{"id":1278,"date":"2021-09-29T13:46:16","date_gmt":"2021-09-29T11:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/wpethzprd.ethz.ch\/Science_and_Policy\/?p=1278"},"modified":"2023-01-18T16:18:02","modified_gmt":"2023-01-18T14:18:02","slug":"umweltbedingte-geschlechtsumwandlung-in-papaya-als-transdiziplinares-forschungsprojekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/2021\/09\/29\/umweltbedingte-geschlechtsumwandlung-in-papaya-als-transdiziplinares-forschungsprojekt\/","title":{"rendered":"Umweltbedingte Geschlechtsumwandlung in Papaya als transdiziplin\u00e4res Forschungsprojekt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tiago Meier<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wer kennt sie nicht, die birnen\u00e4hnliche Form, die gelborange Farbe und den&nbsp;s\u00fcssen Geschmack &#8211; alles Markenzeichen der&nbsp;Papayafrucht. Tiago Meier, Doktorand am Institut f\u00fcr Pflanzen- und Mikrobiologie in&nbsp;der&nbsp;Gruppe von Prof. Dr. Ueli Grossniklaus hat sich&nbsp;auf die Spuren der&nbsp;Papayafrucht&nbsp;begeben. Er ist zum Ursprung der Pflanze nach&nbsp;Mexico, ins Reich der&nbsp;Maya&nbsp;, gereist und ist auf&nbsp;Hinweise gestossen, die auf eine fr\u00fche&nbsp;Kultivierung der Papayapflanze deuten. Die Maya w\u00e4hlten&nbsp;Papayapflanzen mit f\u00fcr sie vorteilhaften Eigenschaften aus, n\u00e4mlich zwitterige Pflanzen,&nbsp;die sich selbst befruchten k\u00f6nnen. Die Spanier verteilten&nbsp;die Papaya in ihrem Kolonialreich, wodurch sie&nbsp;zu einer&nbsp;wichtigen wurde. Jedoch hat&nbsp;das&nbsp;sich ver\u00e4nderndes Klima auf&nbsp;unserem&nbsp;Planeten auch Folgen f\u00fcr die Papaya.&nbsp;Eine durch&nbsp;Umwelteinfl\u00fcsse verursachte Geschlechtsumwandlung von Zwittern zu&nbsp;M\u00e4nnchen f\u00fchrt zu Sterilit\u00e4t und&nbsp;beeintr\u00e4chtigt&nbsp;dadurch die Papayaproduktion.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Tiago untersucht die Bl\u00fctenentwicklung der Pflanze, um das Problem der Geschlechtsumwandlung besser zu verstehen und um zu m\u00f6glichen L\u00f6sungen&nbsp;beizutragen.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/video.ethz.ch\/events\/psc\/imagefilm.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/files\/2021\/10\/Screen-Shot-2021-10-25-at-07.53.15-1024x620.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1285\" width=\"503\" height=\"305\" srcset=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/files\/2021\/10\/Screen-Shot-2021-10-25-at-07.53.15-1024x620.png 1024w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/files\/2021\/10\/Screen-Shot-2021-10-25-at-07.53.15-300x182.png 300w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/files\/2021\/10\/Screen-Shot-2021-10-25-at-07.53.15-768x465.png 768w, https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/files\/2021\/10\/Screen-Shot-2021-10-25-at-07.53.15.png 1304w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Welche Belege sind wichtig f\u00fcr politische Massnahmen?<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Bev\u00f6lkerung und Politik davon zu \u00fcberzeugen, etwas zu \u00e4ndern, braucht es vielf\u00e4ltige Ans\u00e4tze. Mit drei Vorgehensweisen betrachten wir das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln. Als erstes suchten wir nach einem Unterschied zwischen den Papaya-Pflanzen auf molekularer Ebene, um die Vorg\u00e4nge der Geschlechtsumwandlung in den Pflanzen zu verstehen. Im Anschluss ergr\u00fcndeten wir die Ursachen f\u00fcr die Ver\u00e4nderung in den Pflanzen und identifizierten die Klimaerw\u00e4rmung als Verursacher. Gleichzeitig suchten wir nach Variet\u00e4ten, bei denen die umweltbedingte Geschlechtumwandlung nicht stattfindet, um nicht nur \u00fcber das Problem zu berichten, sondern auch L\u00f6sungsans\u00e4tze anzubieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Letztes begab ich mich auf Spurensuche im Nationalmuseum von Mexico-City und zeigte, dass die Initiierung der Kultivierung und Z\u00fcchtung der Papaya bereits zu Zeiten der pr\u00e4kolumbianischen Kultur der Mayas begann. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Frucht, verdeutlich die lange Tradition und Bedeutung der Frucht f\u00fcr die LandwirtInnen. Meine Arbeit konnte ich nicht ohne Unterst\u00fctzung verrichten, sondern durfte mit Einheimischen zusammen die Geschichte der Papaya-Pflanze durchleuchten. Diese transdisziplin\u00e4re Arbeit erm\u00f6glicht es, dass unsere Forschungsergebnisse bis zu den Betroffenen \u2013 den LandwirtInnen von Mexico \u2013 gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was sind Ergebnisse f\u00fcr die Gesellschaft und wie werden sie umgesetzt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommunikation ist nicht immer einfach. Daf\u00fcr gibt es mehrere Gr\u00fcnde. Sicher ist die Zeitumstellung kein leichtes Unterfangen, aber auch die sprachliche Barriere und die kulturellen Werte unterscheiden sich grundlegend. Deshalb ist es mir ein dringendes Anliegen, meine Untersuchung verst\u00e4ndlich zu kommunizieren, besonders einem nicht-wissenschaftlichem Publikum. Im Rahmen des Programms \u201eBridging Plant Sciences &amp; Policy\u201c und dank der F\u00f6rderung von Mercator Schweiz, konnte in diesem Jahr gemeinsam mit dem Plant Science Center Z\u00fcrich-Basel ein Erkl\u00e4rvideo zu meiner Forschungsarbeit entstehen. Uns ist es, dank transdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit, gelungen die Komplexit\u00e4t des Papaya-Problems zu verbildlichen. Im entstandenen Video werden die Erkenntnisse nicht nur einem deutsch-sprechendem, sondern auch einem spanisch-sprechendem Publikum vermittelt. Denn \u00dcberschneidungen finden wir vielleicht nicht in der Sprache oder der Kultur, aber wir teilen visuelle Gemeinsamkeiten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tiago Meier <\/strong>von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich in der Gruppe von Prof. Ueli Grossniklaus ist derzeit Stipendiat des Mercator-PSC-Stipendienprogramms: Br\u00fcckenschlag zwischen Pflanzenwissenschaft und Gesellschaft. F\u00fcr dieses Projekt arbeitet er mit dem \u201eLaboratorio Nacional de Genomica para la Biodiversidad\u201c (LANGEBIO) und \u201eCentro de Investigaci\u00f3n Cient\u00edfica de Yucat\u00e1n\u201c (CICY) zusammen. Er liefert der \u00f4ffentlichkeit direktes Wissen und bietet Unterst\u00fctzung bei wirtschaftlichen Entscheidungen und f\u00fcr die Gestaltung von Agrarumweltprogrammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tiago Meier Wer kennt sie nicht, die birnen\u00e4hnliche Form, die gelborange Farbe und den&nbsp;s\u00fcssen Geschmack &#8211; alles Markenzeichen der&nbsp;Papayafrucht. Tiago Meier, Doktorand am Institut f\u00fcr Pflanzen- und Mikrobiologie in&nbsp;der&nbsp;Gruppe von Prof. Dr. Ueli Grossniklaus hat sich&nbsp;auf die Spuren der&nbsp;Papayafrucht&nbsp;begeben. Er ist zum Ursprung der Pflanze nach&nbsp;Mexico, ins Reich der&nbsp;Maya&nbsp;, gereist und ist auf&nbsp;Hinweise gestossen, die &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/2021\/09\/29\/umweltbedingte-geschlechtsumwandlung-in-papaya-als-transdiziplinares-forschungsprojekt\/\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Umweltbedingte Geschlechtsumwandlung in Papaya als transdiziplin\u00e4res Forschungsprojekt<\/span> <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41437,"featured_media":2182,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[216616],"tags":[],"class_list":["post-1278","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-psc-science-policy-fellowship"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41437"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.ethz.ch\/Science_and_Policy\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}