Kohleabbau in Horgen um 1899

Die vorgestellte Karte von Emil Letsch illustriert den Braunkohle- und Mergel-Abbau im Bergwerk Käpfnach in Horgen um 1899. Mit roter Farbe sind Stollen und Hauptstrecken sowie das ausgebeutete Feld eingezeichnet.

Karte Bergwerk Kaepfnach 3

Karte von Käpfnach und Umgebung, Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz, Emil Letsch, 1899
(Durch Anklicken wird die Karte in e-rara angezeigt)

Mit einer gesamten Stollenlänge von 80 km ist das Bergwerk Käpfnach das grösste seiner Art in der Schweiz. Käpfnach und das einiges kleinere Bergwerk Riedhof sind die einzigen beiden Kohlenvorkommen des Kantons Zürich, die jemals wirtschaftliche Bedeutung erlangten. Das Käpfnacher Kohlenflöz entstand in der oberen Süsswassermolasse in 16 Millionen Jahren mit mehreren Quadratkilometern Ausdehnung. Durch die Alpenbildung wurde das ehemalige Flachmoor gehoben und bildet heute ein von Osten nach Westen verlaufendes Gewölbe mit leichter Neigung von 5,2 Promille. [1]

Die ersten schriftlichen Zeugnisse eines Kohlevorkommens in Käpfnach sind um 1548 in der Chronik von Johannes Stumpf zu finden. Ab 1784 wurde in Horgen im Auftrag der Zürcher Regierung Kohle abgebaut. [1] Die Karte zeigt das Bergwerk um 1899, zu einem Zeitpunkt also, zu dem gemäss nachfolgender Tabelle kaum Kohle abgebaut wurde. Die höchste Abbaumenge war 30 Jahre früher mit 11’000 Tonnen erzielt worden. 1911 wurde das staatliche Unternehmen aufgelöst.

Letztmals erfolgte im Zweiten Weltkrieg ein Abbau der Käpfnacher Kohle, durch die von Max Zschokke gegründete Braunkohlen-Genossenschaft Horgen. In dieser Periode bauten bis zu 260 Mitarbeiter rund 55’500 Tonnen Kohle ab, was etwa 4 % der gesamtschweizerischen Fördermenge entsprach. [1]

Seit 1982 verfolgt der Verein Bergwerk Käpfnach das Ziel, über die Geschichte des Bergbaus in Horgen zu informieren und das Bergwerk als überregional bedeutendes Denkmal der Industriekultur zu erhalten. Der Verein unterhält ein kleines Museum. Ein kleiner Teil der Stollenanlagen steht Besuchern offen und kann auf einer 1,4 km langen Stollenbahn befahren werden [2].

Statistik Bergwerk Käpfnach

Tabelle zur Karte von Käpfnach und Umgebung, Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz, Emil Letsch, 1899

Karte und Tabelle haben die Signatur K 415015 und können im Original im Lesesaal Sammlungen & Archive der ETH-Bibliothek eingesehen werden.

Link zum Webauftritt Verein Bergwerk Käpfnach

Quellen: [1] Artikel ‚Bergwerk Käpfnach‘, in Wikipedia, 13.11.2013; [2] Website Verein Bergwerk Käpfnach, 13.11.2013

AutorInnen

3 thoughts on “Kohleabbau in Horgen um 1899

  • Dienstag, der 19. November 2013 at 13:08
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    Interessant, wusste ich gar nicht, dass es so was in unserer Nähe gibt.
    Gruss
    Ivan

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  • Sonntag, der 13. Juli 2014 at 20:59
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    Mich würde interessieren, ob der Erfolg des Bergwerks Käpfnach unter Leitung von Max Zschokke wohl auch auf die Genossenschafts-Form zurückzuführen ist? Könnte mir vorstellen, dass das Interesse der Belegschaft, „ihre“ Zeche zu bewirtschaften viel größer war als das von anderen, eher ausgebeuteten und unselbständigen Kumpels.
    Kann man feststellen, ob die Genossenschafts-form Auswirkungen hatte auf zB größere Bergwerks-Sicherheit oder auch Arbeitszeit-Regelung?
    Wäre sehr an einer Antwort interessiert, da ich an einem Buch schreibe, das u.a. diese Thematik hat. Danke!

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    • Dienstag, der 22. Juli 2014 at 15:37
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      Guten Tag Frau Klee
      Ich empfehle Ihnen, direkt den Berwerksverein Käpfnach zu kontaktieren, um mit einem Spezialisten/einer Spezialistin für das Thema Verbindung aufzunehmen.

      Reply

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