Oerlikon? Nie und nimmer!

Lesezeit: 2 Min.

Sie wussten mehr! Vielen Dank! Die Ansicht wurde bereits am Mittwoch, 6. Mai 2020 durch Koni Kreis identifiziert. 🙂 Es handelt sich um Faverges im Dept. Haute-Savoie (F)!

Heute haben wir wieder mal ein schönes Rätsel für alle unsere Expert/innen. Und zwar bittet uns der Kurator Martin Gasser um Hilfe!

Martin Gasser bereitet eine Ausstellung zur Fotografie des 19. Jahrhunderts für die Fotostiftung Schweiz in Winterthur für nächstes Jahr vor. Dabei ist er in der Publikation „Montagne: Photographies de 1845 à 1914“ von Fraçoise Guichon (Paris, Editions Denoël, 1984) auf die folgende Abbildung auf Seite 29 gestossen.

Die Bildlegende lautet „Daguerréotype anonmye: Orlikön, Canton de Zurich, vers 1845“.

Dies ist aber nicht Oerlikon. Aber welche Ortschaft ist es? Handelt es sich überhaupt um eine Schweizer Ansicht?

Die Daguerreotypie soll in einer Sammlung gewesen sein, die es leider heute nicht mehr gibt. Also keine Chance, nähere Informationen zu kriegen.

Martin Gasser ist sehr gespannt, ob uns die Lösung dieses Rätsels gelingen wird. Ich bin da ganz zuversichtlich. Und vermutlich wird es auch nicht lange dauern…! 🙂

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Vollständige Bildinformationen

Unbekannt: Orlikön, Canton de Zurich, ca.1845

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10 Kommentare

  1. Eugen Rippstein
    Dienstag, der 5. Mai 2020
    Antworten
    • Walter Zweifel
      Freitag, der 8. Mai 2020
      Antworten

      Nein, das Bild hat mit dem Glarnerland nichts zu tun.

  2. Koni Kreis
    Mittwoch, der 6. Mai 2020
    Antworten

    Niederurnen? Da passt aber gar nichts. Das Bild ist wirklich eine Knacknuss. Ob es wohl seitenverkehrt ist? Die Sonne kommt von rechts, wir schauen also wohl gegen Südosten. Hmmm…

  3. Koni Kreis
    Mittwoch, der 6. Mai 2020
    Antworten

    Nächster Versuch: Faverges, Arrondissement Annecy, Département Haute-Savoie, Blick nach Ostnordosten (ENE) auf den Mont Blanc. Der Blick nach Ost ist logisch, wenn die Sonne von rechts kommt, und so ist ein Bild aus Savoyen auch plausibel, wo die Bergketten gegen Südwest drehen und die Täler oft nach Nordwesten laufen. Es ist übrigens ein Herbst- oder Winterbild, weil unter den Bäumen zwei Schatten liegen, einer von der Sonne und einer vom hier fehlenden Schnee. Das grosse Gebäude über der Kirche ist übrigens das Schloss von Faverges. Eine Daguerreotypie aus Frankreich und mit dem Mont Blanc drauf, das passt auch zusammen. Nun hoffe ich bloss, dass das Ganze auch in den Augen der kritischen Crowdsourcer verhebt. kk

  4. Thomas Pfister
    Freitag, der 8. Mai 2020
    Antworten

    Unglaublich aber wahr! Der Koni Kreis hat diese Bildruine tatsächlich verortet! Ich habe schon nach dem zweiten Blick aufgegeben… Gratulation, Koni!

  5. Koni Kreis
    Sonntag, der 10. Mai 2020
    Antworten

    Danke, Thomas, für die Zustimmung. Ich bin zwar, nach erfolglosem Suchen im Glarnerland, im Churer Rheintal, in Vorarlberg und im Berner Oberland, einigermassen bewusst auch nach Savoyen gegangen, dort aber ziemlich zufällig und mit Glück über Faverges gestolpert. Ausschlaggebend war die Szenerie links oben auf dem Bild, in diesem Tal-V, die mir in Google Maps in der 3D-Ansicht auffiel.

    Wenn das Bild nicht Orlikön darstellt, dann stammt es vielleicht auch gar nicht von 1845? Möglich wäre es zwar schon, denn die Daguerreotypien gab es seit 1839, aber ob 1845 gleich schon dieses Alpenbild entstanden ist, das scheint etwas zu gut zu passen.
    Ich habe in http://www.geoportail.gouv.fr einmal die Carte de l’état-major (1820-1866) als Kartenhintergrund eingeschaltet und unser Bild mit dem Kartenausschnitt von Faverges verglichen. Mir scheint, dass die Ausdehnung des Dorfes dieser Karte gut entspricht, auch die gerade Route départementale No. 1, die vom Dorf nach links unten Richtung Annecy führt, ist zu erkennen. Die schnurgerade Eindämmung des Flusses Eaux-Mortes (rechts unten) ist auf der Karte sogar eher weniger deutlich auszumachen als auf dem Bild.
    Deshalb würde ich den konkreten Kartenausschnitt und das Bild eher auf frühestens 1860 datieren. Warum 1860? 1860 wurde Savoyen von Frankreich annektiert, somit gab es seither Generalstabskarten für Savoyen mit französischen Routes départementales drauf. Ist natürlich kein starker Beweis, gebe ich zu…

  6. Koni Kreis
    Montag, der 11. Mai 2020
    Antworten

    Nur um die Sache etwas besser abzuschliessen: Das erwähnte Kartenblatt („Albertville“) der Cartes de l’état-major stammt, wie ich noch herausfinden konnte, aus dem Jahr 1866. (Man kann das Kartenblatt übrigens herunterladen, siehe https://remonterletemps.ign.fr)
    Wenn also das Kartenblatt und unser Bild von Faverges visuell gut zusammenpassen, dann könnte man daraus schliessen, dass das Bild auch aus der Zeit nach 1860 stammen muss. Das sollte meine Argumentation sein. kk

  7. Martin Gasser
    Dienstag, der 12. Mai 2020
    Antworten

    Genial! Das ist wirklich ein Volltreffer! So passt das Orlikön-Bild zu einer ganzen Reihe von frühen Fotografien, die von französischen Fotografie-Pionieren auf dem Weg in die Mont-Blanc-Region aufgenommen wurden (von Genf über Annecy nach Chamonix). Die Datierung würde ich deshalb – und auch aufgrund der Anmutung der Daguerreotypie – nicht so spät ansetzen, eher um 1850, vielleicht sogar ziemlich genau 1849. Denn dann könnte der Fotograf eventuell Camille Bernabé heissen, von dem man weiss, dass er zu dieser Zeit in der Gegend war. Ihm wird nämlich eine andere Daguerreotypie zugeschrieben, die den Donjon des Seigneurs des Schlosses von Faverges zeigt. Auch diese Sujet war ursprünglich falsch identifiziert und die Daguerreotypie ist heute verschollen (d.h. wahrscheinlich in irgend einer Privatsammlung verschwunden), doch gehört sie meiner Meinung nach eindeutig zu jener von Orlikön. Es ist eine unglaubliche Geschichte, die Koni Kreis mit seinem Volltreffer angestossen hat und ich kann ihm nur gratulieren und mich herzlich bedanken, Martin Gasser

  8. Koni Kreis
    Dienstag, der 12. Mai 2020
    Antworten

    Danke an Martin Gasser! Zu seinem Hinweis: Das Schloss von Faverges, zugeschrieben Bernabé oder Dollfuss-Ausset, ist im Internet als „Hospice de Grimsel“ zu finden (z.B. bei luminous-lint.com, oder bei Millon.com, und das Bild ist/war dort 22’000 Euros wert). Ja, und die zeitliche Einordnung dafür ist tatsächlich 1845-1850. Was sagt uns das für unser Bild? Nun, nicht viel, es ist fast zu viel Information. Es scheint mir aber, dass diese alten Bilder heute ein Geschäft geworden sind.

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