Die Baumriesen von Dürsrüti

Grosse und alte Bäume gibt es nicht nur in den Nationalparks der USA, sondern auch in der Schweiz, wie etwa das Baum-Album von Johann Coaz eindrücklich zeigt.

Nicht im Baum-Album von Coaz erwähnt ist der Dürsrütiwald in Langnau im Emmental. Unsere undatierte Postkarte einer Tanne in diesem Wald wurde vermutlich zwischen 1920 und 1930 gedruckt. Es könnte sich somit um die ehemals mächtigste Weisstanne handeln, die 1947 gefällt wurde. Sie erreichte ein Alter von 320 Jahren und eine Höhe von 53 Metern. Erstmals erwähnt wurde die «Kaisertanne» oder später einfach «Grosse Tanne» im Jahr 1897.

Grosse Dürsrüttitanne, Waldreservation Dürsrütti [sic.] bei Langnau (1920-1930) (PK_015722)

Die Gruppe grosser Weisstannen steht seit 1912 unter Schutz. Das Reservat weist eine Fläche von 3,6 Hektaren auf und wurde als ein Versuchsfeld in das Programm der damaligen Schweizerische Centralanstalt für das forstliche Versuchswesen (seit 1989 Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft  WSL) aufgenommen.

Ab 1974 fanden im Reservat infolge von Borkenkäfer, Hallimasch, Gipfelbruch, Gipfeldürre, Windwurf, Blitzschlägen und Überalterung alle Jahre Zwangsnutzungen statt, was in den 1990er Jahren zu einer erheblichen Ausdünnung des Bestands führte. Während Jean-Robert Escher von einem „Zusammenbruch“ des Reservats spricht (S. 42), diagnostizieren Peter Bachmann und Andreas Zingg einen „Umbruch als Auswirkung der natürlichen Walddynamik (S. 204).“

Literatur:

Escher, Jean-Robert. (1994). Entstehung und Entwicklung des Dürsrüti-Reservates.

Bachmann, Peter und Zingg, Andreas: Zusammenbruch oder Umbruch im Dürsrütiwald? in: Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen, 154 (2003) 6: 193–206.

Link:

Der Dürsrütiwald – ein Stück Waldgeschichte der Schweiz

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