{"id":1312,"date":"2010-04-29T13:41:39","date_gmt":"2010-04-29T12:41:39","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/id\/?p=1312"},"modified":"2010-05-12T11:37:22","modified_gmt":"2010-05-12T10:37:22","slug":"dritter-bericht-von-der-web-konferenz-www2010-in-raleigh-nc-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/id\/2010\/04\/29\/dritter-bericht-von-der-web-konferenz-www2010-in-raleigh-nc-usa\/","title":{"rendered":"Dritter Bericht von der Web-Konferenz WWW2010 in Raleigh, NC, USA"},"content":{"rendered":"<p>Heute wurde nun die Web-Konferenz offiziell er\u00f6ffnet. Danach war so etwas wie Vatertag. Im weiteren Verlauf gab es eine Diskussionsrunde unter dem Titel &#8222;FutureWeb&#8220; und das Thema &#8222;Privacy&#8220; wurde behandelt. Am Abend wurden dann im Rahmen einer &#8222;Welcome Reception&#8220; die Posters pr\u00e4sentiert.<!--more--><br \/>\nNach der recht trockenen offiziellen Er\u00f6ffnungszeremonie kamen diverse V\u00e4ter zu Wort. Zuerst pr\u00e4sentierte Vint Cerf \u2013 der oft als Vater des Internets bezeichnet wird \u2013 unter dem Titel &#8222;Bandwidth, Clouds and Things, Oh My!&#8220; seine Sicht der aktuellen Situation rund um das Internet. Er warnte, dass sp\u00e4testens im Jahr 2012 die IPv4 Adressen ausgehen werden und es h\u00f6chste Zeit sei, IPv6 endlich fl\u00e4chendeckend einzuf\u00fchren. Zwar wurde schon mehrfach vorausgesagt, dass die IPv4 Adressen demn\u00e4chst ausgehen w\u00fcrden und irgendwie fand die Menschheit dann doch immer noch Tricks und L\u00f6sungen, um den drohenden Kollaps abzuwenden, aber ich stimme dem Mann, der es eigentlich wissen muss zu, dass die Zeit f\u00fcr IPv6 \u00fcberreif ist und gerade technische Hochschulen bei der Umsetzung von IPv6 voranschreiten sollten. In seinem Vortrag erw\u00e4hnte er unter anderem einige eindr\u00fcckliche Zahlen: Zur Zeit sind 800\u2018000\u2018000 Computer mit dem Internet verbunden (bzw. gibt es f\u00fcr so viele Computer DNS-Eintr\u00e4ge) und es gibt weltweit 1\u2018802\u2018000\u2018000 Benutzer. Inzwischen sind 26.6% der Weltbev\u00f6lkerung online. Ich kann mich noch an Web-Konferenzen erinnern, da wurde gesagt, dass die Anzahl Benutzer des Internets gerundet bei 0% liegt. Allerdings schwankt die Verbreitung des Internet-Zugangs noch immer gewaltig. In den skandinavischen L\u00e4ndern ist ann\u00e4hrend 100% der Bev\u00f6lkerung online, in den USA 65%, in China 20% und in Afrika sind es einige wenige. Zudem betonte Vint die Wichtigkeit einer geordneten Archivierung. Er warnte, dass wenn wir es verpassen w\u00fcrden, Daten rechtzeitig in geeigneten Formaten zu archivieren, dass wir unseren Nachkommen bloss einen riesigen Haufen verrotteter, unbrauchbarer Bits hinterlassen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Anschliessend gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema &#8222;Open Government and the World Wide Web&#8220;. Teilnehmer war zum einen Tim Berners Lee, der Vater des Webs. Daneben sassen unter anderem David Ferriero, Archivist of the United States und Andrew McLaughlin, Deputy U.S. Chief Technology Officer in the Executive Office of the President auf der B\u00fchne. Es wurde hervorgehoben, wie wichtig es sei, dass die Verwaltungen Daten in einheitlichen und offenen Standards ablegen. David Ferriero beklagte, dass jede Verwaltungseinheit eigene Datenformate und eigene Prozesse definiert habe, was seine Arbeit als Archivar \u00e4usserst schwierig mache. Er lobte die Bem\u00fchungen der Obama-Administration, diese Datenhaltungen zu vereinheitlichen. Von anderer Seite wurde dagegen beklagt, dass gewisse administrative Einheiten \u2013 insbesondere auf lokaler Ebene \u2013 die Einsicht in Daten wie zum Beispiel den Verlauf der Kanalisation mit Hinweis auf den Schutz vor Terrorismus verweigern w\u00fcrden. Es ist demnach noch ein weiter Weg zur offenen Verwaltung.<\/p>\n<p>Am Nachmittag stand noch einmal TBL im Mittelpunkt des Interesses. Zusammen mit Danny Weitzner er\u00f6rterte er unter dem Titel &#8222;FutureWeb&#8220; Fragen zur Entwicklung des Webs. Es wurde festgehalten, dass zur Zeit 65% der Amerikaner einen Highspeed-Internet-Zugang h\u00e4tten. Dabei gilt DSL oder mehr als Highspeed. Es wurden Untersuchungen angestellt, wer diese 35% der Bev\u00f6lkerung sind, die keinen Internet-Zugang haben, wo diese Leute leben und vorallem, warum sie keinen Zugang haben. Dabei schien niemand in Erw\u00e4gung zu ziehen, dass es Leute geben k\u00f6nnte, die vielleicht gar kein Internet wollen oder brauchen. Jedenfalls hat der Staat ein Programm ins Leben gerufen, welches den Ausbau der \u00d4\u00c7\u00d7Mittleren Meilen\u201e f\u00f6rdert. Gemeint ist damit, dass Leitungen mit gen\u00fcgend Bandbreite von den grossen Backbones in Regionen erstellt werden, wo es noch wenige Internet-Zug\u00e4nge gibt. Dies soll die Firmen, welche dann die \u00d4\u00c7\u00d7Letzte Meile\u201e anbieten, in die Lage versetzen, die noch nicht erschlossenen Bev\u00f6lkerungsteile zu vertretbaren Konditionen ans Internet anzuschliessen. Erw\u00e4hnt wurde auch ein Rechtsstreit zwischen den Beh\u00f6rden und den Internet-Providern zum Thema &#8222;Internet Neutralit\u00e4t&#8220;. Es wurde ein Gesetz erlassen, welches die Provider verpflichtet, via Internet alle Anwendungen und jeden Inhalt ohne Diskriminierung anderer Provider zu klar verst\u00e4ndlichen Preisen anzubieten. Die Provider haben sich erfolgreich gegen dieses Gesetz zur Wehr gesetzt. Damit haben die Provider theoretisch die M\u00f6glichkeit, z.B. unter dem Vorwand, sie m\u00fcssten Ihre Resourcen aus technischen Gr\u00fcnden und zur Wahrung der Betriebssicherheit kontrolliert einsetzen, Inhalt zu blockieren und damit eine Art Zensur auszu\u00fcben. Die Beh\u00f6rden sind jetzt bestrebt, die rechtlichen Unsicherheiten zu beseitigen und ein freies Internet zu garantieren.<\/p>\n<p>Der Tag wurde mit einem Apero und der Pr\u00e4sentation der Poster abgeschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wurde nun die Web-Konferenz offiziell er\u00f6ffnet. Danach war so etwas wie Vatertag. 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