Browsing Security 9
Letzte Woche haben wir in einer Diskussionsrunde zum Thema Browsing Probleme und Lösungsansätze auch über die Möglichkeiten gesprochen, unter Windows Browser sicherer zu machen. Da kommen Plugins und Parametersettings in Frage.
Gewisse Optimierungen gegenüber dem Default-Zustand der Browser sind möglich. Allerdings erscheint Zurückhaltung angebracht. Wenn überhaupt Verbesserungen in Sachen Sicherheit zu erreichen sind, müssen bei Plugins Sekundärrisiken und Pflegeaufwand in Betracht gezogen werden. Grundsätzlich bieten die hier betrachteten Firefox 3.x und Internet Explorer 7.x einen robuste Grundausstattung, die nur selektiv ergänzt oder verändert werden sollte.
JavaScript
JavaScript ist an vielen DriveBy Infektionen beteiligt. Idealerweise sollte man es für alle ausserbetrieblichen Sites wegschalten. Das führt aber zu erheblichen Funktionseinschränkungen und Problemen. Ein siteweises Verwalten des Scripting kann für Poweruser sinnvoll sein, Standardusern aber kaum zugemutet werden.
Firefox: Das Plugin NoScript warnt vor Scripts und erlaubt, für Sites Scripting zuzulassen oder zu blocken.
IE: Unter Internet Options / Security kann für jede Zone ein Custom Level für das Active Scripting gesetzt werden. Der Default für die Zone Internet ist enabled. Wer das auf disabled setzt, muss Websites mit erwünschtem Scripting in eine andere Zone eintragen, zum Beispiel in Trusted.
Firefox mit NoScript ist für Endanwender einfacher zu handhaben. Das Zonenmodell von Internet Explorer bietet out of the Box sinnvolle Settings und kann auch zentral mit Policies verwaltet werden – für Endanwender, die Site für Site Scripts zulassen wollen, ist es umständlicher und weniger granular.
Managed Code
Beide Browser bevorzugen ihre offensichtlich naheliegenden Code-Umgebungen mit einer Politik der offenen Tür. Beim Firefox ist out of the Box Java zugelassen, beim Internet Explorer .NET. In betrieblichen Umgebungen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen sollte geprüft werden, ob das wirklich benötigt wird.
Zertifikatsprüfung
Mit Version 3 behandelt auch Firefox hausgemachte Zertifikate als nicht vertrauenswürdig und bringt wie Internet Explorer bei entsprechenden HTTPS Verbindungen eine Warnung. Heise kritisiert allerdings die stiefmütterliche Markierung von Standard SSL-Zertifikaten gegenüber hiEnd EV-SSL. Schwerer ins Gewicht fällt allerdings, dass Firefox die Revocation List von Zertifikatsstellen nicht immer verarbeiten kann.
Ob die Validierung der Zertifikate hinreichend ist oder ob zB die SSL Blacklist Extension für Firefox eingesetzt werden soll, kann in Umgebungen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen angesehen werden. Für den Standardbetrieb drängen sich keine Zusatzmassnahmen auf.
Werbeblocker
Das Blocken von Werbung oder zumindest gewisser Teile ist aus Sicherheitsgründen erwünscht, wenn Code mit unbestimmter Qualität von Drittquellen ins Browserfenster eingeblendet wird.
Firefox: Das Plugin Adblock Plus hat in Sachen Funktionalität einen guten Ruf (die Qualität ist schwierig einzuschätzen).
Internet Explorer blockt PopUps (wenn das am Initialisieren zugelassen wurde).
Phishing, Malware Sites
Beide Browser kommen mit Anti-Phising Mechanismen. Firefox greift auf eine Google-Datenbank zu, Internet Explorer auf Microsoft-Listen.
Statt Plugins zu installieren erscheint es sinnvoller, einen Virenschutz mit effizientem Site-Blocker zu betreiben.