Der „Stuttgarter Reibungsmesser“ misst die Griffigkeit von Strassenoberflächen

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Am 5. September 2016 öffneten wir mit dem Prüfauto des Instituts für Strassenbau der ETH Zürich die ETH-Alumni-Serie. Jeden ersten Montag in ungeraden Monaten folgen weitere ETH-Alumni-Posts. Wir veröffentlichen zwei Bilder eines rätselhaften Cadillacs, über dessen Anhänger und Wageninhalt wir Genaueres wissen wollten. Wir bekamen zwei Hinweise. Der erste beschreibt das Auto, der zweite den Anhänger.

Prüfauto-ETH-Institut-Strassenbau-1

(PI_71-PF-0263, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000489496)

Urs Reisel beschreibt als erster den Autotyp: „Ein Cadillac Serie 75 des Baujahres 1959! Wurde nur in kleinen Stückzahlen gebaut, vorwiegend als Chauffeur-Limousine mit damals 3×3 = 9 Sitzplätzen, oft mit Separation. Commercial Chassis (Aufbau nach Kundenwunsch), Serie 6890, 156″ wheelbase, 2102 Stück gebaut. Vielleicht umgebaut von einem ausgemusterten Krankenwagen? Es könnte aber auch eine umgebaute Limousine sein. Die Dacheinschnitte über den Türen weisen darauf hin. Dann wäre es ein ‚Serie 67‘ (alle andere Jahre Serie 75), mit 149.8″ wheelbase. Die Version Sedan wurde 710 x gebaut, die Version Limousine 690 mal.“

Im Zentrum unseres Interesses stand jedoch primär der Anhänger und der Fahrzeuginhalt. Zu diesem wusste schliesslich Dieter Glatz mehr. Er beschreibt die Funktionsweise ebenso wie die Geschichte: „Der ‚Stuttgarter Reibungsmesser‘ ist ein Prüfverfahren zur Messung der Griffigkeit von Strassenoberflächen. Das Messgerät besteht aus einem Einachsanhänger mit einem Messrad in der Mitte, der vom Cadillac gezogen wird. Im Fahrzeuginnern ist ein Wassertank sichtbar, der zwischen den Rädern einen Wasserfilm zw. 0,5 und 1mm auf den Fahrbahn Belag legt. Für die Messung wird das Rad während der Fahrt auf dem nassen Streifen blockiert und die daraus entstehende Kraft aufgezeichnet. Alternativ kann die Messung auch mit einem definierten Schlupf durchgeführt werden. Der Cadillac wurde 1992 durch einen MAN-Lastwagen mit einem grösseren Wassertank ersetzt. Dadurch konnten längere Messfahrten ohne Wasser nachfüllen durchgeführt werden.“

Vollständige Bildinformationen

Photographisches Institut der ETH Zürich: Prüfauto des Instituts für Strassenbau ETH. Besteller: ETH-Institut für Strassenbau, 14.4.1971 (PI_71-PF-0264, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000489497)

 

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