Casamance
Morgens um 6 losgefahren, nachmittags um 4 in Ziguinchor. Dabei vier mal aussteigen und meinen Pass vorweisen, hören wie gut das Leben in der Schweiz doch sei, Auto auf die Fähre verladen, auf der Strasse allerlei Sachen kaufen, den Schlaglöchern ausweichen, den durchstochenen Pneu wechseln … die 7Plätzer sind super und sogar schnell … und kosten die Hälfte des Schiffs. Im Nachhinein hat man mir dann gesagt, die Strasse führe durch Rebellen-Gebiet. Ich habe jedoch zum Glück nichts davon bemerkt.
In Ziguinchor angekommen habe ich bei einer bildhübschen Senegalesin namens Euphrasie übernachtet. Ich habe sie durch einen glücklichen Zufall kennen gelernt. Wir sind mit dem Roller durch Ziguinchor gefahren, haben geplaudert und sind rumspaziert.
Am nächsten Tag bin ich mit der Pirogue nach Niomoune gefahren. Die Reise dauerte vier Stunden und war super! In Niomoune haben Valérie und Hyacinthe ein Campement. Ich bin 5 Tage geblieben, habe in der Küche geholfen und den Touristen das Essen serviert. Habe gebadet, bin rumspaziert und habe geplaudert. Der Leute-Mix im Campement war umwerfend! Und das Leben in einem Dorf ohne Autos und Strassen ist super!
Wanderung ins Nachbardorf Itou. Über sandige Wege, durchs Wasser waten, einen Meeresarm in der Pirogue überqueren, weiter durch Palmenwälder, über Kuhweiden … wunderbar!
Eigentlich wollte ich nach den 5 Tagen zurück nach Dakar. Um weiter an das Festival de Jazz von St.Louis zu fahren. Aber die Freiheit von einem Tag zum anderen zu planen ist umwerfend. Ich habe die Chance genutzt, mit einer Touristengruppe, die eine Pirogue geliehen hat nach Pointe St. Georges zu fahren. Dies ist ein noch kleineres Dorf, ebenfalls ohne Strassen und nur per Pirogue erreichbar. Die Frauen des Dorfes führen einen grossen Gemüsegarten, wessen Ziehbrunnen von einer Schweizer Organisation finanziert wurden (habe vergessen welche). Der Einfluss von Entwicklungs- und Hilfsorganisationen ist in der Casamance viel mehr zu sehen als in den anderen Regionen. Überall hat es Agences de santé, Brunnen und Büchsen des WFE (Wold Food Program). Und überall wo etwas finanziert wurde, steht ein grosses Schild mit dem Namen der Organisation. Man soll ja schliesslich sehen wer da Geld gebracht hat …
Nach einer Nacht in Pointe St.Georges sind wir nach Ziguinchor zurück gefahren und haben die Touristengruppe dort abgeladen. Ich bin mit Modou, dem Piroguier, weitergereist und bin die nächsten Tage mit ihm und seinen Cousins durch die Casamane gezogen. Die Gastfreundschaft in der Casamane ist umwerfend. Auch wenn die Leute nicht viel haben, sie würden alles mit einem teilen. Ich bin total beeindruckt! Wir waren ein paar Tage in Ziguinchor, haben einen Ausflug ans Cap Skirring gemacht und waren im Fischerdorf Elinkine. Eigentlich wollte ich schon seit einer Woche zurück nach Dakar, doch bin ich jeweils noch ein paar Tage länger geblieben. Die Casamance ist wunderbar und die Leute sind umwerfend! Ich muss unbedingt wieder kommen!