Die bewegte Geschichte einer Fabrik

In diesem Jahr feiert die IG Rote Fabrik ihren dreissigsten Geburtstag. Das bedeutet vor allem dreissig Jahre Vermittlung und Förderung von zeitgenössischer und kritischer Kultur fernab des Mainstreams.

Die Eröffnungsfeier der Roten Fabrik in Zürich am 24. Oktober 1980 (Com_L29-0561-0103)

Die Rote Fabrik wurde 1892 vom Architekten Carl-Arnold Séquin-Bronner für die Seidenfirma Henneberg erbaut. Die Besitzerschaft wechselte seither mehrmals, bis 1972 die Stadt Zürich die Fabrik erwarb und plante, das Gebäude abzureissen, um die Seestrasse danach verbreitern zu können. Die Sozialdemokratische Partei (SP) lancierte 1974 eine Volksinitiative für den Erhalt der Roten Fabrik und die Umwandlung in ein Kulturzentrum. 1977 entschied sich das Zürcher Stimmvolk für den Erhalt und die Nutzung als Kultur- und Freizeitzentrum.

Da sich die Stadt Zürich nicht an den vom Stimmvolk erhaltenen Auftrag bezüglich der kulturellen Nutzung hielt, wurde 1980 die Interessengemeinschaft Rote Fabrik (IGRF) gegründet und es fanden illegale Partys in der Roten Fabrik statt. Als am 30. Mai 1980 mit einem Volksfest für einen Kredit in der Höhe von 61 Millionen Franken für das Opernhaus geworben wurde, kam es zu den „Opernhauskrawallen“: gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der so genannten Jugendbewegung, der Stadtregierung und der Polizei. Die Jugendbewegung forderte von der Stadt Räume für alternative Jugendkultur. Das Kulturzentrum Rote Fabrik in Wollishofen oder ein anderes Gebäude für ein Autonomes Jugendzentrum solle von der Stadt zur Verfügung gestellt werden.

Ende Oktober 1980 wurde zwar vorerst provisorisch das Kulturzentrum Rote Fabrik (schweizerdeutsch einfach „Di Roti“) eröffnet.

Das Bild ist Bestandteil des Archivs der Fotoagentur Comet Photo des Bildarchivs der ETH-Bibliothek. Es ist – wie andere Bilder der Comet Photo AG – in digitaler Form über Bildarchiv online öffentlich zugänglich.

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