Aller Welt Steine

Diamant, Turmalin, Granat, Saphir, Rubin, Smaragd, Opal, Kristall … Steine. Edle Steine. Edelsteine. Eduard Josef Gübelin, seines Zeichens Juwelier, Gemmologe, Fotograf und Weltreisender, kannte sie alle. Er bereiste die Welt für sie.

Seit mehreren Generationen ist der Name Gübelin eng mit Edelsteinforschung- und Veredelung verbunden. Eduard Gübelin (1913-2005) entwickelte das von seinem Vater gegründete Gemmologische Labor mit Innovation weiter und widmete sich zeitlebens der Erforschung und Identifikation von Edelsteinen, mit dem Anliegen, eine wissenschaftlich fundierte Gemmologie zu betreiben. Insbesondere das Innenleben von Edelsteinen hatte es Gübelin angetan. Er etablierte eine systematische Klassifikation von Einschlüssen in Edelsteinen und baute eine Referenzsammlung auf, die bis heute zur Identifikation von Fälschungen Anwendung findet. Denn, die Einschlüsse in den Steinen zu kennen, heisst nicht zuletzt die Qualität eines Steines bestimmen zu können.

1942 gründete eine Gruppe von Bijouterie- und Edelsteinspezialisten unter der Leitung von Prof. Dr. Eduard Gübelin die Schweizerische Gemmologische Gesellschaft mit dem Ziel die gemmologischen Kenntnisse ihrer Mitglieder mittels Weiterbildung zu fördern. Gübelin selbst war dabei als wissenschaftlicher Berater tätig und organisierte und bestritt das Ausbildungsprogramm.

Topas (Dia_301-06606)

Gübelin war international vernetzt u.a. als Mitbegründer des International Gemmological Conference oder der 1966 gegründeten Nomenklaturkommission des Internationalen Juwelierverbandes.

Neben fachspezifischem Austausch mit anderen Expert*innen, pflegte Gübelin auf seinen Reisen zu den Edelsteinfundorten mit den Menschen vor Ort auf Tuchfühlung zu gehen und in Erfahrung zu bringen, wo welche Steine aus dem Boden geholt werden und wie die Weiterverarbeitung und Veredelung vor Ort abläuft. In Briefen an seine Familie und Mitarbeitende, hielt Gübelin seine Reiseeindrücke fest:

Mogok den 10.3.1964

Plötzlich, um einen Felsvorsprung herum, lag ein breit angelegter Steinbruch vor uns – die sagenhafte Peridot-Mine. Sie befindet sich im oberen Teil der Nordflanke eines 2500m hohen unbenannten Berges ca 20km nördlich von Mogok (Luftlinie). Im Unterschied zu den Rubingruben, die in relativ weichen alluvialen, tonigen Talböden angelegt werden, [wird der Peridot hier] um die mürben bis harten, grünlich-gelben, durch Verwitterung und Metamorphose gebildeten Gesteine der primären Lagerstätte also «in situ» gebrochen. Dies geschieht mittels Stemmeisen und Hacke (Sprengen ist von der Armeeleitung verboten). Mittels den hierzulande üblichen Bambusgeflecht Körben und dem Bambus Hebel-werk wird das gebrochene Gestein aus tiefen Gruben emporgehoben und mit Hämmern oder von Hand zerkleinert, um die Peridote zu gewinnen. Die Peridote liegen als undurchsichtige dunkel oliv grüne bis klar durchsichtige, herrlich oliv- bis hellgelblichgrüne Mineralien im Muttergestein eingesprengt.

Myanmar, Mogok, Dwin-Lo-Minen (Dia_301-06353)

 Peridotit, Olivin (Biotit. Amphibol. Pyroxen) (Dia_301-03290)

Ceylon, Ratnapura (Dia_301-05661)

 Ceylon (Sri Lanka), Ratnapura, Edelstein-Schleifen (Dia_301-02982)

Gübelin war ein passionierter Fotograf, der den Kosmos Edelsteine dokumentierte und die Länder aus denen sie stammten in Bildern festhielt. So zeigt ein guter Teil seiner Bilder Orte, Fauna, Flora, Menschen und Kulturen aus aller Welt.

Die umfangreiche Bilddokumentation, die Teil des Bestands des Bildarchivs der ETH-Bibliothek ist, umfasst rund 7000 Bilder, die im Zeitraum von ca. 50 Jahren entstanden sind.

Ladakh: Hemis Fest, Kodang Gompa, Spituk Gompa, Alchi, Alchi Gompa (Dia_301-03757)

Gewinnung der Edelsteine (Dia_301-06223)

Bibliografie (Auswahl)

Edelsteine, 1952, Eduard Gübelin, Bern : Hallwag Verlag

Einschlüsse in Diamanten, 1954, Eduard Gübelin, Stuttgart

Internal world of gemstones : documents from space and time, 1974, Eduard Gübelin, Zürich : ABC Verlag

Photoatlas of Inclusions in Gemstones, dreibändiger Bildatlas, 1986 – 2009, Eduard Gübelin & John Koivula, Zürich : ABC Verlag

Weblinks:

Webseite Juwelierhaus Gübelin

Dr.-Eduard-Gübelin-Scholarship

Schweizerische Gemmologische Gesellschaft

Gemmologische Nomeklatur

GND: 11690920X

AutorInnen

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