch drei sehr interessante vortr\u00e4ge zum thema \u00d4\u00c7\u00d7Web mining\u201e. zuerst wurde ein ansatz gezeigt, bei dem informationen auf dem Web im stil einer metro-karte verlinkt wurden. man wollte die resultate von recherchen nicht wie bei einer traditionellen suchmaschine als unzusammenh\u00e4ngende liste von informations-h\u00e4ppchen pr\u00e4sentieren, sondern basierend auf schl\u00fcsselbegriffen in einen zusammenhang bringen. dokumente, die sich auf gleiche begriffe bezogen, wurden zu einer linie zusammengefasst, \u00fcberschneidungen wurden als haltestellen dargestellt, wo man die linie wechseln konnte. das ganze wurde vorz\u00fcglich pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>anschliessend wurde ein system vorgestellt, welches basierend auf ereignissen in der vergangenheit, die auswirkung eines vorkommnisses auf die zukunft vorhersagen sollte. dazu wurde eine grosse menge zeitungsartikel erfasst und analysiert. ob daraus einmal ein brauchbares werkzeug wird, muss die zukunft weisen.<\/p>\n<p>schliesslich wurde eine untersuchung pr\u00e4sentiert, bei der es darum ging, ob und wie sich die dauer der popularit\u00e4t von ber\u00fchmtheiten \u00fcber die letzten einhundert jahre ver\u00e4ndert habe. als grundlage wurde das Google news-archiv verwendet und statistisch ausgewertet. erstaunlicherweise hat sich die dauer des ber\u00fchmtseins gem\u00e4ss dieser studie kaum ver\u00e4ndert, sie dauert nach wie vor sieben tage.<\/p>\n<p>mit diesem eintrag endet nicht nur mein bericht von der diesj\u00e4hrigen Web-konferenz, sondern voraussichtlich von dieser veranstaltungs-reihe als ganzes. n\u00e4chstes jahr findet die konferenz in rio de janeiro, brasilien und 2014 in seoul, s\u00fcdkorea statt. der aufwand, an diese orte zu reisen, steht in einem eher ung\u00fcnstigen verh\u00e4ltnis zum ertrag, der vom besuch der Web-konferenz noch resultiert. von den vergangenen einundzwanzig konferenzen habe ich deren zwanzig auf vier verschiedenen kontinenten besucht \u2013 eine liste und verweise auf meine berichte finden man unter <a href=\"http:\/\/www.ra.ethz.ch\/#WWW\">www.ra.ethz.ch\/#WWW<\/a>. wenn die konferenz 2015 turnus-gem\u00e4ss wieder nach europa kommt, werde ich zusammen mit meinen vorgesetzten die situation neu beurteilen. ich m\u00f6chte mich an dieser stelle bei allen personen bedanken, die mir die besuche der 20 konferenzen erm\u00f6glicht haben. es war eine enorme bereicherung sowohl f\u00fcr mein berufsleben wie auch f\u00fcr meine pers\u00f6nlichen erfahrungen. mercie bien !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>letzter bericht von der WWW2012 in lyon, frankreich.<\/p>\n","protected":false},"author":880,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1179],"tags":[891,2245,148,46848],"class_list":["post-4632","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mail-web","tag-web","tag-web-konferenz","tag-www","tag-www2012"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4632","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/users\/880"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4632"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4632\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4632"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4632"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4632"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}