Die Grenzbesetzung am Umbrailpass 1914-1918

Lesezeit: 5 Min.

Hans Zumbühl hat schon vor einiger Zeit, also im Oktober 2016 (!), an diesen Glasplattennegativen im Format 15 x 7 cm gearbeitet. Schon längst wollte ich seine Arbeit hier vorstellen. Denn es ist immer wieder überraschend, womit sich unsere Crowd beschäftigt, über welches Wissen sie verfügt und dieses mit uns dann auch noch teilt!

Die Bilder stammen aus dem unbearbeiteten Nachlass des Geologen und ETH-Professors Rudolf Staub (1890-1961). Ehemalige Studierende und Assistierende, also Herren im gesetzten Alter, u. a. Peter Eckhard, haben für die Ausstellung über Rudolf Staub im Focus Terra im Frühjahr 2014 eine kleine Bilderauswahl zusammengestellt. Die Bilder waren nur mit rudimentären Metadaten versehen. Der Bildcode enthält die Original-Schachtel-Nummer, gefolgt von einem Numerus currens für die Bilder. Das heisst, die Bilder waren unsortiert in den Schachteln, es wurde keine logische Sortierung rekonstruiert. Im Moment sind keine weiteren Digitalisierungen geplant. 

Diese Art der Glasplatten ist für die Aufnahme von sogenannten Stereobildern gedacht. So wie es im folgenden Beispiel gemacht wurde. Mit der Stereokamera mit zwei Objektiven werden gleichzeitig zwei quasi-identische Bilder geschossen. Der minimale Unterschied im Bildauschnitt macht es möglich, dass wir im richtigen Stereobildbetrachter dann ein 3D-Bild, ein Stereobild sehen.

Staub, Hans: Militär 1914-1918, 1. Weltkrieg, Infanterieoffizier in Zernez, Vallainas, Blick nach Nordosten (NE) (HSA_0004-12-016, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500993)

Hans Staub, der Fotograf, hat die meisten Platten aber anders, nämlich als Einzelbilder gebraucht. Im folgenden eine kleine Auswahl an Bildern, die Hans Zumbühl sehr genau beschrieben hat, jeweils mit Bild links – Bild rechts.

Bild links: Offiziere des Bündner Gebirgsfüsilier-Bataillons 92 auf der Terrasse des Hotel Dreisprachenspitze. Bild rechts: Offiziere des Bündner Gebirgsfüsilier-Bataillons 92 auf der Terrasse des Hotel Dreisprachenspitze. Im Hintergrund sind die vordersten Baracken des österreichischen Lempruchlagers zu sehen.

HSA_0004-12-003, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000499119

Bild links: Schweizer Soldaten auf Beobachtungsposten, Blickrichtung SW Brauliotal. Bild rechts: Blick von unterhalb Piz Umbrail in Richtung SE auf die Stilfserjoch-Strasse. Links oben das Hotel Dreisprachenspitze und die Stilfserjoch-Passhöhe. Rechts oben der Monte Scorluzzo. Mitte unten die Cantoniera lV der Stilfserjoch-Strasse. Der unten links sichtbare Weg diente der Versorgung der Schweizer Truppen auf der Dreisprachenspitze.

HSA_0004-12-005, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500990

Bild links: Feldgottesdienst in der Nähe des Hotel Dreisprachenspitze oberhalb des Stilfserjochs. Bild rechts: Soldaten auf der Terrasse des Hotel Dreisprachenspitze, im Hintergrund der Ortler 3905 müM.

HSA_0004-12-006, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500994

Bild links: Feldgottesdienst in der Nähe des Hotel Dreisprachenspitze oberhalb des Stilfserjochs. Links im Bild österreichische Soldaten, die jenseits des Grenzzauns zuschauen. Bild rechts: Soldaten transportieren Nachschub zum Hotel Dreisprachenspitze. Der Nachschub (Lebensmittel, Brennholz, Post etc.) musste vom Umbrailpass her im Winter mit Schlitten oder getragen und im Sommer mit Saumpferden herangeschafft werden.

HSA_0004-12-007, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500995

Bild links: Soldat des Bündner Gebirgsfüsilierbataillons 92 mit einem österreichischen Soldaten, vermutlich beim Hotel Dreisprachenspitze. Bild rechts: Feldarzt beim Impfen.

HSA_0004-12-008, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500996

Die Bilder dürften im Bereich “Umbrail-Mitte” am Fuss des Piz Umbrail aufgenommen worden sein.

HSA_0004-12-012, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500988

Bild links: Schweizer und italienische Militärs wahrscheinlich im Bereich “Umbrail-Mitte” am Fuss des Piz Umbrail, Blickrichtung Brauliotal Bild rechts: Offiziere des Bündner Gebirgsfüsilier-Bataillons 92.

HSA_0004-12-013, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500987

Bild links: Österreichischer Soldat, vermutlich im Gebiet Umbrail. Bild rechts: Feldarzt beim Impfen.

HSA_0004-12-014, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500989

Bild links und rechts: Soldaten- und Offiziers-Unterkunft, vermutlich im Gebiet Umbrail.

HSA_0004-12-015, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500992

Bild links: Truppen im Gebirge. Bild rechts: Truppenunterkunft vermutlich im Bereich “Umbrail-Mitte” am Fuss des Piz Umbrail.

HSA_0004-12-018, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000603232

Bild links: Soldaten am Gipfelgrat zur Punta di Rims beim Holztransport zur Truppenunterkunft auf der Punta di Rims. Bild rechts: Soldaten des Bündner Gebirgsfüsilier-Bataillons 92 vermutlich im Gebiet Piz Umbrail/Punta di Rims.

HSA_0004-12-020, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000603234

Die Bilder zeigen eine Truppenunterkunft im Bereich “Umbrail-Mitte” am Fuss des Piz Umbrail, belegt von Soldaten des Bündner Gebirgsfüsilier-Bataillons 92.

HSA_0004-12-028, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000603231

In Schachtel 23 lagern quadratische Silbergelatine-Abzüge zur Grenzbesetzung.

Hier: Blick SW vom Grat des Piz Umbrail zur Punta di Rims.

HSA_0004-23-007, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000499137

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Vollständige Bildinformationen

Staub, Robert: Grenzbesetzung am Umbrailpass 1914-1918. Schweizer Offizier beim “Hundetraining” (HSA_0004-12-017, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000500991)

DOI Link: https://doi.org/10.35016/ethz-cs-20086-en

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  1. August Berlinger
    Saturday February 5th, 2022
    Reply

    Vor ein paar Jahren durfte ich die Aufnahmen eines Glarner Offiziers (Füs Bat 85) zum selben Thema digitalisieren. Sie sind mehr den Arbeitsbedingungen und der Umgebung gewidmet. Wenn man als Nachgebohrener des Zweiten Weltkriegs diese Aufnahmen (Glarner und Bündner) sieht, gibt einem die Weltpolitik – vorallem auch das aktuelle Geschehen Russland/Ukraine schwer zu denken. Absoluter Irrsinn. Und die Schweiz kann bequem zuschauen. Heute alle vor dem Fernseher, damals die Soldaten hautnah von ihrem Beobachtungsposten oberhalb des Stilfserjoches. Die österreichische Kaserne lag gerade darunter, man hätte darauf spucken können. Die Italiener durfte sie nicht ( im Bogenschuss) beschiessen, weil dies über ein bisschen Schweizer Territorium hätte geschehen müssen – also staatsrechtlich nicht möglich war. Die Schweizer konnten ohen eigene Gefahr in die im Schnee ausgegrabenen Schützengräben und Verbindungspfade beider Parteien hineinsehen und den Abnützungskampf verfolgen.
    Gegen Ende der Kämpfe boten offenbar die Oesterreicher ihre letzten alten Reservisten und die Italiener ihre Rekruten an diesen Ort auf und der Überdruss der Kämpfenden und die Sinnlosigkeit des Geschehens hat ein Glarner Soldat so beschrieben: Als er mit einem Kollegen auf Grenzpatrouille war, gesellte sich die “alten” Männer der Oesterreicher Patrouille ennet dem Zaun zu ihnen und man lief die Strecke gemeinsam ab. Plötzlich konnten beide eine Gruppe “grüner” Italiener unterhalb ihnen durchgehen sehen ohne selber bemerkt zu werden – und nichts geschah. Auf die Frage, warum sie nicht schössen, kam die Antwort: Die sind ja noch so jung!

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