Schulkarten im 19. Jahrhundert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte der liberale Kanton Aargau auf allen Schulstufen eine Führungsrolle im Erziehungswesen in der Schweiz übernommen. Es entstanden beispielsweise das erste Gymnasium der Schweiz, dessen Lehrer nicht der Geistlichkeit angehörten, und eine höhere Schule für junge Frauen, was in der damaligen Zeit als sehr fortschrittlich galt.

Schulkarte von Europa, Jakob Emanuel Scheuermann, Aarau, ca. 1855?
(durch mehrfaches Anklicken wird die Karte vergössert angezeigt)

Europa, Heinrich Keller, Zürich, ca. 1884?

Es erstaunt also nicht, dass in Aarau zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine frühes geografisches Lehrmittel, die Karte von Europa für Schulen von Jakob Emanuel  Scheuermann erschien.  Ab 1860 veröffentlichte Heinrich Keller in Zürich weitere Schulkarten von Europa und Schulkarten der Schweiz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschienen erste Schulkarten des Kantons Zürich.

Zwischen den beiden hier vorgestellten Karten liegen nur 30 Jahre. Diese kurze  Zeitspanne dokumentiert die schnelle Entwicklung im Druckhandwerk, im grafischen Design und in der Darstellung von Gebirgen.  War die um 1855 erschienene Karte noch schwarz-weiss und wies einen manuellen Grenzkolorit auf, war die etwa 1884 erschienene Karte bereits mehrfarbig gedruckt und mit einem Grenzkolorit ergänzt. Das Schriftbild der jüngeren Karte ist erstaunlich modern und die Gebirge sind viel plastischer dargestellt als 30 Jahr zuvor.

Die beiden wunderschönen Schulkarten haben die Signaturen K 690360 und K 690356 und können im Lesesaal  Sammlungen und Archive der ETH-Bibliothek eingesehen werden.

Quellen Informationen Schulwesen: Wikipedia

One thought on “Schulkarten im 19. Jahrhundert

  • Montag, der 28. März 2016 at 09:45
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    Die obere Karte muss nach dem Frieden von Zürich 1859 entstanden sein, denn sie zeigt die Lombardei bereits als Teil des Königreiches Sardinien-Piemont an. Es ist aber unklar, ob das Königreich Italien bereits existiert. Ich würde sie deshalb zwischen 1859 und 1861 datieren.

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