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Aktuelle Informationen aus dem Steuerungsgremium SLSP am BIS-Kongress in Luzern

(Iris Capatt)

Der Kongress des Berufsverbands BIS Bibliothek Information Schweiz, welcher vom 31. August bis 3. September 2016 in Luzern stattfand, ist ein wichtiger Anlass in der Schweizerischen Bibliotheksszene. Zahlreiche Projektmitarbeitende von SLSP nahmen individuell an der Tagung teil und die Swiss Library Service Platform stand immer wieder im Zentrum der Gespräche.

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Die Projektleitung und das Steuerungsgremium haben sich des entschlossen, den Rahmen des Kongresses in einem weiteren Kontext zu nutzen: Am Morgen des 31. August wurde die 7. Sitzung des Steuerungsgremiums in Luzern durchgeführt. So bot sich dem Projektleiter Wolfram Neubauer am folgenden Tag die Gelegenheit, in seinem Referat den Kongressteilnehmenden die aktuellsten Entscheide und Entwicklungen zu vermitteln.

IMG_4010_02Wolfram Neubauers Vortrag stiess auf entsprechendes Interesse: Wer sich nicht frühzeitig im Hörsaal eingefunden hatte, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen – was dem Informationsgehalt keinen Abbruch tat.

Über welche Schwerpunkte hat das Steuerungsgremium am letzten Augusttag diskutiert?

  • Im Zentrum der Sitzung stand zunächst die Budgetierungsgrundlage 2018-2020. Die Projektleitung präsentierte einen ersten Entwurf für die Budgetierung der Realisierungsphase. Die Diskussionsbeiträge lieferten wichtige Aspekte und Informationen auf deren Basis nun der Businessplan ausgearbeitet werden kann.
  • Weiter und wegweisend stellte sich das oberste Gremium des Projekts Swiss Library Service Platform erneut die Frage nach der Organisationsform SLSP.
    Am 28. April hat sich das Steuerungsgremium ausgesprochen, einen Verein als Übergangsform zu gründen mit dem Ziel, SLSP schliesslich in einer Aktiengesellschaft (AG) aufzubauen. Damals musste davon ausgegangen werden, dass ein zeitlicher Engpass bestehen würde, wenn die komplexe Gesellschaftsform der AG bereits für das Frühjahr 2017 aufgebaut werden sollte. Die Detailerarbeitung während der Sommermonate hat jedoch aufgezeigt, dass mit einer direkten AG-Gründung keine grössere zeitliche Verzögerung einhergeht.
    Das Steuerungsgremium hat sich der Empfehlung der Projektleitung angeschlossen, SLSP per Anfang 2017 unmittelbar in der Organisationsform einer Aktiengesellschaft zu etablieren.
    In einem nächsten Schritt wird nun die Ausarbeitung des Statutenentwurfs für die AG angegangen.

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Einen Überblick über die bisher abgeschlossenen Lieferobjekte und die Arbeiten, welche die Projektmitarbeitenden im Herbst erwarten, erhalten Sie demnächst hier auf dem Projektblog.

 

„Ich erachte es als Privileg, einen aktiven Beitrag leisten zu dürfen.“

(Iris Capatt)

Scherer-Hug_AugustAm 1. April 2016 tritt Marianne Ingold, zurzeit Mitglied im Teilprojekt 2 „Organisation und Governance“ von SLSP und Bibliothekarin der Fachhchoschule Nordwestschweiz FHNW, ihre neue Stelle als Vizedirektorin der Universitätsbibliothek Bern an. Der Stellenwechsel ist auch für SLSP mit einer Neubesetzung verbunden: Die Mitarbeit im Teilprojekt 2 übernimmt an Stelle von Marianne Ingold August Scherer-Hug, Leiter des Medienverbunds der Pädagogische Hochschule St. Gallen. Wir dürfen August Scherer-Hug zu seinem Antritt ein paar Fragen zu seiner Motivation und seiner zukünftigen Tätigkeit im Rahmen des Projekts Swiss Library Service Platform stellen.

Sie haben das Projekt SLSP bestimmt von Beginn an mitverfolgt. Welche Erwartungen haben Sie an die Mitarbeit im Teilprojekt 2 „Organisation und Governance“?
Scherer-Hug: Es ist ja nie ganz einfach, nachträglich zu einer bestehenden Projektgruppe zu stossen. So richten sich meine Erwartungen momentan vor allem an mich selbst: Ich hoffe, dass ich mir rasch einen fundierten Überblick über den bisherigen Stand der Arbeiten verschaffen kann, um einen konstruktiven Beitrag für einen erfolgreichen Projektverlauf leisten zu können. Entsprechend würde ich auch meine Erwartungen an die Arbeit in der Projektgruppe formulieren, welche zielorientiert, sachlich, die eigenen Interessen zurückstellend und übergreifend denkend Vorschläge entwickeln soll, wie der Betrieb einer „Infrastruktur SLSP“ organisatorisch bestmöglich gewährleistet und unterstützt werden könnte. Nach der ersten Arbeitsgruppensitzung, an der ich teilnehmen durfte, habe ich den überaus positiven Eindruck gewonnen, dass die Dinge genau in diesem Geiste vorangetrieben werden. Zudem war ich überrascht, wie weit gewisse Arbeiten bereits fortgeschritten sind.

Sie wurden angefragt, an SLSP mitzuarbeiten. Warum haben Sie zugesagt?
Scherer-Hug: Wenn man die Projektziele sowie das grosse und breite Interesse unserer bibliothekarischen Community an SLSP betrachtet, darf man sicherlich ohne Übertreibung sagen, dass SLSP eines der zentralen Schlüsselprojekte für die Zukunft der wissenschaftlichen Informationsversorgung in der Schweiz ist. Von dem her erachte ich es als Privileg, hier einen aktiven Beitrag leisten zu dürfen, ganz abgesehen davon, dass es äusserst spannend und interessant ist, einen vertieften Einblick in sämtliche Projektarbeiten zu erhalten. Zugesagt habe ich aber auch, weil das Projekt nach meinem bisherigen Eindruck äusserst professionell geleitet wird – das zeigt sich beispielsweise auch in der kommunikativen Begleitung der Projektfortschritte, was sich, davon bin ich überzeugt, als mit entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Umsetzung erweisen wird. Und schliesslich hat mein Arbeitgeber, die Pädagogische Hochschule St. Gallen, meiner Mitarbeit ohne zu zögern zugestimmt, was ich überaus zu schätzen weiss.

Sie sind im Projekt auch als Repräsentant der Bibliotheken der Pädagogischen Hochschulen der Schweiz vertreten. Sehen Sie spezielle Herausforderungen für die PH-Bibliotheken in Bezug auf SLSP?
Scherer-Hug: Im wissenschaftlichen Bereich unterscheiden sich die Bedürfnisse unserer Benutzenden eigentlich kaum von den Anforderungen anderer Hochschulbibliotheken. Etwas anders sieht die Situation bei den umfangreichen Lehrmittelbeständen und den Unterrichtsmaterialien aus, wo in den Bereichen der Erschliessung (z.B. Einbindung von Lehrplänen oder nationale Schulstufenbezeichnungen) oder der elektronischen Medien spezifische Herausforderungen bestehen. Als eher kleine Bibliotheken sind wir uns aber gewohnt, dass Verbundstrukturen nur dann erfolgreich arbeiten können, wenn von allen Seiten Verständnis für Mehrheitsbedürfnisse aufgebracht wird und wenn immer wieder die Bereitschaft da ist, gemeinsam nach pragmatischen Umsetzungen zu suchen. Dieser Herausforderung werden sich im Rahmen von SLSP aber alle Bibliotheken stellen müssen, und ich bin sehr zuversichtlich, dass die derzeit Verantwortlichen für das wissenschaftliche Bibliothekswesen ein lösungsorientiertes Vorgehen in der Vordergrund stellen können und werden.

Welche Arbeitsschritte erwarten Sie als nächstes im Teilprojekt 2?
Scherer-Hug: Wir haben eben Kriterienkataloge für die Bewertung von Varianten zur institutionellen Governance und zu möglichen Organisationsstrukturen verabschiedet, welche demnächst als Lieferobjekt 2.4 der Projektleitung zur Verfügung gestellt werden sollen. Stark beschäftigt uns derzeit zudem die Erarbeitung und Beschreibung verschiedener Organisationsvarianten, die wir uns für SLSP grundsätzlich vorstellen könnten. Wir versuchen hierbei, uns nicht nur an bestehenden, naheliegenden Organisationsformen zu orientieren, sondern auch innovative Optionen zu prüfen, die den aktuellen Entwicklungen im Hochschulwesen gerecht werden. Da die Diskussionen in der Arbeitsgruppe aber noch rege laufen, wäre es verfrüht, einzelne Ideen an dieser Stelle bereits zu konkretisieren. Soweit ich es bereits beurteilen kann, sind die Arbeiten aber auch bei uns gut auf Kurs, und ich freue mich auf die nächsten Projektschritte.

Kommunikation der Projektleitung und des Teilprojektes 2

(Dr. Wolfram Neubauer & Dr. Thomas Marty)

Das Teilprojekt 2 von SLSP hat die Aufgabe, eine sinnvolle Governance und Organisationsstruktur der künftigen «Swiss Library Service Platform» (SLSP) zu konzipieren. Im Rahmen dieser Arbeiten wird, neben anderen Szenarien, auch eine Partnerschaft mit bereits existierenden Organisationen geprüft.
In diesem Zusammenhang ist die Option der gemeinsamen Entwicklung einer Variante mit SWITCH naheliegend, da letztere schon diverse Grunddienstleistungen im Bereich Informationsversorgung für die Schweizer Hochschulen erbringt.

In seiner Sitzung vom 18. Dezember 2015 hat das Steuerungsgremium die Projektleitung von SLSP beauftragt, zwei Szenarien weiter zu verfolgen:

  • Die institutionelle Zusammenführung von SLSP mit SWITCH
  • Den Aufbau einer eigenständigen Organisation für SLSP

In einem Treffen der Projektleitung von SLSP mit der Leitungsebene von SWITCH wurde eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe eingesetzt, um folgende Aspekte zu klären und passende Modelle zu entwickeln:

  • Erbringung der geplanten Dienstleistungen von SLSP durch eine institutionelle Einbindung der bibliothekarischen Aspekte und Kompetenzen in die Strukturen von SWITCH
  • Organisatorische Massnahmen, die erlauben, die Interessen der Hochschulbibliotheken in der Stiftung SWITCHsowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene angemessen zu berücksichtigen
  • Sicherstellung der Sichtbarkeit von SLSP als Dienstleistungsplattform für die wissenschaftlichen Bibliotheken innerhalb von SWITCH
  • Finanzierungsmodelle für die SLSP Dienstleistungen und deren Erbringung im institutionellen Rahmen von SWITCH

Die gemischte Arbeitsgruppe hat den Auftrag, bis Ende März mögliche Varianten einer institutionellen Zusammenarbeit zwischen SWITCH und dem Projekt SLSP zu entwickeln.

Hierzu parallel wird das Teilprojekt 2 von SLSP weitere Organisationsvarianten ohne enge Partnerschaft mit SWITCH erarbeiten.

Alle Varianten für die beiden verfolgten Szenarien werden dem Steuerungsgremium von SLSP zur Beschlussfassung über das weitere Vorgehen vorgelegt.

 

Zürich, 21. Januar 2016

 

Für weitere Informationen :

Dr. Wolfram Neubauer, Projektleiter

+41 (0)44 632 31 64

wolfram.neubauer@library.ethz.ch