Eidgenössisches Turnfest 1963

Das Luftbild zeigt die Allgemeine Übung am 66. Eidgenössischen Turnfest in Luzern vom 27.–30. Juni 1963. Die Allgemeinen Übungen waren bis 1984 das Massenereignis der Eidgenössischen Turnfeste. Ursprünglich turnte ein Vorturner ad hoc Übungen vor, freiwillig wurde mehr schlecht als recht nachgeturnt. Ab 1865 wurde zu Musik geturnt, damals waren nur gerade 250 Turner daran beteiligt, im Jubiläumsjahr 1932 waren es bereits 16‘000. Seit 1991 sind Grossraumvorführungen an die Stelle der Allgemeinen Übungen getreten.

Turnfest

Luzern (Kanton Luzern). Eidgenössisches Turnfest 1963. Schwarz-weiss Fotonegativ 13 x 18 cm. 63/1047

Am 66. Eidgenössischen Turnfest haben rund 31‘500 Turner teilgenommen, am Frauenturntag 17‘000 Frauen. Wegen Regenschauer musste die Allgemeine Übung der Frauen abgesagt werden, die Männer hatten eine Woche später besseres Wetter. Das Turnfest findet alle sechs Jahre statt, das 75. Turnfest ist geplant für 2013 in Biel.

Die Wurzeln der nationalen Turnfeste und des Schweizerischen Turnvereins liegen bei den Akademien in Zürich, Bern sowie der Universität Basel, die ab 1816 Turnvereine gründeten. Diese Turnvereine standen allmählich auch Nichtakademikern offen. Die 1830er-Jahre waren eine Zeit nationalstaatlicher Ideen und nationaler Vereinigungen: so fand 1832 das erste Schweizerische Turnfest in Aarau statt, ein Jahr später wurde der Schweizerische Turnverein gegründet.

Eidgenössische Turnfeste waren, wie alle Eidgenössischen im 19. Jahrhundert, Feste des männlichen liberalen Bürgertums. Seit 1932 wurden die Schweizerischen Frauenturntage jeweils eine Woche vor dem Fest der Männer abgehalten, dies blieb bis 1991 so. Während die Männer damals die Frauen in ihr Fest integrieren wollten, forderten die Frauen mit „Rücksicht auf die Psyche der Frauen“ ein eigenes Fest. Ein Jahr nach Einführung des Frauenstimmrechts (1972) kam es zum „Experiment mit Wettkämpfen“ bei den Frauen: Erstmals gab es nämlich bei Gymnastik, Spielen, Stafettenläufen und Leichtathletik auch Ranglisten und Preise.

Das Luftbild ist Bestandteil des Archivs der Fotoagentur Comet Photo des Bildarchivs der ETH-Bibliothek. Es ist – wie andere Bilder der Comet Photo AG – in digitaler Form über Bildarchiv online öffentlich zugänglich.

Das abgebildete Luftbild ist unter der Signatur Com_F63-01047 zu finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.