{"id":1315,"date":"2010-04-30T13:46:19","date_gmt":"2010-04-30T12:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=1315"},"modified":"2010-05-12T11:38:35","modified_gmt":"2010-05-12T10:38:35","slug":"vierter-bericht-von-der-web-konferenz-www2010-in-raleigh-nc-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2010\/04\/30\/vierter-bericht-von-der-web-konferenz-www2010-in-raleigh-nc-usa\/","title":{"rendered":"Vierter Bericht von der Web-Konferenz WWW2010 in Raleigh, NC, USA"},"content":{"rendered":"<p>Heute stand wie schon am ersten Tag der Begriff &#8222;Sozial&#8220; im Zentrum des Interesses, wenn auch in ganz unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen. Daneben wurde beispielsweise mit WebGL aber auch sehr Technisches geboten.<!--more--><br \/>\nDie heutige Keynote wurde von einer Dame bestritten. danah boyd \u2013 ihr Name wird \u00fcberall konsequent klein geschrieben, was mir nat\u00fcrlich sehr gef\u00e4llt \u2013 behandelte das Thema &#8222;Privacy&#8220;. Sie rief die Forschergemeinde zur Zur\u00fcckhaltung beim Gebrauch \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Daten auf \u2013 allerdings gelten ihre Ausf\u00fchrungen meiner Meinung nach nicht nur f\u00fcr Forscher. Sie meinte, auch wenn Informationen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sind, so heisst das noch lange nicht, dass man sie f\u00fcr jeden Zweck benutzen \/ missbrauchen darf. Es gibt auch ethische Grenzen, die nicht \u00fcberschritten werden d\u00fcrfen. Dabei unterschied sie zwischen PII (personally identifiable information), also Daten, die R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine bestimmte Person zulassen und PEI (personally embarrassing information), also Daten, welche eine Person in Verlegenheit bringen k\u00f6nnen. Sie bem\u00e4ngelte, dass Anwendungen wie Facebook die Privatsph\u00e4re nur ungen\u00fcgend sch\u00fctzen, weil die Einstellungsm\u00f6glichkeiten zu kompliziert und die Voreinstellungen oft zuwenig restriktiv sind. Noch schlimmer sind \u00c4nderungen in den Policies, die dazu f\u00fchren, dass vertrauliche Daten pl\u00f6tzlich \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sind. Sie rief zu Zur\u00fcckhaltung bei der Verwendung von Informationen aus sozialen Netzwerken zu Forschungszwecken auf, weil sie oft aus dem Zusammenhang gerissen und falsch interpretiert w\u00fcrden. Wenn beispielsweise in einer Studie angenommen werde, dass einem die Person am n\u00e4chsten stehe, mit der man am h\u00e4ufigsten Kontakt habe, so sei das Bl\u00f6dsinn. Sie h\u00e4tte mit Ihren Arbeitskollegen zwar h\u00e4ufiger Kontakt als mit Ihrer Mutter, trotzdem stehe ihr ihre Mutter viel n\u00e4her. Die Interpretation von Daten ist gerade bei sozialen Netzwerken \u00e4usserst heikel und muss daher mit grosser Vorsicht angegangen werden.<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen wurden Anwendungen von WebGL gezeigt. WebGL ist ein Vorschlag (Working Draft), wie dreidimensionale Bilder in Webseiten integriert werden k\u00f6nnten. Basis dazu ist das in HTML 5 vorgeschlagene neue Element \u00d4\u00c7\u00d7Canvas\u201e. Die Idee von WebGL ist, bewegte, programmgesteuerte 3D-Bilder in Webseiten integrieren zu k\u00f6nnen, ohne dass f\u00fcr die Darstellung ein externes Programm oder Plug-in n\u00f6tig w\u00e4re. Damit k\u00f6nnte WebGL beispielsweise Flash ersetzen. Mehr zu HTML 5 morgen, dann werde ich mich voraussichtlich fast den ganzen Tag diesem neuen Standard widmen.<\/p>\n<p>Ebenfalls sehr interessant war die Pr\u00e4sentation von SWAF (Spoken Web Application Framework). Dieses Framework dient der Erstellung einer Voice WebSite via Mobile Phone. In L\u00e4ndern mit sehr schlechtem Internet-Zugang ist das Mobiltelefon h\u00e4ufig die einzige M\u00f6glichkeit zu kommunizieren. Eine Voice WebSite ist vergleichbar mit einem intelligenten Anrufbeantworter, mit welchem der Anrufende interagieren kann. Dem Anrufer werden Fragen gestellt, die mit &#8222;Ja&#8220; oder &#8222;Nein&#8220; beantwortet werden k\u00f6nnen oder man kann aus einer Liste etwas ausw\u00e4hlen. Basierend auf der Antwort des Anrufenden wird der Dialog entsprechend fortgesetzt. Da aber auch dem Ersteller der Voice Website kein Internet-Zugang zur Verf\u00fcgung steht, wird auch die Voice WebSite selbst via Mobiltelefon erstellt. Dieser Vorgang wird durch das pr\u00e4sentierte Framework unterst\u00fctzt bzw. erst erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Ein H\u00f6hepunkt der ganzen Konferenz war dann der &#8222;Social Event&#8220; am Abend. Zwar fand ich das Essen nicht gerade berauschend, aber der Auftritt der Musikgruppe &#8222;Carolina Chocolate Drops&#8220; war fantastisch. Die Band besteht aus zwei M\u00e4nnern und einer Frau und begeisterte mit modern gespielter traditioneller Musik aus dem gastgebenden Staat, vorgetragen mit grossem K\u00f6nnen und erfrischendem Humor. Die Gruppe wird demn\u00e4chst in Europa unterwegs sein \u2013 wer Gelegenheit haben sollte, einen Ihrer Auftritte zu besuchen, dem kann ich das nur w\u00e4rmstens empfehlen.<\/p>\n<p>Nach dem Konzert hatte ich Gelegenheit, mich mit zwei &#8222;Locals&#8220; zu unterhalten. Raleigh ist mit 400&#8217;000 Einwohner \u00e4hnlich gross wie Z\u00fcrich und eine stark aufstrebende Stadt. Mit Erstaunen nahm ich zur Kenntnis, das Credit Suisse hier eine Abteilung zur Software-Entwicklung mit \u00fcber 1000 MitarbeiterInnen unterh\u00e4lt. Schade hat man uns um 2200 Uhr aus dem &#8222;Center for Performing Arts&#8220; geschmissen, wird hat uns gerade sehr gut unterhalten &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute stand wie schon am ersten Tag der Begriff &#8222;Sozial&#8220; im Zentrum des Interesses, wenn auch in ganz unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen. <\/p>\n","protected":false},"author":880,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1179,898],"tags":[1254,148],"class_list":["post-1315","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mail-web","category-support","tag-konferenz","tag-www"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1315","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/users\/880"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1315"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1315\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}