Zürich von oben – Nebenschauplätze gesucht!

Lesezeit: 3 Min.

Sie wussten mehr! Vielen Dank! Alle Bilder wurden bis 17. Mai 2016 identifiziert. 🙂 Die Auflösungen finden Sie hier.

Für den ersten Aufruf haben wir etwas Naheliegendes ausgewählt: Luftbilder der Stadt Zürich von Comet Photo AG. Die Presseagentur Comet Photo AG hat seit 1959 selber Luftbilder produziert. Für eine Presseagentur und auch für jene Zeit eine Besonderheit. Die Idee stammte von Björn E. Lindroos (1919-1984), einem der Firmengründer, um das aktuelle Geschehen und auch längerfristige Entwicklungen besser zu illustrieren.

Hinweise für die Stadt Zürich gesucht!

In der ausgewählten Serie von 21 Luftbildern aus dem Jahr 1963 ist die Stadt Zürich im Mittelpunkt. Leider sind die Titelbeschriftungen nur mit Zürich sowie verschiedene Aufnahmen oder Industriebauten angegeben. Wir möchten es nun aber genauer wissen! Welches markante Gebäude ist abgebildet? Welcher Platz oder welche Strassen, Strassenecke? Einige haben wir selber detailliert beschriftet, bei anderen fehlt uns das exakte lokale Wissen, leider.

Die Bilder sind in Luftbilder Zürich in der Kategorie „Wissen Sie mehr?“ auf ETH E-Pics Bildarchiv Online abgelegt.

Wer noch mehr über Luftbilder der Comet Photo AG wissen möchte, kann hier weiter lesen. Den anderen wünschen wir viel Spass mit Zürich von oben!

Falls Sie neu hier sind und mehr übers Vorgehen des Crowdsourcing wissen möchten, erfahren Sie unter Mitmachen mehr.

Spezialität Flugaufnahmen

Wie kommt es dazu, dass eine Pressebildagentur, die ja vor allem am Boden tätig ist und das aktuelle Tagesgeschehen fotografisch dokumentiert oder in Reportagen aktuelle politische wie soziale Fragen diskutiert, nun auch noch Flugaufnahmen macht? Und das bereits ab 1959?

Beatrix Lindroos, die Tochter von Comet-Mitgründer Björn E. Lindroos, weiss dazu mehr:

„Genauso wie er auch als einer der allerersten in der Schweiz mit einem Blitzgerät photographierte, war er auch bei den Flugaufnahmen eine Trendsetter. Selbst nach einer Notlandung in der lybischen Wüste und einem totalen Crash zwischen Bäumen, blieb seine Affinität zur Fliegerei erhalten. Allerdings befriedigte die Qualität der frühen Bilder seinen Sinn für Perfektionismus in keinster Weise. Deshalb entwickelte er zusammen mit der Firma Wild die exklusive Flugkamera der Comet aus einem Militärgehäuse und adaptierten Objektiven, die nach langen Versuchen genau seinem Wunsch entsprach. Er plante Flugeinsätze für die Photographien, deren Verlauf er akribisch genau auf Hundertausender Karten einzeichnete und dabei sogar dem jeweiligen Sonnenstand Rechnung trug.“

Ausserdem kann Beatrix Lindroos über anspruchsvolle Tätigkeit der Luftbildfotografen berichten:

„Speziell anspruchsvoll waren Flugaufnahmen. Weil jede Flugminute teuer ist (speziell im Heli) reichte es nicht, Superbilder zu schiessen, der betreffende Photograph musste nicht nur superschnelle Kassettenwechsel beherrschen, sondern auch ständig darauf achten, dass der Pilot keine ‚Rundflüge‘ machte und genau auf dem vorgeschriebenen Kurs blieb.“

Wer die Hauptnutzer der Flugbilder waren, weiss sie ebenso zu berichten:

„Im Flugbereich tauchten vor allem Wissenschaftler, Leute aus der Baubranche und von Gemeinden und Behörden auf. Aber auch Private suchten gelegentlich nach Ansichten ihrer Grundstücke. Ab und zu erschienen auch Bücher im Comet-Verlag, wie z. B. das Flughafenbuch.“ (Unveröffentlichte Erinnerungen von Beatrix Lindross, 2015)

Mehr von den Cometen*

Beatrix Lindroos hat uns ihre Erinnerungen für die Publikation „Fotomosaik Schweiz“ über die Comet Photo AG von Georg Kreis (2015) zur Verfügung gestellt. Die Publikation ist Band 5 der Reihe „Bilderwelten. Fotografien aus dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek„, die Reihe erscheint bei Scheidegger & Spiess in Zürich. Die im Buch publizierten Bilder können auf ETH E-Pics Bildarchiv Online angeschaut und heruntergeladen werden.ETH_comet_Einband-2.indd

Buchcover von Fotomosaik Schweiz von Georg Kreis (2015)

Die Ausstellung „Kometen im Counter Space: Ein Diaporama aus dem Archiv der Comet Photo AG“ in Zürich ergänzte das Buch mit einer dreiteiligen, assoziativen Bild- und Tonarbeit, einem sogenannten Diaporama. Die Ausstellung ging auf überraschenden Wegen der Frage nach, wie historisches Material in die Gegenwart gelangt und welche Verwandlungen es dabei durchläuft. Die Bilder der Ausstellung sind ebenfalls online verfügbar und downloadbar.

*Die Mitarbeiter von Comet Photo AG nannten sich Cometen.

Wie können Sie mitmachen?

Sind Sie zum ersten Mal auf diesem Blog und möchten Ihr Wissen gerne mit uns teilen, Sie wissen aber nicht wie? Dann lesen Sie die ersten Punkte in der Rubrik Mitmachen. Oder klicken Sie auf den DOI-Link in der Bildlegende, wenn Sie ein bestimmtes Bild vom Blogbeitrag direkt auf E-Pics ergänzen möchten. Sie können uns viel Handarbeit ersparen, wenn Sie Ihre E-Mails folgendermassen schreiben: Hans Muster: Fraumünster in Zürich.

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