ETH Graph Search: Mit KI durch den Informationsdschungel der ETH navigieren

«ETH Graph Search» – ein innovativer Suchansatz durch die Informationsquellen [Dschungel?] der ETH Zürich.

Der «ETH Graph Search» nahm seinen Anfang Mitte 2020. Paul Cross von «Institutional Research (IR)», ETH Vizepräsidium Finanzen und Controlling (VPFC) fragte ID SIS zur Unterstützung an, ob und wie sich die ETH-Suche mit KI verbessern liesse. Motivation dahinter:

  1. Es ist oft schwierig, ETH relevante Informationen über die ETH-Suche zu finden und die ETH Search-Funktionalität liefert oft keine zufriedenstellenden Ergebnisse
  2. Francisco Pinto und sein Team vom «Centre for digital education» an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) haben sehr viel R&D (Research and Development / Forschung und Entwicklung) zu dem Thema gemacht und den sogenannten «EPFL Graph Search» entwickelt (die Vorlage für «ETH Graph Search»)

Wissen intelligent verbinden

Es folgte im 2020 ein Workshop zum Thema «Next Generation ETH Search Using AI» mit Beiträgen von IR, HK, ID SWS, ID SIS, EPFL u.a. für ID AL (Management) und Mitglieder des «Digital Transformation Committee» (DTC). Im 2021 wurde ein kleiner «Proof of Concept» finanziert. Es brauchte dann aber sehr viel Lobbying-Arbeit bis sich die ETH für die Entwicklung einer eigenen Lösung durchringen konnte. Im 2023 war es dann soweit, und ID SIS bekam den Auftrag, ein Prototyp für einen eigenständigen «ETH Explorable Graph» nach dem Vorbild der EPFL-Lösung zu entwickeln (später umbenannt nach «ETH Graph Search» in Einklang mit «EPFL Graph Search»). Aufgrund des Interesses wurde dann im 2024 der Prototyp zu einem stabilen Produkt und im 2025 zu einem Service weiterentwickelt mit erstem offiziellem Release an eine ausgewählte Benutzerschaft. Im November 2025 gab es einen zweiten Release für alle Mitarbeitende der ETH Zürich.

Wissensgraph statt Suchchaos

Für die allgemeinen Beweggründe, Funktionsweise und hauptsächliche Zielgruppe des ETH Graph Search verweise ich auf den ETH intern-aktuell Artikel.

Seit 2024 liegt die allgemeine Leitung und das Product Ownership bei Stephan Zimmermann von IR/VPFC. Die technische Leitung und gesamte Entwicklung des Systems lagen von Anfang an bei ID SIS. Dazu gehören die Wahl der geeigneten Software-Komponenten (z.B. Libraries, Datenbanken), Architektur des Systems, Deployment etc. Die R&D-Vorarbeiten des EPFL-Teams zusammen mit ihrem System als Blue Print sowie deren grosszügige Unterstützung unseres Unterfangens mit Wissen, Erfahrung und Computer Codes haben uns dabei enorm geholfen, v.a. auf konzeptioneller Ebene. Denn es zeigte sich rasch, dass aufgrund der unterschiedlichen Umgebungen der verschiedenen Informationsquellen und IT-Infrastrukturen, auf welchen «ETH bzw. EPFL Graph Search» aufbauen, auch unterschiedliche technische Umsetzungen erforderten.

Schematische Darstellung der Architektur und Wahl der Komponenten des «ETH Graph Search»

Schematische Darstellung der Architektur und Wahl der Komponenten des «ETH Graph Search»

Was gute Suche wirklich braucht: Graph Search und Datenqualität

ETH Graph Search ist ein Unterfangen mit vielen spannenden Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen (technisch, organisatorisch etc.), aus denen wir auch für zukünftige Projekte – z.B. für die «ETH AI Platform» – lernen können. Vielleicht die grösste Herausforderung des «ETH Graph Search» ist die Datenqualität des Tools ständig hoch zu halten. ETH Graph Search bringt nur einen Mehrwert für die Benutzerschaft, wenn die abgebildeten Daten aktuell und korrekt sind. Das bedeutet, dass wir uns ständig an die Dynamik und Veränderungen der verschiedenen Informationsquellen (z.B. APIs (Application Programming Interface / Programmierschnittstelle) anpassen müssen. Und das ist an der ETH tatsächlich öfters eine grosse Herausforderung :-)

Ein grosses Dankeschön

Tarun Chadha, ID SIS (technische Leitung); Vinzenz Muser, ID SIS (Gesamtentwicklung / Deployment); Janis Fluri, ID SIS (Entwicklung); Richard Wartenburger, ID SIS (Unterstützung beim Deployment); Silvio Mombelli, ID APPS (Bereitstellung von und Unterstützung beim Import der OIS-Daten); Adrian Fischli, Daniel Locher, ID INFRA (k8s-Service und Unterstützung beim Deployment); Francisco Pinto und das Team vom «Centre for digital education», EPFL.

Text & Kontakt

Dr. Thomas Wüst, Gruppenleiter Computational and Data Science Support (ID SIS), Informatikdienste

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