Welches Haus in Zürich wird aufgestockt?

Lesezeit: 4 Min.

Sie wussten mehr! Vielen Dank! Das Bild wurde am 23. Januar 2018 identifiziert. 🙂 Harald Bollinger wusste es: „Das sind die zusammengebauten Häuser Mühlezelgstrasse 43 und 45 in Zürich-Albisrieden.“

Heute haben wir zur Abwechslung nur ein Bild für unsere Rubrik „Wissen Sie mehr?„. Und zwar ist das Bild Teil einer Reportage über die Umgestaltung der Polyterrasse vor dem Hauptgebäude der ETH Zürich. Die Reportage aus dem Jahr 1972 mit 11 digitalisierten von insgesamt 30 Bildern findet sich mit dem Bildcode-String Com_L21-0225 auf unserer Bilddatenbank E-Pics Bildarchiv Online.

Zürich, Hausaufstockung, 1972
Schollenberger, Kurt: Zürich, Hausaufstockung, 1972 (Com_L21-0225-0001-0002, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000998419)

Die neue autofreie Polyterrasse mit Mensa und Tunnel

Die restlichen Bilder der Reportage „Zürich, Terrasse der ETH“ zeigen Bauarbeiten auf der Polyterrasse. Leider sind die Schulratsprotokolle nur bis 1966 online, sonst hätte eine kurze Recherche bestimmt mehr Hintergrundwissen zu diesen Bildern geliefert. Eine Recherche in E-Periodica gibt einen Treffer in der Schweizerischen Bauzeitung vom 1. Juni 1972. Hier erfahren wir einiges zum Umgestaltung der Polyterrasse als Vorbereitung für den Bau der neuen Mensa und der Mehrzweckhalle:

Auf der stadtwärts vom ETH-Hauptgebäude gelegenen Polyterrasse haben die Vorbereitungsarbeiten für den Baubeginn einer bis Ende 1975 fertigzustellenden Mensa mit 1200 Sitzplätzen und einer zweigeschossigen Mehrzweckhalle begonnen. Zu diesem Bauvorhaben wurde im GEP-Bulletin Nr. 84 (Juni 1970) eine Orientierung gegeben, die grundsätzlich noch zutrifft. Ausführlicher wurde auf diese Projektierung in SBZ 1970, H. 29, S. 650, eingegangen.

Mit dem Projekt verbunden ist die Tieferlegung der Leonhardstrasse mit unterirdischen Autovorfahrten für den Werkverkehr zu Hauptgebäude und Mensa. Ein autofreier Platz wird von der ETH zur als Gartenlandschaft gestalteten Polyterrasse führen. Diese bildet einen Teil der zukünftigen Fussgängerzone im Hochschulquartier, die im Hochschulbereich von der ETH und der Universität gemeinsam geplant wird. Für das in der Botschaft des Bundesrates vom 6. Mai 1970 enthaltene Polyterrassenprojekt. haben die Eidgenössischen Räte 25,1 Mio Fr. bewilligt, dazu 5,3 Mio Fr. für die Verkehrserschliessung, an welche die Stadt Zürich einen zusätzlichen Beitrag von rund 1 Mio Fr. zugesichert hat. Diese Kosten werden um die Bauteuerung seit April 1969 vermehrt.

An einer Presseorientierung vom 5. April sprach Altrektor Dr. Hans Leibundgut, Professor für Forstwissenschaften, seine Genugtuung darüber aus, dass auf dem Areal Polyterrasse/Pfrundhausgarten ein Erholungsraum für Studierende und Bevölkerung wieder geschaffen wird, wie seinerzeit vom Hauptgebäude-Architekten Gottfried Semper beschrieben: ‚vom Stadtgeräusch und allerlei Störungen abgelegen‘. Von der heutigen Anlage wird ein Teil der Bäume in einer Umpflanzaktion auf andere ETH-Areale versetzt, während dank besonderer Schutzmassnahmen die Lindenallee auf der Südseite erhalten bleiben kann. Die heute infolge der ungenügenden Kapazitäten für Studierende und Betriebspersonal gleichermassen schwierige Verpflegungssituation wird erst durch die neue Mensa verbessert werden können und macht deren rasche Verwirklichung dringend notwendig.

Das Projekt von Architekt Prof. Charles-Edouard Geisendorf sieht eine zentrale Mensa mittlerer Grösse in einer grossangelegten Gemeinschaftsverpflegung ohne Massenbetrieb vor. Das Verpflegungskonzept für das ETH-Zentrum umfasst eine Grossküche mit einer Kapazität von 5600 Essen, die neben der neuen Hauptmensa eine Anzahl kleinere Verpflegungsstätten im ETH-Zentrum beliefern wird. Die Mensa umfasst einen terrassierten Essraum und eine unterteilbare Cafeteria mit je 600 Plätzen. Darunter werden Mehrzweckräume (7000 m2) gebaut, die sich für Zeichensäle, Ausstellungs- und Sammlungsräume, Werkstätten, studentische Verwaltungs- und Klubräume verwenden lassen. Das Bauvolumen von rund 67 000 m3 hegt zu 95 % unterirdisch, wobei die ursprüngliche Hangkante in eine einzige Fassade mit natürlicher Belichtung und Aussicht auf die Altstadt verwandelt wird

Zürich, Polyterrasse der ETH, 04/1972
Schollenberger, Kurt: Zürich, Polyterrasse der ETH, 04/1972 (Com_L21-0225-0001-0001, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000998413)
Zürich, Polyterrasse der ETH, 04/1972
Schollenberger, Kurt: Zürich, Polyterrasse der ETH, 04/1972 (Com_L21-0225-0002-0005, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000998416)
Zürich, Polyterrasse der ETH, 1972
Schollenberger, Kurt: Zürich, Polyterrasse der ETH, 04/1972 (Com_L21-0225-0002-0003, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000998415)

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Vollständige Bildinformationen

Schollenberger, Kurt: Zürich, Hausaufstockung, 04/1972 (Zürich, Terrasse der ETH, 1972. Reportage mit 30 Bildern (Auswahl digitalisiert)) (Com_L21-0225-0001-0002, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000998419)

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