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„Ich erachte es als Privileg, einen aktiven Beitrag leisten zu dürfen.“

(Iris Capatt)

Scherer-Hug_AugustAm 1. April 2016 tritt Marianne Ingold, zurzeit Mitglied im Teilprojekt 2 „Organisation und Governance“ von SLSP und Bibliothekarin der Fachhchoschule Nordwestschweiz FHNW, ihre neue Stelle als Vizedirektorin der Universitätsbibliothek Bern an. Der Stellenwechsel ist auch für SLSP mit einer Neubesetzung verbunden: Die Mitarbeit im Teilprojekt 2 übernimmt an Stelle von Marianne Ingold August Scherer-Hug, Leiter des Medienverbunds der Pädagogische Hochschule St. Gallen. Wir dürfen August Scherer-Hug zu seinem Antritt ein paar Fragen zu seiner Motivation und seiner zukünftigen Tätigkeit im Rahmen des Projekts Swiss Library Service Platform stellen.

Sie haben das Projekt SLSP bestimmt von Beginn an mitverfolgt. Welche Erwartungen haben Sie an die Mitarbeit im Teilprojekt 2 „Organisation und Governance“?
Scherer-Hug: Es ist ja nie ganz einfach, nachträglich zu einer bestehenden Projektgruppe zu stossen. So richten sich meine Erwartungen momentan vor allem an mich selbst: Ich hoffe, dass ich mir rasch einen fundierten Überblick über den bisherigen Stand der Arbeiten verschaffen kann, um einen konstruktiven Beitrag für einen erfolgreichen Projektverlauf leisten zu können. Entsprechend würde ich auch meine Erwartungen an die Arbeit in der Projektgruppe formulieren, welche zielorientiert, sachlich, die eigenen Interessen zurückstellend und übergreifend denkend Vorschläge entwickeln soll, wie der Betrieb einer „Infrastruktur SLSP“ organisatorisch bestmöglich gewährleistet und unterstützt werden könnte. Nach der ersten Arbeitsgruppensitzung, an der ich teilnehmen durfte, habe ich den überaus positiven Eindruck gewonnen, dass die Dinge genau in diesem Geiste vorangetrieben werden. Zudem war ich überrascht, wie weit gewisse Arbeiten bereits fortgeschritten sind.

Sie wurden angefragt, an SLSP mitzuarbeiten. Warum haben Sie zugesagt?
Scherer-Hug: Wenn man die Projektziele sowie das grosse und breite Interesse unserer bibliothekarischen Community an SLSP betrachtet, darf man sicherlich ohne Übertreibung sagen, dass SLSP eines der zentralen Schlüsselprojekte für die Zukunft der wissenschaftlichen Informationsversorgung in der Schweiz ist. Von dem her erachte ich es als Privileg, hier einen aktiven Beitrag leisten zu dürfen, ganz abgesehen davon, dass es äusserst spannend und interessant ist, einen vertieften Einblick in sämtliche Projektarbeiten zu erhalten. Zugesagt habe ich aber auch, weil das Projekt nach meinem bisherigen Eindruck äusserst professionell geleitet wird – das zeigt sich beispielsweise auch in der kommunikativen Begleitung der Projektfortschritte, was sich, davon bin ich überzeugt, als mit entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Umsetzung erweisen wird. Und schliesslich hat mein Arbeitgeber, die Pädagogische Hochschule St. Gallen, meiner Mitarbeit ohne zu zögern zugestimmt, was ich überaus zu schätzen weiss.

Sie sind im Projekt auch als Repräsentant der Bibliotheken der Pädagogischen Hochschulen der Schweiz vertreten. Sehen Sie spezielle Herausforderungen für die PH-Bibliotheken in Bezug auf SLSP?
Scherer-Hug: Im wissenschaftlichen Bereich unterscheiden sich die Bedürfnisse unserer Benutzenden eigentlich kaum von den Anforderungen anderer Hochschulbibliotheken. Etwas anders sieht die Situation bei den umfangreichen Lehrmittelbeständen und den Unterrichtsmaterialien aus, wo in den Bereichen der Erschliessung (z.B. Einbindung von Lehrplänen oder nationale Schulstufenbezeichnungen) oder der elektronischen Medien spezifische Herausforderungen bestehen. Als eher kleine Bibliotheken sind wir uns aber gewohnt, dass Verbundstrukturen nur dann erfolgreich arbeiten können, wenn von allen Seiten Verständnis für Mehrheitsbedürfnisse aufgebracht wird und wenn immer wieder die Bereitschaft da ist, gemeinsam nach pragmatischen Umsetzungen zu suchen. Dieser Herausforderung werden sich im Rahmen von SLSP aber alle Bibliotheken stellen müssen, und ich bin sehr zuversichtlich, dass die derzeit Verantwortlichen für das wissenschaftliche Bibliothekswesen ein lösungsorientiertes Vorgehen in der Vordergrund stellen können und werden.

Welche Arbeitsschritte erwarten Sie als nächstes im Teilprojekt 2?
Scherer-Hug: Wir haben eben Kriterienkataloge für die Bewertung von Varianten zur institutionellen Governance und zu möglichen Organisationsstrukturen verabschiedet, welche demnächst als Lieferobjekt 2.4 der Projektleitung zur Verfügung gestellt werden sollen. Stark beschäftigt uns derzeit zudem die Erarbeitung und Beschreibung verschiedener Organisationsvarianten, die wir uns für SLSP grundsätzlich vorstellen könnten. Wir versuchen hierbei, uns nicht nur an bestehenden, naheliegenden Organisationsformen zu orientieren, sondern auch innovative Optionen zu prüfen, die den aktuellen Entwicklungen im Hochschulwesen gerecht werden. Da die Diskussionen in der Arbeitsgruppe aber noch rege laufen, wäre es verfrüht, einzelne Ideen an dieser Stelle bereits zu konkretisieren. Soweit ich es bereits beurteilen kann, sind die Arbeiten aber auch bei uns gut auf Kurs, und ich freue mich auf die nächsten Projektschritte.

„Einzigartig an SLSP ist, dass es sich um das erste Bibliotheksprojekt handelt, in welchem alle Landesteile der Schweiz vertreten sind“

(Iris Capatt)

Was ist das Ziel von SLSP und wer ist daran beteiligt? Und was bedeutet SLSP für die Bibliothekarinnen und Bibliothekare? Werden mit SLSP die Verbünde aufgelöst?

Viele Fragen beschäftigen das Bibliothekspersonal, wie auch viele weitere interessierte und involvierte Personen. Das Projekt steht am Anfang der Konzeptionsphase und viele Antworten werden erst im Verlauf der nächsten Monate gegeben werden können. Dennoch ist es der Projektleitung ein grosses Anliegen, dass sie schon heute über die Absichten, die Hintergründe, die Ziele und die aktuell erarbeiteten Arbeitspakete berichten kann.

Zu diesem Zweck haben sich Dr. Wolfram Neubauer (Projektleiter) und Dr. Alice Keller (Stv. Projektleiterin) Anfang November die Zeit genommen, im Rahmen eines Interviews Fragen aus der Bibliotheks-Community zu beantworten und sie erzählen, wie das Projekt in den nächsten Jahren weiterlaufen wird. Lesen Sie das vollständige Interview hier:
SLSP_Blog_Interview_PL_V1.3_DE