Wechsel

21.08.2007 - No Responses

Ich sitze im Internetcafe in Bishkek, wo wir fast zu den Stammkunden zaehlten, und kann es kaum glauben, dass das “wir” fuer mich nicht mehr zutrifft. Das heisst 2/3 der Stammkundschaft und der “neue Drittel” sind derzeit unterwegs auf der ca. 15 stuendigen Reise zurueck nach Osh (wo sie die naechste Veloetappe in Angriff nehmen) und ich nehme diese Nacht den Flieger zurueck in die Schweiz.

Die Rueckreise und die Tatsache, dass ich morgen bereits Schweizer Boden betreten werde und  nicht mehr mit den anderen unterwegs bin, ist noch sehr unvorstellbar und fremd- in Anbetracht des feinen Kaffees, Christian, etc. aber auch nicht vernichtend :)

Aber bevor der Alltag mich zurueck hat, gibt es doch noch vieles aus unseren letzten Tagen zu berichten, welche sich sehr spontan und abwechslungsreich gestalteten…

Nach unserem letzten Eintrag in Zalala-Abad ging es fuer ein Wochenende mit Annina, einer ehemaligen Studienfreundin von Annemarie, und Christoph, einem Studi auf Genf, in die Wahlnusswaelder von Arslanbob. Annina und Christoph absolvieren derzeit ihre Praktikas bei Intercooperation und beschaeftigen sich intensiv mit diesen einzigartigen Waeldern. Kein Wunder konnten wir so viel von ihren Fachwissen und Ortskenntnissen profitieren und genossen daneben die kuehle Luft, den Schatten und nicht zuletzt die Moeglichkeit unseren Beinen wieder einmal “freien Auslauf” zu gewaehren (fuer diese heisst das, nicht per Click mit dem Peddal verbunden zu sein…). Neben den Waeldern faszinierten uns vor allem die tollen Berge (aehnlich zur Schweiz) und die Menschen. So wurden uns zum Beispiel in einer(ausschliesslich von Maennern besuchten) Teestube eine riesige Honigmelone aufgetischt.

Nach den erholsamen Bergtagen ging es zurueck nach Zalala-Abad und damit auch in die Hitze. Diese spuerten wir dann auch in den kommenden zwei Tagen in welchen wir nach Osh peddalten. Dafuer wurden wir von einer unglaublichen Landschaft, Mittagsschlaf unter unseren Regenblache und nicht zuletzt von den frischen Wassermelonen, welche uns am Strassenrand offeriert wurden, belohnt. Auch waehrend diesen letzten Tagen in der “alten Formation” konnten wir die riesige Gastfreundschaft der Kirgisen geniessen und nochmals  richtig Chai und Chlieb auftanken!

In Osh erwartete uns eine vom Orient gepraegte Grossstadt, von welcher wir durch Veloputzen und Hochzeitkleider kaufen nicht viel zu Gesicht bekamen. Die Fahrraeder hatten diesen Liebesdienst dringends noetig und benoetigten daher auch reichlich Zeit. Dafuer warten sie nun wie neu in einem CBT Guesthouse auf die Weiterreise. Die Hochzeitskleider organisierten wir uns nach einem spontanen Entscheid der Einladung von Kant zu folgen, d.h. an seiner Hochzeit in der Naehe von Bishkek teilzunehmen, auf dem Osh Basar. Es zaehlt zu einem der erlebnisreicheren Kleidereinkaeufe, wenn man nur schon bedenkt, dass 3 Frauen von Kopf bis Fuss einbedeckt werden mussten…

Durch unsere Planaenderung, wartete Marc in Bishkek auf uns und kam nicht wie geplant nach Osh zur “Uebergabe”. Etwas muede nach der langen Fahrt von Osh nach Bishkek trafen wir uns alle am Donnerstag Abend in Stephan’s Wohnung (wo wir bereits bei unserer Ankunft in Bishkek wohnen durften) und schlossen da auch mit unserer Frauenreise ab.

Marc Autenrieth (aus dem Kanton St.Gallen) wird nach meiner Abreise mit Annemarie und Daya zurueck nach Osh reisen und von da mit ihnen und meiner Babuschka durch den Pamir reisen und hoffentlich gut auf die beiden aufpassen :)

Die naechsten Tage kamen einer “Management team building”- Veranstaltung nahe, waren sehr amuesant, chaotisch und Mahlzeitenreich :)

Nach dem bereits Aline, die Freundin von Stephan, und wir vier in Bishkek zu Besuch waren, truddelte am Freitag Morgen auch Emma aus Tatschikistan (eigentlich eine Schwedin die in der Schweiz lebt…) ein. Das heisst volles Haus und eine grosse Schweizer Crew, die ab Freitag als Helfer fuer Kanats Hochzeit Einsatz hatte…

Neben Melonen tragen, Schaf schlachten zusehen, Holzhacken, Darmauswaschen (mmmhhh), Darmstopfen (das ergibt dann Wuerst, jaja…), Wassertragen, Wasserkochen, Abwaschen, Balone aufblasen, Gilranden aufhaengen, etc… gab es reichlich Zeit zum Plaudern, Lachen und von vakumierten Schafen traeumen!

Die Hochzeit selber, dass heisst die Eurpaeische (die Moslemische war 2 Wochen davor), beinhaltete neben einem abendteuerlichen Autoausflug (das heisst, die die ein Auto haben fahren neben einander, fahrbahnwechseln und dauerhupend mit lauter Musik rassant durch die Gegend), viel viel Essen, Lobreden und Tanzen alles was dazugehoert. Auch die Vodkaleichen und “Baggermaenner” fehlten nicht…Das Tanzen zaehlte zum absoltuen Highlight, Grossmutter bis Enkelin-Maenner nicht ausgeschlossen- bewegt sich zu lautem russischen und kirgisischen Pop, so dass die Tanzflaeche zu Beginn der Musik randvoll ist- SUPER :)

Am Tag nach der Hochzeit war bei uns vor allem nach hause fahren, schlafen, essen, schlafen, essen angesagt- wir haben da einen guten Rythmus gefunden…

Der eigentliche Abschied fand dann gestern Abend statt, wo es nochmals richtig Kirgisisch Auswaerts ging (also keine Vegi Gaumenfreude…) und beim anschliessenden Tee die Schweizer Schoggi verschlungen wurde.

Heute morgen standen dann bereits 2 neue Schweizer vor der Tuere und wechselten Daya, Annemarie und Marc aus… Dass heisst uebernahmen deren warmen Betten und schliefen den Jetlag. Sie reisen nun einen Monat mit Stephan und Aline in Kirgistan, Emma geht zurueck zur Arbeit nach Tatschikistan, Annemarie, Daya und Marc sind auf dem Weg nach Osh und ich nun bald im Flieger nach Istanbul… Ziemlich kompliziert, aber sicher dynamisch…

Gdje jiviet angliski mugalimi?

09.08.2007 - One Response

Zalal-Abad - nur noch wenige Kilometer trennen uns von der Usbekischen
Grenze und das kontinentale Klima hat uns definitiv fest im Griff…
Zwischen dem letzten Blogeintrag in Naryn und heute haben unsere Eselis (und wir?) ihre bisherige Meisterleistung vollbracht. Auf jeden Fall haben wir das

kirgisische
Land sowie dessen Strassen von einer neuen Seite kennengelernt. Mit frisch geputzten Raedern ging es zuerst entlang des Narynflusses Richtung Ak-Tal. Hier entschieden wir uns fuer die suedliche Route, welche im Gegensatz zur noerdlichen laenger ist, dafuer bessere Strassenverhaeltnisse versprach. Bepackt mit frischen Aprikosen, Aepfeln, riesigen Aprikosenkonfiglaesern, Broten, etc. aus den Gaerten und Haushalten von Ak-Tal (die “Einkaufsmoeglichkeiten” nach Naryn sind mit Ausnahme von Vodka sehr eingeschraenkt, dafuer aber die Bevoelkerung umso hilfsbereiter… :) ) machten wir uns auf den Weg nach Baetovo – der letzten “groesseren” Ortschaft vor Kazarman. Schon auf dem Weg dahin fuhren wir entlang von wuestenaehnlichen Landschaften mit ausgetrockneten Bachbetten, durch steppenartige Ebenen und sahen in der Ferne die Schneeberge. Einmal waehnten wir uns in der Schweiz, dann Australien, Ladakh oder doch in den
USA?! KIRGISTAN – landschaftlich unglaublich abwechslungsreich, Natur wohin das Auge reicht, vergleichbar mit einem grossen Nationalpark…
Nach Baetovo verabschiedeten wir uns von den Asphaltstrassen, welche wir erst wieder in zusammenhaengenden Stuecken vor Zalal-Abad antrafen. Das heisst, von nun an wurden die einzelnen Kilometer bedeutungsreicher und die Tagesetappen massiv kuerzer. Diese hingen jeweils von der Strassenqualitaet und den Abstaenden zwischen den wenigen Ortschaften ab. Waehrend der Fahrt trafen wir auf verschiedenste Varianten und Qualitaeten von Naturstrassen. Unsere Sturz- und Schiebetrainings vollbrachten wir auf Schwimmsandstrassen (dank dem langsamen Tempo ohne Kratzer, dafuer einigen blauen Flecken :D ), wonach eine kurze Schlammpassage vor allem fuer unsere Raeder zur Herausforderung wurde (und anschliessend das Putzen fuer uns). Die Verhaeltnisse wurden jedoch mit jedem Kilometer Richtung Kazarman besser. Laesst dies nun auf unsere gestaerkten Muskeln, den geringeren Niederschlag oder den doch etwas groesseren Strassenunterhalt schliessen? Die Passstrasse nach Kazarman konnte jedenfalls ganz befahren werden und fuehrte uns durch eine
bilderbuchartige Landschaft. Neben den herrlichen Szenerien stiessen wir
auf der Etappe auf eine unglaubliche Gastfreundschaft und Offenheit seitens der Bevoelkerung. Wir uebernachteten auch hier immer bei Familien und wurden neben dem ” sicheren Dach ueber dem Kopf” mit feinstem Tee, Brot, Konfi, Nacht- und Morgenessen verwoehnt. “Sonntagsmaitschis” wahrend der ganzen Woche…
Unseren Nationalfeiertag feierten wir bei einer pensionierten
Englischlehrerin in einem kleinen Dorf nach Baetovo. Aufgrund ihrer kleinen Pension ruht sie nun aber nicht, sondern zieht mit vollem
Engagement einen Kindergarten auf, machte Annemarie gleich zum “Gotti” und Daya erneut zur “Schwester”. Dieser Abend wurde fuer uns besonders interessant, da wir eine sehr angeregte Diskussion fuehren konnten, welche uns aufgrund unserer beschraenkten Russischfaehigkeiten sonst oft verwehrt bleibt. Die erwaehnten (Nicht)kenntnisse machen uns haeufig zu schaffen. Unterwegs und so viel im Kontakt mit der Bevoelkerung emfpinden wir das Nicht-Beherrschen dieser Sprache als unangenehm und manchmal peinlich, bzw. es entgehen uns viele interessante Gespraechsmoeglichkeiten.
So ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass wir nach dem gemuetlichen
Abend mit “unserer” Englischlehrerin (welche uns regelrecht verwoehnte) uns auch im naechsten Dorf auf die Suche nach der Englisch Lehrerin machten :) “Gdje jiviet angliski mugalimi?” Unglaublicherweise klappte dies wiederum und wir wurden auch gleich zum Uebernachten eingeladen. Das schlechte Gewissen ueber unsere Art uns “Einzuladen” ist nicht nur mit Geld und Freundlichkeit wettzumachen, sondern bedarf im Weiteren einer offeneren und gastfreundlicheren Art zurueck in der Schweiz!
Einmal in Kazarman angekommen, blieben wir 3 Naechte. Nach einem “wohlverdienten Ruhetag”, welcher wiederum mit Waschen, Veloputzen, Einkaufen und Telefonieren bis in die spaeten Abendstunden ausgefuellt war, gings tags darauf auf eine Wanderung zu Zentralasiens bekanntesten Petroglyphen. Diese lagen 2 Stunden Fahrt mit einem Jeep und einer anschliessend Wanderung (teilweise Bachbettkraxlerei) entfernt. Die Wanderung faszinierte uns, fuer die Petroglyphen selbst fehlten uns wohl die Kenntnisse… ;) Aber vielleicht werden die Steine fuer uns im Nachhinein an Bedeutung gewinnen, wenn die fehlenden Wissensluecken gefuellt sind? Mit erstaundlich wenig Muskelkater ging es am Folgetag von Kazarman weiter Richtung Zalal-Abad. Auf der Abfahrt vom Pass wurden wir vom Wuestenwind und einer suedlicheren Vegetation empfangen.
Unglaublich wie schnell wir von einer alpinen Landschaft auf gut 3000
Metern in die flache Ebene fuhren, wo das Korn goldig gefaerbt ist und
felderweise Sonnenblumen um die Wette bluehen. Wunderschoen. 50 Kilometer vor Zalala-Abad hatten wir die Adresse von Sascha, einem Freund von Karin (Kollegin von Daya aus Afrika, welche wir zufaelligerweise in Naryn trafen) und weiteren Schweizer Bekannten – wie klein die Welt doch ist… (Karin, an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!!) Hier waren wir bereits angekuendigt und wurden herzlichst Willkommen geheissen. Wir muessen nun wohl nicht schreiben, dass es uns auch an diesem Abend aeusserst gut erging :D
Nachdem unsere Fahrraeder wieder fuer die Asphaltstrassen praepariert
waren, das heisst der groebste Staub aus den Ketten entfernt und diese
mit Maschinenoel (unser hightech Fahrradoel ist leider leer) geoelt war,
ging es in schnellstem Tempo Zalala-Abad entegegen. Noch nie flitzten wir
so schnell durch die Landschaft, ja, waren schon fast mit Schauen
ueberfordert!
So erreichten wir die Stadt am fruehen Nachmittag und konnten noch einige
Stunden in einem gemutlichen Gartenkaffee geniessen, bevor wir bei CBT (Community Based Tourismus)
eine neue Adresse bekamen – erneut mit bekannter, kirgisischer Freundlichkeit :) Zur Abwechslung goennten wir uns einen Znacht im Gartenkaffee, wobei es sich als Vegetarier in

diesm
Land wirklich mehr schlecht als recht leben laesst… Dafuer kommen Fleischesser voll auf ihren Genuss… und die Ambiente besaenftigt auch die komplizierten Esser (wie laesst es sich nur ohne Milch und Fleisch leben???) ;)
Nun neigt sich dann bereits wieder ein weiterer “Ruhetag” dem Ende
entgegen, wobei wir auch wieder zu nicht viel mehr als
Essen und Internet kamen…
Seid liebst gegruesst und gedrueckt, wir fliehen nun bald in den Schatten der Walnusswaelder entgegen und traeumen von kuehlem Nass… 

naryn – siebesieche gniesse d baerge

29.07.2007 - One Response

tschouzaeme – wieder einmal geniessen wir internetzugang und moechten von
unserer reise berichten – seit dem letzten blog haben wir so einiges
erlebt…

bereits als wir an jenem abend in karakol, von wo wir die letzte nachricht
verfasst haben, zurueck in unserm garten waren, um zu uebernachten, hat uns
erst ein heftiger sturm heimgesucht, so dass wir dann schlussendlich im gang, anstatt im garten unserer gastgeberin geschlafen haben.

tags darauf lernten wir kirgistan von der nassen seite her kennen. trotz gewitter und viel regen sind wir unsere 90km gefahren. erschreckend war aber der erste richtige kontakt mit vodka, respektive den vielen betrunkenen maennern… unterwegs auf der stasse passierten wir staendig stark alkoholisierte maennergruppen (und wurden wohl auch von vielen solchen fahrern auf der strasse ueberholt, aber darueber denken wir am liebsten nicht weiter nach…) tja, wochenende, alkohol und aprikosenernte scheint eine explosive mischung zu sein…

abends zelteten wir vor dem haus einer befreundeten familie von marion, die uns ueberaus freundlich und herzlich empfing… da fuehlten wir uns sehr sicher, beschuetzt vor jeglichen “alkohol-angriffen” und sangen bis tief in die nacht hinein unsere eigenen lieder… ;o)

am naechsten tag gings dann wieder durch wind und regen weiter richtung westen. gegen mittag trafen wir erstmals andere touristen an: drei englaender auf motorraedern. und da die herren auch ganz witzig unterwegs waren, genossen wir mit ihnen in einem restaurant eine warme kirgisische suppe, waehrend es draussen weiterregnete. tja, schlussendlich wurde es kilometermaessig ein kurzer tag und wir beschlossen, gemeinsam wild am see zu campieren und zu kochen. wir kamen dann noch zu einer spritzfahrt auf ihren raedern, und obwohl man darauf muehelos dahinflitzt, sind wir nun nur noch ueberzeugter, dass uns unsere “schnecken-fortbewegung” viel mehr entspricht… so koennen wir das land riechen, die bilder richtig in uns aufnehmen und mit den menschen viel mehr in kontakt sein… es bleibt uns auch einfach genuegend zeit, uns mit der hiesigen kultur zu beschaeftigen, und sind nicht in drei tagen durch ein land geflitzt…

ja, nach baden, kochen, essen und gemuetlichem beieinandersitzen gings dann am naechsten morgen auf zu einem weiteren regentag. wir hatten uns vorgenommen, einen geeigneten platz zum schlafen, sowie auch fuer den darauffolgenden ruhetag zu suchen… denn wir wollten uns fuer die berge etwas erholen. total muede, durchnaesst und frierend suchten wir gegen abend in ottyk, am ende unserer seerundfahrt, bei einer jurte zuflucht. nur ein kleines zeichen (haendefalten und unter den schlafenden, geneigenten kopf legen), und “dom” (haus) sagen… und schon fanden wir unterschlupf bei einer familie. manchmal glauben wir selber fast nicht, wie schnell wir jeweils ein plaetzchen finden.

seit dieser nacht fanden wir naemlich jeden abend unterschlupf in haeusern – und immer werden wir so gastfreundlich empfangen, dass wir schlicht nicht mehr zu erklaeren vermoegen, ob es mitleid mit uns armen, abgekaempften kreaturen ist, welches die menschen veranlasst, uns so aufzunehmen oder ob wir halt doch schlichtwegs sonntagskinder sind… (denn schliesslich koennte man sich besser riechenden gaeste wuenschen… ;) )

unser freier tag ging im fluge vorueber: baden im see, lesen, dann wieder
gewitter, tee trinken… und am naechsten tag gings dann frueh in richtung
sueden auf nach kochkor. wir vermuteten dort internetzugang und rechneten
genuegend zeit ein, um diesen blog hier zu aktualisieren – aber wie’s manchmal so spielt… grosse kreise auf der karte sind nicht immer grosse und infrastrukturmaessig gut eingerichtete ortschaften… es gab also nur einen einzigen computer mit internet in der stadt… so verbrachten
wir unsere stunden mit warten, gemeinsam mit anderen touristen – in
erinnerung wird der neue haarschnitt eines amerikaners bleiben, den ihm
annemarie mit dem guten alter schweizer sackmesser verpasste – die
internetverbindung war dann naemlich zu schlecht um unsere seite ueberhaupt
nur zu starten…:)

schliesslich sollte der erste strenge tag beginnen, die ersten beiden paesse sollten uns zum song koel fuehren. bereits am morgen hatte sich das wetter aber wieder verschlechtert. den ersten kleinen pass sind wir noch gefahren, haben dann aber ziemlich durchnaesst und einmal mehr frierend unterschlupf gesucht. weil kurz vor uns bereits drei hollaender mit fahrraedern bei einer familie unterkamen, schickten uns die leute zur
gleichen familie, wo wir dann ganz zufrieden feststellten, dass wir gut
organisiert unterwegs sind… denn keine ahnung, was aus den kerlen geworden ist, sie kennen eigentlich weder fahrradfahren, noch die bergwelt, aber sie wollten einen film ueber kirgistan vom fahrrad aus drehen…:) eines ihrer raeder liessen sie sich klauen, organisierten ein neues, liessen dafuer dann ihre landkarten irgendwo zurueck und dass es auf 3500 metern dann schneien koennte, haben sie sich noch nie ueberlegt, sowie regenhosen als luxus erachtet ?!?

tagsdarauf waren wir jedenfalls nicht ungluecklich wieder alleine unter uns maedels zu sein ;) da das wetter immer noch schlecht war, wurde es nun doch haerter. unseren bergsee schlugen wir uns aus dem kopf und machten uns wieder auf den rueckweg ueber das kleinere paesslein, um dann wieder richtung sueden zu fahren. aber beim aufstieg ueber den 3000er ueberraschte uns ein hagelgewitter, fanden kurz in einer jurte zuflucht und legten dann die restlichen hoehenmeter bei regen, naturstrasse und eisiger kaelte unter
anstrengungen zurueck. oben angelangt waren wir doch beinahe an der
schneegrenze…

koerperlich mag die reise ab und an unsere grenzen suchen, dennoch
stellen wir immer wieder fest, dass wir eigentlich ganz stolz auf uns, unsere beine, sowie unsere drei eselchen sind ;) mal abgesehen von staendigem hunger halten koerper und gemuet wunderbar mit… wir wussten ja gar nicht wie viel ein mensch im stande ist, zu essen :) (brigitt und anna, ihr versteht uns da wohl vollkommen…) da kommen uns jeweils die frisch gebakenen brote und die besten fruchtmarmeladen der welt, die zum chai immer aufgetischt werden, sehr entgegen :D

froehlich gings dann vom pass bergab, ihr koennt euch ja gar nicht
vorstellen wie schoen die landschaften sind, schlicht umwerfend.

einmal mehr nass und verregnet fanden wir dann freitagabend wieder eine
gastfreundliche familie (mit chai und brot und marmelade :) ). schier
unglaeubig ueber die temperaturen nahe der nullgrenze in der nacht, begannen wir uns dann aber schon zu fragen, wie das wetter zum kontinentalen klima passen soll… aber von ueberall wurde uns immer wieder bestaetigt, dass bereits der ganze sommer viel nasser ist als normal – so soll’s uns anscheinend nicht anders ergehen als den daheimgebliebenen…?

gestern hat sich das wetter dann aber geaendert: die wolken verzogen sich
und wir nahmen die wenigen km nach naryn in angriff, wo wir nun fuer zwei
naechte verweilen. gestern haben wir uns hier in bueros ueber den
strassenzustand informiert: zwischen hier und kasarman (westlich) ist
anscheinend die strasse ausgewaschen und fuer autos nicht passierbar. die
bruecken stehen aber noch und hat man nur zwei raedchen, so sei dies halb
so wild – wir werden sehen und euch berichten ;)

heute war schliesslich fahrradputzen angesagt – den ganzen morgen haben wir
uns unseren lieben drahteselchen gewidmet, damit sie uns weiterhin so tapfer unseren abenteuern entgegen tragen :)

kurz und gut, nach langem bericht zusammenfassend: frischfroehlich vertrauen wir darauf, unser regenkontingent ausgeschoepft zu haben, geniessen unsere frauenferien in vollen zuegen und hoffen, dass es so froehlich und munter weitergeht :D

machts gut…

Na-zdarowje

20.07.2007 - 2 Responses

so, die ersten drei tage und 250 km sind gefahren und wir fuehlen uns schlicht sauwohl in der schweiz zentralasiens (unsere kleinen wehwehchen klammern wir an dieser stelle grosszuegig aus :D ). wir sind hier bei sommerlichen temperaturen auf unseren drahteselchen wie wild am strampeln und ergoetzen uns ob der traumhaften landschaft. wir sind uns dann oft nicht einig, was uns mehr den atem raubt, der blick auf den issik kul see oder das schwere gepaeck, die schneeberge im hintergrund oder der in der hitze klebrige gewordene asphalt, die umwerfenden szenerien oder die bergauf strecken… ;)

wie auch immer, hier ein kurzer reisebericht: am diestag morgen haben wir uns, nach sehr gemuetlichen tagen in bishkek, in richtung issik kul see auf die socken gemacht . fruehmorgens verluden wir unsere velos und den ganzen geruempel in den zug, fuenf stunden spaeter waren wir in balykchy, ganz am westlichen ufer des sees gelegen. den nachmittag verbrachten wir noch in der “stadt” um einiges werkzeug zu besorgen und unsere eselchen endgueltig startklar zu machen. so gabs abends nur noch einige kilometer bis ausserhalb balykchy, wo wir die gastfreundschaft einer kirgisischen bauernfamilie genossen. in einem riesigen garten voller apfel- und aprikosenbaeumen, ueberall himmbeeren und weissnichtwasnochallesfuer-kraut hatte dann unser zelt seine kirgisische premiere. die naechsten drei tage verbrachten wir, wie eingangs bereits erwaehnt, mit staunen und grinsen. schlafgelegenheiten bieten sich uns genug, eine jurte am see, eine gute stube und heute wieder ein garten laesst uns ruhig schlafen. wir geniessen die kirgisische gastfreundschaft und legen die russischfuehrer nicht nur unters kopfkissen…

nungut, heute sind wir nun am anderen ende des sees angelangt und zelten hier in der stadt, da wir ja den blog wiedermal aktualisieren wollten :) morgen gehts aber gleich weiter, nur nicht die in der letzten nachricht beschriebene route. grund dafuer ist eine unpassierbare strasse in den bergen, da eine bruecke fehlt ;) egal, so fahren wir nun entlang der suedlichen kueste, und werden uns unsere portion berge danach zu gemuete fuehren: was, wie und wo hoffen wir dann auf dem blog wieder zu berichten :)

fest steht aber eine weitere neuigkeit: daya und annemarie werden mit maennlicher verstaerkung den pamir in angriff nehmen: aus der schweiz wird ein weiterer veloeler aufbrechen und in osh corinas babuschka uebernehmen. herzlich willkommen, wir freuen uns auf weitere starke beine :D

so. einmal mehr knurren unsere hungrigen maegen, darum machen wir hier mal schluss :D lasst es euch gut gehen, wir machens auch so. 

bishkek et les filles folles

14.07.2007 - No Responses

ein herzliches grinsen von uns dreien aus bishkek… nix wie ab zum veloele :D

nun, vorerst versuchen wir uebermuetig endlich unsere blogschreib-dichte etwas anzuheben – und hoffen, dass wir dies in zukunft so beibehalten werden koennen ;)

nach einer schlaflosen nacht trudelten wir endlich alle drei am morgen des 12.juli in bishkek ein – ueberwaeltigt und frohen mutes haben wir erste bekanntschaften mit der kirgisischen hauptstadt gemacht. daya, zwei tage vor den indienbummlern hier gelandet, organisierte erstmal eine bleibe bei freunden und empfing corina und annemarie mit offenen armen… endlich gehts los :D

eigentlich wollten wir so schnell wie moeglich die restliche ausruestung und noetige verpflegung kaufen, aber einmal mehr sind wir gastfreundlichen und herzlichen menschen begegnet – so geniessen wir neben einer gemuetlichen bleibe und froehlichen mitbewohnern ausfluege in der naeheren umgebung. gestern waren wir mit einer kirgisin aufs land zu ihrer familie suedlich von tokmok am fusse des kyrgyz range gefahren. unmengen von essen mussten erst gekostet werden, bevor wir uns in traditionelle kleider zu werfen hatten und so fotografiert wurden – andere laender, andere sitten ;) wir haben den einblick in diese haeuser sehr genossen und freuten uns schlicht ob der herzlichen art mit fremden menschen bekanntschaft zu schliessen.

heute haben wir nun einkaeufe gemacht, detailliertere landkarten organisiert, bishkek genossen, und nun gehts daran die fahrraeder zusammenzubasteln und zu beladen. schliesslich gibts in unserer bleibe ein schweizer znacht und morgen dann mit unseren beiden gastgebern eine fahrt in die berge um zu wandern. wenn alles klappt werden wir dann montags die velos in den zug verladen – die strecke ostwaerts zum issyk kul see ist, auch nach unserer erfahrung vom gestrigen ausflug und der meinung anderer reisender, per velo nicht wirklich geniessbar, denn unsere alten vw’s fahren hier noch ganz flink :)

unsere veloreise wird dann, angekommen in balykcy, endlich so richtig losgehen: wir gedenken erst am nordufer des issyk kul richtung osten nach karakol zu radeln. da moechten wir einen permit organisieren, um suedwaerts ins zentrale tien shan gebirge nach enil’cek strampeln zu duerfen, da in suedwestlicher richtung nach kara-saj flitzen, um schliesslich nordwaerts wieder ueber paesse an den see zu gelangen. obs klappt sei dahingestellt – aber wir versuchens ;) da, wo wir wieder an den
issyk kul stossen werden, dort solls schliesslich zum baden unwiederstehlich sein – so werden wir dann wohl etwas verweilen, wir werden sehen. grob sieht die route weiter so aus, dass wir noch ganz um den see fahren werden um uns dann wieder ins gebirgige zu wagen: song-kul see, dann nach naryn und schliesslich in suedwestlicher richtung nach zalal abad. in sh’allah – so gott will, wie die leute hier so nett zu sagen pflegen :D 

ja, meine lieben, und jetzt wuenschen wir euch armen frierenden und nassen daheimgebliebenden auch etwas besseres wetter und machen uns auf zu neuen taten – kaum funktioniert der blog mal, wird mann schon ganz zapplig vor der kiste :D tschouzaeme, corina, daya, annemarie

indien, und nun sollte es klappen…

11.07.2007 - One Response

hallo zusammen, kaum zu glauben aber wahr… wir schaffen es an unserem letzten tag in indien nun doch noch etwas auf den blogg zu schreiben. zeitlich waere es ja kein problem gewesen, auch die zahl der moeglichkeiten an pc war nicht zu beschraenkt, eher deren leistungsfaehigkeit. ja, wir zweifeln auch etwas ueber den provider… :) und das als dessen studienabgaenger…

nun, wir sind nun wieder an unseren ausgangsort und bereiten uns auf unsere 2. etappe vor. diese werden wir heute abend in angriff nehem. das heisst, es geht zu bombardier, wo unsere taschen und raeder gestaut sind und von da an den flughafen. um 1 uhr in der frueh fliegen wir dann mit der usbekistan airways (ihr koennt eucht vorstellen, wie sich die flugaengstige corina darueber freut…) nach tashkent, wo es zwischenhalt gibt und von da weiter nach bishkek. bishkek, dass heisst daya, veloferien, zelten und unterwegs sein auf der 2. etappe. wir freuen uns wahnsinnig!

nun doch noch kurz zu unserer 1. etappe. in den letzten 5 wochen haben wir doch recht viel von indien gesehen und kennen gelernt. gestartet sind wir im norden von indien. im grenzgebiet zwischen pakistan und china liegt ladakh, zugehoerig zum bundesstaat jammu und kashmir. die taeler sind alle ueber 3500m.ue.m. gelagen und da das gebiet von den hohen gipfeln des himalayas abgeschirmt ist, ist es hier sehr trocken, wuestenartig, heiss und unglaublich schoen. wir lernten viele herzliche menschen kennen und bekamen viel von ihrer gastfreundschaft und freundlichkeit mit. ja, der klosterbesuch und die vielen gespraeche mit lobsang (dem moench), dorje (dem manager), die hand und fussgespraeche mit den dorfbewohnern und das ambiente bleiben uns in bester erinnerung. landschaftlich erlebten wir unsere highlights beim wandern durch schluchten und ueber hohe paesse im markha valley und beim besuch des tso moriri, ein riesiger, einsamer hochgebirgssee, der schoener nicht haette sein koennen. unglaublich. wir werden euch daheim mit bildern vollladen :) der see entspricht einer intakten umwelt, wohl etwa das gegenteil des oft gehoerten greifensees bei den umweltis…

nach tso moriri ging es mit einem bus knappe 500 km quer durch den himalaya. keine doerfer, nichts. nur am anfang einige nomaden und in der mitte mal eine zeltstadt wo man schlafen konnte. unglaublich faszinierende landschaften, unglaubliche strassen (! ;) ) und unglaubliche tiefblicke… alles in allem sehr abendteuerlich… aber unvergesslich. in manali erwartete uns dann viel viel gruen, was wir uns schon lange mal wieder gewuenscht hatten, sowie auch eine tropische feuchtigkeit und der monsum. ja, wir freuten uns sehr, dass unsere haut nicht mehr so spannte, wurden aber durch die hitze und feuchte auch an allem was mit bewegung zu tun hat gehindert. obwohl, es liegt nicht nur an der hitze, es ist einfach auch unmoeglich sich hier wie zu hause zu bewegen. nach manali ging es mit dem nachtbus nach delhi (ein abendteuer einer anderen art, welches wir kein 2. mal mehr wuenschen, und doch gut ueber die runden brachten). in delhi traffen wir corinas pa, welcher da geschaeftlich zu tun hatte und sich das wochenende fuer uns frei nahm. zu dritt ging es nach jaipur, wo wir etwas von rajastan und einem ganz anderem, neuen indien zu sehen bekamen. es waren 3 super tage. nach seiner abreise konnten wir die nacht noch in seinem, fuer uns doch recht luxurioesen hotel naechtigen (sein flug ging auch nach mitternacht) und am morgen den pool und spa geniessen. gegensaetze…

leider lernte corina auch indiens krankheit nummer 1 kennen, durchfall und erbrechen, und verbrachte so den tag mehrheitlich im bett. am tag darauf ging es nach haridhwar, eine der 7 heiligen staedte der hindus, wo wir nichts versaeumten. einen krankenhausbesuch, da der durchfall nur schlimmer wurde, baden im heiligen ganges, feines essen, indisches chaos und was sonst noch dazu gehoert. auch rishikesh wurde besucht, doch aus uns wurden keine yogis… von haridhwar ging es dann in einer 10 stuendigen zugfahrt nach agra, wo es neben dem taj mahal (dieser faszinierte uns unglaublich) auch nette bollywood kinos gab. die waren super klimatisiert… der film war aber eher lang, so dass corina nach 3.5h mit blauen lippen die waerme im tropischen klima suchte… amuesant…

ja, dann hiess es gestern zurueck nach delhi, wieder in unseren bazar, wo auch das hostel liegt und nun eben die weiterreise auf uns wartet…

wuensche euch, dass der sommer auch noch in die schweiz findet und schicken erst mal viele liebe gruesse aus indien. wir freuen uns von euch zu hoeren und noch mehr euch wieder zu sehen. danke fuer eure lieben mails und gruesse, wir freuen uns immer sehr darueber. allen die am gigathlon sind toi toi toi und warme kleider… wir denken an euch…

liebe gruesse und mehr dann in zentralasien,

annemarie und corina

delhi

02.07.2007 - One Response

leh

06.06.2007 - 4 Responses

hallo zusammen, ich kaempfe mit dem pc. er stuerzt mir immer wieder ab, so dass ich nun langsam die nerven verliere und den ersten blog eintrag kurz gestalte… werde mich wohl auch noch an die langsamkeit der hiesigen pcs gewoehnen… wir sind nun in leh. hatten gestern einen vollen tag in delhi. alles hat geklappt, d.h. alle velos waren da, gepaeck, taxi, buero, hotel… super. danke der riesen organisation und netten hilfe. wir waren beide durch die durchwachte nacht sehr muede und konnten so nur noch wie tote fliegen im auto sitzen und die touristentour, welche uns auch das buero organisierte geniessen. draussen hatte es 48 grad und unser toursitguide verlohr mit jeder stunde das interesse an uns, da wir einfach nicht in die stoff/ und schmuckgeschaefte/ sehr chic gehen wollten. ja, am abend waren wir dann ganz froh unsere beine auszustrecken und vor allem auch ueber den ventilator ueber dem bett… heute gings nach schlafloser nacht meinerseits, bereits um 3 wieder los zum flughafen, wo wir nach vielen sicherheitschecks ins flugi richtung leh einstiegen. ganz schoen impossant, wie genau die checken. fanden auch noch das eine und andere schweizer messer :) der flug war dann einfach unbeschreiblich, unglaublich. schneeberge bis in alle unendichkeit. sahen sogar den everest :) juhui. nun sind wir in leh angekommen. haben ein super guesthouse, bereits 2 stunden mittagschlaf und einen ersten eindruck. melden uns morgen dann mehr/ unser telefon fnktionniert nicht, d.h. wir sind nur per mail erreichbar. ganz liebe gruass und bis gli a und c

noch eine woche…

28.05.2007 - 5 Responses

…und wir brechen nach ladakh auf :-D