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Erarbeitung des detaillierten Dienstleistungsportfolios – Stimmen aus dem Teilprojekt 1

(Miguel Moreira, Alexandra Müller & Nicolas Prongué)

Comment décrire une prestation novatrice répondant aux besoins actuels et futurs de la plupart des bibliothèques scientifiques suisses ? Comment envisager des perspectives opposées pour un même service, les confronter et les concilier sans perdre trop en objectivité ?

Pour y parvenir, le groupe de travail 1, responsable pour les prestations de service et le modèle d’affaires, a réuni des collaborateurs d’horizons très variés : du jeune diplômé au manager expérimenté, de l’académicien au praticien, du Suisse romand au Suisse allemand, du responsable de réseau au responsable d’unité, ou encore du bibliothécaire-système au bibliothécaire-service. Le catalogue détaillé de prestations SLSP est le fruit d’un long travail d’analyse et de prospective, de dialogue et de conciliation. (Nicolas Prongué)

Die Basis für die Erarbeitung des detaillierten Serviceportfolios wurde bereits Ende 2015 mit dem Grobkatalog des Dienstleistungsportfolios gelegt. Nun musste definiert werden, was die einzelnen Services umfassen – keine leichte Aufgabe, denn Vieles ist noch unklar: Welches Bibliothekssystem wird für SLSP ausgewählt? Was ist technisch damit möglich? Müssen Funktionalitäten mit zusätzlichen Systemen abgedeckt werden? Da neben dem organisatorischen auch der technische Aspekt sehr wichtig ist, haben wir uns im Mai bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem Teilprojekt 3, welches sich mit den Prozessen und IT-Anforderungen befasst, ausgetauscht. Diese war auch sehr hilfreich für den Abgleich der Services mit den funktionalen Anforderungen, welche zurzeit im Teilprojekt 3 ausgearbeitet werden. (Alexandra Müller)

L’élaboration du livrable « Portefeuille détaillé des prestations de services » est un processus long et exigeant. Chacune des 26 prestations décrites fait l’objet d’une fiche détaillée, qui essaye d’anticiper les caractéristiques, les enjeux, les parties prenantes et le processus de mise en œuvre. Les aspects techniques et financiers y sont également abordés, ces derniers étant essentiels pour la définition du business model de la future plateforme. Dans ce processus d’élaboration, il a fallu tenir compte du fait que les descriptions s’adressent simultanément à des publics différents : l’ensemble des collaborateurs du projet actuel, pour le déroulement de leurs travaux, étant donné que ce livrable constitue l’un des socles de base de la définition de la plateforme ; les personnes qui se chargeront de la mise en œuvre ; mais aussi les futurs „clients“, qui peuvent ainsi avoir un aperçu de l’offre. (Miguel Moreira)

Anwenderbesuche in London und Dublin: Ein Reisebericht

(Dr. Christian Oesterheld & Basil Marti)

Ein gemischtes Team der Teilprojekte Dienstleistungen und Geschäftsmodell und Prozesse und IT-Anforderungen hat am 21. und 22. April 2016 mit einem umfangreichen Fragenkatalog im Gepäck die erste von drei geplanten Reisen unternommen, auf denen andere Bibliotheken und Verbünde aufgesucht werden, die bereits Bibliothekssysteme der nächsten Generation im Einsatz haben.

Ziel der Besuche ist einerseits, einen konkreten Einblick in die Arbeit mit den neuen Bibliotheksverwaltungssystemen zu gewinnen und erste Einschätzungen über die wichtigsten auf dem Markt erhältlichen Systemlösungen zu erhalten. Es geht andererseits darum zu erfahren, wie Bibliotheken den Umstieg als Projekt bewältigt haben und wie sie die Einführung und die daraus folgenden Änderungen in den Geschäftsprozessen aus heutiger Sicht bewerten. Welche Veränderungen in den Institutionen waren für eine erfolgreiche Einführung notwendig, und welche wurden durch die Einführung angestossen? Was würden die Befragten bei einem „zweiten Wurf“ eventuell anders machen und welche Wünsche sind offen geblieben? Besonders interessant für SLSP ist zudem die Frage nach dem Einsatz der neuen Systeme in konsortialen resp. Verbundstrukturen. Und last but not least erwarten wir, Kontakte zu knüpfen, die sich im weiteren Fortgang des Projekts noch als hilfreich erweisen werden.

SOAS_Library_interior_viewDiese erste Reise führte nach London und nach Dublin. Die Bibliothek der School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London ist Partner im OpenSource-Projekt Kuali OLE (Open Library Environment) und setzt OLE seit 2015 als Bibliotheksverwaltungssystem ein. Die SOAS-Library, mitten in London unweit des British Museum gelegen, ist mit 1,4 Mio Bänden und als Fachinformationszentrum für aussereuropäische „regional studies“ eine der sieben National Research Libraries des Vereinigten Königreichs. Unter ihrem Direktor John Robinson verfolgt die SOAS-Library einen OpenAccess- und OpenData-Ansatz und sieht die Wahl von OpenSource-Lösungen bei ihren Softwaretools als konsequente Fortführung dieser Prinzipien auf der technischen Ebene – neben dem Bibliotheksverwaltungssystem betrifft dies z.B. auch die Software für das Repository oder die Erschliessung und Präsentation von Archivalia. Das IT-Team um die Projektmanagerin Claudia Mendias, welches Kuali OLE eingeführt hat, engagiert sich in den Arbeitsgruppen und Gremien von Kuali OLE, gehört aber nicht selbst zum engeren Entwicklerteam. Neben den beiden grossen OLE-Anwendern Chicago University und Lehigh University in den USA ist die SOAS-Library die erste Bibliothek in Europa, die OLE einsetzt. Daneben läuft ein mehrjähriges Evaluierungsprojekt der deutschen Bibliotheksverbünde HBZ und GBV. Bei OLE stehen in den kommenden Jahren grössere Veränderungen an, wie wir erfahren haben – so wird die Kernschicht (Middleware) der Applikation in einem Projekt mit der Firma Indexdata (Kopenhagen) neu aufgebaut (dazu gibt es einen Vortrag an der ELAG-Konferenz in Kopenhagen im Juni 2016). Die Entwicklung wird u.a. durch eine Förderung der Andrew Mellon Foundation sowie durch finanzielles Engagement der Firma EBSCO ermöglicht. Ab 2017 sollen die neue Middleware zur Verfügung stehen und die Library-Management-Funktionen darauf angepasst werden. Kommende Migrationen zu OLE – darunter der Bibliotheken der Duke University und der Cornell University – werden auf dieser Basis erfolgen. Auch organisatorisch wird OLE künftig von der Kuali-Foundation, bei der OLE nur ein Produkt in einer ganzen Suite von Applikationen für Aufgaben der Hochschulverwaltung ist, unabhängig werden.

In Dublin konnten wir das Produkt Sierra der Frima Innovative Interfaces in zwei unterschiedlichen Szenarien kennenlernen. Der Verbund Public Libraries Ireland, der von der Dublin City Library geführt wird, hat 2015 Sierra als Verbundlösung eingeführt – das Projekt läuft noch weiter, bis schliesslich alle über 300 öffentlichen Bibliotheken Irlands integriert sein werden. Der Schritt zur Vereinheitlichung wurde hier dadurch erreicht, dass die Finanzierung zentral über die irische Regierung läuft; sie hatte die einheitliche Verbundlösung zur Vorgabe gemacht. Der stellvertretende Direktor der Dublin City Library und Projektleiter, Brendan Teeling, schilderte aus erster Hand den Verlauf dieses anspruchsvollen Projekts. Dabei wurde deutlich, dass mit dem Wechsel auf die neue Systemlösung eine starke Vereinheitlichung in den Arbeitsprozessen und Standards einhergegangen ist, während die öffentlichen Bibliotheken Irlands vorher nur locker verbunden waren. Der Systemwechsel hat hier also eine starke organisatorische Dynamik erzeugt. Entsprechend betonte Brendan Teeling, wie wichtig es ist, konsortiale Strukturen in der Ausschreibung zu berücksichtigen und detailliert zu beschreiben. Und er findet, dass bei den Funktionsanforderungen immer der Aspekt der „user experience“ – also die Perspektive des Endnutzers – im Vordergrund stehen soll!

Trinity_college_libraryDie altehrwürdige Library des Trinity College in Dublin, die zu den fünf grossen Legal-deposit-Libraries unter dem UK Copyright Act zählt und damit auch nationalbibliothekarische Funktionen wahrnimmt, gehört zu den Bibliotheken, die vom Vorgängerprodukt Millenium der Firma Innovative Interfaces zu Sierra gewechselt sind. Die zuvor mit dem früheren Produkt gewonnene Vertrautheit prägt die Erfahrung eines Umstiegs stark. Das betrifft nicht nur konkrete Funktionen und Strukturen des Systems, sondern z.B. auch die Einbindung in eine existierende Anwendergemeinschaft. So gibt es eine aktive Community, die weitere APIs programmiert, über die Sierra mit „third-party-Systemen“ kommunizieren kann. Sierra wird in Trinity im universitätseigenen Datencenter gehostet, aber die Firma Innovative Interfaces bietet es auch als Software-as-a-service-Lösung an. Der verantwortliche Systembibliothekar Charles R. Montague betonte, welche weitgehenden Möglichkeiten z.B. im Metadatenmanagement für die Bibliotheks-IT bestehen (sofern die nötigen Zertifizierungen erworben werden) – die Datenbasis ist hier für die Systembibliothekare also keine „black box“. Wie bei den irischen öffentlichen Bibliotheken, wird auch im Trinity College als Discovery-Lösung das Produkt Encore von Innovative Interfaces verwendet; Sierra kann grundsätzlich aber auch mit anderen Discovery-Lösungen verbunden werden.

Beide Besuche haben wichtige Erkenntnisse in vielen Detailfragen, aber vor allem einen anschaulichen Eindruck gebracht, wie Systemwechsel, Projektmanagement, Organisationsfragen und Entwicklungsstrategie der Bibliotheken zusammenhängen. Zu Kuali OLE und zu Sierra verfügen wir im Projekt SLSP jetzt über einen konkreten Einblick aus der Anwenderperspektive. Bei den weiteren Reisen – zunächst nach Holland und Belgien, dann nach Norwegen – soll es dann um die Produkte Worldshare Management Services (WMS) von OCLC und Alma von ExLibris gehen, und zwar speziell um deren Einsatz in Verbundkonstellationen. Wir werden an dieser Stelle wieder berichten!

„Das Ziel ist, dass wir heute Mittag ein gemeinsames Verständnis von SLSP haben.“

(Iris Capatt)

Unter dem Leitspruch „Façonner l’avenir ensemble – Gemeinsam die Zukunft gestalten“ hat die das Projekt SLSP eingeladen, um über die Entwicklung und den Stand des nationalen Kooperationsprojektes Swiss Library Service Platform (SLSP) persönlich zu berichten. Rund 90 Personen aus dem Bibliotheks-, Hochschul- und Bildungswesen sind der Einladung am vergangenen Dienstagmorgen gefolgt.

In den Räumen des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern wurde das Publikum zunächst mit einem Blick zurück auf die Entstehung der Vision einer gemeinsamen Plattform von der Präsidentin des Steuerungsgremiums, Margareta Baddeley, begrüsst. Margareta Baddeley betonte, dass das Spezielle an diesem Projekt die nationale Zusammenarbeit und die Mehrsprachigkeit sind. Aus diesem Grund wurde die Veranstaltung mehrsprachig durchgeführt.

Projektleiter Wolfram Neubauer erläuterte anschliessend, welche Ergebnisse im Projekt bisher erarbeitet werden konnten und warum die weitere Planung derzeit in Überarbeitung ist. Mit der Nennung der nächsten geplanten Arbeitsschritte gab er das Wort an die Teilprojekte weiter. Denn wie Wolfram Neubauer betonte, „wird die Hauptarbeit in den Teilprojekten erledigt.“

Martin Kasser und Andreas Kirstein berichteten, welche Organisationsvarianten im Teilprojekt „Gouvernance et Organisation“ evaluiert und bewertet worden sind und informierten darüber, dass das Steuerungsgremium an seiner Sitzung vom 28.04.16 die Aktiengesellschaft (AG) als die bestgeeignete Organisationsform für SLSP erachtet hat. Da die Gründung einer AG mit viel Abklärungsaufwand verbunden ist, braucht es eine organisatorische Zwischenform.

Für das Teilprojekt „Dienstleistungen und Geschäftsmodell“ stellten Christian Oesterheld und Elena Gretillat-Baila folgende Arbeitspakete vor:

  • Clients et groupes de clients
  • Coopérations et partenaires de développement
  • Dienstleistungskatalog
  • Modell für Innovationsplanung
  • Modèle de financement et planification de l‘investissement – considérations de départ

Eine Markübersicht potenzieller Systemanbieter boten Basil Marti und Igor Milhit für das Teilprojekt „Prozesse und IT-Anforderungen“. Zudem erläuterten sie die Ansprüche an die Systemarchitektur und das weitere Vorgehen bei der Erarbeitung des Anforderungskatalogs.

Im Anschluss an die Referate bat Susanne Bliggenstorfer (Vize-Präsidentin des Steuerungsgremiums), welche durch die Präsentationen und die Diskussionsbeiträge führte, das Publikum, Fragen zu stellen. Ihr Ziel war, „dass wir heute Mittag ein gemeinsames Verständnis von SLSP haben.“ Der Aufforderung wurde rege Folge getan.

Die Präsentationsfolien der Informationsveranstaltung vom 10. Mai 2016 in Bern finden Sie hier: SLSP_Informationsveranstaltung_20160510_V1.7

 

„Ich erachte es als Privileg, einen aktiven Beitrag leisten zu dürfen.“

(Iris Capatt)

Scherer-Hug_AugustAm 1. April 2016 tritt Marianne Ingold, zurzeit Mitglied im Teilprojekt 2 „Organisation und Governance“ von SLSP und Bibliothekarin der Fachhchoschule Nordwestschweiz FHNW, ihre neue Stelle als Vizedirektorin der Universitätsbibliothek Bern an. Der Stellenwechsel ist auch für SLSP mit einer Neubesetzung verbunden: Die Mitarbeit im Teilprojekt 2 übernimmt an Stelle von Marianne Ingold August Scherer-Hug, Leiter des Medienverbunds der Pädagogische Hochschule St. Gallen. Wir dürfen August Scherer-Hug zu seinem Antritt ein paar Fragen zu seiner Motivation und seiner zukünftigen Tätigkeit im Rahmen des Projekts Swiss Library Service Platform stellen.

Sie haben das Projekt SLSP bestimmt von Beginn an mitverfolgt. Welche Erwartungen haben Sie an die Mitarbeit im Teilprojekt 2 „Organisation und Governance“?
Scherer-Hug: Es ist ja nie ganz einfach, nachträglich zu einer bestehenden Projektgruppe zu stossen. So richten sich meine Erwartungen momentan vor allem an mich selbst: Ich hoffe, dass ich mir rasch einen fundierten Überblick über den bisherigen Stand der Arbeiten verschaffen kann, um einen konstruktiven Beitrag für einen erfolgreichen Projektverlauf leisten zu können. Entsprechend würde ich auch meine Erwartungen an die Arbeit in der Projektgruppe formulieren, welche zielorientiert, sachlich, die eigenen Interessen zurückstellend und übergreifend denkend Vorschläge entwickeln soll, wie der Betrieb einer „Infrastruktur SLSP“ organisatorisch bestmöglich gewährleistet und unterstützt werden könnte. Nach der ersten Arbeitsgruppensitzung, an der ich teilnehmen durfte, habe ich den überaus positiven Eindruck gewonnen, dass die Dinge genau in diesem Geiste vorangetrieben werden. Zudem war ich überrascht, wie weit gewisse Arbeiten bereits fortgeschritten sind.

Sie wurden angefragt, an SLSP mitzuarbeiten. Warum haben Sie zugesagt?
Scherer-Hug: Wenn man die Projektziele sowie das grosse und breite Interesse unserer bibliothekarischen Community an SLSP betrachtet, darf man sicherlich ohne Übertreibung sagen, dass SLSP eines der zentralen Schlüsselprojekte für die Zukunft der wissenschaftlichen Informationsversorgung in der Schweiz ist. Von dem her erachte ich es als Privileg, hier einen aktiven Beitrag leisten zu dürfen, ganz abgesehen davon, dass es äusserst spannend und interessant ist, einen vertieften Einblick in sämtliche Projektarbeiten zu erhalten. Zugesagt habe ich aber auch, weil das Projekt nach meinem bisherigen Eindruck äusserst professionell geleitet wird – das zeigt sich beispielsweise auch in der kommunikativen Begleitung der Projektfortschritte, was sich, davon bin ich überzeugt, als mit entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Umsetzung erweisen wird. Und schliesslich hat mein Arbeitgeber, die Pädagogische Hochschule St. Gallen, meiner Mitarbeit ohne zu zögern zugestimmt, was ich überaus zu schätzen weiss.

Sie sind im Projekt auch als Repräsentant der Bibliotheken der Pädagogischen Hochschulen der Schweiz vertreten. Sehen Sie spezielle Herausforderungen für die PH-Bibliotheken in Bezug auf SLSP?
Scherer-Hug: Im wissenschaftlichen Bereich unterscheiden sich die Bedürfnisse unserer Benutzenden eigentlich kaum von den Anforderungen anderer Hochschulbibliotheken. Etwas anders sieht die Situation bei den umfangreichen Lehrmittelbeständen und den Unterrichtsmaterialien aus, wo in den Bereichen der Erschliessung (z.B. Einbindung von Lehrplänen oder nationale Schulstufenbezeichnungen) oder der elektronischen Medien spezifische Herausforderungen bestehen. Als eher kleine Bibliotheken sind wir uns aber gewohnt, dass Verbundstrukturen nur dann erfolgreich arbeiten können, wenn von allen Seiten Verständnis für Mehrheitsbedürfnisse aufgebracht wird und wenn immer wieder die Bereitschaft da ist, gemeinsam nach pragmatischen Umsetzungen zu suchen. Dieser Herausforderung werden sich im Rahmen von SLSP aber alle Bibliotheken stellen müssen, und ich bin sehr zuversichtlich, dass die derzeit Verantwortlichen für das wissenschaftliche Bibliothekswesen ein lösungsorientiertes Vorgehen in der Vordergrund stellen können und werden.

Welche Arbeitsschritte erwarten Sie als nächstes im Teilprojekt 2?
Scherer-Hug: Wir haben eben Kriterienkataloge für die Bewertung von Varianten zur institutionellen Governance und zu möglichen Organisationsstrukturen verabschiedet, welche demnächst als Lieferobjekt 2.4 der Projektleitung zur Verfügung gestellt werden sollen. Stark beschäftigt uns derzeit zudem die Erarbeitung und Beschreibung verschiedener Organisationsvarianten, die wir uns für SLSP grundsätzlich vorstellen könnten. Wir versuchen hierbei, uns nicht nur an bestehenden, naheliegenden Organisationsformen zu orientieren, sondern auch innovative Optionen zu prüfen, die den aktuellen Entwicklungen im Hochschulwesen gerecht werden. Da die Diskussionen in der Arbeitsgruppe aber noch rege laufen, wäre es verfrüht, einzelne Ideen an dieser Stelle bereits zu konkretisieren. Soweit ich es bereits beurteilen kann, sind die Arbeiten aber auch bei uns gut auf Kurs, und ich freue mich auf die nächsten Projektschritte.

Vorschau: die nächsten Lieferobjekte

(Iris Capatt)

csm_Nachhaltigkeitsmassnahme_Vorausschau_Fotolia_44608065ffIn den letzten 6 Monaten sind die ersten 10 Lieferobjekte des Projekts SLSP Swiss Library Service Platform vom Steuerungsgremium abgenommen worden. Sowohl das Steuerungsgremium, wie auch der Sounding Board, waren voll des Lobes ob der grossen Leistung und dem Elan in den einzelnen Teilprojekten. Doch die Teilprojektleitungen und ihre Teams ruhen sich nicht auf ihren Leistungen aus, sondern sind bereits wieder mitten in der Bearbeitung der nächsten Lieferobjekte:

  • Das Teilprojekt 1 erarbeitet unter der Leitung von Dr. Christian Oesterheld und Elena Gretillat-Baila derzeit ein Modell für die Innovationsplanung. Parallel startet diese Woche die Verfeinerung des eben abgenommenen Grobkonzepts des Dienstleistungskatalogs. Eng verknüpft mit den Dienstleistungen – auch Services genannt – ist das Finanzierungsmodell, welches ebenfalls bereits in Angriff genommen worden ist.
  • Weniger Parallelität, aber nicht minderer Komplexität, sieht derweil das Teilprojekt 2 Wie im Blogbeitrag vom 21. Januar 2016 „Kommunikation der Projektleitung und des Teilprojektes 2“ erläutert, beschäftigt sich das Team unter der Leitung von Martin Kasser und Andreas Kirstein derzeit intensiv mit den möglichen Formen der Governance.
  • Aufbauend auf den bisherigen Arbeiten klärt das Teilprojekt 3 aktuell die Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Vorhaben ab. Demnächst lancieren die Projektleiter Basil Marti und Erich Scherer die Erstellung des Anforderungskatalogs der Plattform, welcher unter anderem die Basis-Anforderungen, welche an die IT-Lösung gestellt werden, beinhalten wird.

Sie sehen, die Inhalte der Lieferobjekte sind sehr vielfältig. Jedoch stehen die einzelnen Ergebnisse nicht gesondert dar, im Gegenteil: Sehr oft beeinflussen sich die Lieferobjekte, oder einzelne Aspekte daraus, gegenseitig. Die nächste Gesamtprojektleitungssitzung vom 19. Februar steht deshalb auch ganz im Zeichen, die Arbeiten in den drei Teilprojekten optimal zu koordinieren und Schnittstellen gemeinsam zu diskutieren.

 

Kommunikation der Projektleitung und des Teilprojektes 2

(Dr. Wolfram Neubauer & Dr. Thomas Marty)

Das Teilprojekt 2 von SLSP hat die Aufgabe, eine sinnvolle Governance und Organisationsstruktur der künftigen «Swiss Library Service Platform» (SLSP) zu konzipieren. Im Rahmen dieser Arbeiten wird, neben anderen Szenarien, auch eine Partnerschaft mit bereits existierenden Organisationen geprüft.
In diesem Zusammenhang ist die Option der gemeinsamen Entwicklung einer Variante mit SWITCH naheliegend, da letztere schon diverse Grunddienstleistungen im Bereich Informationsversorgung für die Schweizer Hochschulen erbringt.

In seiner Sitzung vom 18. Dezember 2015 hat das Steuerungsgremium die Projektleitung von SLSP beauftragt, zwei Szenarien weiter zu verfolgen:

  • Die institutionelle Zusammenführung von SLSP mit SWITCH
  • Den Aufbau einer eigenständigen Organisation für SLSP

In einem Treffen der Projektleitung von SLSP mit der Leitungsebene von SWITCH wurde eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe eingesetzt, um folgende Aspekte zu klären und passende Modelle zu entwickeln:

  • Erbringung der geplanten Dienstleistungen von SLSP durch eine institutionelle Einbindung der bibliothekarischen Aspekte und Kompetenzen in die Strukturen von SWITCH
  • Organisatorische Massnahmen, die erlauben, die Interessen der Hochschulbibliotheken in der Stiftung SWITCHsowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene angemessen zu berücksichtigen
  • Sicherstellung der Sichtbarkeit von SLSP als Dienstleistungsplattform für die wissenschaftlichen Bibliotheken innerhalb von SWITCH
  • Finanzierungsmodelle für die SLSP Dienstleistungen und deren Erbringung im institutionellen Rahmen von SWITCH

Die gemischte Arbeitsgruppe hat den Auftrag, bis Ende März mögliche Varianten einer institutionellen Zusammenarbeit zwischen SWITCH und dem Projekt SLSP zu entwickeln.

Hierzu parallel wird das Teilprojekt 2 von SLSP weitere Organisationsvarianten ohne enge Partnerschaft mit SWITCH erarbeiten.

Alle Varianten für die beiden verfolgten Szenarien werden dem Steuerungsgremium von SLSP zur Beschlussfassung über das weitere Vorgehen vorgelegt.

 

Zürich, 21. Januar 2016

 

Für weitere Informationen :

Dr. Wolfram Neubauer, Projektleiter

+41 (0)44 632 31 64

wolfram.neubauer@library.ethz.ch

Bestands- und Bedarfserhebung an Schweizer Hochschulbibliotheken

(Basil Marti & Dr. Christian Oesterheld)

Das Projekt Swiss Library Service Platform (SLSP) entwickelt in einer ersten Phase ein Konzept für eine gesamtschweizerische Dienstleistungsplattform für wissenschaftliche Bibliotheken, basierend auf einem Bibliothekssystem der neuen Generation. Dazu ist es wichtig, die Anforderungen und Wünsche der Bibliotheken an eine solche Plattform zu kennen.

Die SLSP-Teilprojekte 1 (Dienstleistungen und Geschäftsmodell, geleitet durch Dr. Christian Oesterheld, Zentralbibliothek Zürich) und 3 (Prozesse und IT-Anforderungen, geleitet durch Basil Marti, Universitätsbibliothek Basel) haben deshalb Mitte Oktober 2015 eine Bestandes- und Bedarfserhebung an die Schweizer Hochschulbibliotheken verschickt. Angeschrieben wurden die Bibliotheken der eidgenössischen und kantonalen Universitäten, der Fachhochschulen und der Pädagogischen Hochschulen, die Schweizer Nationalbibliothek sowie die grossen Verbünde.

Das SLSP-Projekt richtet sich auch an kleinere wissenschaftliche Bibliotheken, die nicht direkt einer Hochschule angeschlossen sind. Diese Bibliotheken wurden in dieser Phase des Projekts nicht direkt angeschrieben, um die Anzahl der Antworten und damit die Auswertung nicht zu komplex werden zu lassen. Für diese kleinen Bibliotheken – in einer ersten Phase vor allem diejenigen, die in einem der am Projekt beteiligten Verbünde (RERO, NEBIS, IDS Basel/Bern) organisiert sind – ist geplant, dass sie über eine Hochschulbibliothek in SLSP aufgenommen werden können, mit der sie eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen haben. Bereits bei der Beantwortung der Umfrage haben etliche Hochschulbibliotheken die Bedürfnisse von kleineren Bibliotheken, die sie im Rahmen eines existierenden Verbundes betreuen, mitberücksichtigt.

Da wir die Bibliotheken nur einmal anschreiben wollten, wurden in der Erhebung verschiedene Themen abgedeckt:

  • Die Erhebung des Ist-Zustandes ist Grundlage für die Planung der Migration: Daten aus verschiedenen alten Bibliotheksverwaltungssystemen müssen in ein neues System migriert werden. Gleichzeitig muss die grosse Vielzahl von bereits existierenden Systemen und Plattformen, vom RFID-Selbstverbucher bis zur Digitalisierungsplattform, über Schnittstellen auch mit dem neuen System kommunizieren können. Diese Informationen liegen teils bei den Bibliotheken, teils bei den Verbundzentralen vor.
  • Die Erhebung der Anforderungen beschäftigt sich hingegen mit der zukünftigen Gestaltung von SLSP. Hierzu wurde die Meinung der Bibliotheken selbst erfragt. Die IT-Anforderungen an ein Bibliothekssystem der neuen Generation dienen als Grundlage für die Erarbeitung eines Anforderungsprofils und damit der Ausschreibung eines neuen Systems. SLSP will aber nicht nur ein neues Bibliothekssystem erwerben, sondern auch neue zentrale Strukturen und Dienstleistungen für die wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz anbieten. Die Anforderungen zu den Dienstleistungen sind Grundlage für die Erarbeitung eines Dienstleistungskataloges.

Bis Ende November 2015 sind bereits ein grosser Teil der Antworten eingetroffen, die restlichen Nachlieferungen erwarten wir in den kommenden Wochen. Die Auswertung der Antworten läuft bereits und ist eine der wichtigsten Grundlagen für die kommende Arbeit im Projekt.

Für das Ausfüllen der Erhebung in einem recht kurzen Zeitraum möchten wir uns bei allen Institutionen bereits jetzt herzlich bedanken!