Bis hierher kam Capt. Cook – Schauplatz der fünf Theile der Welt

Zwischen 1791 und 1806 publizierte der Kartograf und Verleger Franz Joseph Johann Reilly in Wien den Weltatlas „Schauplatz der fünf Theile der Welt“. Das mehrbändige Werk beschreibt auf 830 Karten die räumliche Gestalt Europas „mit beständiger Rücksicht auf die besten Originalwerke […] zusammengetragen von einer Gesellschaft Geographen“. Der Atlas wurde zu einem Verkaufserfolg, wohl auch aufgrund des handlichen Formates von 44 x 29 cm, mit dem er sich von anderen zeitgenössischen Kartendarstellungen unterschied. Ab 1802 verzögerte sich der Arbeitsfortschritt des Vorhabens alle fünf „Theile“ oder Kontinente der Welt kartografisch darzustellen durch die Napoleonischen Kriege. 1806 kam es schliesslich sogar zum Abbruch des Unternehmens. Der dritte Teil des Atlas, der die aussereuropäischen Gebiete beschreiben sollte, erschien nie.

Abb.: Weltkarte aus Schauplatz der fünf Theile der Welt, Reilly, Wien, 1791

Abb.: Karte Grönlands aus Schauplatz der fünf Theile der Welt, Reilly, Wien, 1791

Das faszinierende Werk enthält neben der Darstellung topografischer Elemente auch Notizen zu Landschaft,  Bevölkerung, Gebräuchen und dem geografischen Wissen der damaligen Zeit. So findet man auf einer Weltkarte  auf 70 Grad südlicher Breite die Notiz „Bis hierher kam Capt. Cook im Feb. 1771“.  Die erste Sichtung der antarktischen Landmassen fand im Januar 1820 statt.

Auf dem Blatt  „Grönland, soweit es bekannt ist“ findet man am Kartenrand folgende Notiz: „Ob Grönland […] oben mit Nordamerika zusammen hänge, ist ungewiss, und man weiss also nicht, ob es eine Insel oder eine Halbinsel sey.“ . Vor der Ostküste von Grönland findet sich die Notiz zu „Oertern die wegen der schwimmenden oder festen Eisbergen unschifbar sind“.

Der Atlas in 7 Bänden hat die Signatur KA 500027 und kann in der Kartensammlung der ETH-Bibliothek eingesehen werden.

Quellen:
Dörflinger, Johannes, „ Reilly, Franz Johann Joseph“, in: Neue Deutsche Biographie21 (2003), S. 334 [Onlinefassung]; http://www.deutsche-biographie.de/artikelNDB_pnd118748017.html, 03. 12.2010

 

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