Kennen Sie Einigen? Oder Därligen?

Lesezeit: 4 Min.

Einigen ist eine ehemals selbständige, kleine Gemeinde am linken Ufer des Thunersees. Sie liegt zwischen Gwatt, dem südlichsten Stadtteil von Thun, und Spiez. Seit 1834 gehört sie zur politischen Gemeinde Spiez. Ehrlich gesagt, ich kannte Einigen nicht. Erst durch die Kommentare unserer Crowd-Aktivisten Anton Heer und Jürg Meister wurde ich auf diese kleine Gemeinde direkt am See aufmerksam.

Folgende Merkmale zeichnen Einigen aus: eine Wallfahrts-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, das Kanderdelta mit dazugehörigem Kieswerk, die Bahnlinie der BLS ab 1906, eine Schiffländte ab 1929 und die Autobahn A6. Die bessere Verkehrserschliessung führte schliesslich zu einem markanten Bevölkerungswachstum von 290 im Jahr 1900 auf 1’605 im Jahr 2012.

Mit wenigen Bildern zu mehr Wissen

Allein aus den Kommentaren folgender Bilder, die meisten davon sind erst kürzlich in unsere Bestände gekommen, und mithilfe des Wikipedia-Artikels kann man sich ein gutes Bild von Einigen machen. Apropos Wikipedia: selbstverständlich ist der Artikel seit kurzem auch mit einem Mittelholzer-Luftbild versehen…

Diese „Fliegeraufnahme von Einigen am Thunersee mit Niesen“ zeigt die Bahnlinie oberhalb des Dorfes sehr gut. Jürg Meister kann uns mit seinem Fachwissen bei der Datierung weiterhelfen und bestätigt unsere Schätzung wie folgt: „Datierung plausibel, a) von der Bebauung her und b) wegen der unten rechts sichtbaren Schiffsanlegestelle Einigen, welche im Jahre 1929 eröffnet wurde.“

Zu Datierungsfragen folgt am kommenden Montag ein separater Post. Auf unserer Bilddatenbank E-Pics Bildarchiv Online gibt es eine eigene Kategorie Datierung unter „Wissen Sie mehr?“, diese enthält im Moment über 4’500 undatierte Bilder.

Fliegeraufnahme von Einigen am Thunersee mit Niesen

Unbekannt: Fliegeraufnahme von Einigen am Thunersee mit Niesen, 1930-1940 (Ans_10735, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000971038)

Diese etwas früher entstandene Aufnahme aus den 1920-Jahren zeigt in der Mitte, mit Blick gegen das Seeende in Thun, „das Kander-Delta mit dem dort auch heute noch vorhandenen Kieswerk. Ein dazu gehörender Schwimm-Kübelbagger ist ebenfalls zu sehen“, soweit der Kommentar von Jürg Meister.

Einigen am Thunersee

Unbekannt: Einigen am Thunersee, 1920-1930 (Ans_10768, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000970194)

Die folgende Aufnahme aus derselben Zeit wurde im Vergleich zum vorherigen Bild etwas weiter unten aufgenommen. Wie genau unsere Crowd die Bilder teilweise analysiert, sei hier gezeigt, wiederum Jürg Meister schreibt: „Standort des Fotografen ist beim Bahn-Trassee [Drähte links]. Das Bild wird von dem auf dem Kanderdelta errichteten und nach wie vor aktiven  Kieswerk dominiert. Das Kirchlein übt dennoch eine grosse Anziehungskraft auf Hochzeitspaare/Gesellschaften aus – nicht zuletzt deshalb wurde 1929 eine Schifflände eingerichtet.“ Aha, schon wieder die Schifflände! Diese ist übrigens auch im Wikipedia-Artikel ein Thema, mit Bild von deren marodem Zustand im Jahr 2015.

Einigen

Unbekannt: Einigen, 1920-1930 (Ans_10771, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000970197)

Schliesslich noch eine Ansicht der beliebten Kirche von Einigen.

Einigen

Unbekannt: Einigen, 1920-1930 (Ans_10770, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000970195)

Därligen, das kennen Sie vielleicht, das ist um einiges bekannter…,

weil es vom Bahnhof Därligen ein Modell für Modelleisenbahnen gibt, der idealtypisch für einen Bahnhof in der Alpenlandschaft steht. Därligen liegt ebenfalls am linken Thunersee und ist die ersten Gemeinde nach Interlaken. Und weil mir dieses Bild von Därligen sehr gut gefällt, es ist ebenfalls erst kürzlich in unseren Bestand gekommen und befand sich deshalb in der Kategorie Neue Bilder, Ansichten und Postkarten, und Jürg Meister es auch kommentiert hat, habe ich es in diesen Post hineingeschmuggelt. Lesen Sie also noch abschliessend den Kommentar zu Därligen: „Prominent im Bild die Cementwerke Därligen. Nach einem kurzlebigen Versuch mit einer Ziegelei (1898) wurde hier ab 1900/01 (mit grossen Emissionen) Zement gebrannt – dies bis 1969. Bis um 1985 wurde noch ein reduzierter Nachfolgebetrieb aufrecht erhalten. Seither werden die Gebäulichkeiten anderweitig genutzt, bspw. durch einen Boots-Service.“

Im Hintergrund: Cementwerke Därligen: nach einem kurzlebigen Versuch mit einer Ziegelei (1898) wurde hier ab 1900/01 bis 1969 (mit grossen Emissionen) Zement gebrannt. Bis um 1985 wurde noch ein reduzierter Nachfolgebetrieb aufrecht erhalten. Seither werden die Gebäulichkeiten anderweitig genutzt, bspw. durch einen Boots-Service

Unbekannt: Därligen, 1925-1935 (Ans_10766, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000970191)

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Vollständige Bildinformationen

Unbekannt: Einigen, 1925-1929 (Ans_10763, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000970185)

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