Archive for Mai, 2008

Back to Work oder Der Norden fehlte noch zur Erfüllung der Mission

Samstag, Mai 24th, 2008

Nach meiner Rückkehr aus der Casamance (ich war ehrlich gesagt etwas traurig), habe ich 5 Tage in Dakar verbracht. Endlich meinen Lohn bei der Bank abholen; mit Collé der Hausbesitzerin plaudern, welche aus Paris auf Besuch ist; Stoff kaufen und zum Schneider bringen; Busfahren-busfahren-busfahren; mit Pap, Bangoura und Déthié einmal mehr an Reggae-parties; Mangos essen und Dakar geniessen…

Seit letzten Sonntag bin ich nun in St.Louis in einem schicken Hotel am Meer und bilde mich weiter an einem Kurs mit dem Titel “Traitement des eaux usées par Lagunage et Gestion des Boues de Vidange”. Der Kurs wird organisiert von CREPA (Centre régional de l’eau potable et de l’assainissement), in Zusammenarbeit mit der Université de Liège und der Sandec. Wir sind 20 Kursbesucher, wobei ich die einzige Weisse und die Jüngste bin. Ja genau, die haben mich eh nur wegen den Connections meines Chefs genommen… Der Kurs ist spannend, aber anstrengend. Er dauert noch bis zum 30. Mai. Gestern und heute haben wir die Abwasserreinigungen von Louga und St.Louis besucht. Beides sind Abwasserreinigungen per Lagunage, wobei diejenige in Louga recht gut funktioniert, diejenige in St.Louis jedoch während 20 Jahren nicht gepflegt wurde. Die Kursbesucher werden gebraucht, es wartet Arbeit im Bereich des Assainissements auf sie!


Lagunage in Louga


ARA-Besuch wie mit den Umweltis der Eth


Alles ganz okey – bis zum Austritt aus der Station…


…das frisch gereinigte Wasser sollte mangels natürlichem Gewässer versickern. Rund um den Bach hat sich jedoch eine Siedlung gebildet, auf illegalem Gebiet. Frisch gereinigt, frisch verschmutzt…


…jedoch erfrischend.


Lagunage in St.Louis. Das Becken wurde seit der Errichtung in den 80er Jahren nicht geleert. Neben den Becken wird Gemüse angebaut, es hat sich eine Siedlung gebildet. Und mittlerweile haben sich die Gärten bis in die Lagune ausgeweitet. Die Lagune wird kleiner und kleiner.


Nach der Lagunage bleibt nicht mehr viel Wasser übrig. Praktisch, so muss man nicht überdenken wohin man das gereinigte Wasser fliessen lässt. Jedoch sind nicht alle Wege auf denen das Wasser verschwindet zu unterstützen. Die erhöhte Verdunstung durch die Evapotranspiration der Typha ist okey – der Kanal zur Bewässerung der Gemüsebeete mit dem noch ungereinigten Wasser ist weniger unterstützenswert.


Die Zukunft der senegalesischen Abwasserreinigung

Casamance

Donnerstag, Mai 15th, 2008

Morgens um 6 losgefahren, nachmittags um 4 in Ziguinchor. Dabei vier mal aussteigen und meinen Pass vorweisen, hören wie gut das Leben in der Schweiz doch sei, Auto auf die Fähre verladen, auf der Strasse allerlei Sachen kaufen, den Schlaglöchern ausweichen, den durchstochenen Pneu wechseln … die 7Plätzer sind super und sogar schnell … und kosten die Hälfte des Schiffs. Im Nachhinein hat man mir dann gesagt, die Strasse führe durch Rebellen-Gebiet. Ich habe jedoch zum Glück nichts davon bemerkt.

In Ziguinchor angekommen habe ich bei einer bildhübschen Senegalesin namens Euphrasie übernachtet. Ich habe sie durch einen glücklichen Zufall kennen gelernt. Wir sind mit dem Roller durch Ziguinchor gefahren, haben geplaudert und sind rumspaziert.

Am nächsten Tag bin ich mit der Pirogue nach Niomoune gefahren. Die Reise dauerte vier Stunden und war super! In Niomoune haben Valérie und Hyacinthe ein Campement. Ich bin 5 Tage geblieben, habe in der Küche geholfen und den Touristen das Essen serviert. Habe gebadet, bin rumspaziert und habe geplaudert. Der Leute-Mix im Campement war umwerfend! Und das Leben in einem Dorf ohne Autos und Strassen ist super!

Wanderung ins Nachbardorf Itou. Über sandige Wege, durchs Wasser waten, einen Meeresarm in der Pirogue überqueren, weiter durch Palmenwälder, über Kuhweiden … wunderbar!

Eigentlich wollte ich nach den 5 Tagen zurück nach Dakar. Um weiter an das Festival de Jazz von St.Louis zu fahren. Aber die Freiheit von einem Tag zum anderen zu planen ist umwerfend. Ich habe die Chance genutzt, mit einer Touristengruppe, die eine Pirogue geliehen hat nach Pointe St. Georges zu fahren. Dies ist ein noch kleineres Dorf, ebenfalls ohne Strassen und nur per Pirogue erreichbar. Die Frauen des Dorfes führen einen grossen Gemüsegarten, wessen Ziehbrunnen von einer Schweizer Organisation finanziert wurden (habe vergessen welche). Der Einfluss von Entwicklungs- und Hilfsorganisationen ist in der Casamance viel mehr zu sehen als in den anderen Regionen. Überall hat es Agences de santé, Brunnen und Büchsen des WFE (Wold Food Program). Und überall wo etwas finanziert wurde, steht ein grosses Schild mit dem Namen der Organisation. Man soll ja schliesslich sehen wer da Geld gebracht hat …

Nach einer Nacht in Pointe St.Georges sind wir nach Ziguinchor zurück gefahren und haben die Touristengruppe dort abgeladen. Ich bin mit Modou, dem Piroguier, weitergereist und bin die nächsten Tage mit ihm und seinen Cousins durch die Casamane gezogen. Die Gastfreundschaft in der Casamane ist umwerfend. Auch wenn die Leute nicht viel haben, sie würden alles mit einem teilen. Ich bin total beeindruckt! Wir waren ein paar Tage in Ziguinchor, haben einen Ausflug ans Cap Skirring gemacht und waren im Fischerdorf Elinkine. Eigentlich wollte ich schon seit einer Woche zurück nach Dakar, doch bin ich jeweils noch ein paar Tage länger geblieben. Die Casamance ist wunderbar und die Leute sind umwerfend! Ich muss unbedingt wieder kommen!

Nöis

Donnerstag, Mai 15th, 2008

Mit dr Christa zrügg uf Dakar und äs paar Täg mit ihre dert verbracht. Nachdäm sie isch gange hetts mi grad no 2 Täg ir Grossstadt chönne haute. I ha ändlech mis Visum füre Senegal übercho und äs Transit-Visum für Gambia iighout (ja genau, das hett nume 1 Tag brucht!). Und scho bini witter Richtig Süde greist. I ha mi Rucksack gsattlet und bi am Morge am 5i Richtig Busbahnhof loszoge, mit dr Adrässe vor Valérie und em Hyacinthe im Sack, äs Sene-Frankriich-Päärli woni in Estavayer ha kenneglernt. Umereisle isch super, vor auem weme dert häre cha wome grad Bock hett und cha ga sobaud me gnueg hett. Claud, i verstah itz aues wo du verzeut hesch!

Hmm, trotz auem, o Dakar hett sini schöne Site …