Jungfrau-Marathon als Saisonabschluss

Eine Woche vor dem Jungfrau Marathon habe ich noch nicht im Entferntesten daran gedacht, diesen zu machen. Ich war voll auf den Powerman Zofingen fokussiert, der mein Saisonhöhepunkt hätte werden sollen. Ich habe zwar in meinem Leben schon zwei Bergläufe gemacht und ich habe beide in positiver Erinnerung. Aber ich wollte mich jetzt zuerst noch auf Triathlon- und Duathlon-Wettkämpfe konzentrieren und erst in ein paar Jahren mal einen Bergmarathon in Angriff nehmen. Aber so schnell kann es gehen. Der Powerman Zofingen wurde eine grosse Enttäuschung, weil ich wegen einem platten Reifen den Wettkampf aufgeben musste. Zum Saisonabschluss musste ich mir da schon noch eine neue Herausforderung suchen.

Kurz nach dem unglücklichen Ausscheiden am Powerman habe ich Stephan Wenk angetroffen, der als Zuschauer in Zofingen dabei war. Er gehört zu den besten Bergläufern in der Schweiz und hatte den Jungfrau Marathon als nächstes grosses Ziel. Er musste mich gar nicht dazu überreden, auch nach Interlaken zu kommen. Es war sofort beschlossene Sache. Ich musste mich jetzt nur noch um einen Startplatz bemühen. Dies war aber gar nicht so schwierig. Ich besuchte am Tag darauf die Börse auf der Homepage des Jungfrau-Marathons und bekam dort den Startplatz von Uli Wagner aus Ingolstadt. Er hatte den Jungfrau Marathon bereits 15mal absolviert, aber eine Verletzung hinderte ihn dieses Jahr daran, den schönsten Marathon der Welt zum 16ten Mal zu laufen. Ich wünsche ihm auf diesem Weg gute Besserung.

Obwohl ich beim Powerman Zofingen nur 10 Kilometer gelaufen und 95 km Rad gefahren bin, hatte ich letzte Woche recht viel Muskelkater und ich brauchte ein paar Tage bis ich mich von dieser Wettkampfbelastung erholt habe. Aber ich fühlte mich je länger desto besser und als ich am Samstagmorgen früh um 5:30 Uhr nach Interlaken reiste, war ich sehr zuversichtlich, ein gutes Rennen zu machen.

Ich habe mir für das Rennen nicht eine bestimmte Zeit vorgenommen. Einigen Freunden habe ich zwar gesagt, dass ich mit 3:30 Stunden rechne. Aber das war mehr eine Prognose als ein Ziel. Da es erst mein dritter Berglauf überhaupt war, konnte ich mich nicht auf eine bestimmte Schlusszeit festlegen. Viel mehr wollte ich mich ganz nach dem Gefühl richten. Deshalb habe ich auch keine Uhr mitgenommen.

In Interlaken hatte es entlang der Laufstrecke viele Zuschauer und die Stimmung war grossartig. So beginnt man gerne einen Wettkampf. Die erste Hälfte des Marathons ist noch fast flach und hat nur gerade 200 Höhenmeter. Ich versuchte ungefähr mit 4 Minuten pro Kilometer zu laufen. Offenbar hatte ich ein sehr gutes Gefühl für dieses Tempo, denn ich bin – wie sich später heraus stellte – bis Kilometer 21.1 fast auf die Sekunde genau den 4er-Schnitt gelaufen und lag damit auf Rang 33.

Erst nach 26 Kilometer geht es richtig bergauf. Im Gegensatz zu einigen Läufern vor mir, bin ich den steilen Weg nach Wengen hinauf alles gerannt, wie auch die spätere Siegerin aus Frankreich, die mir schon seit den ersten Kilometern auf den Fersen war. Wir konnten bis Wengen einige Läufer überholen. Bis hier lief es grossartig. Aber ich machte einen Fehler, der sich dann erst später auswirkte. Es gab ab Wengen weniger Verpflegungsstellen, als ich erwartet habe. Ganz so genau hatte ich die Standorte nicht studiert. Bereits ein bisschen dehydriert rannte ich weiter und hoffte, dass die nächste Station möglichst bald kommt. Als dann endlich eine Verpflegungsstation kam, nahm ich mir leider nicht die Zeit, wirklich genug zu mir zu nehmen um das Defizit zu beheben. Bei einem Langdistanztriathlon nehme ich bis zu 120 g Kohlenhydrate pro Stunde zu mir. Nun waren es etwa so viele in zwei Stunden. Das muss ich beim nächsten Mal besser machen.

Bis Kilometer 38 ging es noch gut. Dort gab es eine grosse Uhr und ich sah, dass ich erst drei Stunden unterwegs war. Da dachte ich, es sollte nun wirklich kein Problem mehr sein, nach 3:30 Stunden im Ziel zu sein. Aber es wurde hier nochmals richtig steil. Ich hatte plötzlich keine Kraft mehr in den Beinen. Noch schlimmer: Es wurde mir schwindlig und zeitweise sogar schwarz vor den Augen. So schnell kann das gehen. Ich kämpfte mich so gut es ging die berühmte Moräne hoch, wurde dabei aber von einigen anderen Läufern überholt. Es gibt kaum einen Wettkampf, bei dem mir dies passiert ist. Sonst kann ich fast immer auf den letzten Kilometern noch Plätze gut machen. Dieses Mal war es nun umgekehrt.

Die Bergkulisse war wunderschön, aber ich fühlte mich sehr schwach und kraftlos. Irgendwie habe ich es dann aber doch noch auf die Moräne hinauf geschafft. Jetzt war es bis zum Ziel wirklich nicht mehr weit. Ich freute mich, dass es am Schluss noch bergab ging. Das war zu machen. Nach 3:32 Stunden und auf dem 26. Platz lief ich glücklich über die Ziellinie. Stephan Wenk war bereits im Ziel. Mit einer Zeit von 3:11 Stunden kam er auf den 8. Platz und war damit bester Schweizer.

Alles in allem war ich mit meiner Leistung zufrieden. Bis auf die letzten fünf Kilometer ist alles nach Wunsch gelaufen. Der Einbruch wenige Kilometer vor Schluss wäre wohl mit etwas mehr Disziplin bei der Verpflegung vermeidbar gewesen. Aber vielleicht darf ich – da es das erste Mal war – darüber hinwegsehen. Auf jeden Fall war es ein tolles Erlebnis. Das Wetter war perfekt und die Bergwelt bot sowieso eine phantastische Kulisse. Es hat sich gelohnt, mich kurzfristig noch für den Marathon anzumelden. So kam ich noch zu einem schönen und versöhnlichen Saisonabschluss.

DNF am Powerman Zofingen

Wegen einem platten Reifen konnte ich den Powerman Zofingen leider nicht finishen. Die Enttäuschung war gross, denn die Vorbereitung lief nach Wunsch und ich habe mir für den Wettkampf so viel vorgenommen. Aber so ist der Sport. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, damit muss man umgehen können.

Ich war eigentlich ganz gut in den Wettkampf gestartet. Die ersten 10 Kilometer Laufen absolvierte ich gleich schnell wie letztes Jahr. Es fühlte sich aber recht locker an. Dies war gut, denn ich wollte zu Beginn nicht überzocken, sondern auf dem Velo und vor allem beim zweiten Laufen Zeit einsparen. Der erste Wechsel war nicht optimal, aber als ich auf dem Velo war, fand ich schnell einen guten Rhythmus. Es lief mir je länger desto besser und ich war voller Optimismus.

Nach 95 Kilometer auf dem Velo kam ich wieder an die Stelle, wo ich vor zwei Jahren bei einem unglücklichen Sturz meine Hand gebrochen habe. Ich war keine 100 Meter weiter, als es einen lauten Knall gab. Mein Hinterradreifen war sofort platt. Ich weiss nicht genau, was den Durchstich verursacht hatte und wie das überhaupt möglich war. Aber das Loch war gross und seitlich am Reifen, neben der Pannenschutzeinlage. Ich hatte einen Pannenspray dabei, aber der hatte bei diesem Loch keine Chance.

Man kann sich nun fragen, ob ein Pannenspray genügt oder ob man bei einem so wichtigen Wettkampf nicht einen Ersatz-Schlauchreifen mitnehmen sollte. Tatsächlich habe ich mir dies in den Tagen vor dem Powerman noch überlegt. Schlussendlich entschied ich mich aber dagegen, wie die meisten anderen Eliteathleten auch. Mit dem Verzicht auf den Ersatzreifen ging ich ein gewisses Risiko ein, aber die Reifen haben heute einen so guten Pannenschutz, dass es selten zu einem Durchstich kommt. Es ist schon über fünf Jahre her, seit ich zum letzten Mal bei einem Wettkampf eine Platte hatte.

Die Enttäuschung war zuerst riesig, aber ich konnte den Blick dann rasch wieder nach vorne richten. Ich nahm mir vor, für das kommende Wochenende einen anderen Wettkampf zu suchen. Als mir dann jemand sagte, dass am nächsten Samstag der Jungfrau Marathon stattfindet, war für mich schon fast klar, was ich zu tun hatte. Den „schönsten Marathon der Welt“ wollte ich schon immer irgendeinmal machen. Ich bekam schon am Montagmorgen einen Startplatz zugesichert und ich freue mich nun sehr auf diese Herausforderung.

Vorschau Powerman Zofingen

Am nächsten Sonntag ist es wieder soweit. Zum dritten Mal starte ich am Powerman Zofingen. Der wichtigste und berühmteste Duathlon der Welt gilt als Powerman Weltmeisterschaft und zugleich als ITU Duathlon Langdistanz Weltmeisterschaft. Entsprechend hoch ist auch das Niveau des internationalen Teilnehmerfeldes (Startliste Elite).

Es ist eine besondere Ehre für mich, dass ich für das Schweizer Elite Team selektioniert wurde. Ich werde deshalb den Wettkampf im offiziellen Dress des Schweizer Nationalteams bestreiten – eine zusätzliche Motivation. Ich habe den Dress gestern ausprobiert und Erich Temperli (www.velo-point.ch) hat ein paar Fotos geschossen.

Im Gegensatz zu einem Triathlon beginnt der Powerman Zofingen nicht mit Schwimmen, sondern mit einem 10 Kilometer langen Lauf. Darauf folgen 150 Kilometer auf dem Rennvelo und als Abschluss nochmals einen 30-Kilometer-Lauf. Das Streckenprofil ist immer sehr hügelig mit Steigungen von über 15%, sowohl auf der Lauf- als auch auf der Velostrecke. Insgesamt werden etwa 1800 Höhenmeter mit dem Velo und etwa 800 Höhenmeter zu Fuss absolviert.

Die Frauen starten um 8 Uhr, genau 58 Minuten vor den Männern. Dieses Handicap von 58 Minuten wurde aus früheren Wettkämpfen mathematisch berechnet. Dank dieser Regel gibt es je nachdem ob die erste Frau oder der erste Mann zuerst die Ziellinie überquert, eine Overall-Siegerin oder einen Overall-Sieger.

Mein Ziel ist eine Top-10-Platzierung und eine Zeit unter 6 Stunden und 40 Minuten. Ich muss dazu fast 12 Minuten schneller sein als letztes Jahr. Das ist ein hohes, aber realistisches Ziel. Denn mein Wettkampfjahr ist bisher gut verlaufen. Ich machte als Vorbereitung für die langen Distanzen drei Mitteldistanzen, die mir alle gut gelangen: Ironman 70.3 Singapore (14. Platz), Ironman 70.3 Rapperswil (22. Platz) und die Mitteldistanz in Murten (2. Platz). Beim meinem ersten Saisonhöhepunkt, dem Ironman Switzerland in Zürich erreichte ich die angestrebte Top-10-Platzierung (9.Platz).

Da ich mich vom Ironman Switzerland Mitte Juli gut erholt habe, konnte ich von Anfang bis Mitte August nochmals gut und viel trainieren bevor bereits wieder die Tapering-Phase für den Powerman Zofingen begann. Nun fühle ich mich stark und trotzdem ausgeruht. Die Formkurve stimmt. Dem Gefühl nach könnte mir ein guter Wettkampf gelingen.

Top 10 am Ironman Switzerland

Mit einer Schlusszeit von 9:07.09 habe ich die angestrebte persönliche Bestzeit deutlich verfehlt. Obwohl mir der Wettkampf nicht optimal gelang, erreichte ich den 9. Platz im Profifeld (10. Platz overall).

Der Sonntag begann sehr gut. Am Morgen um 4 Uhr klingelte mein Wecker und ich fühlte mich besser als auch schon um diese Zeit. Nach einem kurzen Frühstück packte ich meine Triathlon-Utensilien, schwang mich auf mein Stadtvelo und machte mich auf den Weg zu der etwa zehn Kilometer entfernten Landiwiese. Es herrscht dort immer eine besondere Atmosphäre, wenn zweitausend Triathleten vor dem grossen Wettkampf noch die Wechselzone einrichten. Man grüsst sich, wünscht sich gegenseitig einen guten Wettkampf, aber es wird nicht viel gesprochen. Alle fokussieren sich auf den immer näher rückenden Wettkampf. Eine halbe Stunde vor dem Start schlüpfte ich in meinen Neopren-Anzug und stieg für ein kurzes Einschwimmen in den angenehm warmen Zürichsee.

Der Start der Profis war um 6:55 Uhr. Die ersten Minuten waren für mich ziemlich entscheidend. Ich wollte unbedingt mit einer Gruppe mitschwimmen. Allerdings ist mir dies noch nie gelungen, seit ich in der Profi-Kategorie starte. Trotz meinen Bemühungen klappte es aber auch dieses Mal nicht. Zu schnell gehen die beim Start weg. So war ich wieder über fast die ganze Schwimmstrecke alleine unterwegs. Nach der ersten Runde wurde ich von den schnellen Age-Group-Athleten überholt. Aber da diese deutlich schneller unterwegs waren als ich, konnte ich von denen auch nicht gross profitieren. So brauchte ich für die 3.8 Kilometer 1:05.12 Stunden, etwa gleich lang wie schon in den letzten zwei Jahren.

Auf dem Rad fühlte ich mich zuerst sehr gut. Ich brachte von Anfang an viel Druck auf das Pedal. Mit dem neuen Scheibenrad machte es besonders Spass. Schon nach wenigen Kilometern hatte ich fast alle Age-Group-Athleten wieder überholt, die beim Schwimmen an mir vorbeigezogen waren. Die anderen Profis waren jedoch alle ausser Sichtweite. So war ich auch auf der Velostrecke wieder alleine unterwegs: Mit zehn Minuten Rückstand auf meine Konkurrenten war ich zu langsam, um an diese heran zu kommen. Aber ich war zu schnell, als dass mich die Age-Group-Athleten von hinten hätten einholen können. Es war mir auf den 180 Kilometern deshalb fast ein bisschen langweilig. Da hat es viel geholfen, dass mich so viele Freunde und Bekannte an der Strecke tatkräftig angefeuert haben – danke vielmals.

Auf der zweiten Runde hatte ich leider auch noch technische Probleme. Schon zu Beginn der zweiten Runde drehten die zwei Aerobars mehr und mehr nach unten. Ich konnte sie jeweils wieder nach oben drücken, aber es ging nicht lange, bis sie wieder unten waren. Auf den letzten 30 Kilometer waren sie dann so locker, dass ich die Aeroposition gar nicht mehr einnehmen konnte. Das war besonders ärgerlich, weil es viel Wind hatte. Die aufrechte Position kostete so zusätzlich Kraft. Durch die unnötige Haltearbeit spürte ich nach dem Wettkampf sogar einen Muskelkater am Oberarm. Es lief auch sonst nicht wie erhofft. Ich hatte gegen Ende hin nicht mehr die gleiche Kraft wie zu Beginn. Vielleicht fehlte es zusätzlich auch an der nötigen Motivation, weil ich so lange alleine unterwegs war und ich meine Konkurrenten nicht wie geplant einholen konnte. Die zweite Runde war deutlich langsamer als die erste und ich kam nach 4:56.18 Stunden in die Wechselzone. Da war ich schon etwas enttäuscht. Wenigstens hatte ich mich auf der Velostrecke diszipliniert an meinen Ernährungsplan gehalten. So war ich gut auf den Marathon vorbereitet.

Den Marathon ging ich kontrolliert an. Ich schlug das gleiche Tempo an wie vor zwei Jahren, als ich nur wegen einem WC-Stopp über der 3-Stunden-Marke blieb. Ich machte absichtlich etwas kürzere Schritte als sonst und versuchte so regelmässig wie möglich zu laufen. Ich fühlte mich auf den ersten 25 Kilometern recht gut, aber auf die vor mir klassierten Rafael Wyss und Mike Schifferle konnte ich keine Zeit gut machen: Wir begegneten uns immer an der gleichen Stelle. Sie hatten einen sicheren Vorsprung von etwa drei Kilometern. Ich glaubte nicht wirklich daran, diese noch einzuholen. Dank der grossartigen Unterstützung vom Streckenrand, hat das Laufen trotzdem viel Spass gemacht. Wo immer ich auch war, erkannte ich bekannte Gesichter und ich genoss diesen Heimvorteil sehr. Auf der dritten Runde wurde es wegen starken Sturmböen interessanter. Es fielen sogar Streckenabschrankungen um. Es kostete natürlich etwas Kraft, gegen den Wind zu kämpfen, aber es war auch eine gute Abwechslung und eine angenehme Abkühlung. Auf der letzten Runde kamen noch Blitz und Donner hinzu und es begann zu regnen. Da war ich froh, nicht mehr auf der Velostrecke zu sein. Aber für die letzten zehn Kilometer Laufen war dies kein Problem. Für eine Marathonzeit unter drei Stunden, hätte ich jetzt nochmals richtig Gas geben müssen. Dies gelang mir aber nicht, ich wurde langsamer. Da wäre wohl ein Zweikampf nötig gewesen, der nochmals alle Reserven in mir mobilisiert hätte. Für den Marathon brauchte ich schlussendlich 3:03.16 Stunden.

Nach 9:07.09 Stunden überquerte ich die Ziellinie. Mit der Zeit war ich überhaupt nicht zufrieden. Aber im Vergleich mit den anderen Athleten sieht es wieder ein bisschen besser aus. Fast alle waren dieses Jahr langsamer unterwegs als in den letzten Jahren. Nur gerade acht Leute blieben unter 9 Stunden. Letztes Jahr waren es 16, vorletztes Jahr sogar 22. Dieses Jahr gab es sicher etwas mehr Gegenwind auf der Radstrecke. Zudem war diese wegen einer Baustelle 3.4 Kilometer länger und es gab zusätzliche 60 Höhenmeter. Dies erklärt aber noch nicht alles. Ich konnte im Wettkampf nicht meine volle Leistung abrufen. Die Gründe werde ich noch genauer analysieren. Ich hatte dieses Jahr eine ganz andere Vorbereitung als in den letzten Jahren. Ich habe zwar mehr trainiert, aber auch Neues ausprobiert und auf einiges Bewährtes verzichtet. Auf jeden Fall habe ich wieder neue Erfahrungen gesammelt, die mir in Zukunft helfen werden.

Das perfekte Rennen gelang mir dieses Jahr noch nicht. Am 4. September gebe ich mir in Zofingen nochmals eine Chance. Ich freue mich schon jetzt auf diese Herausforderung. Der Powerman Zofingen ist dieses Jahr offizielle ITU-Weltmeisterschaft, eine zusätzliche Motivation.

Vorfreude auf den Ironman Switzerland

Es ist wieder soweit: Am Sonntag bin ich zum achten Mal beim Ironman Switzerland am Start. Ich hatte eine gute Vorbereitung und fühle mich fit und gesund. Das Ziel ist klar: ich möchte so schnell sein wie noch nie und meine Bestzeit von 8:50 Stunden verbessern.

Da die Radstrecke dieses Jahr mehr als drei Kilometer länger ist und 60 Höhenmeter zusätzlich hat, wird das keine leichte Aufgabe. Aber wenn alles perfekt läuft und auch die Wetterverhältnisse gut sind, könnte es klappen. Ich habe noch nie soviel trainiert wie dieses Jahr. Mit etwa 7500 Kilometer war ich seit Anfang Jahr fast doppelt so viel auf dem Velo wie letztes Jahr in der gleichen Zeit. Zur Vorbereitung auf die lange Distanz bin ich bereits drei Mal über die Mitteldistanz gestartet: Im März am Ironman 70.3 Singapore, im Juni am Ironman 70.3 Rapperswil und dem Seelandtraithlon. Ich hatte bei diesen Wettkämpfen immer ein gutes Gefühl und konnte jeweils gegen Ende noch zulegen.

Die ausländische Konkurrenz ist dieses Jahr nicht ganz so stark wie auch schon. Dadurch steigen die Chancen, in die Top 10 zu kommen. Aber die besten Schweizer sind alle am Start: Ronnie Schildknecht, Mathias Hecht, Mike Aigroz und Stefan Riesen. Auch dabei sind Mike Schifferle und Rafael Wyss, die vielleicht noch in Reichweite sind, wenn ich nicht allzu viel Zeit beim Schwimmen verliere. Ich freue mich sehr auf den Wettkampf und bin bereit, alles zu geben, was möglich ist.

Für alle, die mich an der Strecke anfeuern möchten, habe ich eine Durchgangszeiten-Prognose aufgestellt, wann ich etwa wo sein werde (die Umleitung von 3,2 km ist nicht berücksichtigt). Mit dabei gerade noch die Pläne für die Velo- und die Laufstrecke. Ich habe die Startnummer 9. Schon jetzt vielen Dank für die Unterstützung.

Team Velo-Point am Einzelzeitfahren in Flaach

In Flaach habe ich zum ersten Mal an einem Zeitfahren des Time Race Cup teilgenommen. Bei kühlem regnerischem Wetter erreichte ich den zweiten Rang in der Master-Kategorie. Das Team Velo-Point erzielte ein ausgezeichnetes Ergebnis: Patrick gewann seine Kategorie als jüngster Teilnehmer konkurrenzlos, Vreni wurde wie ich zweite und Erich unterbot seine anvisierte Zeit deutlich.

Als Triathlet bin ich zwar gewohnt, möglichst aerodynamisch unterwegs zu sein. Aber ein kurzes Zeitfahren über 34 Kilometer ist trotzdem etwas ganz anderes als das Velo fahren bei einem Ironman. Es ist nicht so einfach, während 45 Minuten alles zu geben. Während man bei einem Ironman deutlich unterhalb der anaeroben Schwelle fährt, sollte man dieser bei einem kurzen Zeitfahren schon recht nahe sein. Obwohl mir dies bewusst war, bin ich mit einem Schnitt von 44.14 km/h nicht sehr viel schneller als bei einem Ironman gefahren. Da gibt es sicher noch Verbesserungspotential.

Zusätzlich kommt noch hinzu, dass ich wegen einem Defekt kurz anhalten musste. Die Kette verklemmte sich zwischen dem kleinsten Ritzel und der Kettenstrebe. Ich musste den Schnellspanner lösen, um die Kette wieder auf die Ritzel legen zu können. Was bei einem Ironman meistens keine Rolle spielt, kann bei einem Zeitfahren entscheidend sein. Ohne diesen Zwischenfall hätte ich die Kategorie vielleicht gewonnnen. Aber zu den besten Elite-Fahrern gab es dann doch noch einen grösseren Abstand.

Alles in allem bin ich mit dem Wettkampf zufrieden: Sechs Tage nach dem zweiten Platz am Seelandtriathlon erreichte ich jetzt nochmals einen zweiten Platz und im Hinblick auf den Ironman Switzerland am 10. Juli war dieses Zeitfahren ein optimales Training. Auf den Bildern oben von links nach rechts: Erich, Vreni und Patrick auf der Zielgeraden.

2. Platz am Seelandtriathlon in Murten

Nur eine Woche nach dem Ironman 70.3 in Rapperswil nahm ich in Murten nochmals an einer Mitteldistanz teil. Ich wurde vom OK-Präsidenten Bruno Mauron, den ich aus Giverola kenne, zu „seinem“ Wettkampf eingeladen. Ich habe lange überlegt, ob es Sinn macht, innerhalb einer Woche zwei Mitteldistanzen zu absolvieren. Vor allem im Hinblick auf meinen Saisonhöhepunkt, dem Ironman Switzerland. Schlussendlich entschied ich mich, es zu wagen, und berücksichtigte den Seelandtriathlon bei der Planung der Ironman-Vorbereitung.
Die Reise nach Murten lohnt sich schon wegen dem hübschen Städtchen und der schönen Strandpromenade. Zusätzlich war das Wetter am Wettkampftag so traumhaft, dass man sich keine attraktivere Kulisse für einen Triathlon vorstellen konnte. Die Reise lohnte sich aber auch wegen dem Resultat. Offenbar hatte ich mich sehr gut vom Ironman 70.3 Rapperswil erholt. Ich fühlte mich sogar noch stärker als eine Woche zuvor und erreichte den 2. Platz.
Die Konkurrenz war natürlich nicht ganz so stark wie in Rapperswil. Obwohl der Wettkampf offiziell SWISS International Seelandtriathlon heisst, fand man nur wenige ausländische Athleten auf der Startliste. Auch unter den Schweizern waren mir nicht besonders viele Namen bekannt. Dabei wäre der Seelandtriathlon eine gute Alternative zum Ironman 70.3. Das Startgeld ist mit 170 CHF nicht einmal halb so hoch wie in Rappi.
Die Stimmung beim Start war locker und entspannt, der Murtensee angenehm warm. Da es keine separate Profi-Kategorie gab, musste ich nicht befürchten, keine Gruppe zu erwischen. Es ging darum, eine Gruppe zu finden, die eher ein bisschen schneller schwimmt, als ich das alleine könnte. Leider erwischte ich zuerst eine Gruppe, die bald langsamer wurde. Ich entschloss mich daher zu einer kleinen Aufholjagd und versuchte die vordere Gruppe zu erreichen, die etwas schneller unterwegs war. Dies gelang mir nach gut fünf Minuten erhöhter Anstrengung. Auf dem letzten Drittel der Schwimmstrecke konnte ich mit dieser Gruppe mitschwimmen und einiges an Kraft sparen. Kurz bevor ich aus dem Wasser stieg meinte ich, die Spitze zu sehen und nur wenig Rückstand zu haben. Aber da hatte ich mich getäuscht. Mit einer Schwimmzeit von 32 Minuten war ich schon 4 Minuten hinter der Spitze mit meinem stärksten Konkurrenten Patrick Jaberg.
Mit dem Velo muss man viermal eine hügelige und landschaftlich attraktive Runde à 22.5 Kilometer absolvieren. Zuerst gibt es einen mehrere Kilometer langen Anstieg, darauf folgt ein eher flacher Teil mit recht viel Wind. Dann geht es mehrheitlich bergab nach Murten zurück für die nächste Runde. Die Strecke war nicht überall perfekt markiert. So wusste ich auf der ersten Runde plötzlich nicht mehr, wo es weiter geht. Glücklicherweise musste ich nicht lange suchen und ich war wieder auf der offiziellen Strecke. Etwas problematischer waren die vielen Autos. Immer wieder wurde man ausgebremst. Ich wollte kein Risiko eingehen und fuhr an gefährlichen Stellen defensiv, gab aber Vollgas, wenn ich freie Bahn hatte. Ich hatte mehr Kraft in den Beinen als noch eine Woche zuvor in Rapperswil. Ich konnte die meisten Konkurrenten überholen, die noch vor mir klassiert waren, und rückte auf den 2. Platz vor. Mit 2:32.59 erzielte ich die drittbeste Zeit auf dem Velo und kam als zweiter in die Wechselzone. Allerdings konnte der in Führung liegende Patrick Jaberg seinen Vorsprung noch etwas ausbauen. Vor der letzten Disziplin hatte er über 5 Minuten Vorsprung. Das war aber kein Grund, die Aufholjagd aufzugeben. Auf einem Halbmarathon kann viel passieren.
Ich versuchte von Anfang an etwa 3:45 Minuten pro Kilometer zu laufen. Nach gut 5 Kilometern gab es einen Wendepunkt. Ich war sehr gespannt, wann mir Patrick entgegenkommen würde. Ich wollte wissen, wie gross sein Vorsprung ist und ob er schrumpft. Er hatte noch etwas mehr als einen Kilometer Vorsprung. Der Abstand ist kleiner geworden, aber nicht entscheidend. Ich versuchte konstant schnell zu laufen, wusste aber, dass ich Patrick nur einholen konnte, wenn er langsamer wurde. Als wir uns auf der zweiten Runde nach 16 Kilometer vor dem Wendepunkt wieder begegneten, war er immer noch fast einen Kilometer vor mir. Da wusste ich, dass es nicht reichen würde, und gratulierte ihm schon. Aber auch nach hinten bestand keine Gefahr. Ich war schneller unterwegs als alle anderen und hatte im Ziel über 6 Minuten Vorsprung auf den Drittplatzierten. Mit 1:18.53 erzielte ich die Bestzeit auf der Laufstrecke, die wohl nicht ganz 21.1 Kilometer lang war.
Als ich nach 4:23.50 das Ziel erreichte, war ich sehr zufrieden. Mit dem zweiten Platz habe ich meine eigenen Erwartungen übertroffen. Endlich durfte ich wieder einmal auf das Podest steigen. Nach dem mässigen Resultat in Rapperswil habe ich in Murten nochmals viel Selbstvertrauen für den Ironman Switzerland in einem Monat gewonnen.

Solider Saisonauftakt in Rapperswil

Mit einer soliden Leistung bin ich am 5. Juni 2011 in die Triathlon Saison gestartet. Mit einer Schlusszeit von 4:17.49 war ich 5 Minuten schneller als letztes Jahr. Damit habe ich mein Mindestziel erreicht.

Der Ironman 70.3 Rapperswil gehört wie schon letztes Jahr zur Vorbereitung auf den Ironman Switzerland in Zürich. Es ging deshalb auch darum, Fehler vom letzten Jahr zur vermeiden und Neues zu probieren. So startete ich zum Beispiel mit einem ausgeliehenen Neopren-Anzug, den ich nur einen Tag vorher kurz ausprobiert habe. Er passte mir so gut, dass ich ihn gleich im Wettkampf testen wollte. Besonders wichtig war mir der Schwimmstart. Letztes Jahr war mir das Schwimmen völlig missglückt. Ich hatte die langsamste Gruppe verpasst und war 1.9 Kilometer alleine unterwegs. Dies wollte ich dieses Jahr vermeiden und zumindest in der letzten Gruppe des Profifeldes mithalten. Der Start der Profis war um 8.55 Uhr. Auf keinen Fall wollte ich schon auf den ersten hundert Metern abgehängt werden. Ich war selber gespannt, wie ich diese Herausforderung meistere. Glücklicherweise gelang mir dies gut. Allerdings war es dieses Jahr auch einfacher, weil diese Gruppe relativ langsam unterwegs war. Ich bin schlussendlich doch recht viel vorne geschwommen, weil es die Gruppe zeitweise etwas gar gemütlich nahm. Nach gut 30 Minuten erreichte ich die Wechselzone. Fazit: Wenn ich die optimale Gruppe erwische, sind auch 28 Minuten möglich.

Auf dem Velo habe ich jeweils Karin Thürig als Vergleich. Da sie ähnlich „gut“ schwimmt wie ich, steigen wir meist fast gleichzeitig auf das Velo, so war es schon letztes Jahr in Rappi und in Zürich. Meist fahre ich in den Steigungen etwas schneller als sie, in der Ebene fährt sie eher schneller. Dieses Mal wollte ich mir im flachen Teil besonders Mühe geben. Als ich die Wechselzone verliess, war sie noch in Sichtweite und ich versuchte im ersten Teil entlang dem Obersee den Abstand zu halten. Dies gelang mir knapp, war aber anstrengend! Im zweiten Teil, in dem es meist bergauf geht, kam ich mit wenig Mühe etwas näher. Aber auf die Steigung folgen langgezogene Abfahrten. Dort fuhr sie viel schneller, obwohl ich alles gab. Ich weiss nicht, ob das an der besseren Aerodynamik liegt (ich fuhr ohne Scheibenrad und Karin hatte eine sehr aerodynamische Position), oder an der nicht genug hohen Übersetzung (ich habe nur 53-11), auf jeden Fall verlor ich auf der Abfahrt über zwei Minuten. Das gleiche spielte sich auch auf der zweiten Runde ab. Nur war da der Abstand schon grösser und ich hatte sie nur noch selten in Sichtweite. In der zweiten Wechselzone hatte sie gut vier Minuten Vorsprung. Insgesamt brauchte ich 2:22.05 für die 90 Kilometer und bin damit nicht wirklich zufrieden. Ich fühlte mich nicht so kraftvoll wie erhofft. Ich war nur eine Minute schneller als letztes Jahr, obwohl ich dieses Jahr deutlich mehr auf dem Velo trainiert habe. Ich denke, dass ich eine gute Grundlage habe, jetzt aber noch ein paar harte Trainings brauche, um richtig in Form zu kommen.

Beim Laufen ging es mir je länger desto besser. Die starke Sonneneinstrahlung und die hohe Luftfeuchtigkeit haben mich auf der ersten Laufrunde etwas gebremst. Ich lief locker und kontrolliert, aber mit einer Pace von 4 min/km war ich wohl etwas zu vorsichtig. Die zweite Runde absolvierte ich deutlich schneller. Ich brauchte pro Kilometer fast 10 Sekunden weniger und es fühlte sich immer noch sehr locker an. Ohne Anstrengung konnte ich einige andere Profis überholen, was mich zusätzlich motivierte. Auf den letzten vier Kilometer gab es ein Gewitter, das sich schon zu Beginn der zweiten Runde mit dunklen Wolken angekündigt hatte. Plötzlich schüttete es aus Kübeln, begleitet von Blitz und Donner. Zum einen war es eine willkommene Abkühlung, zum anderen war ich froh, fast im Ziel zu sein. Die 21.1 Kilometer absolvierte ich in 1:22.19. Damit war ich zufrieden. Vor allem freute es mich, dass ich am Schluss noch zulegen konnte.

Mit einer Schlusszeit von 4:17.49 landete ich in der Pro-Kategorie auf dem 22. Platz. Die Konkurrenz war dieses Jahr sehr stark. Es waren deutlich mehr Profis am Start als letztes Jahr. Es zeigt sich aber auch, dass ich auf der Mitteldistanz nicht gleich konkurrenzfähig bin wie auf der Langdistanz. Auf der doppelten Distanz würde ich sicherlich einige Athleten hinter mir lassen, die jetzt noch vor mir klassiert sind. Der grosse Vorteil von der Mitteldistanz ist, dass man sich davon viel schneller erholt als von einer Langdistanz. So starte ich bereits in einer Woche erneut auf einer Mitteldistanz, am Seelandtriathlon in Murten.

Vielen Dank an alle, die mich an der Strecke angefeuert haben. Besonderen Dank an René Boutellier, der die tollen Fotos gemacht hat.

Wettkampfbericht Ironman Switzerland 2010

Mit einer Schlusszeit von 9:12.39 habe ich meinen zehnten Ironman erfolgreich zu Ende gebracht. Es ging nicht so leicht, wie letztes Jahr. Es fehlte mir sowohl an Kraft als auch an Ausdauer. In allen drei Disziplinen konnte ich meinen Fahrplan nicht ganz einhalten. Aber dies ist kein Grund, enttäuscht zu sein. Ich habe alles aus mir heraus geholt, was möglich war.

Der Start war für mich zusammen mit rund 40 anderen Pro-Athleten um 6:55 Uhr, fünf Minuten vor dem Hauptfeld. Das war natürlich etwas völlig anderes als in meinen bisherigen Ironman-Wettkämpfen. Ich konnte in aller Ruhe los schwimmen. Es gab keine Kämpfe und ich musste keine Schläge einstecken. Ich konnte mich alleine darauf konzentrieren, möglichst lange mit der Gruppe mitzuschwimmen. Dies gelang mir aber nur ein paar Minuten. Dann waren die meisten anderen weg.

Schwimmstart der Profis Auf der ersten Schwimmrunde Kurzer Sprint über die Saffa-Insel

Der Start mit den Profis hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil für mich war, dass ich nun die ganze Schwimmstrecke für mich alleine absolvieren musste, ohne den Wasserschatten von anderen Schwimmern nutzen zu können. Auf der ersten von den zwei Runden war ich ganz alleine unterwegs. Auf der zweiten Runde wurde ich dann links und rechts von den schnellen Schwimmern aus dem Hauptfeld überholt. Die waren aber etwas zu schnell um mit ihnen mitgehen zu können. So kam ich nach 1:06 Std. aus dem Wasser und hatte damit schon sechs Minuten Rückstand auf meinen Fahrplan.

Auf dem Rad fühlte ich mich zuerst recht gut. Mit der Absicht, die Kräfte gut einzuteilen und auf der zweiten Hälfte genau so schnell zu fahren wie auf der ersten, ging ich die 180 km eher vorsichtig an. Trotzdem hatte ich bereits nach 80 km erste Schwierigkeiten, weil ich vielleicht ein bisschen zu schnell gegen den Wind von Küsnacht nach Zürich gefahren bin. Genau in dem Moment überholte mich mit hoher Geschwindigkeit eine grössere Gruppe von AgeGroup-Athleten. Es war gerade der falsche Zeitpunkt, um mit denen mit zu gehen.

Drafting war auch dieses Jahr noch ein Problem. Die Schiedsrichter haben sich zwar Mühe gegeben und es wurden auch deutlich mehr Athleten bestraft als letztes Jahr. Aber bei einigen grösseren Gruppen war der Abstand zwischen den einzelen Athleten oft vier statt zehn Meter. Auf die Gruppe, die mich nach 80 km überholt hat, habe ich auf den folgenden 30 km dem See entlang fast zehn Minuten verloren.

Ab Kilometer 120 ging es mir wieder besser. Ich konnte nochmals etwas zulegen. So erreichte ich nach 4:51 Std. die Landiwiese und wechselte auf die Laufstrecke. Ich konnte recht gut loslaufen und war optimistisch, den Marathon in weniger als 3 Stunden absolvieren zu können. So schlug ich ein Tempo von 4:15 pro Kilometer an.

An Unterstützung von aussen hat es nicht gefehlt. Auf den ganzen 42.2 km wurde ich durchgehend von Freunden und Bekannten angefeuert. Alle 200 Meter stand wieder jemand, den ich kenne. Es war ein schönes Gefühl, so getragen zu werden. Da hatte ich gegenüber den meisten anderen sicher einen Vorteil.

Trotzdem gelang es mir im Gegensatz zum letzten Jahr nicht, das Tempo zu halten. Auf jeder Runde wurde ich ein bisschen langsamer. Es fehlte mir einfach an der nötigen Ausdauer. Schlussendlich benötigte ich 3:11 Std. für den Marathon.

Auch wenn es kein Glanzresultat war, auf der Zielgeraden konnte ich mich gut freuen. Ich war einfach nicht gleich leistungsfähig wie letztes Jahr. Aber ich hatte das Gefühl, das Beste aus der Situation gemacht zu habe. Und ich war glücklich, dass sonst alles gut gegangen ist.

Auch der zehnte Ironman war wieder ein tolles Erlebnis. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich angefeuert haben. Es hat auf jeden Fall geholfen (auch wenn ich wegen der Anstrengung nicht darauf reagiert habe). Ganz besonders danken möchte ich auch “meinen” Fotografen. Die meisten Bilder von diesem Wettkampfbericht haben Benjamin Thimm und René Boutellier geschossen. Je eines ist von Esther Roeter, Esther Haller und Franz Krummenacher.

Wettkampfbericht kommt bald

Zuerst mal vielen Dank an alle, die mich am Sonntag so grossartig angefeuert haben. Ich habe mich sehr gefreut. An Unterstützung hat es definitiv nicht gefehlt.

Bezüglich Wettkampfbericht muss ich euch noch um ein bisschen Geduld bitten. Ich bin bis jetzt nicht dazu gekommen. Heute Abend sollte ich Zeit haben.

Durchgangszeiten-Prognose

Bisher war ich an jedem Ironman Switzerland schneller unterwegs als im Jahr zuvor. Deshalb würde man nun eine Durchgangszeiten-Prognose erwarten, bei der ich spätestens nach 8 Stunden und 50 Minuten im Ziel bin und damit wieder eine persönliche Bestzeit realisiere. Ich habe dieses Ziel nicht völlig aufgegeben, aber es dürfte aufgrund der nicht optimalen Vorbereitung schwierig zu erreichen sein. Bei ähnlichen äusseren Bedingungen wie letztes Jahr bin sehr zufrieden, wenn ich nach neun Stunden über die Ziellinie laufen kann. Deshalb sieht meine Durchgangszeiten-Prognose folgendermassen aus:

Karte Radstrecke
Karte Laufstrecke


Durchgangszeiten am Ironman Switzerland 2010
SchwimmstreckeKilometer Tageszeit Renndauer
Start Badi Mythenquai006:5500:00
Passage Saffa-Insel1.807:2300:28
Schwimmausstieg3.807:5501:00
 
RadstreckeKilometerTageszeitRenndauer
Ausfahrt Wechselzone007:5801:03
Natascha Badmann Station2908:4001:45
Water Station Grünigen45 09:0802:13
Relax Station Forch6209:4202:47
Passage Landiwiese7910:0603:11
Heartbreakhill8410:1503:20
 
Passage Landiwiese9010:2303:28
Natascha Badmann Station11911:0504:10
Water Station Grünigen13511:33 04:38
Relax Station Forch15212:07 05:12
Passage Landiwiese169 12:3105:36
Heartbreakhill17412:4005:45
Einfahrt Wechselzone18012:4805:53
 
LaufstreckeKilometerTageszeitRenndauer
Beginn Laufstrecke012:5105:56
Power Station0.712:5405:59
Take Care Station3.3 13:05 06:10
Tough Station4.613:1106:16
Hot Station5.6 13:1506:20
Crazy Station6.513:1906:24
Wendepunkt Utoquai7.213:2206:27
Crazy Station8.513:2806:33
 
Wendepunkt Landiwiese10.213:35 06:40
Power Station11.313:4006:45
Take Care Station13.913:5106:56
Tough Station15.3 13:5707:02
Hot Station 16.314:0207:07
Crazy Station17.1 14:0507:10
Wendepunkt Utoquai 17.914:0907:14
Crazy Station19.1 14:1407:19
 
Wendepunkt Landiwiese20.814:2107:26
Power Station21.914:2607:31
Take Care Station24.514:3707:42
Tough Station25.914:4307:48
Hot Station26.914:53 07:53
Crazy Station27.714:5107:56
Wendepunkt Utoquai28.514:5508:00
Crazy Station29.7 15:0008:05
 
Wendepunkt Landiwiese31.415:0708:12
Power Station32.515:1208:17
Take Care Station35.115:2408:29
Tough Station36.515:3008:35
Hot Station37.5 15:3408:39
Crazy Station38.415:3808:43
Wendepunkt Utoquai39.115:4108:46
Crazy Station 40.415:4708:52
Ziel 42.215:5509:00
 

Vorschau Ironman Switzerland 2010

Am kommenden Sonntag findet wieder der Ironman Switzerland statt. Für mich ist es ein Jubiläum und eine Premiere zugleich: Es ist bereits mein zehnter Ironman. Aber zum ersten mal starte ich in der Profi-Kategorie – und zwar mit der Startnummer 12.

Der Wechsel zu Profi-Kategorie hat wenig mit meiner Vorbereitung zu tun, sondern hat vor allem praktische Gründe: Als Profi kann ich mich kurzfirstig für Wettkämpfe anmelden, auch wenn sie schon ausgebucht sind. Ich habe mich schon letztes Jahr an den Profis orientiert, aber dieses Jahr kann ich mich noch besser mit ihnen vergleichen.

Insgesamt werden 28 Profis am Start stehen, dabei auch die vier besten Schweizer Langdistanz-Triathleten Schildknecht, Riesen, Hecht und Aigroz. Ich selber spiele eine Aussenseiter-Rolle, denn auch die meisten anderen Profis sind aufgrund der bisherigen Resultate stärker einzuschätzen als ich. Aber ich werde mich bemühen, möglichst viele von ihnen hinter mir zu lassen. Vielleicht hilft mir da auch der Heimvorteil. Wer sonst hat denn so viele Freunde an der Strecke?

Allerdings verlief die Wettkampf-Vorbereitung dieses Jahr alles andere als optimal. Nach dem Ironman Hawaii letztes Jahr wartete viel Arbeit auf mich. Im Winter konnte ich kaum trainieren und ein Trainingslager kam aus Zeitgründen nicht in Frage. Auch gesundheitlich lief es nicht nach Wunsch: Zweimal hatte ich eine Grippe, ich war häufiger als sonst erkältet, zudem erlitt ich im März einen Belastungsbruch am Schienbein. Schlussendlich trug auch das nasse und kalte Wetter noch seinen Teil dazu bei, dass ich erst im April das erste Mal überhaupt auf dem Rad sass, nach einer fünfmonatigen Pause.

Anfang April begann ich dann mit dem Aufbau. Obwohl die Zeit bis zum Ironman knapp war, ging ich die Vorbereitung mit Ruhe an. Ich wollte vermeiden, zu früh zu viel zu machen. Vor allem beim Laufen hielt ich den Umfang auf einem Minimum, um mein Schienbein zu schonen. Auf dem Rad machte ich kontinuierlich Fortschritte. Von Woche bis Woche fühlte ich mich besser. Ich hatte sogar das Gefühl, mehr Kraft zu haben als im Jahr zuvor.

Anfang Juni – zwei Montate nach meinem ersten Radtraining – nahm ich dann am Ironman 70.3 in Rapperswil teil. Es war für mich nicht eine Hauptprobe, sondern vielmehr eine Standort-Bestimmung. Ich erkannte, dass ich im Schwimmen grosse Defizite hatte, und dass ich sowohl auf dem Rad als auch beim Laufen auf dem richtigen Weg war. Mit dem Lauf-Split war ich den Umständen entsprechend sogar sehr zufrieden.

Seither konnte ich in allen Disziplinen nochmals ein paar gute Trainings machen. Sie haben mich weiter gebracht und mir Selbstvertrauen gegeben. Ob es mir gelang, im Schwimmen noch einen entscheidenenden Fortschritt zu machen, wird dann der Wettkampf zeigen. Da bin ich selber gespannt. Beim Rad fahren und Laufen fühle ich mich sehr gut, obwohl ich ich in beiden Disziplinen erst 60% vom Umfang habe verglichen mit letztem Jahr um die gleiche Zeit.

Leider wurde ich letzte Woche nochmals zurück geworfen. War es wieder eine Grippe oder einfach eine Erkältung? Auf jeden Fall lag ich vor einer Woche für zwei Tage mit Fieber im Bett. Heute geht es mir wieder recht gut. Ich habe noch ein bisschen Husten und Schnupfen, aber bis zum Wettkampf in fünf Tagen sollte ich – wie es aussieht – wieder ganz gesund und mit Sicherheit auch gut erholt sein.

Zurück in der Schweiz

Seit einer Woche bin ich wieder in der Schweiz. Hier wartete soviel Arbeit auf mich, dass ich bis jetzt nicht dazu kam, einen letzten Blog-Eintrag über mein Hawaii-Abenteuer zu schreiben und mich wieder in den Alltag in Zürich zu verabschieden. Dies möchte ich jetzt noch nachholen.

In den letzten Tagen vor dem Abflug habe ich mir bewusst Zeit zum Ausruhen und Geniessen genommen. Ich verzichtete darauf, auf eine andere Insel zu fliegen. Ich nahm es lieber gemütlich und genoss das Meer und die Wärme. Ich ging in der Kahalu’u Bay schnorcheln und machte lockere Ausfahrten mit dem Rad. So konnte ich mich sehr gut vom Ironman regenerieren und ich fühlte mich schon wenige Tage nach dem Wettkampf wieder erholt. Besonders schön war die Fahrt an die Hapuna Beach, die sich etwas 60 km nördlich von Kona befindet. Der Strand gilt als einer der schönesten auf Big Island.

Ich möchte allen danken, die mir die Reise nach Hawaii und die Teilnahme am Ironman ermöglicht haben. Besonders danken möchte ich Dr. Jachen Denoth. Dank ihm konnte ich einen guten Monat unbezahlten Urlaub nehmen. Erich Temperli von velo-point.ch unterstützte mich grosszügig mit Material für meine stärkste Disziplin und investierte einiges an Zeit damit mein Rad für den Wettkampf gerüstet war. Die Kontaktlinsen und die auf Hawaii unentbehrliche Sonnen- und Sportbrille sind von Urech Optik gesponsert. Vielen Dank auch an alle, die mich mit SMS und E-mails aufgemuntert und angefeuert oder einfach aus der Ferne mitgefiebert haben. Ich habe mich gefreut, dass ich so viele Leute begeistern konnte.

Mauna Kea

Meine “Suite”-Mitbewohner sind bereits am letzten Montag nach Honolulu weitergereist und ich zog einen Stock höher in die “Suite” von Rebekka, Vanessa und Lizzy um. Diese hatten für den Dienstag eine Reise auf den Mauna Kea geplant. Das kam mir gerade gelegen und man musste mich nicht lange fragen, ob ich mitkommen wolle.

Zusammen mit der Familie von Andreas Schirnick mieteten wir ein grosses Auto und machten uns um die Mittagszeit auf den Weg zum 4214 Meter hohen Mauna Kea. Den gewaltigen Höhenunterschied, den man dabei in wenigen Stunden überwindet, nimmt man bei der Fahrt gar nicht so wahr. Aber oben angekommen, spürt man gut, dass die Luft deutlich dünner ist.

Die Aussicht ist sehr speziell. In der Nähe das riesiege Mauna-Kea-Observatorium. Dahinter die Lavawüste mit den vielen Kratern und das grosse Nebelmeer, aus dem der Nachbarberg Mauna Loa heraus ragt. In der Ferne sieht man undeutlich den Horizont, der fliessende Übergang vom Meer zum Himmel.

Bis zum Sonnenuntergang blieben uns noch gut zwei Stunden Zeit. Wir vertrieben uns die Zeit mit einer kurzen Wanderung. Zudem hatte ich Spass daran, ein “Fotoshooting” mit der immer gut gelaunten 10-jährigen Ida zum machen.

Je tiefer die Sonne sank, desto kühler wurde es. Die Sonne verschwand dann, wie meistens, in den weit entfernten Wolken und nicht im Meer. Aber der Sonnenuntergang war auch so sehr spektakulär und ein besonderes Erlebnis.

Der Tag nach dem Wettkampf

Obwohl der Ironman unter diesen schwierigen Bedingungen meinen Körper sehr gefordert hatte, konnte ich in der darauf folgenden Nacht schon ganz gut schlafen und fühlte mich am nächsten Morgen wieder gut erholt. Das einzige grössere Problem waren die Füsse. Meine Fusssohlen wurden durch den abschliessenden Marathon derart in Mitleidenschaft gezogen, dass ich am Tag darauf nur unter grossen Schmerzen auf ihnen stehen konnte. Das hinderte mich aber nicht daran, am Morgen mit den zwei Steffen, Birgit und Andrea zum Kona Royal Resort zu fahren, wo uns ein feierliches Frühstücksbuffet ä discretion erwartete.

Am Abend gab es beim Awards Banquet nochmals Gelegenheit, die leeren Speicher zu füllen. Zudem konnten wir hier auf den sensationellen 55. Schlussrang von Steffen Haak anstossen, der schon bei seiner ersten Teilnahme am Ironman Hawaii einen perfekten Wettkampf lieferte. Ich habe so ein Resultat auch bei meiner dritten Teilnahme noch nicht geschafft – wahrscheinlich klappt es nächstes Mal (Bild rechts: Steffen Sprungk und Steffen Haak beim Awards Banquet). Das Timing der Feierlichkeiten war perfekt. Wenige Minuten nach den Siegerehrungen und den Siegesreden der Hawaii-Champions Wellington und Alexander begann es zu regnen.

Wir flüchteten ins Party-Lokal Lulu’s. Das ist der traditionelle Treffpunkt vor allem der deutschsprachigen Triathleten am Abend nach dem Ironman. Es wurde weit in die Nacht hinein angestossen, gefeiert und getanzt (sogar ich, trotz den offenen Füssen). Die Stimmung war fröhlich und freundschaftlich. Auch die Triathlon-Stars waren präsent und feierten mitten unter allen andern (Bild mitte: Ich, Faris Al-Sultan und Steffen; Bild rechts: Birgit, Timo Bracht und Andrea).

Wettkampfbericht Hawaii 2009

Von den 9 Ironman-Wettkämpfen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, war dies mit Abstand der härteste. Das Schwimmen gelang den Erwartungen entsprechend, das Rad fahren ging auch noch recht gut, beim Marathon habe ich dann gelitten wie noch nie. Mein Ziel habe ich nicht ganz erreicht, aber ich habe bis am Schluss gekämpft und schlussendlich bin ich mit der erbrachten Leistung doch einigermassen zufrieden.

Das Schwimmen war sehr hektisch. Ich wollte mich wegen der vor fünf Wochen gebrochenen linken Hand aus dem grossen Tumult heraus halten. Dies gelang mir nicht so gut. Ich kam immer wieder mitten in die Menge hinein und musste ziemlich auf die Hand aufpassen. Wenn ich zwischen zwei Athleten eingeklemmt wurde, legte ich die linke Hand auf meinen Bauch und schwamm mit einer Hand weiter. Um eine schnelle Gruppe zu erwischen, hätte ich am Anfang ziemlich schnell wegschwimmen müssen, was ich nicht konnte. So war ich die ganze Zeit relativ weit hinten im Feld. Als ich aus dem Wasser kam, lag ich nur auf Platz 944. Beim Wechsel zum Rad fahren gab es dann auch noch einen Zwischenfall. Der Helfer, welcher mir meinen “Bike bag” reichen sollte, hat mich übersehen und so suchte ich etwa zwei Minuten lang nach meinen Sachen. So lag ich wahrscheinlich etwa auf dem 1000. Platz als ich auf das Rad stieg.

Beim Rad fahren lief es eigentlich recht gut. Ich fuhr mit viel Druck und war von Anfang an nur am überholen. Am Anfang fuhr ich ständig auf der Überholspur. Das hatte den Vorteil, dass ich regelmässig fahren konnte. Das war aber nicht die ganze Zeit möglich, denn die Regeln für das Überholen sind recht streng. Man hat genau 20 Sekunden Zeit um die sieben Meter Mindestabstand aufzuholen. Dies bedeutete für mich, dass ich – je schneller die Konkurrenten wurden – zum Überholen immer stärker beschleunigen musste. Da ich während den fünf Stunden auf dem Rad über 700 Athleten überholt habe, hat dies einiges an Kraft gekostet. Zudem denke ich, dass mich die sehr hohen Temperaturen doch ein bisschen limitiert haben. Je schwerer ein Athlet ist, desto schwieriger ist es, den Körper genügend zu kühlen. Und ich gehöre mit meinen 81 kg zu den schwersten im Feld.
Ich habe pro Stunde genau 108 g Kohlenhydrate in Form von Gels zu mir genommen. Diese Menge hat sich beim Ironman Zürich bewährt. Ich habe mir zudem vorgenommen, jede Stunde 1.5 Liter Wasser zu trinken. Dies war jedoch nicht genau abgemessen und im Nachhinein musste ich feststellen, dass ich wohl eher zu wenig getrunken habe, was sich dann beim Laufen bemerkbar machte.
Ein positiver Punkt ist, dass ich die angegangene Geschwindigkeit bis am Schluss halten konnte, während viele andere Athleten auf der zweiten Hälfte deutlich langsamer unterwegs waren als auf der ersten Hälfte. Zudem konnte ich die knapp fünf Stunden auf dem Rad noch sehr geniessen. Es hat viel Spass gemacht. Ich mag die wellige Strecke durch die Lavawüste. Man kann fast die ganze Zeit in der Aeroposition bleiben und die Steigungen sind nicht so steil, was mir entgegen kommt. Unterdessen kenne ich die Strecke schon sehr gut. Dies hat den Vorteil, dass ich mir die Kraft gut einteilen konnte. Als ich vom Rad stieg, lag ich bereits auf dem 225. Platz.

Der Wechsel zum Laufen gelang noch gut. Aber schon nach den ersten Kilometern begann es im Magen zu rumoren. Nach jeder Meile hatte es ein WC, und ich habe auf der ersten Hälfte des Marathons fast keines von diesen ausgelassen. Ich hatte Durchfall und Bauchkrämpfe. Das hatte ich bisher noch nie in den bisherigen acht Ironman-Wettkämpfen. Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass ich auf dem Rad zuwenig Wasser zu den vielen Powerbar-Gels getrunken habe – oder vielleicht konnte ich einfach wegen den höheren Temperaturen nicht soviele Kohlenhydrate aufnehmen, wie am Ironman in Zürich. Auf jeden Fall war das Ernährungskonzept nicht optimal und ich musste es für das Laufen umstellen. Ich nahm keinen einzigen Gel mehr zu mir, sondern nur noch Wasser und isotonisches Getränk.
Auf der zweiten Hälfte hatte ich weniger Probleme mit dem Magen, aber ich hatte überhaupt keine Kraft mehr in den Beinen. Ich schlich nur noch über den Highway und ich musste auch immer wieder Gehpausen einlegen. Ich kämpfte mich von einer Verpflegungsstation zur nächsten. Die Hitze war enorm. Ich kühlte so gut es ging, nahm Eis unter die Kappe und schüttete Eis ins Trikot. Aber es war einfach ein bisschen zu viel für mich.

Ans Aufgeben dachte ich aber nie, auch wenn es mir überhaupt nicht lief. Ich wusste, dass ich es schon irgendwie schaffen würde – rechnete aber zeitweise mit einer Marathonzeit von vier Stunden. Von dem her war ich noch postiv überrascht, dass ich die 42.2 km in dreieinhalb Stunden hinter mich brachte und auf dem 194. Platz in das Ziel einlief. Zugegebenermassen war das Laufen alles andere als ein Genuss. Ich habe während der ganzen Zeit gelitten. Selbst die letzten Kilometer konnten mich nicht mehr beflügeln. Erst beim Zieleinlauf konnte ich wieder lächeln und mich freuen, den Ironman Hawaii 2009 doch noch in einer akzeptablen Zeit gefinisht zu haben.
Wenn ich berücksichtige, dass ich vor fünf Wochen nicht wusste, ob ich wegen der gebrochenen Hand überhaupt nach Hawaii reisen kann, und die Vorbereitung in den letzten zwei Monaten alles andere als optimal war, kann ich mit dem Resultat zufrieden sein.

Einen grossen Dank an Seraina und Daria Greb … und Andrea und Birgit Luft für die guten Fotos.

Resultat am Ironman Hawaii 2009

Gesamtzeit: 9:47:48

Rang overall: 194.
Rang Age group: 26.

Schwimmen: 1:11:30
Rad: 4:59:34
Laufen: 3:28:23

Erster Wechsel: 4:26
Zweiter Wechsel: 3:55

Top Ten der Männer:
1. Craig Alexander (Aus) 8:20:21.
2. Chris Lieto (USA) 8:22:56.
3. Andreas Raelert (De) 8:24:32.
4. Chris McCarmack (Aus) 8:25:20.
5. Rasmus Henning (Dä) 8:28:17.
6. Timo Bracht (De) 8:28:52.
7. Dirk Bockel (Lux) 8:29:55.
8. Pete Jacobs (Aus) 8:30:15.
9. Andy Potts (USA) 8:30:30.
10. Faris Al-Sultan (De) 8:31:44.

Top Ten Frauen:
1. Chrissie Wellington (Gb) 8:54:02.
2. Mirinda Carfrae (Aus) 9:13:59.
3. Virginia Berasategui (Spa) 9:15:28.
4. Tereza Macel (Tsch) 9:23:43.
5. Samantha Mc Glone (Ka) 9:30:28.
6. Rachel Joyce (Gb) 9:32:27.
7. Joanna Lawn (Neus) 9:34:45.
8. Sandra Wallenhorst (De) 9:38:28.
9. Dede Griesbauer (USA) 9:40:59.
10. Tyler Stewart (USA) 9:42:41.

Wettkampfbericht folgt.

Noch 8 Stunden

In 8 Stunden starte ich das Abenteuer Ironman Hawaii 2009. Das Velo und die Ausrüstung für den Bike- und Run-Part ist schon seit ein paar Stunden eingecheckt. Den ganzen Rest habe ich mir schon so bereit gelegt, dass ich morgen früh an fast nichts mehr denken muss.

Ich habe mir für den Ironman Hawaii keine Durchgangszeiten-Tabelle gemacht, wie ich es in Zürich jeweils gemacht habe. Die Bedingungen sind hier zu unterschiedlich von Jahr zu Jahr. Zudem war die Vorberetung nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich kann mich deshalb selber nicht so gut einschätzen.

Zuerst einmal bin ich sehr gllücklich, dass es der Hand schon recht gut geht. Die Knochen sind wieder gut zusammen gewachsen. Wahrscheinlich wird die Hand durch die Belastung beim Schwimmen leicht anschwellen, aber da sie nach einer guten Stunde vor allem ausruhen kann, ist das nicht so ein Problem. Ich werde aber vorsichtig schwimmen und mich aus der grossen Masse heraus halten, damit ich keinen Schlag auf die Hand bekomme. Dies könnte problematischer sein.

Ich rechne beim Schwimmen mit einer Zeit zwischen 1:10 und 1:15 Std., denn ich war schon in Zürich nicht besonders schnell und seither habe ich praktisch kein richtiges Schwimmtraining mehr gemacht. Im Juli wollte ich nicht, im August war ich nie richtig gesund und Anfang September brach ich mir die Hand. So bin ich im Schnitt wohl gerade mal einen einzigen km pro Woche geschwommen. Es lohnt sich deshalb nicht, hier zuviel Energie zu verbrauchen.

Beim Rad fahren bin ich optimistischer. Obwohl ich wegen der gebrochenen Hand auch nicht immer so gut trainieren konnte, habe ich immer noch viel Kraft in den Beinen. Je nach dem, wie die Bedingungen sind, ist eine Zeit unter 5 Stunden möglich. Ich bin bereit, an die Grenzen zu gehen und etwas zu riskieren. Beim dritten Mal auf Hawaii darf man das. Es geht mir nicht um das Finishen. Ich möchte dieses Jahr mal sehen, wie viel ich aus mir heraus holen kann.

Beim Laufen bin ich mit einer Zeit zwischen 3:00 und 3:15 sehr zufrieden. Wie gut es mir beim Marathon läuft, hängt natürlich sehr davon ab, wie viel Energie ich beim Rad fahren verbrauche.

Alles in allem hoffe ich immer noch mit einer Zeit unter 9:30. Aber ich mache mir da keinen grossen Druck.

Zusammenfassend: Ich werde sehr vorsichtig schwimmen, auf dem Rad an die Grenzen gehen und dann schauen, was beim Laufen noch möglich ist. Der Ironman Hawaii ist etwas besonderes und man muss ihn auch geniessen. Das werde ich auf jeden Fall machen.

Dann lege ich mich jetzt noch ein paar wenige Stunden schlafen.

Kona im Triathlonfieber

In den letzten Tagen wurde es nun richtig hektisch in Kona. Vor allem am Morgen früh versammelt sich am Pier eine riesige Menschenmenge aus Athleten, Betreuern, Volunteers und Journalisten. Es werden Werbegeschenke verteilt und es gibt immer wieder Attraktionen.

Gestern fand zum Beispiel der Underpants Run statt. Früher war er als Protestaktion gegen die freizügige Kleiderwahl der Europäer gedacht. Heute gehört der Unterhosenlauf zu den Stimmungshöhenpunkten (siehe Bild).

Am Pier habe ich mich auch mit Phillipe Krebs getroffen und mit ihm ein kurzes Lauftraining gemacht. Er war einer der wichtigsten Trainingskollegen bei der Vorbereitung meiner ersten vier Ironman-Wettkämpfen. Im Jahre 2005 waren wir noch zusammen auf Hawaii. Danach zog er mit seiner Frau Danielle nach San Diego, wo sie heute noch leben. Ich habe ihn seit über drei 3 Jahren nicht mehr gesehen und freute mich sehr über das Wiedersehen (Bild links: Philippe und ich; Bild rechts: Steffen, Harry und ich).

Gestern Abend fand fand der Welcome Dinner statt. Die Veranstaltung beginnt mit der Abenddämmerug und findet unter freiem Himmel statt – dieses Mal sogar unter einem schönen Regenbogen. Die Stimmung ist immer sehr speziell. Es gibt mehr als genug zum Essen – die Athleten können nochmals so richtig die Speicher füllen. Nach dem Sonnenuntergang gibt es mehrere traditionnelle Showeinlagen und es werden zur Einstimmung Bilder aus den letzten Jahren gezeigt (Bild links: Harry, Jo und Steffen).

Livestream vom Ironman im Internet

Der Ironman Hawaii 2009 findet am nächsten Samstag statt. Die Profis starten um 6.45 Uhr, alle anderen um 7 Uhr. Die Zeitverschiebung beträgt gerade 12 Stunden. Das heisst in der Schweiz ist es dann 7 Uhr am Abend.

Ihr könnt den Ironman Hawaii auf www.ironmanlive.com verfolgen. Es gibt dort eine Live-Übertragung und einen Athlete Tracker. Über den Athlete Tracker könnt ihr zu jeder Zeit erfahren, wie weit ich schon vorangekommen bin. Dazu müsst ihr meine Startnummer 1692 eingeben.

Am Sonntag nach dem Ironman gibt es auf ARD um etwa 15:30 Uhr eine Zusammenfassung vom Ironman.

Noch 3 Tage

Die Zeit vergeht im Fluge. Es sind nur noch 3 Tage bis zum Ironman Hawaii. Am letzten Wochenende zügelten die Belgier Harry und Joe in ein anderes Appartement und Steffens Freundin Andrea und deren Schwester Birgit zogen in unsere “Suite” ein. Die zwei haben ähnliche Bikes wie wir gemietet, aber in gelber Farbe und ohne Körbchen. So fahren wir unterdessen zu viert der Ali’i Drive entlang und verdrehen den Passanten die Köpfe.

Gestern waren wir auf der Body Glove Bootstour. Wir fuhren der Küste entlang zu einer Stelle, die zum Schnorcheln geeignet war. Während der Bootsfahrt wurden wir für ein paar Minuten von Delfinen begleitet, die wir so aus nächster Nähe beobachten konnten.

Heute Abend war die Nationen-Parade. Die Schweiz trat sehr einheitlich auf. Alle Teilnehmer trugen ein rotes T-shirt mit grossem Schweizerkreuz. Wir sind wohl stärker aufgefallen als jede andere Nation. Mit dabei auch die sechsfache Hawaii-Gewinnerin Natascha Badmann (im Auto).

In den nächsten drei Tagen geht es noch um die letzten Vorbereitungen. Morgen werde ich die Startunterlagen abholen, an der Wettkampfbesprechung teilnehmen und das Rad startbereit machen. Bis zum Wettkampf am nächsten Samstag mache ich nur noch ganz kurze Trainings um den Körper in Schwung zu halten. Sonst werde ich vor allem die Beine hoch lagern.

Wenig trainieren, viel relaxen

Es geht nur noch eine gute Woche bis zum Ironman Hawaii. Jetzt kommen auch noch die letzten Triathleten nach Kona, die meisten durchtrainiert und braun gebrannt. Auf der Ali’i Drive und auf dem Highway wird fleissig gelaufen und gekurbelt. Viele trainieren immer noch hohe Umfänge, dabei sollten alle wissen, dass nun Tapering angesagt ist. Aber das schöne Wetter verleitet selbst qualifizierte Triathleten dazu, zuviel zu machen. Ich nehme es locker. Am Morgen gehe ich oft eine halbe Stunde ins Wasser. Danach sitze ich mit Kollegen in das Lava Java oder ein anderes Café (Bild unter rechts, die zwei Steffen im Lava Java). Am Nachmittag mache ich meistens ein kurzes, aber schnelles, knackiges Rad- oder Lauftraining. Danach ausruhen, am Pool liegen, diskutieren und über mögliche Hawaii-Sieger fachsimpeln.

Um in Kona auch ohne unsere Wettkampfräder mobil zu sein, haben Steffen und ich blaue Räder mit Körbchen und Rücktrittbremse gemietet (Bild rechts). Diese sind bereits zu einem Blickfang geworden und wir konnten schon einigen Passanten ein Lächeln entlocken. Sonst sieht man in Kona zurzeit nur super-teure Triathlonmaschienen.

Bezüglich meiner Hand habe ich sehr gute Nachrichten. Es geht ihr von Tag zu Tag besser. Beim Schwimmen kann ich mich schon fast so bewegen, wie ich es möchte. Ich benutze nur noch ein Neopren-Band, um die Hand noch etwas zu stabilisieren. Die Schiene brauche ich nicht mehr. Beim Rad fahren und Laufen benötige ich überhaupt keinen Schutz mehr. Bis zum Ironman in einer Woche, ist die Hand wieder einsatzbereit.

Kona by the Sea


Vor ein paar Tagen bin ich vom Hostel Koa Wood Hale Inn in eine “Suite” im Kona by the Sea gezügelt, das direkt am Meer liegt. Den Luxus würde ich nicht brauchen, aber da ich ihn nun habe, geniesse ich ich es, soviel Platz und Komfort zu haben. Drinnen hat es zwei grosse Schlafzimmer, ein schönes Wohnzimmer und eine moderne gut ausgestattete Küche. Draussen gibt es einen recht grossen Pool, ein Jacuzzi und einen schönen Palmenstrand.
Ich wohne hier zusammen mit Steffen Haak, den ich von den Wettkämpfen in Zürich kenne. Wir sind dort schon dreimal aufeinander getroffen und waren immer sehr ähnlich schnell – sozusagen mein härtester Konkurrent, mit dem ich mich aber immer sehr gut verstehe. Zurzeit wohnen auch noch die zwei Belgier Jo und Harry im zweiten Zimmer unserer Suite. Zudem ist ein weiterer Steffen häufig bei uns zu Besuch. Am nächsten Sonntag werden die zwei Belgier in eine andere Suite umziehen und Steffens Freundin und deren Schwester werden bei uns einziehen.
Die Triathleten-WG funktioniert sehr gut. Jeweils am Abend gibt es etwas Grösseres zum Essen, wobei wir uns jeweils beim Zubereiten abwechseln. Bis jetzt war das Essen immer sehr gut und ich bin mir sicher, dass es so weitergehen wird.

Erster Tag in Kona

Ich wachte um etwa 6 Uhr am Morgen auf. Selbstverständlich nicht wegen dem Wecker. Diesen werde ich in den nächsten zwei Wochen nicht brauchen. Ich schlafe einfach, bis ich aufwache. Aus Erfahrung weiss ich, dass dies hier immer etwa um 6 Uhr ist. Der erste, der mich begrüsste, war ein Gecko, der zum Fenster hinein schaute (Bild links).
Das Start- und Zielgelände des Ironman befindet sich nur einen Kilometer von meiner Unterkunft entfernt. Ich nahm Badehose und Schwimmbrille und machte mich auf den Weg. Es war wunderbar. Die saubere, warme Luft, die vielen Blumen, der Blick auf den Ozean. Die Sonne ist schon um 8 Uhr am Morgen so stark wie in der Schweiz im Sommer um die Mittagszeit. Es war genau nach meinem Geschmack.
Dann sah ich die Alii Drive wieder…und das Pier (mittleres Bild). Ich fühlte mich schon fast wie zu Hause. Es waren tatsächlich schon ein paar Triathleten am Schwimmen. Ich ging auch in das Wasser. Mit der Schiene an der Hand versuchte ich ein bisschen zu schwimmen. Sehr gut ging es nicht. Aber schon im Wasser liegen war wertvoll. Ich liess mich von den Wellen tragen und beobachtete die farbigen Fische am Korallenriff. Das Wasser ist unglaublich klar. Man sieht mindestens 50 Meter weit.
Die Leute in Kona sind sehr kommunikativ. Und wie beginnt man am besten das Gespräch? Bei mir ist wohl die gebrochene Hand der naheliegende Anknüpfungspunkt. Jede zweite Person spricht mich darauf an. Was ist passiert? Gebrochen? Und du möchtest am Ironman teilnehmen? Geht das? Und so weiter.
Dann sah ich auch noch Delfine. Sie waren zwar etwa 500 Meter entfernt, aber sie waren trotzdem gut zu sehen, weil sie weit aus dem Wasser sprangen und sich dabei in der Luft drehten. Am liebsten wäre ich sofort wieder ins Meer gegangen und auf sie zugeschwommen.
So verging der Morgen recht schnell. Am Nachmittag ging ich einkaufen, ich veräumte mein Reisegepäck in den Schränken und ich baute mein Triathon-Rad zusammen.
Den Sonnenuntergang konnte ich sogar von meinem Zimmer aus beobachten (Bild rechts).

Hawaii, hier bin ich

Nach 28 Stunden Reise bin ich am 17. September um 20 Uhr auf Hawaii gelandet. Die Reise klappte sehr gut und ohne Zwischenfälle. Meine Spezialschiene an der gebrochenen linken Hand wurde zwar an jeder Sicherheitskontrolle genau unter die Lupe genommen, aber schlussendlich kam ich überall durch. Geschlafen habe ich nie. Deshalb fuhr ich nach der Landung mit dem Taxi direkt zu meiner Unterkunft, dem Koa Wood Hale Inn in Kailua-Kona. Es dauerte nicht lange und ich fiel in einen tiefen Schlaf…

Hawaii, ich komme

Am letzten Dienstag war ich wieder bei Dr.med. Herren in der Schulthess Klinik und wir haben nochmals Röntgenbilder von der gebrochenen Hand gemacht. Es sah gut aus. Die Knochen wachsen so zusammen, wie sie es müssen. Nur ein kleines Stück Knochen ist und bleibt wohl abgesplittert, was aber laut dem Arzt nicht problematisch sei. Normalerweise müsste man die Hand jetzt rund 5 Wochen ruhig stellen. Bis zum Ironman in gut drei Wochen wird die Bruchstelle aber wieder genug Festigkeit haben um einen Start zu wagen.
Der Entscheid ist deshalb gefällt. Wie ursprünglich geplant, fliege ich am 17. September nach Hawaii. Ich freue mich enorm. Es ist ja nicht nur der Wettkampf, der mich nach Hawaii zieht. Es ist die ganze Stimmung dort, die Sportler aus aller Welt und natürlich die Sonne, das Meer und die perfekten Temperaturen, die mich so begeistern.
Was den Wettkampf betrifft, werde ich noch schauen müssen, was möglich ist. Die Vorbereitung war alles andere als optimal. Anfang August hatte ich die Grippe, Ende August nochmals. Kaum habe ich mich davon erholt, brach ich mir bei dem Radsturz am Powerman die Hand. In den letzten sechs Wochen konnte ich praktisch nie richtig trainieren, und vor allem nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber von der guten Form im Juli habe ich sicher noch nicht alles verloren. Ich versuche mich in den letzten zwei Wochen vor dem Ironman Hawaii nochmals in Schwung zu bringen und sehe dann im Wettkampf, wie viel ich zu leisten fähig bin. Zumindest die Motivation und den Biss habe ich gewiss noch.

Noch 30 Tage – Die neue Ausgangslage

In 30 Tagen findet die Ironman WM auf Hawaii statt. Höchste Zeit, den Hawaii Blog wieder zu aktivieren. Ich werde in den nächsten fünf Wochen regelmässig über meine Vorbereitung, meine Erlebnisse und Begegnungen berichten. Es ist geplant, dass ich in einer Woche nach Kona fliege. Aber Pläne sind halt so eine Sache…manchmal kommt alles ganz anders.

Die neue Ausgangslage ist die, dass ich eine gebrochene Hand habe. Am letzten Sonntag nahm ich am Powerman (duathlon short distance) in Zofingen teil – ein letzter Wettkampf als Hauptprobe für den Ironman Hawaii. Ich begann absichtlich nicht zu schnell und wollte mich dann auf dem Rad an die Spitze vorarbeiten. Dies gelang vorerst sehr gut, ich machte Platz für Platz gut, bis zum Sturz an einer völlig ungefährlichen Stelle, leicht bergauf. Ich weiss nicht genau, wie es passierte. Auf jeden Fall stellte es mir das Vorderrad quer und ich flog über den Lenker und landete kopfvoran auf dem Asphalt. Es hätte schlimmer ausgehen können. Der Helm hat den Aufprall so gut absorbiert, dass ich – was den Kopf betrifft – mit einer Beule davonkam. Leider schlug die Hand schlug so unglücklich auf, dass ein Mittelhandknochen brach. Zudem habe ich mehrere Schürfungen, die sind aber das kleinere Problem.

Den Unfall kann ich nicht rückgängig machen. Ich versuche das beste aus der Situation zu machen, muss neue Ziele definieren und neu planen. Wenn es irgendwie geht, werde ich trotz der gebrochenen Hand nach Hawaii reisen und am Ironman teilnehmen, aber das muss zuerst analysiert und mit dem Arzt besprochen werden. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Yes!! 9. Rang Overall am Ironman Switzerland 2009

Ich konnte meine gute Form im Wettkampf voll umsetzten und habe meine hoch gesteckten Ziele mehr als erreicht. Nach einem missglückten Start folgte eine Aufholjagd auf dem Rad und ein Marathon nach Plan.

Mit einer Schlusszeit von 8:50.24 habe ich die 9-Stunden-Marke geknackt und ich konnte mir mit dem 2. Rang in meiner Katergorie den Slot für die Weltmeisterschaft auf Hawaii sichern. Dabei war die Konkurrenz dieses Jahr besonders stark. Noch nie brauchte man für die Hawaii-Quali eine Zeit unter 9 Stunden. Letztes Jahr hätten noch 9 Std. 30 min. gereicht.

Der Start war mir allerdings missglückt. Beim Schwimmen habe ich mit einer Zeit von 1:04.54 bis zu 15 Minuten auf meine Konkurrenten verloren. Ich bin ganz rechts aussen ins Rennen gestartet und habe mir dadurch erhofft, weniger in die Prügeleien hineinzukommen. Der Nachteil ist, dass man bis zur ersten Boje etwas weiter schwimmen muss. Leider kam zusätzlich hinzu, dass die linke Seite des Feldes schon deutlich vor dem Startschuss immer weiter nach vorne schwamm. Meine Taktik war also ein Fehler. Als ich bei der ersten Boje ankam, war ich mitten unter viel langsamerem Schwimmern. Überholen war sehr schwierig und es hätte viel Kraft gekostet. Es blieb mir nichts anders übrig, als im langsamen Trott weiter zu schwimmen und möglichst wenig Kraft zu verpuffen. Für das nächste Mal ist klar: Ich starte wieder mitten drin und setzte alles daran, möglichst weit vorne im Feld zu schwimmen.

Als Folge der schlechten Schwimmleistung setzte ich zu einer grossen Verfolgungsjagd an. Fast mit 50 km/h bin ich dem Zürichsee entlang gefahren und habe dabei eine Gruppe nach der anderen überholt. Obwohl sich die Athleten in den den Gruppen überhaupt nicht an den Mindestabstand von 10 Meter gehalten haben, hatten sie keine Chance zu folgen. Erst nach 75 Kilometer fuhr ich auf eine grössere Gruppe auf, die ich für lange Zeit nicht abschütteln konnte. Ich und ein paar andere starke Radfahrer versuchten mehrmals vergeblich, die viel zu kompakt fahrende 50 Mann starke Gruppe zu sprengen (Schiedsrichter waren weit und breit keine zu sehen). Erst bei Kilometer 115, wenige Kilometer vor einem Anstieg, fruchtete ein Angriff von mir. Ich konnte mich von der Gruppe lösen und im Anstieg einen grösseren Abstand herausfahren. Einige wenige konnten, als es wieder flacher wurde, aufholen, aber die Gruppe wurde durch diese Attacke gesprengt. In dem darauf folgenden hügligen Gelände fuhr ich sehr offensiv und ohne Rücksicht auf den noch kommenden Marathon. So weit vorne gab es keine grösseren Gruppen mehr. Ich überholte aber immer wieder einzelne Athleten, darunter auch Profis, die ja fünf Minuten vor mir gestartet sind. Mit einer Radzeit von 4:39.56 hatte ich die fünfbeste Zeit von allen Teilnehmern und war nur fünf Minuten langsamer als Sieger Ronnie Schildknecht. Ich arbeitete mich mit diesem Effort vom 388. Platz nach dem Schwimmen auf den 16. Platz vor.

Beim Marathon hatte ich mir eine Zeit von 3 Stunden vorgenommen. Ich habe meine Uhr so programmiert, dass es immer nach 4 Minuten und 15 Sekunden piepste. In dieser Zeit wollte ich jeweils einen Kilometer zurücklegen. Das gelang mir recht gut. Auf der ersten Runde war ich noch etwas zu schnell unterwegs, überholte dadurch einige Konkurrenten und stiess auf den 9. Platz vor. Auf den drei folgenden Runden war ich dann jeweils ein bisschen zu langsam und büsste die kleine Reserve, die ich mir aufgebaut hatte, wieder ein. Aber ich fühlte mich fast immer sehr gut. Die dritte Runde war die härteste. Die Koordination wurde zunehmend schlechter. Zudem spürte ich die Konkurrenten im Nacken. Aber ich fing mich wieder auf und verteidigte meinen 9. Platz bis ins Ziel. Mit einer Laufzeit von 3:01.57 blieb ich zwar über den angestrebten 3 Stunden. Aber wenn man grosszügig noch berücksichtigt, dass ich einmal 2-3 Minuten zwangsläufig auf dem Toitoi eine Pause machen musste, so bin ich den Marathon knapp unter 3 Stunden gelaufen.

Rangliste

(Fotos von René Boutellier, vielen Dank!)

Durchgangszeiten-Prognose für den Ironman Switzerland 2009

Für alle, die mich während dem Wettkampf anfeuern möchten, habe ich eine Prognose für meine Durchgangszeiten gemacht. Ich bin davon ausgegangen, dass alles optimal läuft. Es wird nicht einfach werden, den Ironman in weniger als 9 Stunden zu absolvieren. Letztes Jahr haben dies nur gerade acht professionelle Triathleten geschafft. Aber wenn die Tagesform stimmt, ist es möglich. Schlussendlich spielen auch Wind und Wetter eine bedeutende Rolle. Deshalb darf man die Durchgangszeiten nicht zu genau nehmen. Ich hoffe, dass die Tabelle trotzdem hilft, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Auf der Homepage des Ironman Zürich findet ihr Pläne von der Schwimm-, Rad- und Laufstrecke. Die Schwimm- und die Radstrecke sind in jeweils zwei Runden unterteilt. Nach der ersten Schwimmrunde muss man kurz aus dem Wasser und die Saffa-Insel zu Fuss überqueren. Dann springt man für die zweite Runde wieder ins Wasser. Die Radstrecke verläuft zu einem grossen Teil entlang dem See, es hat aber auch einige Steigungen im Züri-Oberland und natürlich der berüchtigte Heartbreak-Hill bei Kilchberg. Insgesamt muss man auf den zwei Runden etwa 1500 Höhenmeter bewältigen. Der abschliessende Marathon besteht aus vier Runden à 10.1 km.


Durchgangszeiten am Ironman Switzerland
SchwimmstreckeKilometerTageszeit Renndauer
Start Badi Mythenquai007:0000:00
Passage Saffa-Insel1.807:2800:28
Schwimmausstieg3.808:0001:00
 
RadstreckeKilometerTageszeitRenndauer
Ausfahrt Wechselzone008:0301:03
Natascha Badmann Station2908:4501:45
Water Station Hombi45 09:1302:13
Relax Station Forch6209:4702:47
Passage Landiwiese7910:1103:11
Heartbreakhill8410:2003:20
 
Passage Landiwiese9010:2803:28
Natascha Badmann Station11911:1004:10
Water Station Hombi13511:38 04:38
Relax Station Forch15212:12 05:12
Passage Landiwiese169 12:3605:36
Heartbreakhill17412:4505:45
Einfahrt Wechselzone18012:5305:53
 
LaufstreckeKilometerTageszeitRenndauer
Beginn Laufstrecke012:5605:56
Power Station0.712:5905:59
Take Care Station3.3 13:10 06:10
Tough Station4.613:1606:16
Hot Station5.6 13:2006:20
Crazy Station6.513:2406:24
Wendepunkt Utoquai7.213:2706:27
Crazy Station8.513:3306:33
 
Wendepunkt Landiwiese10.213:40 06:40
Power Station11.313:4506:45
Take Care Station13.913:5606:56
Tough Station15.3 14:0207:02
Hot Station 16.314:0707:07
Crazy Station17.1 14:1007:10
Wendepunkt Utoquai 17.914:1407:14
Crazy Station19.1 14:1907:19
 
Wendepunkt Landiwiese20.814:2607:26
Power Station21.914:3107:31
Take Care Station24.514:4207:42
Tough Station25.914:4807:48
Hot Station26.914:53 07:53
Crazy Station27.714:5607:56
Wendepunkt Utoquai28.515:0008:00
Crazy Station29.7 15:0508:05
 
Wendepunkt Landiwiese31.415:1208:12
Power Station32.515:1708:17
Take Care Station35.115:2908:29
Tough Station36.515:3508:35
Hot Station37.5 15:3908:39
Crazy Station38.415:4308:43
Wendepunkt Utoquai39.115:4608:46
Crazy Station 40.415:5208:52
Ziel 42.216:0009:00
 

Ironman Switzerland 2009: Der Countdown läuft…

Es geht noch genau 9 Tage bis zum Ironman Switzerland 2009. Ich nehme bereits zum sechsten Mal an diesem Anlass teil – und immer noch ist es etwas Besonderes. Nach dem Resultat vom letzen Jahr (Schlusszeit: 9:11.17) war für mich klar, dass ich nun versuchen werde die 9-Stunden-Marke zu knacken. Ob es schon dieses Jahr gelingt, ist natürlich auch von Faktoren abhängig, die ich selber nicht beeinflussen kann. Aber was mich betrifft, werde ich alles geben, was möglich ist.
Ein anderes Ziel ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaften auf Hawaii. Nachdem ich letztes Jahr auf den Slot verzichtet habe, würde ich dieses Jahr gerne wieder auf die Pazifik-Insel reisen. Dieses Jahr ist die Quali allerdings besonders schwierig: In meiner Kategorie werden nur vier Slots verteilt und ich habe einige Konkurrenten, die ungefähr auf meinem Level sind. Ich bin gespannt, welche Zeit schlussendlich für die Quali notwenig ist. Aber wenn ich mein erstes Ziel erreiche und nach 9 Stunden im Ziel bin, dann reicht es ziemlich sicher auch für Hawaii.
Die Vorbereitung auf den Wettkampf sind bis jetzt gut verlaufen. Ich konnte – arbeitsbedingt – dieses Jahr nicht ganz so viel trainieren wie letztes Jahr. Vor allem beim Schwimmen musste ich ein bisschen Zeit sparen. Trotzdem konnte ich sowohl auf dem Rad als auch beim Laufen gegenüber dem letzen Jahr Fortschritte machen. In den letzen drei Jahren erzielte ich beim Ironman Switzerland immer eine neue persönliche Bestzeit. Ich bin optimistisch, dass es auch dieses Jahr wieder klappen wird.

Schlusswort Ironman Hawaii 2007

Am 24. November bin ich planmässig in Zürich gelandet. Damit gehört das Abenteuer Hawaii der Vergangenheit an. Es war eine schöne, spannende und sehr abwechslungsreiche Zeit. Von den vielen Erlebnissen werde ich noch lange zehren können. Sowohl beim Ironman (siehe Wettkampfbericht) als auch bei allen anderen Aktivitäten auf den Vulkaninseln ist alles gut gelungen.

Ich freue mich ausserordentlich, dass mein Blog so guten Anklang fand (laut Statistik 17’000 Zugriffe im Oktober und 32’000 im November!). Von allen ETH-Blogs wurde mein Hawaii-Blog am zweitmeisten besucht.

Besonders danken möchte ich Erik und Jacqueline, der Familie Trukenmüller, Blake, David und Steve, Sarah und Tobi, weil ich bei ihnen für eine gewisse Zeit wohnen durfte. Vielen Dank auch an Alexandra und Roli, Rebekka, Gabriel, Jens, Adi, Sarah und Tobi, Debbie und alle anderen, mit denen ich auf der Insel unterwegs war. Sie haben viel dazu beigetragen, dass ich Hawaii noch lange in sehr guter Erinnerung behalten werde. Es gibt noch viele andere Leute, mit denen ich auf Hawaii schöne Zeiten verbracht habe. Auch bei ihnen möchte ich mich vielmals bedanken.

Rueckflug in die Schweiz

Jetzt zeige ich noch die letzten Bilder von Hawaii. Der Sandstrand auf dem Bild ist knapp 2 Kilometer von Blake’s Haus entfernt und er ist 20 Kilometer lang! Gestern machte ich einen zweistuendigen Longjog, alles im Sand und barfuss. Seit dem Ironman habe ich zum ersten Mal wieder Muskelkater.

Strand und Palmen Strand und Windkraft letzter Sonnenuntergang

Heute ist es soweit. Um 4 Uhr werde ich nach Honolulu fliegen. Von dort weiter nach San Francisco, Washington, Zuerich. Am Samstag, 24.11., werde ich um 8.10 Uhr in Zuerich landen.

Hike durch Maui’s Lavafelder

Am letzten Sonntag machte ich zusammen mit Blake eine Wanderung durch die Lavafelder ganz im Sueden von Maui. Obwohl die Landschaft sehr interessant ist und es viele schoene Plaetze gibt, trifft man hier fast nie andere Leute an. Es gab auch einige Plaetze, an denen man sehr gut schnorcheln konnte.

Blake Ueli Ueli 2

Schon am naechsten Donnerstag werde ich in die Schweiz zurueck fliegen. Ich geniesse noch die Waerme und das Meer und verabschiede mich von den schoenen Landschaften.

Koralle Ozean Ozean 2

Happy Birthday

Seit letztem Mittwoch bin ich zurueck auf Maui. Ich wohne wieder bei Blake in Kihei. Am Samstag war mein 27. Geburtstag. Ich freute mich besonders auf diesen Tag, denn Blake musste auf einem Boot neue Teammitglieder ausbilden und ich durfte mitfahren.

Bootsfahrt Ueli Lighthouse Blake and Crew
Bereits um 7 Uhr starteten wir unsere Fahrt von Lahina zur Insel Lanai. Wir fuhren um die Insel herum und schauten uns die Kueste an. An einer besonders schoenen Bucht gingen wir ins Wasser und Blake zeigte und erklaerte uns die Unterwasserwelt: Es hatte Fische in allen Farben und sehr schoene Korallen.
Fische 1 Fische 2 Fische 3

Auf der Rueckfahrt hielten wir Ausschau nach Delfinen – und hatten viel Glueck. In einer Bucht trafen wir auf eine sehr grosse Gruppe Delfine. Fast hundert Delfine tummelten sich um das Boot herum. Sie sprangen manchmal aus dem Wasser und drehten sich in der Luft. Es war ein grosses Spektakel. Nach einer halben Stunde fuhren wir weiter. Als das Boot beschleunigte, hatten die Delfine einen Spass daran, uns zu begleiten und mit hohem Tempo vor dem Boot her zu schwimmen. Je schneller wir fuhren, desto mehr hoerte man das Schnaufen der Delfine. Sie sprangen in immer kuerzeren Abstaenden aus dem Wasser um nach Luft zu schnappen. Sobald sie nicht mehr mitkamen, gingen sie seitlich weg. Am Schluss war nur noch der schnellste vor dem Boot. Der schwamm mit ueber 25 Meilen pro Stunde!

Drei Delfine Eintauchender Delfin Delfin ganz nahe
Das schoenste Geburtstagsgeschenk war dann aber doch sehr uberraschend. Zwischen Lanai und Maui entdeckte der Captain ploetzlich einen Buckelwal. Damit hatte niemand auf dem Boot gerechnet. Das Boot wurde angehalten und wir warteten. Dann tauchte der Wal auf, nur 100 Meter vom Boot entfernt. Es war der erste Wal, den ich je gesehen habe, und es war eindruecklich. Der Buckelwal ist eines der groessten Tiere, das auf der Erde lebt. Er kann bis 19 Meter lang und 45000 kg schwer werden.

Zwei Delfine Walflosse Wal

Am Abend gabe es eine Geburtstagsparty. Nicht nur ich, sondern auch Kelly, eine Freundin von Blake, feierte ihren Geburtstag. Ich freute mich sehr, von den Locals so nett aufgenommen zu werden und lernte wieder viele interessante Menschen kennen. Zuerst spielten wir Volleyball, bis es dunkel wurde. Danach gab es viel zu Essen. Es gab einen grossen Geburtstagskuchen und ich selber brachte Schweizer Schokolade mit, die sehr guten Anklang fand. Als ich am Abend um 11 Uhr nach Hause kam, war ich ziemlich erschoepft von den vielen Erlebnissen.

Geburitisch Kuchen Jassen

Gruppenbfoto Singen Ueli and friends

Abenteuer Honolulu

Flugzeug 1 Flugzeug 2 Waikiki 1

Waikiki Sunset Sunset 1 Sunset 2
Seit dem letzten Samstag bin ich in der Grossstadt Honolulu auf Oahu. Hier erlebt man Hawaii wieder von einer ganz anderen Seite. Ich wohne mitten zwischen Hochhaeusern im touristischen Zentrum Waikiki, das vor allem aus Hotels, Laeden und Restaurants besteht. Der weltberuehmte und voellig mit Menschen ueberfuellte Waikiki Beach ist nur hundert Meter von meinem Schlafplatz entfernt. Honolulu ist nicht eine besonders schoene Stadt, aber da hier viele verschiedene Kulturen aufeinander treffen, ist sie trotzdem sehr interessant. Ich besuchte die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten und kenne die Strassen von Waikiki schon recht gut. Zweimal rannte ich auf den Diamond Head, von dem aus man sehr schoen auf die Stadt hinunter schauen kann. Am letzten Sonntag ging ich zum ersten Mal surfen. Es klappte schon recht gut. Immerhin konnte ich auf dem Brett schon aufstehen und eine zeitlang auf der Welle bleiben. Es ist schon ein tolles Gefuehl, von der Welle beschleunigt zu werden und ueber das Wasser zu rasen.

North Shore 1 North Shore 2 North Shore 3

North Shore Adi North Shore Beach North Shore Beach 2

Gestern besuchte ich mit zwei Kollegen das North Shore. Es liegt auf der Honolulu gegenueber liegenden Seite der Insel und ist das Surfer-Mekka. Hier hat es manchmal ueber zehn Meter hohe Wellen und hier finden auch die Weltmeisterschaften im Surfen statt. Die langen Sandstraende am North Shore sind die schoensten, die ich je gesehen habe (viel schoener als die beruehmte Waikiki Beach).

Surf 1 Surf 2 Surf 3

Meine Unterkunft war das Beachside Hostel. Es ist nicht besonders sauber und komfortabel, aber recht guenstig. Man wohnt hier mit etwa fuenf anderen Personen in einem Zimmer. Im Durchschnitt hat es fast hundert meist junge Gaeste im Beachside Hostel. Viele gehen am Abend noch an eine Party und so muss man sich daran gewoehnen, dass es die ganze Nacht hindurch nie ruhig ist. Auch der Fernseher, der sich im Schlafzimmer befindet, laeuft fast die ganze Nacht hindurch. Das schoene ist aber, dass man sehr schnell viele interessante Leute kennen lernt, mit denen man den Tag durch etwas unternehmen kann. Es herrscht eine freundschaftliche Stimmung und man geht aufeinander zu. Ich habe auf Oahu noch nicht alles gesehen. Trotzdem werde ich schon heute Oahu verlassen und nochmals nach Maui fliegen.

Mauna Loa geschafft

Die Wanderung auf den 4169 Meter hohen Mauna Loa beansprucht mindestens zweieinhalb Tage. Es hat zwei Kabinen, in denen man übernachten kann. Die erste befindet sich auf 3000 Meter, die andere auf knapp 4000 Meter Höhe.

Zelt Steppe Steppe 2

In der Nacht vom Montag auf den Dienstag übernachtete ich auf dem Namakanipaio Campground im Volcano National Park. Als ich aufwachte, regnete es. Offenbar hatte sich das Tief der letzten Tage noch nicht davon gemacht. Um 9 Uhr wurde ich von Sarah und Tobias abgeholt. Wir fuhren mit dem Auto noch wenige Kilometer den Hang hinauf bis zum Beginn des Mauna Loa Trails. Wir nahmen die schweren Rucksäcke – mit Proviant für drei Tage – auf unsere Schultern und machten uns auf den Weg.

Lava 1 Lava 2 Lavahoehle

Zuerst zeigte sich noch die Sonne. Wir stiegen durch eine steppenartige Landschaft den Hang hinauf. Die Büsche wurden aber bald spärlicher und nach zwei Stunden Wanderzeit befanden wir uns bereits in der Lavawueste, in der selbst die anspruchloseste Pflanze nicht überlebt.

Red Hill Red Hill Sarah Tobias Ueli Red Hill

Nach wenigen Stunden verdunkelte sich der Himmel zunehmend und es gewitterte in der Ferne. Wir schafften es aber noch rechtzeitig vor dem Regen in die Red Hill Cabin, eine unbewirtete Holzhütte mit Matrazenlager. Ich schlief hier fast 12 Stunden lang, den bereits um 6 Uhr am Abend wurde es dunkel und nur im Schlafsack war es warm genug.

Sunrise Red Hill Ueli Red Hill 2 Mauna Kea

Am nächsten Morgen setzten wir bei Sonnenschein unsere Wanderung durch die Lavawueste fort. Das Gestein selber ist erstaunlich vielfältig. Oft ist es ganz schwarz, brüchig und porös, manchmal aber auch grünlich, leuchtend orange, goldig glänzend oder dunkel violett. Die Farbenvielfalt ist beeindruckend. Auch die Gesteinsformen sind interessant. Man sieht dem Gestein noch gut an, dass es einmal eine zaehfluessige Masse war, welche in der Bewegung erstarrte. Vor allem das Durchqueren der schwarzen Lavafelder ist nicht völlig ungefährlich, weil es viele Hohlräume (Lava Tubes) hat, welche einbrechen können. Zudem ist das Gestein scharfkantig und rau.


Ueli Lava
Lava gruen Ueli Lava gruen

Das Durchqueren der Lavafelder ist ein ständiges auf und ab – ohne wirklich an Höhe zu gewinnen. Die 18 Kilometer von der Red Hill Cabin zum Gipfel sind anstrengender als man auf den ersten Blick denkt. Zudem waren die Wetterbedingungen nicht gerade ideal. Um die Mittagszeit zogen wieder viele Wolken auf und als wir auf dem Kraterrand ankamen, waren wir bereits von Nebel umhüllt. Von hier ging es noch eine Stunde bis zum höchsten Punkt des Mauna Loa. Obwohl wir keine Aussicht hatten, war es schön, ganz oben zu stehen. Die Temperatur war mit etwa vier Grad noch angenehm, aber nun begann es zu regnen und schneien.

Mauna Kea Nebel Kraterrand Mauna Loa Gipfel

Die zweite Hütte, die Mauna Loa Cabin, liegt gerade auf der gegenüberliegenden Seite des Kraters. Obwohl sie nur knapp 200 Meter tiefer als der Gipfel liegt, dauerte es nochmals zwei Stunden, bis wir sie erreichten. Kaum angekommen, lag ich bereits wieder im Schlafsack – zu kalt war es, um noch etwas zu essen. Es war mir auch ein bisschen schlecht. Wahrscheinlich lag es an der Höhe.

Summit Cabine Summit Cabine Morgendaemmerung Sunrise Summit

Kurz vor 5 Uhr am Morgen wachte ich auf. Ich hatte wieder genug warm, nach draussen zu gehen und den wunderbaren Sternenhimmel zu betrachten. Da die Temperatur aber deutlich unter Null lag, blieb ich nicht lange draussen stehen. Kurz vor dem Abmarsch um 6 Uhr, konnten wir aber noch einen sehr schönen Sonnenaufgang geniessen. Zügig marschierten wir den Vulkan hinunter. Wir hatten jetzt recht sonniges Wetter und kamen gut voran. Bereits um 14.30 Uhr erreichten wir wieder den Ausgangspunkt der Wanderung.
Abmarsch Krater Mauna Loa Downhill Sarah Tobias Krater 2 Schwarze Lava Regenbogen Nebel

Schwimmen mit Delfinen

Eigentlich hätten wir am letzten Montag den Mauna Loa in Angriff nehmen wollen. Aber da es am Sonntag auf dem Mauna Loa schneite und auch für Montag die Prognosen eher schlecht waren, verschoben wir die Wanderung um einen Tag und machten ein Alternativprogram. Am Morgen früh um 7 Uhr fuhren wir mit dem Kajak in Kealakekua Bay. Es ist einer der wenigen Plätze auf der Erde, wo es noch Spinner Delfine gibt. Sarah, Tobias und ich waren noch nicht lange unterwegs, als wir auf eine groessere Gruppe von Delfinen stiessen. Schon vom Kajak aus waren die spielenden Delfine ein faszinierender Anblick. Noch viel eindrücklicher war es, als wir selber ins Wasser sprangen. Wir waren mitten unter gut 20 Delfinen, die dicht an uns vorbeitauchten und immer wieder aus dem Wasser sprangen. Die Delfine kamen so nahe an mich heran, dass ich sie sogar berühren konnte. Eine ganze Stunde lang konnte ich die Delfine beobachten und geniessen. Wir hatten sie ganz für uns. Erst als sich die Delfine wieder davon machten, kamen die ersten Boote mit Touristen.

Mauna Loa Hike

Gestern bin ich mit dem Flugzeug von Maui zurueck nach Kona geflogen. Wir flogen dabei nochmals ueber den Haleakala National Park. Die Kraterlandschaft war auch aus der Vogelperspektive sehr eindruecklich.

Haleakala von oben Maui von oben Big Island von oben

Heute Morgen traf ich mich in Kona mit Sarah und Tobias. Wir diskutierten die Details fuer eine mehrtaegige Wanderung, die wir zusammen unternehmen wollten: vom Volcano National Park auf den 4169 m hohen Mauna Loa. Dieses Abenteuer wird auch koerperlich einiges abverlangen. Der Weg soll zwar technisch nicht schwierig sein, aber die extreme Hoehe, die Kaelte, der starke Wind und Wanderzeiten von 12 Std. pro Tag machen die Besteigung nicht einfach. Spaetestens am 9.11. muessen wir von der Wanderung zurueck sein. Bis dann werde ich wohl keinen Internet-Zugang mehr haben. Ich werde also erst dann von meinen Erlebnissen auf dem zweithoechsten Berg der Welt (vom Fusse des Berges 5000 m unter dem Meeresspiegel gerechnet) berichten.

Vor dem Hike auf den Mauna Loa, wollten wir noch Big Island entdecken: Die schoenen Kuesten im Norden von Kona, das Vaipio Valley und die Umgebung von Hilo. Hier noch ein paar Bilder:

Sunset White Sand Beach Sarah und Tobias Ueli White Sand Beach

Beach Beach Sarah Tobias img_0676.JPG

off-road 1 off-road 2 Urwald

Vaipio Sarah und Hund Ueli Vaipio

Xterra World Championship

Der Samstag und der Sonntag standen im Zeichen der Xterra Weltmeisterschaft. Xterra-Wettkaempfe sind off-road Triathlons. Aehnlich wie beim Ironman, gibt es auf der ganzen Welt Qualifikationsrennen, an denen man sich fuer die Weltmeisterschaft auf Maui qualifizieren kann. Die Distanzen entsprechen ungefaehr der olympischen Distanz. Im Gegensatz zum olympischen Triathlon fuehren die Bike- und Laufstrecke durch huegeliges, technisch schwieriges Gelaende. Anstelle des Rennrades kommt natuerlich ein MTB zum Einsatz. Start- und Zielbereich der Xterra Weltmeisterschaft liegt im der grossen Parkanlage des Maui Prince Hotel in Makena, nicht sehr weit von Kihei entfernt.

Priesterin Start Schwimmen 1

Jens und ich begaben uns am Samstag Morgen an die Makena Beach. Dort trafen wir uns mit Xterra-Athleten und gingen mit ihnen Schwimmen. Am Abend gab es einen grossen Dinner im Maui Prince Hotel. Jens konnte mir dank seinen Beziehungen sogar ein Gratis-Ticket beschaffen. In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag blieb ich gerade im Hotel. So musste ich am Morgen nicht erneut in das Wettkampfgelaende fahren. Der Xterra startete um 9 Uhr. Ich beobachtete vor allem die Schweizer Teilnehmer. Olivier Marceau belegte wie letztes Jahr den zweiten Rang und Sibylle Matter erreichte als siebte Frau das Ziel.

Marceau 1 Marceau 2 Matter 1 Matter 2

Maui – zweite Woche

Ich hatte eigentlich geplant, in der zweiten Woche auf Maui mit dem Zelt unterwegs zu sein und auf verschiedenen Camping-Plätzen zu übernachten. Dann hat mir aber Blake, den ich letzte Woche auf dem Campingplatz kennengelernt habe, angeboten, mich bei ihm auf dem Balkon einzurichten. Blake wohnt in Kihei. Das ist eine Stadt im Südwesten von Maui. Sie ist in den letzten Jahren durch den Badetourismus stark gewachsen. Die Küste besteht aus kilometerlangen weissen Sandstränden und es reiht sich eine Hotelanlage an die andere. Blake’s Wohnung liegt allerdings nicht direkt an der Küste, sondern in einem Quartier, in dem vor allem Einheimische wohnen. In Kihei gibt es fast jeden Abend einen grandiosen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang  Sonnenuntergang 2
Den Tag durch muss Blake arbeiten. Ich habe mich deshalb mit Jens Richter zusammengeschlossen, den ich bereits in Kona kennen gelernt habe. Jens ist Arzt, ein guter Triathlet mit langjaehriger Erfahrung und zudem Chefredakteur der Zeitschrift “triathlon” (www.tri-mag.de). Er ist als Journalist nach Hawaii gereist. Er berichtete ueber den Ironman Hawaii und beobachtet dieses Wochenende die X-terra Weltmeisterschaft auf Maui. Es war sehr spannend, mit ihm unterwegs zu sein. Vom Mittwoch bis am Freitag haben wir jeden Tag etwas zusammen unternommen.

Iao valley 1 Iao valley 2 Iao valley 3

Am Mittwoch fuhren wir in das regnerische Iao Valley. Im Reisefuehrer wird das Tal folgendermassen beschrieben: “Das Tal wird immer enger, und schliesslich muendet die Strasse in einem grossen Parkplatz.” Trotz dem dem Parkplatz – das Iao Valley ist unglaublich schoen und faszinierend. Die hohen, fast senkrechten Felswaende sind aufgrund der vielen Niederschlaege mit Moosen und anderen gruenen Pflanzen bedeckt. Der Talboden ist mit ueppigen Regenwald-Pflanzen ueberwuchert. Die Pfade, welche noch weiter das Tal hinauf fuehren, sind offiziell gesperrt. Wir hielten uns allerdings nicht daran und kaempften uns durch den dichten Dschungel hindurch. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir einen schoenen Aussichtspunkt. Hier nahmen wir unser Mittagessen zu uns und kehrten dann auf einem anderen Pfad zum Parkplatz zurueck.

Hana 1 Hana 2 Hana 3

Wamoku Fall 1 Waimoku Fall 2 Waimuko Fall 3 Waimoku Fall 4
Am Donnerstag fuhren wir nach Hana, das ganz im Osten der Insel liegt. Die fast 50 Meilen lange Fahrt entlang der Nordostkueste fuehrt ueber 56 kleine Bruecken und durch 617 Kurven. Vier wesentliche Elemente praegen die Aussicht entlang des Hana Highways: gruener Regenwald, tuerkis-tiefblaues Meer, Wasserfaelle und ueberwucherte Seitentaeler. Einige Meilen nach Hana beginnt der Haleakala National Park. Hier parkierten wir unser Auto und machten uns zu Fuss auf Entdeckungsreise. Wir wanderten auf einem Trail durch dichte Bambuswaelder, kamen an tiefen Schluchten vorbei und erreichten schliesslich den eindruecklichen Waimoku Fall. Dieser Wasserfall ist ueber 130 Meter hoch.

Krater 1 Krater 2 Krater 3

Am Freitag ging es nochmals auf den Haleakala Krater. Wir machten eine kleine Wanderung auf dem Sliding Sands Trail. Man spuert schnell, woher der Trail seinen Namen hat, denn die kleinen Steine unter den Schuhen stauben wie feiner Sand. Rutschend geht es bergab zum Kraterboden. Der Krater zeigte sich in seiner ganzen Farbenbracht: Rot, Braun, Grau, Gelb und Schwarz und wenn die Sonne in die Nebelschwaden schien, sah man immer wieder kleine Regenboegen.

Maui – erste Woche

Am Dienstag, 16. Oktober, flog ich zusammen mit Rebekka, ihren Eltern und ihren zwei Bruedern nach Maui. Nach der Landung auf dem Kahului Airport fuhren wir mit dem Mietwagen weiter nach Kaanapali an der Westkueste von Maui, wo sie ein Appartement mieteten. Ich wurde eingeladen, in dieser Woche bei ihnen zu wohen, was ich sehr gerne annahm. So hatte ich bereits eine Unterkunft. Das Appartement liegt an einem schoenen langen Sandstrand, wo man sehr gut Schnorcheln, Schwimmen und Baden kann.

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Ich unternahm recht viel mit meiner Gastfamilie. Wir besuchten auch spektakulaere Straende, mit hohen Wellen. Aber wer jetzt denkt, dass ich eine Woche lang an dem schoenen Sandstrand gelegen bin, der kennt mich nicht gut genug. Der Hoehepunkt der Woche hat nichts mit Badeferien zu tun; ich liebe Abenteuer und brauche die Herausforderung.

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Zusammen mit Rebekka machte ich einen zwei-taegigen Ausflug in den Haleakala National Park. Rebekkas Vater fuhr uns auf den Krater-Rand eines 3053 Meter hohen Vulkans. Es ist der groesste schlafende Vulkankrater der Welt. Er ist 13 km lang, 4 km breit und 800 m tief. Der Krater ist das Zentrum des Haleakala National Parks, in dem man lange Wanderungen machen kann. Mit schweren Rucksaecken machten wir uns am Donnerstag Nachmittag auf den Weg und stiegen vom Kraterrand zum Kraterboden hinunter. Es ist eine eine eigenartige Mondlandschaft aus schwarzem und roetlichem Gestein. Es sieht lebensfeindlich aus – kaum Pflanzen, nur ein paar Ueberlebenskuenstler, die auf dem sehr trockenen und sandigen Boden gedeihen koennen. Viele kleinere Vulkane mit Kratern sind auf dem Kraterboden verteilt. Nach 2 Stunden Abstieg kommen wir auf dem Krater-Boden an. Es beginnt bereits langsam dunkel zu werden. Aber wir haben noch eine 5-stuendige Wanderung vor uns. Das Ziel ist der Hosmer Grove Campground. Wir durchqueren den vom Mond beleuchteten Krater. Nebelschwaden machen die Landschaft noch mystischer, als sie sowiso schon ist. Trotz dem hellen Mondlicht sieht man in dieser Hoehe unglaublich viele Sterne. Wir geniessen das eindrueckliche Naturerlebnis. Die letzten zwei Stunden der Wanderung muessen wir wieder auf den Kraterwand steigen und dann wieder auf der anderen Seite hinunter zu unserem Zeltplatz. Wir kommen erst um Mitternacht an und die Nacht ist bissig kalt. Aber wir haben sowiso nicht vor, lange zu schlafen, weil wir auf dem hoechsten Punkt den Sonnenaufgang betrachten wollen.

sunrise Rebekka Astronaut ueli-marschierend.jpg

Bereits um 3.45 Uhr stehen wir wieder auf und machen uns auf den Weg. Als wir auf die Strasse kommen, die auf den Kraterrand fuehrt, versuchen wir von einem Autofahrer mitgenommen zu werden. Schon das erste Auto nimmt uns mit und wir erreichen den Gipfel schon eine Stunde vor dem Sonnenaufgang. Leider hat es Wolken, welche den Horizont verdecken, und es ist derart kalt, dass wir schlottern. Trotzdem ist der Sonnenaufgang ein eindrueckliches Naturschauspiel. Es lohnte sich so frueh aufzustehen. Nach dem Sonnenaufgang starten wir auf unsere zweite Wanderung. Wir nehmen uns vor, dieses Mal schon bei Tageslicht auf dem gleichen Zeltplatz anzukommen, was uns schlussendlich gerade noch gelingt. Fast 12 Stunden lang waren wir aber in der sandigen, trostlosen und trotzdem schoenen Vulkanwueste unterwegs.

steinwueste.jpg ueli-werfend.jpg rebekka-wandernd.jpg

Auf dem Zeltplatz lernen wir Blake kennen. Er ist Meeresbiologe, arbeitet bei der Pacific Whale Foundation und wohnt auf Maui. Am Lagerfeuer sprechen wir lange mit ihm. Er leiht uns sogar zwei waermere Schlafsaecke, sodass wir in dieser Nacht genug warm haben. Am naechsten Morgen koennen wir mit ihm vom Vulkan hinunter fahren. Er macht sogar noch ein paar Umwege und zeigt uns einen wunderbaren Aussichtspunkt, eine Ananas-Plantage (weil wir nicht genau wissen, wie die wachsen) und Bananen-Baeume. Er gibt uns auch viele Tipps fuer Ausfluege auf Maui und schenkt uns sogar eine Bootsfahrt zu den Molokini-Inseln, welche von der Pacific Whale Foundation organisiert wird und normalerweise fast 100 $ pro Person kostet. Schlussendlich bringt er uns an den Treffpunkt, wo wir mit Rebekkas Familie abgemacht haben.

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Hawaii – Fortsetzung nach Ironman

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Vom Ironman habe ich mich sehr schnell und gut erholt. Schon am ersten Tag nach dem Ironman machte ich zusammen mit Rebekka und ihrer Familie eine kleine Wanderung in dem sehr spektakulaeren Waipio Valley. Dieses Tal auf Big Island ist sehr regenreich. Es sieht aus wie im Regenwald. Ueberall wachsen tropische Fruechte und die steilen Haenge auf beiden Seiten des Tales sind vollstaendig mit gruenen Pflanzen und bewachsen. Am Abend fuhren wir zurueck nach Kona, wo noch das Sieger-Bankett mit gutem Essen, Siegerehrung und Rahmenprogramm statt fand. Danach begann ich mit der Planung des weiteren Verlaufs der Hawaii-Reise. Ich entschied mich, fuer zwei Wochen nach Maui zu reisen. Das ist die Nachbarsinsel von Big Island.

Wettkampfbericht Ironman 2007 (Teil 2)

Jetzt kommt noch der zweite Teil des Wettkampfberichts. Ich bin dort mit erzählen stehen geblieben, wo ich wegen einem Armpolster, das auf der Strasse lag, beinahe über den Lenker geworfen wurde. Ich konnte mich aber gerade noch auf den Rädern halten. Ich wusste noch nicht, was genau passiert ist und befürchte das Schlimmste.

Ein bisschen geschockt stehe ich neben der Strasse. Eine Gruppe von Athleten fährt an mir vorbei. Wahrscheinlich ist der Vorderreifen kaputt, denke ich. Aber als ich das Armposter sehe, bin ich erleichtert. Ich reisse das Armposter, das sich in der Bremse verklemmt hat, heraus. Der Reifen und die Bremsen scheinen intakt zu sein. Sogar die Bremsklötze sind noch funktionsfaehig. Jetzt fahre ich mit doppelter Motivation weiter. Es ist mir zum Singen zumute und es läuft mir die Melodie von “Herr i danke der, denn du besch so guet zu mer…” nach. Ich fahre alles alleine, manchmal ziehe ich an ganzen Gruppen vorbei, die ziemlich viel Windschatten fahren, aber das stört mich jetzt erstaunlich wenig. Trotz Gegenwind kann ich rund in die Pedalen treten. Ich halte den Druck immer aufrecht, goenne mir keine Pause. Richtig hart wird es erst auf den letzten Meilen vor dem Wendepunkt. Der Gegenwind ist hier extrem stark und heftige Windböen zwingen das Rad fast zum Stillstand. Ich passe auf, dass ich nicht wichtige Reserven verbrauche.

Nach der Wende in Hawi habe ich dann zuerst einmal starken Rückenwind. Allerdings haelt dieser nicht lange an. Auf den letzten 60 km muss ich wieder gegen den Wind fahren. Ich brauchte viel mehr Kohlenhydrate als vorgesehen. Der Bidon mit den 10 Gels war nach der Hälfte schon leer. Gluecklicherweise werden an den Verpflegungsstationen zusaetzliche Gels gereicht, sodass ich auch auf der zweiten Haelfte genug zu essen habe. In den gut 5 Stunden auf dem Rad esse ich fast 20 Gels!

Etwas nach 1 Uhr am Mittag wechsle ich auf die Laufstrecke. Es ist sehr heiss und es hat noch keine Wolke am Himmel. Meine Beine fuehlen sich schwer an. Auf den ersten 10 km habe ich viel Mühe. Sonst bin ich es gewohnt, dass mich beim Laufen niemand mehr überholt. Heute werde ich von vielen überholt. Aber ich laufe trotzdem langsam weiter, denn ich möchte nicht riskieren, den Marathon nicht durchlaufen zu können. Nach 10 km geht es mir dann glücklicherweise wieder etwas besser. Ich glaube wieder daran, dass ich es ohne anhalten schaffe, und beschleunige etwas. Nach jeder Meile gibt es wieder Verpflegung. Ich trinke jedes Mal etwa 1 dl isotonisches Getränk. Dazu kühle ich mit viel Wasser und Eis. So laufe ich kontinuierlich weiter. Es gefällt mir immer besser. So richtig Abdrücken kann ich aber nicht, dazu fehlt mir die Kraft. Es ist mehr ein Joggen. Ab und zu kommen einem bekannte Gesichter entgegen, dann grüsst man sich. Beim berüchtigten Energy Lab hat man schon fast 3/4 der Strecke hinter sich. Wie schon 2005 ist es hier wieder extrem heiss. Aber jetzt muss man nur noch heimlaufen. Es hat immer mehr Zuschauer, welche dich anfeuern. Am Streckenrand wird es zunehmend lauter. Auf den letzten Meilen ist die Stimmung dann wie an der Tour de France. Ich fliege dem Ziel entgegen. Es geht mir wieder so gut, dass ich die Zielgerade richtig geniessen kann. Ich klatsche Hände ab und freue mich. Erst jetzt schaue ich auf die Uhr. Ich hatte während dem ganzen Wettkampf weder Uhr noch Tacho dabei und glaubte während dem Laufen nicht mehr daran, meine Zeit von 2005 zu unterbieten. Zufrieden ueberquere ich die Ziellinie. Es ist geschafft. Danke Herr, du hast mir Gelingen geschenkt.

Wettkampfbericht Ironman 2007

Der Wecker läutet um 3:45 Uhr. Das Aufstehen bereitet aber keine Mühe. In den letzten Tagen habe ich mich ja ausgeruht. Jetzt wartet der Körper nur darauf, dass es endlich losgeht. Um 4 Uhr nehme ich noch ein kleines Frühstück zu mir – ein bisschen Reis von gestern Abend, den ich in der Mikrowelle erhitze. Dann kontrolliere ich nochmals, ob ich wirklich alles dabei habe. Insbesondere der Zeitmesschip und die Schwimmausrüstung sind wichtig. Ich habe auch noch Verpflegung für die Radstrecke dabei. Den Rest wurde schon gestern in der Wechselzone deponiert.

Um 5 Uhr werde ich zusammen mit ein paar anderen Athleten zum Start- und Zielgelände gefahren. Dort herrscht schon grosser Betrieb. Vor den WCs hat es schon längere Warteschlangen. Aber vom Ablauf her ist alles gut organisiert. Zuerst findet das Body-Marking statt: Die Startnummer kommt auf meinen Oberarm. Dann geht es weiter in die Wechselzone. Die Reifen werden auf 9 Bar aufgepumpt. Ich befestige noch die Bidons am Velo und lege den Helm zurecht. In einem Bidon habe ich Wasser, in den anderen habe ich 10 Beutel PowerBar-Gel abgefüllt und ganz leicht mit Wasser verdünnt. Nach 180 km muss dieser Bidon unbedingt leer sein, denn die 10 Gels entsprechen gerade der Menge Kohlenhydrate, die ich zusätzlich zu den rund 5 Liter isotonischen Getränken brauche, um immer genug Energie zu haben. Es ist 6 Uhr. Jetzt ist eigentlich alles bereit. Ich verabschiede mich nochmals von Vincent, Rafi, Patrick, Erik, Alexandra, Rebekka,…wünsche ihnen viel Gelingen im Wettkampf. Um 6.30 Uhr steige ich in das Meer. Ich schwimme ein paar Minuten ein. Es herrscht eine herrliche Stimmung. Es hat immer noch viele Fische im Wasser. Am Himmel kreisen Helikopter. Es hat Fallschirmspringer, welche im Meer landen. Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf das Startgelände.

Um 6.45 Uhr der Startschuss für die Profis – eine riesige Stimmung. Jetzt schwimmen auch wir zur Startlinie. Es wird hektisch. Man hat fast kein Platz und steht trotzdem noch 10 Minuten im Wasser. Dann kommt die Erlösung: Der Startschuss für alle Age Group-Kategorien. Ich befinde mich eher am linken Rand. Trotzdem bin ich sofort mitten im Getümel. Man muss sich durchkämpfen. Ich versuche ruhig zu bleiben. So richtig gut gelingt mir der Start aber nicht. Schon nach 200 Meter muss ich Schwimmer überholen, die langsamer werden. Aber Überholen ist in dieser Menschenmenge eher mühsam. Ich versuche wenigstens Kräfte zu sparen. Nach 3.8 km erreiche ich wieder den Pier. Mit der Zeit bin ich nicht ganz zufrieden, aber das Schwimmen im Meer war trotzdem ein schönes Erlebnis.

Der Wechsel auf das Rad geht gut. Ich sage mir: Ab jetzt wird nur noch überholt. Die Kette bleibt fast immer ganz rechts. Vor allem bergauf ziehe ich an vielen Athleten vorbei und mache schnell Plätze gut. Nach ein paar Meilen sehe ich auch schon Erik vor mir, der schon wieder schneller geschwommen ist als ich. Ich fahre zu ihm auf und grüsse ihn. Er fragt mich, wie es mir geht. Ich antworte, dass es mir bis jetzt recht gut läuft. Das ist das letzte, was ich im sage, … Ich habe in diesem Moment wohl nicht auf die Strasse geschauft und bin auf das Armpolster eines Aerolenkers gefahren, das irgend ein Athlet verloren hat. Das Armpolster bleibt am Reifen kleben und wird zwischen die Bremsklötze gezogen, wo es das Rad blockiert – bei einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h. Das Hinterrad hebt sich bereits ein bisschen. Ein Sturz scheint unumgänglich.

Fortsetzung folgt … :-)

Ironman 2007 gut gelungen

Ich werde spätestens morgen noch einen ausführlichen Wettkampfbericht schreiben. Ich kann aber schon vorweg nehmen:

Gesamtzeit: 9:49:39

    Schwimmen:   1:09:16
    Rad:   5:11:11
    Laufen:   3:19:56

    Rang overall: 215. (von 1800)

Der Ironman 2007 war deutlich härter als 2005. Obwohl ich nur 7 Minuten schneller war als 2005, bin ich über 100 Plätze weiter vorne klassiert.  Schon beim Schwimmen war es hektischer – es gab viele Schlägereien, nicht nur beim Startschuss. Beim Rad fahren war es sehr windig. Da der Wind um ca. 11 Uhr drehte, hatten wir auf 3/4 der Strecke Gegenwind. Das Laufen war vor allem wegen den hohen Temperaturen schwierig. Ich bin deshalb mit meiner Zeit von 9:49 sehr zufrieden.
Ich möchte an dieser Stelle allen danken, welche mir die Daumen gedrückt und mitgefiebert haben. Besonderen Dank auch den Sponsoren: das Optiker Geschäft Urech Optik, bei dem ich schon seit vielen Jahren Kunde bin, und das Velogeschäft Velo-Point von Erich Temperli, der mir das Velo für den Wettkampf auf Hawaii vorbereitet hat.

Letzte Vorbereitungen auf den Wettkampf

Es geht jetzt noch 20 Stunden und 30 Minuten bis zum Start der Ironman WM 2007. Gestern fand bereits die offizielle Carbo-Loading Party mit einem spektakulären Rahmenprogramm statt. Heute ist Check-In. Das Fahrrad wird in der Wechselzone eingestellt. Lauf und Radbekleidung wird in Säcke verpackt und abgegeben. Sonst ist nur noch Beine hoch lagern und Carbo-Loading angesagt.

Ironman im TV/Internet

Den Ironman 2007 kann man auf ARD ab 0.15 Uhr (Sonntag, 13. Okt.) live mitverfolgen. Auf dem Internet findet man unter www.ironmanlive.com einen Newsticker. Dort sieht man zu jedem Zeitpunkt, wo ich im Rennen stehe. Dazu muss man meine Startnummer, 1720, eingeben. Der Start ist (Schweizer Zeit) um 19 Uhr am Samstag Abend.

Captain Beans Cruise

Roli AlexCaptain Beans EssenCaptain Beans Ueli

Am letzten Montag fand die Captain Beans Cruise statt. Auf einem Party-Boot gab es einen sehr feinen Welcome Dinner mit Hula-Show vor der Küste Konas. Während der Fahrt wurden wir von Delfinen begleitet, die wir aus nächster Nähe beobachten konnten.

Insel Rundfahrt und Volcano National Park

ZerstörungKraterimg_0269.JPGimg_0279.JPGUrwaldAlex und Roli

Am letzten Dienstag machte ich zusammen mit Alexandra, ihrem Freund Roli und Marc eine Insel-Tour. Wir fuhren im Gegenuhrzeigersinn um die Insel. Den ersten Stopp machten wir am Black Sand Beach. Wie der Name sagt ist der Sand schwarz. Dies gefällt wohl den Schildkröten besonders gut. Diese sind dort in grosser Zahl vorhanden. Nach dem Black Sand Beach besuchten wir mehrere interessante Orte im Volcano National Park. Es ist eine sehr bizarre Landschaft und es dampft immer wieder aus dem Boden. Durch Lava-Ströme entstehen sogenannte Lava Tubes; Höhlen, durch die man hindurchwandern kann. Besonders eindrücklich ist der schnelle Wechsel zwischen trostloser Lavawüste und üppigem Regenwald. Ich werde bald einmal Bilder zeigen, im Moment geht es noch nicht.

Ironman-Strecke abfahren

Ueli Hawi Rad

Gestern konnte man mit dem Bus nach Hawi fahren. Das ist beim Ironman der Wendepunkt, also Kilometer 90. Von hier aus fuhren wir zurück nach Kona und konnten so die ganze Strecke besichtigen. Auf der ersten Hälfte gab es derart starke Windböen, dass man fast von der Strecke gefegt wurde. Man konnte so unmöglich auf dem Aero-Lenker fahren. Es gab sogar einige, welche sich nicht auf der Strasse halten konnten und in der Lavawüste landeten. Der Wind kann von allen Seiten kommen, mal von hinten, dann von vorne. Wenn der Wind von der Seite kommt, muss man sich fast bis zu einem 45 Grad Winkel auf die Seite legen, um nicht umgeweht zu werden.