Bilder vom Maikäfer-Flugjahr 1966

Wie viele andere Insekten sind Maikäfer in der Schweiz heute weitgehend aus ihrem Lebensraum verdrängt worden. In den 1960er und 1970er Jahren war im Mai manchmal ein Summen und Brummen in der Luft , so massenhaft traten sie auf. Man konnte die dicken Brummer von den Haselnusssträuchern schütteln und in darunter ausgebreiteten Tüchern einsammeln. In den letzten Jahren sind sie aber in unseren Gefilden kaum mehr anzutreffen.

In der Schweiz rotieren die Maikäfer-Flugjahre in einem Rhythmus von drei Jahren, in denen die Käfer gehäuft unterwegs sind. Man spricht vom Basler, Berner und dem Urner Flug. Der Comet Fotograf Jack Metzger hat sich im Berner Flugjahr 1966 für eine Bildreportage über die gefrässigen Insekten aufgemacht. 

Jack Metzger: Feldmaikäfer (Melontha melontha) auf einem Buchenzweig, 1966 (Com_L15-0247-0009-0001)

Der Frass des Maikäfers ist ungemein ausgiebig und sehr verschwenderisch, grosse Blattreste fallen beim Frasse ab und bedecken unter den bevorzugten Bäumen, die in einer Nacht unter Umständen völlig kahl gefressen werden können […] zwischen den Kotmassen den Boden. Die Käfer fressen, vom Blattrand beginnend, mit ihren am Grunde zu kräftigen Mahlflächen verbreiterten Kiefern Blattstücke abschneidend und zermahlend, fast alle Arten Laub, wenn es nur entsprechend frisch und zart, nicht zu alt ist (Scheerpeltz, S. 25).

Jack Metzger: Feldmaikäfer (Melontha melontha) auf einem Buchenzweig, 1966 (Com_L15-0247-0009-0002)

Jack Metzger: Feldmaikäfer (Melontha melontha), 1966, gut sichtbar sind die typischen Fächerfühler (Com_L15-0247-0508)

Die Käfer und vor allem ihre Larven, die Engerlinge, richten in der Landwirtschaft grosse Schäden an und führen zu empfindlichen Ernteeinbussen. Die Schädlingsbekämpfung reichte bis in die 80er Jahre vom Abschütteln und Einsammeln der Käfer bis zur deren Bestäubung mit DDT-Derivaten (Scheerpeltz, S. 40). Den Engerlingen wurde durch die Bodenbearbeitung mit Pflug und Egge oder mit verschiedenen Giften der Garaus gemacht (Schneider, S. 30, 36). Heute werden zumindest in der umweltgerechten Landwirtschaft biologische Mittel wie Pilze (Beauveria brongniartii) sowie mechanische Methoden verwendet.

In diesem Jahr – es ist wie 1966 wieder einmal ein Berner Flugjahr – sind stärkere Flüge im Domleschg, Rheintal, Prättigau, westlichen Thurgau und im Gebiet um Interlaken zu erwarten.

Literatur:

Büchi, Rudolf. (1986). Neuere Erkenntnisse über den Maikäfer (Vol. 1, Beiheft … zu den Mitteilungen der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft). Frauenfeld: Thurgauische Naturforschende Gesellschaft.

Scheerpeltz, Otto. (1950). Der Maikäfer (Vol. Heft 16, Die neue Brehm-Bücherei). Leipzig: Geest & Portig.

Schneider, F, & Horber, E. (1954). Planung auf weite Sicht in der Maikäfer- und Engerlingsbekämpfung. Frauenfeld: Huber.

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