Was alles aus Porträts herauszulesen ist

Lesezeit: 6 Min.

Im Bildarchiv pflegen wir einerseits die Porträtsammlung, die hauptsächlich aus Bildern von ETH-Professor:innen besteht. Die Porträtsammlung wurde vermutlich für das 100-Jahr-Jubiläum 1955 angelegt, als man grosse Pläne hatte mit einer professoralen Porträtwand im Hauptgebäude der ETH Zürich, die dann aber nicht zustande kam, und deshalb die Bilder nun bei uns sind… Eine Auswahl von 2’700 Bildern steht online auf E-Pics Bildarchiv zur Verfügung.

Andererseits enthalten viele Bestände ebenso klassische Porträts von Einzelpersonen, Gruppen- wie andere Porträts. Jedes Porträt, also eine mehr oder weniger gestellte Fotografie, wird mit dem Genre Porträtfotografien gekennzeichnet. Dieses Genre ist zudem unterteilt in: Gruppenporträts und Einzel- und Paarporträts, diese kann man wiederum nach Frauen; Kinder, Jugendliche oder Männer filtern. Unter diesem Genre sind insgesamt 20’000 Bilder online auffindbar! Darunter befinden sich insbesondere im Comet-Archiv viele Bilder von Prominenten aus Film, Theater, Kunst und Musik .

Wie im Laufe der Zeit einige dieser Porträts bearbeitet wurden, ist Thema des heutigen Blogposts.

Datierungen

Bei folgenden Bildern wurden die Datierungen präzisiert. Datierung der Fotografie aber auch Ergänzung der Lebensdaten der Porträtierten.

Kommentar von Sigi Heggli: Prof. F. Chaperon ist am 26.2.2016 gestorben.

Unbekannt: Chaperon, Francis (1926-2016), ca. 1970 (Portr_08840, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046123)

Kommentar von Othmar Fluck: Piero Cotti 6. Juli 1931-10. Dezember 2015

Unbekannt: Cotti, Piero (1931-2015), 1975 (Portr_09472, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046205)

Kommentar von Martin Witz: schwer zu sagen — sicher aber: Zeitraum 1925-1940, Modell wohl George Washington Brücke.

Unbekannt: Ammann, Othmar Hermann (1879-1965), 1925-1940. Modell: George Washington Brücke (Portr_15956, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046966)

Fotografen und andere Urheber

Hinweise zu Fotografen und anderen Urhebern wir Kupferstechern sind ein wichtiger Teil für die korrekte Metadatierung von Bildern.

Kommentar von Hunziker: Fotograf des Bildes ist Friedrich Mühlberg, Naturkundelehrer von Albert Einstein. Aufgenommen wurde das Bild im Park der Aargauischen Kantonsschule. Dia_247-08422 ist ein Porträt von Friedrich Mühlberg.

Dieses Bild ist eines der am meisten nachgefragten Bilder im Bildarchiv. Auf der Alltimetopsellers-Liste, d. h. die Auswertung aller Nutzungsvereinbarungen von 2001 bis 2014, liegt das Bild auf Platz 4! Auf den Plätzen 1 bis 3 übrigens weitere Porträts von Albert Einstein: Platz 1, Platz 2 und Platz 3.

Mühlberg, Friedrich: Einstein, Albert (1879-1955), Maturandenklasse im Herbst 1896 der Kantonsschule Aarau, 1896. Von links, obere Reihe: Lüthy, Adolf (1878), Frösch, Hans (1877), Walter, Karl (1876), Hunziker, Ernst (1876), Haury, Eduard (1877), Ott, Emil (1877). Von links, untere Reihe: Einstein, Albert (1879), Hofer Cäsar (1878), Schmidt, Oskar (1876), Müller, Guido (1877), aufgenommen im Park der Kantonsschule (Portr_10397, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046299)

Kommentar von Detlev Balzer: Urheber ist der französische Kupferstecher Antonin Delzers (1873-1934), https://viaf.org/viaf/156283894.

Delzers, Antonin: Siemens, Werner von (1816-1892), ca. 1910 (Portr_00942, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000045479)

Kommentar von Sebastian Wallroth: ich bin auf Ihr Bild von Rudolf Wolf bei Recherchen zum Fotoalbum für Weierstraß von 1885 gestoßen. Meines Erachtens ist ihr Abzug vom selben Negativ gemacht worden wie der Abzug im Fotoalbum für Weierstraß, der in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz verwahrt wird. Das Fotoalbum für Weierstraß wurde 1885 übergeben. Auf dem Berliner Abzug steht auf dem Albuminpapier „Louis Zipfel“. Louis Zipfel (auch: Ludwig Zipfel) ist vermutlich 1887 gestorben. Danach wurde sein Züricher Atelier für kurze Zeit von seiner Witwe Marie Zipfel weitergeführt. 1888 verkaufte Marie Zipfel das Atelier an Emil Gassler. Da der erste Abzug spätestens 1885 entstanden ist, ist das Foto sehr wahrscheinlich von Louis Zipfel gemacht worden. Emil Gassler hatte sehr wahrscheinlich mit dem Kauf des Ateliers die Glasnegative übernommen und fertigte zwischen 1888 und 1893 den bei Ihnen verwahrten Papierabzug.

Zipfel, Ludwig; Gassler, Emil: Wolf, Johann Rudolf (1816-1893), 1885. Fotografie 1885 von Ludwig Zipfel, Abzug 1888-1893 von Emil Gassler (Portr_12033-RE, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046516)
Fotorückseite

Porträtierte

Auch die Identifikation von Personen auf den (Gruppen-) Porträts ist enorm wichtig!

Kommentar von Pascal Wiederkehr: Vielleicht als Ergänzung, weil zwei Männer unten Hüte tragen. Jakob Ackeret ist der Mann unten in der Mitte mit Hut.

Unbekannt: Ackeret, Jakob (1898-1981), ca. 1930. Mitarbeiter von Escher Wyss & Cie auf Laufrad der Kaplanturbine Schwörstadt (Leistung 39500 PS). Im Vordergrund mit Hut: Jakob Ackeret (Portr_13536-1, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046706)

Kontextinformationen

Hier gibt es weiterführende Informationen zu den Personen selber, zur Entstehung eines Bildes oder zu interessanten Bildinhalten.

Kommentar von Thomas Pfister: Sir John Carew Eccles (27.1.1903–2.5.1997). Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1963.

Unbekannt: Sir John Carew Eccles (1903-1997), ca. 1963. Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1963 (Portr_03499, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000045781)

Kommentar von Pascal Wiederkehr: Institut hiess Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung – nicht Strömungswissenschaften. Heute heisst es: Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

Unbekannt: Ackeret, Jakob (1898-1981), Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung in Göttingen, am Versuchsstand des Windkanals, 1924. Von links: Jakob Ackeret (Abteilungsleiter), Ludwig Prandtl (Direktor), Albert Betz (Stellvertretender Direktor), R. Seiferth (Abteilungsleiter), Flettner-Rotorschiff-Modell auf Tisch, heute (2020): Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (Portr_13534, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046703)

Kommentar von Marianne Senn: ich habe heute das Bild von Dr. sc. techn. Theophil Wyss bei Ihnen gefunden. Sie scheinen nicht viel über ihn zu wissen, weshalb ich seinen Nekrolog noch angehängt habe. Er war ebenfalls Leiter der Abt. IV, Metalle der Empa (belegt im Organigramm von 1930), wohl bis zu seiner Pensionierung 1955. Allerdings weiss ich nicht, ab wann.

Unbekannt: Wyss, Theophil (1890-1971), ca. 1955. Leiter der Abt. IV, Metalle der Empa (belegt im Organigramm von 1930), wohl bis zu seiner Pensionierung 1955 (Portr_08389, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046107)

Kommentar von Urs Stammbach: Das Bild wurde anlaesslich der VIII. ordentlichen Sitzung der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft am 11. September 1917 aufgenommen. Es ist entstanden auf dem Weg der Teilnehmer zum Mittagessen im Hotel Pelikan (an der Bahnhofstrasse) und zwar hinter dem Landesmuseum. In der Mitte ist übrigens Hilbert zu sehen, der – wie übrigens auch Caratheodory – an dieser Sitzung einen Vortrag hielt.

Unbekannt: Zürich, Landesmuseum: Teilnehmer der VIII. ordentlichen Sitzung der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft, 11.9.1917. Mitte: David Hilbert, der – wie auch Caratheodory – an dieser Sitzung einen Vortrag hielt. Das Bild ist entstanden auf dem Weg der Teilnehmer zum Mittagessen im Hotel Pelikan (an der Bahnhofstrasse) und zwar hinter dem Landesmuseum (Portr_11253, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046430)

Kommentar von Koni Kreis: Mitte: Wipkinger Viadukt der Nordostbahn von Zürich nach Oerlikon und Winterthur, 1856 eröffnet.

Ganz, Johannes: Zürich, ETH Zürich, Ingenieurschule, 3. Kurs[?], 1862. Im Hintergrund: Wipkinger Viadukt der Nordostbahn von Zürich nach Oerlikon und Winterthur, 1856 eröffnet Portr_10676-FL, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046330)

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Vollständige Bildinformationen

Unbekannt: Zürich, Landesmuseum: Teilnehmer der VIII. ordentlichen Sitzung der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft, 11.9.1917. Mitte: David Hilbert, der – wie auch Caratheodory – an dieser Sitzung einen Vortrag hielt. Das Bild ist entstanden auf dem Weg der Teilnehmer zum Mittagessen im Hotel Pelikan (an der Bahnhofstrasse) und zwar hinter dem Landesmuseum (Portr_11253, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000046430)

DOI Link: https://doi.org/10.35016/ethz-cs-18717-de

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Ein Kommentar

  1. 9d0db199e2253c948d08726e7e4cc8e7
    Tuesday, der 19. October 2021
    Antworten

    Zum Beitrag Sebastian Wallroth kann ich noch folgende Angaben machen:
    Louis Zipfel wird von foto-ch mit „um 1875 bis 1886 an der Schifflände Zürich“ geführt. Gemäss dem Häuserverzeichnis Glarus von Laurenz Burlet sel. hatte Louis Zipfel ab 1884 auch ein Atelier auf Untererlen in Glarus (von Xaver Heiss übernommen), für welches 1885–1886 Frau M. Zipfel-Bunner genannt ist .Ich habe Abbildungen von Carte-de-visite-Rückseiten mit Adresse Glarus. Darauf ist auch die 1883er-Auszeichnung vermerkt (gehört also zu Zipfel und nicht zu Gassler, der sie weiter verwendete).
    Zipfel muss daher 1885 gestorben sein – auch daher ist die Datierung vor 1885 angebracht. Frau Zipfel hat 1886 das Atelier Glarus an Philipp Beckel weitergegeben; wann sie Schifflände Zürich aufgegeben hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
    August Berlinger

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