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Bestands- und Bedarfserhebung an Schweizer Hochschulbibliotheken

(Basil Marti & Dr. Christian Oesterheld)

Das Projekt Swiss Library Service Platform (SLSP) entwickelt in einer ersten Phase ein Konzept für eine gesamtschweizerische Dienstleistungsplattform für wissenschaftliche Bibliotheken, basierend auf einem Bibliothekssystem der neuen Generation. Dazu ist es wichtig, die Anforderungen und Wünsche der Bibliotheken an eine solche Plattform zu kennen.

Die SLSP-Teilprojekte 1 (Dienstleistungen und Geschäftsmodell, geleitet durch Dr. Christian Oesterheld, Zentralbibliothek Zürich) und 3 (Prozesse und IT-Anforderungen, geleitet durch Basil Marti, Universitätsbibliothek Basel) haben deshalb Mitte Oktober 2015 eine Bestandes- und Bedarfserhebung an die Schweizer Hochschulbibliotheken verschickt. Angeschrieben wurden die Bibliotheken der eidgenössischen und kantonalen Universitäten, der Fachhochschulen und der Pädagogischen Hochschulen, die Schweizer Nationalbibliothek sowie die grossen Verbünde.

Das SLSP-Projekt richtet sich auch an kleinere wissenschaftliche Bibliotheken, die nicht direkt einer Hochschule angeschlossen sind. Diese Bibliotheken wurden in dieser Phase des Projekts nicht direkt angeschrieben, um die Anzahl der Antworten und damit die Auswertung nicht zu komplex werden zu lassen. Für diese kleinen Bibliotheken – in einer ersten Phase vor allem diejenigen, die in einem der am Projekt beteiligten Verbünde (RERO, NEBIS, IDS Basel/Bern) organisiert sind – ist geplant, dass sie über eine Hochschulbibliothek in SLSP aufgenommen werden können, mit der sie eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen haben. Bereits bei der Beantwortung der Umfrage haben etliche Hochschulbibliotheken die Bedürfnisse von kleineren Bibliotheken, die sie im Rahmen eines existierenden Verbundes betreuen, mitberücksichtigt.

Da wir die Bibliotheken nur einmal anschreiben wollten, wurden in der Erhebung verschiedene Themen abgedeckt:

  • Die Erhebung des Ist-Zustandes ist Grundlage für die Planung der Migration: Daten aus verschiedenen alten Bibliotheksverwaltungssystemen müssen in ein neues System migriert werden. Gleichzeitig muss die grosse Vielzahl von bereits existierenden Systemen und Plattformen, vom RFID-Selbstverbucher bis zur Digitalisierungsplattform, über Schnittstellen auch mit dem neuen System kommunizieren können. Diese Informationen liegen teils bei den Bibliotheken, teils bei den Verbundzentralen vor.
  • Die Erhebung der Anforderungen beschäftigt sich hingegen mit der zukünftigen Gestaltung von SLSP. Hierzu wurde die Meinung der Bibliotheken selbst erfragt. Die IT-Anforderungen an ein Bibliothekssystem der neuen Generation dienen als Grundlage für die Erarbeitung eines Anforderungsprofils und damit der Ausschreibung eines neuen Systems. SLSP will aber nicht nur ein neues Bibliothekssystem erwerben, sondern auch neue zentrale Strukturen und Dienstleistungen für die wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz anbieten. Die Anforderungen zu den Dienstleistungen sind Grundlage für die Erarbeitung eines Dienstleistungskataloges.

Bis Ende November 2015 sind bereits ein grosser Teil der Antworten eingetroffen, die restlichen Nachlieferungen erwarten wir in den kommenden Wochen. Die Auswertung der Antworten läuft bereits und ist eine der wichtigsten Grundlagen für die kommende Arbeit im Projekt.

Für das Ausfüllen der Erhebung in einem recht kurzen Zeitraum möchten wir uns bei allen Institutionen bereits jetzt herzlich bedanken!