Archiv für den Monat: Dezember 2015

Frohe Festtage

(Iris Capatt)

Weihnacht_SLSP

Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Nach der Bewilligung des Projekts SLSP Swiss Library Service Platform wurden Ende August die Arbeiten mit einer Auftaktveranstaltung in Bern offiziell lanciert. In den letzten vier Monaten haben mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen mit viel Engagement am gemeinsamen Ziel gearbeitet. Die Schaffung einer zentralen Dienstleitungsplattform für die wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz bleibt auch im nächsten Jahr die Vision aller Beteiligten.

Zum Jahresende 2015 liegen erste inhaltliche Ergebnisse vor, die die Basis für die weitere Arbeit im nächsten Jahr bilden.

Nach den letzten, ereignisreichen Monaten wünschen wir Ihnen erholsame Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2016!

 

Die Dienstleistungen der künftigen Swiss Library Service Platform: eine erste Annäherung

(Dr. Christian Oesterheld & Alexandra Müller)

Welche Services wird die künftige Swiss Library Service Platform (SLSP) anbieten? Das Teilprojekt 1 (Dienstleistungen und Geschäftsmodell) hat ein Portfolio aller potenziellen Dienstleistungen erstellt.

Eine wichtige Aufgabe des Teilprojekts 1 (Dienstleistungen und Geschäftsmodell) ist es, die möglichen Dienstleistungen der künftigen Serviceplattform zu beschreiben. Dabei spielen auch Strukturfragen eine Rolle: Wie werden diese Dienstleistungen verteilt? Wer kann sie beziehen? Wie werden sie finanziert?

Die Kunden, die diese SLSP-Services in Anspruch nehmen, werden die Bibliotheken sein, nicht direkt die Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer. Sie sollen jedoch schliesslich davon profitieren. Bei der Gestaltung des Dienstleistungsportfolios startete das Teilprojekt 1 sozusagen auf der grünen Wiese. Wir wollten nicht nur Dienstleistungen ins Portfolio aufnehmen, die heute schon benötigt und erbracht werden, sondern auch solche, die erst in Zukunft relevant sein dürften.

So haben wir in einer breit angelegten Perspektive aktueller und künftiger Anforderungen bisher 44 Dienstleistungen für die Swiss Library Service Platform definiert. Diese reichen von der Administration und Koordination der Plattform über Aufgaben des Metadatenmanagements bis zur zentralen Lösung für die Langzeitarchivierung. Damit diese Dienstleistungen auch technisch umgesetzt werden können, arbeiten wir mit dem Teilprojekt 3 (Prozesse und IT-Anforderungen) zusammen.

Bei der Definition der Services zeigte sich, dass es unterschiedliche Dimensionen zu berücksichtigen gilt:

  • Es gibt Dienstleistungen, die mithilfe des zentralen Bibliothekssystems erbracht werden, und solche, die unabhängig vom System bereitgestellt werden – sei es mit sogenannten „Umsystemen“ (z.B. Publishing-Plattform), sei es ohne eine spezifische technische Basis (z.B. Beratungs- oder Ausbildungsangebote).
  • Bestimmte Services müssen für den Betriebsstart der SLSP zur Verfügung stehen, andere können zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt werden, sobald der Basisbetrieb stabil läuft.
  • Einige Services werden einmalig erbracht (z.B. wenn eine Bibliothek neu Kunde wird), andere müssen kontinuierlich bereitgestellt werden.
  • Bestimmte Dienstleistungen werden von allen Kunden benötigt, andere nur von einzelnen. Diese Unterscheidung muss auch beim Finanzierungsmodell berücksichtigt werden, das wir demnächst erarbeiten werden.

Im Teilprojekt haben wir uns dafür entschieden, Services oder Dienstleistungen in einem weiteren Sinne als Tätigkeitsfeld von SLSP zu verstehen. So bezeichnen wir auch Infrastruktur- und Standardisierungsaktivitäten, die der gesamten Community der Schweizer Wissenschaftlichen Bibliotheken dienen sollen, als Services.

Bei der Erarbeitung der Dienstleistungen wurde immer wieder das Thema der Mehrsprachigkeit diskutiert. Die – zweisprachige – Teilprojektgruppe war sich einig, dass die Mehrsprachigkeit bei vielen Services eine zentrale Rolle spielen wird. Für die tägliche Arbeit müssen Informationen, Regelwerke, Schulungsunterlagen usw. auf Deutsch und Französisch, vielleicht auch auf Italienisch vorhanden sein. Deshalb erachtet das Teilprojekt die Mehrsprachigkeit nicht als eigenen Service, sondern als Grundvoraussetzung für SLSP-Dienstleistungen.

Ähnliches gilt für Standards: Die Vereinbarung gemeinsamer Standards und – zumindest teilweise – gemeinsamer Prozesse ist ein Kernelement der Vision einer Library Service Platform. Synergien entstehen, wenn z. B. Katalogisierungsregelwerke, Datenformate, die Benutzerdatenverwaltung, Ausleihkonditionen und Endkundentarife weitgehend harmonisiert werden. Durch einheitlich gestaltete Kernprozesse werden in den Bibliotheken Ressourcen frei. Gleichzeitig erhöht ein einheitliches Erscheinungsbild die Attraktivität der Informationsangebote und vereinfacht den Zugang für Endnutzerinnen und nutzer zu den Diensten.

Bei dieser ersten Fassung des Portfolios konnten die Ergebnisse der Bedarfserhebung bei den Schweizer Hochschulbibliotheken noch nicht berücksichtigt werden, da zum Zeitpunkt der Erarbeitung noch nicht alle Antworten vorlagen. Die Auswertung der Umfrage wird in den detaillierten Dienstleistungskatalog einfliessen. Das Teilprojekt 1 wird diesen im Frühling 2016 ausarbeiten.

Aus dem Steuerungsgremium

(Iris Capatt)

Am Freitag, 18. Dezember 2015, traf sich das Steuerungsgremium SLSP zum dritten Mal seit Projektbeginn.

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Der Projektleiter Wolfram Neubauer konnte eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen: Zeitlich, inhaltlich und finanziell ist das Projekt zum Jahresabschluss auf Kurs.

Als zweites Traktandum stand die Kommunikation auf der Agenda: Die Projektleitung hat dem Steuerungsgremium den Kommunikationsplan vorgelegt und ein paar Fakten zur den realisierten und geplanten Kommunikationsmassnahmen ergänzt. Weiter präsentierte Wolfram Neubauer den Prototyp des druckfrischen Flyers in deutscher und französischer Sprache.

Die Rolle des Steuerungsgremiums innerhalb des Projektes liegt in der strategischen Ausrichtung aller Projektaktivitäten, sodass in jeder Sitzung des Gremiums die Diskussion und Genehmigung der wichtigsten Lieferobjekte die zentrale Aufgabe ist. In der Dezembersitzung 2015 standen folgende Lieferobjekte aus den Teilprojekten zur Diskussion:

  • „Identifikation Kunden und Kundengruppen“
  • „Erstellung grober Dienstleitungskatalog“
  • „Erarbeitung von Organisationsvarianten“
  • „Durchführung Bedarfserhebung“
  • „Marktübersicht möglicher Kandidaten für die IT-Lösung“
  • „Architektur zentral/dezentral: Szenarien“

Das Steuerungsgremium trifft sich zur ersten Sitzung im neuen Jahr im Februar 2016.

Jetzt downloaden: Flyer SLSP

(Iris Capatt)

Wie erklärt man das Projekt SLSP in 4 Sätzen? Wer ist dabei? An wen darf ich mich mit meinen Fragen wenden? Flyer_d

Vier Buchstaben können viele Fragen auslösen. Deshalb haben wir die wichtigsten Projektinformationen gesammelt und für Sie einen handlichen Flyer kreiert.

Der Prospekt ist neben all den Weihnachtskarten noch in der Druckerpresse und demnächst in den Bibliotheken aufgelegt werden.

Die digitale Version steht Ihnen bereits jetzt zum Download zur Verfügung: SLSP_Flyer_V1.2_DE

Bestands- und Bedarfserhebung an Schweizer Hochschulbibliotheken

(Basil Marti & Dr. Christian Oesterheld)

Das Projekt Swiss Library Service Platform (SLSP) entwickelt in einer ersten Phase ein Konzept für eine gesamtschweizerische Dienstleistungsplattform für wissenschaftliche Bibliotheken, basierend auf einem Bibliothekssystem der neuen Generation. Dazu ist es wichtig, die Anforderungen und Wünsche der Bibliotheken an eine solche Plattform zu kennen.

Die SLSP-Teilprojekte 1 (Dienstleistungen und Geschäftsmodell, geleitet durch Dr. Christian Oesterheld, Zentralbibliothek Zürich) und 3 (Prozesse und IT-Anforderungen, geleitet durch Basil Marti, Universitätsbibliothek Basel) haben deshalb Mitte Oktober 2015 eine Bestandes- und Bedarfserhebung an die Schweizer Hochschulbibliotheken verschickt. Angeschrieben wurden die Bibliotheken der eidgenössischen und kantonalen Universitäten, der Fachhochschulen und der Pädagogischen Hochschulen, die Schweizer Nationalbibliothek sowie die grossen Verbünde.

Das SLSP-Projekt richtet sich auch an kleinere wissenschaftliche Bibliotheken, die nicht direkt einer Hochschule angeschlossen sind. Diese Bibliotheken wurden in dieser Phase des Projekts nicht direkt angeschrieben, um die Anzahl der Antworten und damit die Auswertung nicht zu komplex werden zu lassen. Für diese kleinen Bibliotheken – in einer ersten Phase vor allem diejenigen, die in einem der am Projekt beteiligten Verbünde (RERO, NEBIS, IDS Basel/Bern) organisiert sind – ist geplant, dass sie über eine Hochschulbibliothek in SLSP aufgenommen werden können, mit der sie eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen haben. Bereits bei der Beantwortung der Umfrage haben etliche Hochschulbibliotheken die Bedürfnisse von kleineren Bibliotheken, die sie im Rahmen eines existierenden Verbundes betreuen, mitberücksichtigt.

Da wir die Bibliotheken nur einmal anschreiben wollten, wurden in der Erhebung verschiedene Themen abgedeckt:

  • Die Erhebung des Ist-Zustandes ist Grundlage für die Planung der Migration: Daten aus verschiedenen alten Bibliotheksverwaltungssystemen müssen in ein neues System migriert werden. Gleichzeitig muss die grosse Vielzahl von bereits existierenden Systemen und Plattformen, vom RFID-Selbstverbucher bis zur Digitalisierungsplattform, über Schnittstellen auch mit dem neuen System kommunizieren können. Diese Informationen liegen teils bei den Bibliotheken, teils bei den Verbundzentralen vor.
  • Die Erhebung der Anforderungen beschäftigt sich hingegen mit der zukünftigen Gestaltung von SLSP. Hierzu wurde die Meinung der Bibliotheken selbst erfragt. Die IT-Anforderungen an ein Bibliothekssystem der neuen Generation dienen als Grundlage für die Erarbeitung eines Anforderungsprofils und damit der Ausschreibung eines neuen Systems. SLSP will aber nicht nur ein neues Bibliothekssystem erwerben, sondern auch neue zentrale Strukturen und Dienstleistungen für die wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz anbieten. Die Anforderungen zu den Dienstleistungen sind Grundlage für die Erarbeitung eines Dienstleistungskataloges.

Bis Ende November 2015 sind bereits ein grosser Teil der Antworten eingetroffen, die restlichen Nachlieferungen erwarten wir in den kommenden Wochen. Die Auswertung der Antworten läuft bereits und ist eine der wichtigsten Grundlagen für die kommende Arbeit im Projekt.

Für das Ausfüllen der Erhebung in einem recht kurzen Zeitraum möchten wir uns bei allen Institutionen bereits jetzt herzlich bedanken!